{"id":21395,"date":"2013-04-16T20:42:13","date_gmt":"2013-04-16T19:42:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=21395"},"modified":"2022-02-10T04:19:31","modified_gmt":"2022-02-10T02:19:31","slug":"steer-hannelore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=21395","title":{"rendered":"Steer, Hannelore"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_21399\" aria-describedby=\"caption-attachment-21399\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_1_600.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_1_600.jpg\" alt=\"Hannelore Steer | Foto: \u00a9 Vera Lin\u00df\" width=\"600\" height=\"470\" class=\"size-full wp-image-21399\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_1_600.jpg 600w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_1_600-300x235.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21399\" class=\"wp-caption-text\">Hannelore Steer | Foto: \u00a9 Vera Lin\u00df<\/figcaption><\/figure>\n<blockquote><p><em>&#8222;Meinst du, dass das was wird mit der Deutschen Welle?&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20130416_steer_hannelore_linss_vera_96.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20130416_steer_hannelore_linss_vera_96.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20130416_steer_hannelore_linss_vera_96.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20130416_steer_hannelore_linss_vera_96.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Wer<\/u>:<br \/>\n* <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hannelore_Steer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hannelore Steer<\/a>, letzte Chefredakteurin Radio Berlin International, RBI<br \/>\n* <a href=\"https:\/\/twitter.com\/VeraLi\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vera Lin\u00df<\/a>, freie Medienjournalistin<br \/>\n<u>Was<\/u>: Interview zur Abwicklung von RBI und &#8222;Fusion&#8220; mit der Deutschen Welle<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Berlin<br \/>\n<u>Wann<\/u>: 16.04.2013<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Vgl<\/u>.:<br \/>\n* <a href=\"http:\/\/bit.ly\/12DPTSe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">60 Jahre Deutsche Welle<\/a> &#8211; Ein R\u00fcckblick<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<figure id=\"attachment_21407\" aria-describedby=\"caption-attachment-21407\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130429-rundfunk_bierdeckel_600.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130429-rundfunk_bierdeckel_600.jpg\" alt=\"Abgewickelter Rundfunk der DDR mit RBI auf einem Bierdeckel | Foto: J\u00f6rg Wagner\" width=\"600\" height=\"599\" class=\"size-full wp-image-21407\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130429-rundfunk_bierdeckel_600.jpg 600w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130429-rundfunk_bierdeckel_600-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130429-rundfunk_bierdeckel_600-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21407\" class=\"wp-caption-text\">Abgewickelter Rundfunk der DDR mit RBI auf einem Bierdeckel | Foto: J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-5555' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-5555' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<blockquote><p>(00:00)<\/p>\n<p><u>Vera Lin\u00df<\/u>: <strong>Radio Berlin International war ja sozusagen der Auslandsrundfunk der DDR gewesen. Gibt es da Parallelen, au\u00dfer dass es nat\u00fcrlich ein Auslandsrundfunk ist, zur Deutschen Welle?<\/strong><\/p>\n<p>(00:10) <\/p>\n<p><u>Hannelore Steer<\/u>: Naja gut, die Parallele ist, dass wir unabh\u00e4ngig jetzt von der Ideologie, der wir unterworfen waren zu gro\u00dfen Teilen in der DDR, das wissen Sie ja, war nat\u00fcrlich der Auftrag erstmal zu informieren, auch \u00fcber die DDR. In wieweit das dann beeinflusst war von ideologischen Fragen oder von dem wor\u00fcber man nicht informiert hat &#8230; aber erstmal war Information und dann war es die Darstellung des Lebens in der DDR, in den verschiedensten Bereichen, um den Ausl\u00e4ndern, ich sag mal schon zu sagen, das Leben in einer sozialistischen Gesellschaft ist schon ein gutes Leben und ist lebenswert. Das war das. <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_3_400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_3_400.jpg\" alt=\"\" title=\"Hannelore Steer\" width=\"400\" height=\"475\" class=\"alignright size-full wp-image-21436\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_3_400.jpg 400w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_3_400-252x300.jpg 252w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Und auf der anderen Seite, die Parallele ist nat\u00fcrlich, dass alle Auslandssender, da k\u00f6nnen Sie die Deutsche Welle nehmen, da k\u00f6nnen Sie Radio France International nehmen, da k\u00f6nnen Sie auch &#8230; na BBC nicht ganz &#8230; aber dass man nat\u00fcrlich \u00fcber das Land erstmal informiert: \u00fcber die Kultur und \u00fcber andere Bereiche. Und f\u00fcr uns war das immer mit der Kultur am leichtesten, sag ich mal. Wir haben auch informiert \u00fcber die Landwirtschaft, weil wir ja viel in Entwicklungsl\u00e4nder gesendet haben. Also das, ich will mal sagen, das ist so das, wo man erstmal gleiche Aufgaben, f\u00f6rmlich gesehen bedient hat. Also Information \u00fcber Politik und \u00fcber das Land und dann auch die Haltung oder die &#8230; die, ja doch die Haltung des Landes, der Regierung des Landes, zu den wichtigen internationalen Fragen. Um das mal so zu sagen. F\u00fcr uns kam noch dazu, dass wir sehr viel uns besch\u00e4ftigt haben mit der Solidarit\u00e4t f\u00fcr die, sage ich mal, damals schon befreiten afrikanischen V\u00f6lker, f\u00fcr die Vietnamesen w\u00e4hrend des Vietnamkriegs. Ja und das mal kurz gesagt. Und nat\u00fcrlich auch mit Lateinamerika und mit Chile nach dem Sturz von Pinochet im Jahre 1973 war ein Schwerpunkt der Sendungen von Radio Berlin International nach Lateinamerika war nat\u00fcrlich die Unterst\u00fctzung des chilenischen Volkes. Und f\u00fcr uns in der Afrikaredaktion, in der ich gearbeitet habe, war es nat\u00fcrlich &#8230; ja doch die Unterst\u00fctzung des Freiheitskampfes in S\u00fcdafrika, Namibia usw. und dar\u00fcber auch die Informationen in unseren Sendungen und auch Beitr\u00e4ge, Reportagen, in denen wir berichtet haben \u00fcber das, was in der DDR passiert zur Unterst\u00fctzung dieser V\u00f6lker. <\/p>\n<p>(02:43)<\/p>\n<p><u>Vera Lin\u00df<\/u>: <strong>Wie breit war denn das Spektrum von RBI? War das auch so, dass man gesendet hat in die ganze Welt oder gab es wirklich so ausgew\u00e4hlte Regionen, auf die man sich konzentriert hat?    <\/strong><\/p>\n<p>(02:41)<\/p>\n<p><u>Hannelore Steer<\/u>: Naja, mehr oder weniger die ganze Welt. Also, wir haben in 13 Sprachen gesendet. Wir haben in Franz\u00f6sisch und Spanisch und Portugiesisch gesendet. Das ging nat\u00fcrlich auch in die europ\u00e4ischen L\u00e4nder, aber auch franz\u00f6sischsprachig und dann in die Schwerpunktl\u00e4nder nach Afrika. Das war ein Schwerpunkt. Der zweite Schwerpunkt waren die arabischen L\u00e4nder. Wir haben auch in Arabisch gesendet. Der dritte Schwerpunkt, wenn Sie so wollen, war \u2013 ohne jetzt eine Rangfolge aufmachen zu wollen \u2013 war Lateinamerika und dann war es Asien. Nach Asien haben wir gesendet, wie ich schon gesagt habe, in Englisch und Franz\u00f6sisch. Und wir haben auch gesendet in Hindi nach Indien. Also das waren so unsere Schwerpunktsprachen und unsere Schwerpunktl\u00e4nder. Es ging schon eigentlich im weitesten Sinne, diesen Begriff benutzen wir heute alle nicht mehr, aber es ging um die Entwicklungsl\u00e4nder sehr viel.<\/p>\n<p>(03:33)<\/p>\n<p><u>Vera Lin\u00df<\/u>: <strong>Nun gab es ja die Wende. Gab es da die Hoffnung oder wie stark war die Hoffnung, dass das Programm teilweise oder vollst\u00e4ndig in die Deutsche Welle integriert werden k\u00f6nnte oder das man da irgendwie eine Art Fusion herstellen h\u00e4tte k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>(03:44)<\/p>\n<p><u>Hannelore Steer<\/u>: Tja, das ist ein Punkt, der w\u00e4re heute noch &#8230; wie soll ich sagen? Der geht mir heute noch an&#8217;s Herz. Also, es war im Februar, wenn ich mich recht erinnere, aber ich glaube, es war im Februar 1990. Nachdem bei Radio Berlin International zu gro\u00dfem Teil die F\u00fchrungskr\u00e4fte also &#8230; nicht mehr da waren, die alten, sondern andere gew\u00e4hlt hatten. Da kam der Intendant der Deutschen Welle, der Herr Weirich, zu uns nach Berlin, zu Radio Berlin International, hat also Kontakte mit uns angekn\u00fcpft, mit dem Intendanten damals unseres Senders, den wir nicht abgel\u00f6st hatten, den Klaus Fischer. Und dann kam er zu uns in die Redaktionskonferenz, in der alle vertreten waren, alle Redaktionen, die Leiter aller Redaktionen und hat \u00fcber seine Ideen gesprochen. Und die Idee von ihm war, dass er eigentlich angestrebt hat eine Fusion zwischen Deutscher Welle und Radio Berlin International. Das war der Auftakt, dass er bei uns war, uns das erl\u00e4utert hat, uns damals schon seine Visionen vom Fernsehen in der Deutschen Welle berichtet hat, was wir alle sehr interessant fanden, weil das war damals glaub ich &#8230; er war der erste, der davon sprach. Und der Erfolg hat ihm ja dann Recht gegeben, das Fernsehen sozusagen das Medium ist, was auch f\u00fcr die Deutsche Welle zukunftstr\u00e4chtig ist und interessant. Ja, und danach gab es dann Gespr\u00e4che auf anderen Ebenen. <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_2_400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_2_400.jpg\" alt=\"\" title=\"Hannelore Steer\" width=\"400\" height=\"495\" class=\"alignright size-full wp-image-21439\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_2_400.jpg 400w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20130416-20130416_steer_hannelore_2_400-242x300.jpg 242w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Also z. B. mit dem Programmdirektor, Herrn (Josef M.) Gerwald von der Deutschen Welle und mit den Leitern der verschiedenen Redaktionen, wo man sich unterhalten hat: &#8222;Wie k\u00f6nnte man die Frequenzen verschr\u00e4nken?&#8220; Die waren nat\u00fcrlich sehr interessant f\u00fcr die Deutsche Welle, weil es waren gute Frequenzen. &#8222;Und wie k\u00f6nnte man auch das Programm oder Programmteile verschr\u00e4nken?&#8220;. Das hei\u00dft, wir haben damals &#8230; die Kollegen von der Deutschen Welle sind zu uns nach Berlin gekommen, wir sind nach K\u00f6ln gefahren mit einigen &#8211; also zwei, drei Leute immer &#8211; und haben also dort Gespr\u00e4che gef\u00fchrt und haben schon ziemlich konkret da &#8230; also wir wurden nat\u00fcrlich gefragt: &#8222;Was habt Ihr denn alles gemacht? Habt Ihr nur Ideologie gemacht oder habt Ihr auch andere Sendungen gemacht?&#8220; Und dann haben wir erz\u00e4hlt, was wir gemacht haben, welche Art und Weise wir auch sehr interessante Reportagen gemacht haben. Z. B. \u00fcber D\u00f6rfer in der DDR. Der Hauptteil unserer H\u00f6rer lebte ja in den D\u00f6rfern. Also, solche Sachen, das fanden Sie dann wieder ganz interessant und waren, glaube ich, das kann ich heute auch so sagen, doch ziemlich erstaunt, dass es nicht nur Zitate gab aus den Berichten von Erich Honecker in ZK-Sitzungen der SED oder im Staatsrat oder so, sondern, dass es auch interessante Sendungen gab \u00fcber das ganz normale Leben in der DDR usw. Also, wir waren da auf, wie wir meinten, auf &#8217;nem ganz guten Weg und haben nat\u00fcrlich Hoffnung gehabt, alle Kollegen. Insgesamt hatte RBI ca. 240 Mitarbeiter, alle mit Redaktion und Sekret\u00e4rin usw. und die Technik nicht, die geh\u00f6rte zur Post. Also, das war nat\u00fcrlich gro\u00dfe Hoffnung. Und ich kann mich noch erinnern, ich war ja damals um die Jahreswende zur Chefredakteurin von RBI gew\u00e4hlt worden und wenn ich durch den Gang ging in der Nalepastra\u00dfe, 100 Meter oder l\u00e4nger war dieser gro\u00dfe Redaktionsgang, dann wei\u00df ich nicht &#8230; alle T\u00fcren standen immer auf, das war so Sitte bei uns von den Arbeitszimmern, alle guckten, alle fragten: Meinst Du, dass das was wird mit der Deutschen Welle? Und ich hab immer gesagt: &#8222;Ich wei\u00df es nicht, ich will alles daf\u00fcr tun.&#8220; Aber ich &#8230; also, das war &#8217;ne schwierige Situation. Also, um&#8217;s kurz zu machen. Das ging &#8217;ne Reihe von Monaten. Zwei, drei Monate, ich glaube ungef\u00e4hr drei Monate kann man sagen, war dieser Traum f\u00fcr uns und die Idee von der Fusion. Danach &#8230; auf einmal hie\u00df es: also Fusion, das wird es nicht geben. M\u00f6glicherweise wird es eine Dependance geben von der Deutschen Welle in Berlin. Und dann ging es darum, dass maximal 100 bis 110 Kolleginnen und Kollegen dort arbeiten k\u00f6nnten. Und da musste ich dann \u00fcberlegen, welche Kolleginnen und Kollegen schlage ich vor.<\/p>\n<p>(07:36)<\/p>\n<p><u>Vera Lin\u00df<\/u>: <strong>Vielleicht k\u00f6nnen Sie noch mal kurz sagen, wann war Herr Weirich das erste Mal bei Ihnen? Ich wei\u00df nicht, ob Sie es gesagt haben oder ob ich es \u00fcberh\u00f6rt habe?<\/strong><\/p>\n<p>(07:42)<\/p>\n<p><u>Hannelore Steer<\/u>: Februar habe ich gesagt. Das muss im Februar 1990 gewesen sein. Da kam er zu uns und hat sich vorgestellt und hat erz\u00e4hlt von seinen Ideen, dass er sich vorstellen k\u00f6nnte, dass es eine Fusion geben k\u00f6nnte zwischen Deutscher Welle und Radio Berlin International, was wir nat\u00fcrlich schon ganz interessant fanden, denn ich meine, wir haben die Programme der Deutschen Welle nicht h\u00f6ren k\u00f6nnen bei uns, aber wir wussten schon, was die Kollegen machen, ne? Und wir waren auch \u00fcberzeugt, dass wir was leisten k\u00f6nnen. Weil, das wussten wir, in der Deutschen Welle waren die Fremdsprachenredaktionen &#8230; die Sendungen in den fremden Sprachen wurden zu gro\u00dfen Teilen, zu gr\u00f6\u00dften Teilen von Muttersprachlern gemacht. Bei uns war es nicht so. Wir hatten in den verschiedenen Redaktionen auch ein paar Muttersprachler , aber die konnten Sie an zwei H\u00e4nden abz\u00e4hlen. Bei uns war es so, dass wir alle diese Sprachen studiert hatten und das gelernt hatten. Und in den Sprachen &#8230; also, ich hab Afrikanistik studiert, hab&#8216; in Swahili Sendungen gemacht. Und andere Leute hatten Lateinamerikanistik studiert und hatten Spanisch und Portugiesisch gelernt usw. Wir hatten einen Kollegen, der sprach wunderbar Hindi. Der kam dann sp\u00e4ter zur Deutschen Welle, eine andere Geschichte &#8230; also, den haben sie alle dort angestarrt. In Indien auch, weil der so gut &#8230; also&#8230; wir hatten &#8230; das war ein Unterschied. Und wir waren ganz gespannt  und waren auch, also &#8230; wir hatten gro\u00dfe Hoffnungen darauf gesetzt. <\/p>\n<p>(09:01)<\/p>\n<p><u>Vera Lin\u00df<\/u>: <strong>Ist es ein Vorteil, wenn man nicht Muttersprachler nur hat, sondern halt auch Deutsche, die halt diese andere Sprache, in der dann gesendet wird, studiert haben?<\/strong><\/p>\n<p>(09:09)<\/p>\n<p><u>Hannelore Steer<\/u>: Ich glaube, das ist gut, wenn man ein gutes Gemisch hat. Also, wenn man ein gutes Gemisch hat von Muttersprachlern und von deutschen Kollegen, die die Sprache richtig gut k\u00f6nnen. Ich hatte in Leipzig am Afrikainstitut eine hervorragende Ausbildung und andere auch. Also, was jetzt meine Swahili-Kenntnisse und &#8230; auch unsere anderen Kollegen &#8230; also, wir hatten in der DDR generell eine ziemlich gute Sprachausbildung. Und insofern ist das eine wunderbare Befruchtung, weil man auch den ausl\u00e4ndischen Kollegen, die sich ja nicht so gut auskannten, wenn sie neu waren, auch nach zwei, drei Jahren nicht. Wir wissen, wenn wir ins Ausland gehen, dass sie so, also &#8230; die Besonderheiten des Lebens kennen, auch auf kulturellem Gebiet. Das hei\u00dft, es ist ganz anders m\u00f6glich mit einander zu diskutieren, wenn man also in der Sprache, in der man sendet, gemeinsam diskutiert und die Dinge auch anders erkl\u00e4ren kann. Also, ich glaube, das ist eine ziemlich gute &#8230; also, so eine Symbiose finde ich pers\u00f6nlich sehr gut. <\/p>\n<p>(10:02)<\/p>\n<p><u>Vera Lin\u00df<\/u>: <strong>Sie sagten, dass Herr Weirich bei Ihnen war und dass Sie Kontakt zu den Mitarbeitern der Deutschen Welle auch hatten, mit den leitenden Mitarbeitern. Hatten Sie das Gef\u00fchl, dass da auch so wirklich der Wunsch von beiden Seiten war, dass man zusammen geht und wirkliche &#8217;ne echte Fusion macht?<\/strong><\/p>\n<p>(10:15)<\/p>\n<p><u>Hannelore Steer<\/u>: Also, der Wunsch war vielleicht nicht bei allen gleich, wie ich das beurteile. Es ist immer schwierig, wenn man subjektiv beurteilt &#8230; also, ich hatte bei ein, zwei Leuten, sagen wir mal, das wage Gef\u00fchl, dass wir nicht unbedingt die willkommensten Leute waren. Aber andererseits hatte ich bei vielen Kollegen, also dem damaligen Leiter der Afrikaredaktion, auch bei Herrn Gerwald, dem Programmdirektor und bei anderen, die ich kennen gelernt habe, ich habe auch heute nicht mehr alle Namen im Kopf, aber hatte ich das Gef\u00fchl, dass die es zumindest spannend fanden, weil &#8230; ich meine man muss dazu wissen, viele haben sich ja die &#8230; dass wir die Einheit erreicht haben, unseres Landes, das war ja nicht nur f\u00fcr uns im Osten sch\u00f6n, das war ja f\u00fcr viele auch im Westen, die auch jahrelang gedacht haben: &#8222;Mensch, Zusammensein, das ist toll.&#8220; Und das hat sich auch widergespiegelt. Und die kamen uns auch so entgegen, dass sie das toll finden und interessant finden und spannend, wenn wir zusammen was machen. Und wir alle, sowohl die Mitarbeiter der Deutschen Welle, als auch wir, wir waren ja alle &#8230; unser Hauptziel war ja f\u00fcr uns eigentlich alle wirklich gute Programme zu machen, ja? Gute Programme f\u00fcr die Sendegebiete und spannende Programme. Und in sofern war das ja auch, dass die auch dachten: &#8222;Och das mit den Ossis da.&#8220; Das Wort Ossis existierte noch nicht. &#8222;Aber das kann ja ganz spannend werden. Und die Erfahrung, die die haben &#8230;&#8220; Wir haben ja auch \u00fcber unsere Erfahrung &#8230; das fanden die ganz spannend und wir sowieso auch, ja.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Meinst du, dass das was wird mit der Deutschen Welle?&#8220; No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Wer: * Hannelore Steer, letzte Chefredakteurin Radio Berlin International, RBI * Vera Lin\u00df, freie Medienjournalistin Was: Interview zur Abwicklung von RBI und &#8222;Fusion&#8220; mit der Deutschen Welle Wo: Berlin Wann: 16.04.2013 Vgl.: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[114,116],"tags":[456,97,455],"class_list":["post-21395","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-a-z","category-s","tag-ddr-rundfunk","tag-deutsche-welle","tag-radio-berlin-international"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21395","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21395"}],"version-history":[{"count":61,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21395\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51305,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21395\/revisions\/51305"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21395"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21395"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21395"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}