Buchwald, Manfred

In memoriam

„Wir haben 5 Millionen Arbeitslose, aber sie gehen nicht auf die Straße, weil wir ihnen viele Glücksräder bieten.“


Download (verlinkte Audio-Quelle: rbb, radioeins)

Wer: Manfred Buchwald, Intendant des Saarländischen Rundfunks (1989-1996)
Was: Beitrag von Thomas Bimesdörfer über das Buch Medien-Demokratie
Wann: veröffentlicht am 25.07.1997 im Medienmagazin, Radio Brandenburg, ORB

Vgl.:
* Pressemitteilung des Saarländischen Rundfunks, 01.07.2012

Alt-Intendant Manfred Buchwald gestorben – SR-Intendant Kleist würdigt Buchwald als „Leitfigur, die im Saarland und in der ARD höchste Anerkennung gefunden hat“

Der ehemalige Intendant des Saarländischen Rundfunks, Professor Dr. Manfred Buchwald, ist nach langer schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Manfred Buchwald war vom 1. Januar 1989 bis 31. Juli 1996 Intendant des Saarländischen Rundfunks. Erste journalistische Erfahrungen sammelte er bei Zeitungen, dann in Hörfunk und Fernsehen. Vor seiner Zeit als Chef des saarländischen Landessenders arbeitete Buchwald als politischer Redakteur beim Südwestfunk in Mainz, war Chefredakteur der ARD-Tagesthemen in Hamburg und Chefredakteur Fernsehen des Hessischen Rundfunks. 1989 wurde er beim Saarländischen Rundfunk als Intendant Nachfolger von Professor Dr. Hubert Rohde.

Der amtierende Intendant des SR, Professor Thomas Kleist, würdigte Buchwalds Leistungen für den saarländischen Landessender: „Manfred Buchwald übernahm die Verantwortung für den SR in einer medienpolitisch unruhigen Zeit. Die steigende Anzahl kommerzieller Angebote machte die Konkurrenzsituation zu einer echten Herausforderung, namentlich für ein kleines Haus mit sehr begrenzten finanziellen Ressourcen wie den Saarländischen Rundfunk. Buchwald setzte sich stets mit mutiger und überzeugender Argumentation für den Erhalt des SR ein. Als Verfechter des öffentlich-rechtlichen Programmauftrages erwarb er sich einen Ruf als begehrter Kommentator, aber auch als kritischer Analytiker der sich wandelnden medienpolitischen Szene. Für den Saarländischen Rundfunk war Manfred Buchwald eine Leitfigur, die sowohl im Saarland als auch in der ARD höchste Anerkennung gefunden hat. Wir danken ihm und werden sein Andenken in Ehren halten.“

Ein journalistisch hochwertiges Informationsangebot des SR und der Ausbau des Fernsehregionalprogramms waren für ihn besonders wichtig. So starteten unter seiner Verantwortung am 2. Oktober 1989 die Fernsehnachrichtensendung „3direkt“, die inzwischen „aktuell“ heißt, und gleichzeitig der regionale Fernsehtext des Saarländischen Rundfunks, der SAARTEXT. Erfolgreiche Neuerungen, die auch heute noch, wenn auch in veränderter Form, ganz wichtige Bestandteile des SR-Programmangebots sind.

Ein weiterer Meilenstein in der Amtszeit von Manfred Buchwald war der 1. Januar 1995. Ab diesem Datum wurde den Hörerinnen und Hörern, sozusagen in der Nachfolge der kooperierten Programme Studiowelle Saar (mit SWF und SDR) und SR 2 Kultur (mit dem Hessischen Rundfunk), ein gänzlich aus Saarbrücken kommendes Kulturprogramm angeboten, SR 2 KulturRadio.

Ergänzend zu neuen Programmangeboten und Programmjustierungen, die den Menschen im Saarland Gewinn brachten, machte Buchwald durch Reformen der inneren Organisationsstruktur den SR fit für die Zukunft.

„Brücken über Grenzen schlagen“ war eines seiner Mottos. In seiner Amtszeit baute der Saarländische Rundfunk die Kooperationen mit Radios in Frankreich und Luxemburg aus. Als großer Förderer des 1983 vom Saarländischen Rundfunk ins Leben gerufenen Deutsch-Französischen Journalistenpreises engagierte er sich in der deutsch-französischen Zusammenarbeit und in der Deutsch-Französischen Hörfunkkommission.

(Buchcover: © Aufbau Taschenbuch Verlag)


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