Holthoff-Pförtner, Stephan

Fragen stellen und Zuhören

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Wer: Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Miteigentümer und Sprecher der Funke Familien Gesellschaft, VDZ-Präsident
Was: Interview zur Wahl als VDZ-Präsident
Wo: Berlin, bcc
Wann: rec.: 08.11.2016, ca. 15:40 Uhr; veröffentlicht in Ausschnitten für „Markt und Medien“, Deutschlandfunk, 12.11.2016, 17:05 Uhr



(wörtliches Transkript)

00:00
Stephan Holthoff-Pförtner: Mein Name ist Holthoff-Pförtner. Ich bin Verleger und Anwalt. Und bin gewählt worden in die Nachfolge von Professor Burda als Präsident des VDZ.

00:12
Jörg Wagner: Als man Sie ins Spiel brachte, waren Sie da überrascht?

00:16
Stephan Holthoff-Pförtner: Ja, dieses Reinbringen dauert ja länger. Das ist ein Prozess. Also, das erste Mal, als ich mit der Idee konfrontiert wurde, danach hatte ich Wochen und Monaten nichts mehr gehört, weil ja auch gar nicht klar war, ob Professor Burda, seine Amtszeit ganz zu Ende macht oder ob er sie nicht zu Ende macht. Das wurde dann sehr viel konkreter Ende September, Anfang Oktober.

00:39
Jörg Wagner: Was hat Sie gereizt, diese Funktion zu übernehmen?

00:43
Stephan Holthoff-Pförtner: Also, mich reizt die Tätigkeit, die ich auch im eigenen Hause habe und haben darf und das dann für mehrere Verlage zu machen, die auch untereinander eigentlich Mitbewerber sind und dann doch gemeinsam zu vertreten gegenüber der Werbewirtschaft, gegenüber der Politik, das finde ich … die Schnittmenge finde ich spannend.

01:06
Jörg Wagner: Kommt da Ihr eigentlicher Beruf, sage ich mal in Anführungszeichen, “durch”, also auch Anwalt zu sein?

01:13
Stephan Holthoff-Pförtner: Also, so wie ich anwaltlich arbeite, ist es ähnlich. Ich war, weiß ich nicht, 25 Jahre nicht vor Gericht. Normalerweise mache ich alles im Gespräch, also auch mit Parteien, die sich streiten. Ich bin der Meinung, solange man vernünftig miteinander redet in der Absicht, das Problem zu klären, kommt man weiter, als wenn man es rechtshängig macht.

01:33
Jörg Wagner: Sie haben ja Streit in der Familie, sag ich mal. Gruner und Jahr, Spiegel und auch bei Holtzbrinck. Wie wollen Sie diesen Streit schlichten?

01:41
Stephan Holthoff-Pförtner: Ja, wir wissen ja noch gar nicht, warum wir eigentlich Streit haben. Ich habe jetzt mehrfach … oder ich werde das auch weiter tun … handelnden Personen angeboten, dass ich nach Hamburg komme, wenn ich einen Termin bekomme, gehe ich hin, freue ich mich auch darauf. Und wenn wir dann mal herausfinden, was uns trennt, dann können wir es auch lösen.

02:01
Jörg Wagner: Ich sage Ihnen mal etwas, was mir aufgefallen ist. Das hat jetzt nichts mit dem internen Streit zu tun, sondern … ich war vor drei Wochen beim BDZV hier in derselben Kongresshalle. Herr Oettinger sprach fast dieselbe identische Rede. Ist es nicht sinnvoll, sagen wir mal, die Kräfte zu bündeln mit den Zeitungsverlegern?

02:18
Stephan Holthoff-Pförtner: Naja, das tun wir ja schon. Also, es gibt ja sehr viele Initiativen, die die Geschäftsstellen gemeinsam machen. Ich glaube, dass die einzelnen Mitglieder noch sehr unterschiedlich sind. Und die Diskussion jetzt über ein Zusammengehen würde Kraft und Energie kosten, die man eigentlich nicht braucht, wenn man in der Sache gemeinsam streitet.

02:37
Jörg Wagner: Welche Ziele haben Sie sich als erstes jetzt auf die Agenda gesetzt? Was möchten Sie mit dem VDZ erreichen?

02:42
Stephan Holthoff-Pförtner: Ersteinmal möchte ich sehr viele Verlage kennen lernen. Und auch die Interessen, sehr oft familiengeführte Unternehmen, der Familien kennenlernen. Das zweite ist, ein Thema, was für uns sehr wichtig ist, die Frage des Urheberrechts in Brüssel, europäisches Urheberrecht, die Frage der Mehrwertsteuer. Das sind aber schon Sachen, die dann in Richtung Politik gehen, Berlin gehen, mehr dann auch nach Brüssel gehen. Aber in der ersten Zeit werde ich sicherlich Fragen stellen, zuhören und … ich habe kein Programm.

03:13
Jörg Wagner: Der Kongress ist gerade wenige Minuten zu Ende, was ist für Sie die wichtigste Erkenntnis oder Ihr inneres Fazit?

03:20
Stephan Holthoff-Pförtner: Der vernünftige Umgang bei den kontroversen Fragen miteinander. Das sind ja Mit- … das sind ja alles Bewerber oder Mitbewerber, die sich am Markt nicht immer nett verhalten. Das ist ja nicht die Aufgabe, sich am Markt nett zu verhalten. Aber der Umgang in den Themen … auch ich fand gerade ganz beeindruckend die Chefredakteursrunde und das, was eben das eigentlich wesentliche ist, ist Journalismus und das behaupte ich mal, machen sowohl die Zeitungen, als auch die Zeitschriften schon sehr, sehr gut.


(Foto: © Jörg Wagner)







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