{"id":22526,"date":"2013-06-22T18:20:48","date_gmt":"2013-06-22T17:20:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=22526"},"modified":"2013-06-28T01:13:55","modified_gmt":"2013-06-28T00:13:55","slug":"die-frequenzenschlacht-2-mobilfunk-statt-rundfunk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=22526","title":{"rendered":"Die Frequenzenschlacht 2 &#8211; Mobilfunk statt Rundfunk?"},"content":{"rendered":"<div style=\"height: 70px;\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #ffa500;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em>&#8222;Die treibende Kraft hinter diesen ganzen Aktivit\u00e4ten sind die Netzausr\u00fcster.&#8220;<\/em><\/span><\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<figure id=\"attachment_22527\" aria-describedby=\"caption-attachment-22527\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20050405_bauer_helmut_g_600.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20050405_bauer_helmut_g_600.jpg\" alt=\"Helmut G. Bauer\" title=\"Helmut G. Bauer\" width=\"600\" height=\"397\" class=\"size-full wp-image-22527\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20050405_bauer_helmut_g_600.jpg 600w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20050405_bauer_helmut_g_600-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22527\" class=\"wp-caption-text\">Helmut G. Bauer<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p> <audio   controls > <source src=\"http:\/\/download.radioeins.de\/mp3\/medienmagazin\/mm20130622_2.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/download.radioeins.de\\\/mp3\\\/medienmagazin\\\/mm20130622_2.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/download.radioeins.de\\\/mp3\\\/medienmagazin\\\/mm20130622_2.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/download.radioeins.de\/mp3\/medienmagazin\/mm20130622_2.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  <br \/>\n<a href=\"http:\/\/download.radioeins.de\/mp3\/medienmagazin\/mm20130622_2.mp3\" target=\"_blank\">Download<\/a><span style=\"color: #888888;\"> (verlinkte Audio-Quelle: rbb, radioeins)<\/span><\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #ffa500;\">Was:<\/span> Telefon-Interview zur Digitalen Dividene 2<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Wer:<\/span> Helmut G. Bauer, Rechtsanwalt und Vertreter des Verbandes der Nutzer und Hersteller drahtloser \u00dcbertragungssysteme, <a href=\"http:\/\/www.apwpt.org\/\" target=\"_blank\">APWPT<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Wann:<\/span> rec.: 21.06.2013, ca. 15:00 Uhr; ver\u00f6ffentlicht im radioeins-Medienmagazin vom 22.06.2013, sowie in einer gek\u00fcrzten Fassung im rbb Inforadio, 23.06.2013<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Wo:<\/span> K\u00f6ln &#8211; Berlin<\/p>\n<hr>\n<\/hr>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/documents\/20130622_bauer_helmut_g_Die Frequenzenschlacht 2 \u2013 Mobilfunk statt Rundfunk.pdf\" target=\"_blank\">Druckfassung<\/a> (rechter Mausklick, Ziel speichern unter)<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p>0:10<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">J\u00f6rg Wagner:<\/span> radioeins mit dem Medienmagazin. Kommt es im neunzigsten Jahr des Rundfunks zur entscheidenden Wende in der \u00dcbertragung von Programmen? Wenn es nach den Telekommunikationsunternehmen und Hardwareherstellern geht, sollten Radio und Fernsehen ihr Frequenzspektrum r\u00e4umen und ihr Programm dann terrestrisch zum Beispiel per mobilem Internet anbieten. Mit entscheidenden Konsequenzen. Ich fragte Helmut G. Bauer, er ist Rechtsanwalt und Vertreter des Verbands der Nutzer und Hersteller drahtloser \u00dcbertragungssysteme, was denn das bedeutet, wenn also Rundfunkfrequenzen von Mobilfunkanbietern besetzt w\u00fcrden unter dem Stichwort &#8218;Digitale Dividende 2&#8216;?<\/p>\n<p>0:49<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Helmut G. Bauer:<\/span> <span style=\"color: #c0c0c0;\"> Nun, wir sind noch nicht ganz so weit mit einer solchen Frequenzverordnung, aber die Vorbereitungshandlungen werden getroffen. Fakt ist ganz einfach: der Mobilfunk arbeitet auf diesen Frequenzen anders als der Rundfunk, technisch, und damit schlie\u00dfen sich beide in der Nutzung aus. Das bedeutet, wenn der Mobilfunk das Spektrum um das wir jetzt sprechen, n\u00e4mlich das 700 Megahertz-Spektrum, zus\u00e4tzlich zu dem bereits bekannten Spektrum im 800 Megahertz-Bereich, bekannt unter LTE, hinzubekommt, dann k\u00f6nnen in diesem Bereich die Fernsehsender nicht mehr senden und au\u00dferdem k\u00f6nnen die Mikrofone, die dort bisher benutzt wurden, die Funkmikrofone, nicht mehr bedient werden, das hei\u00dft, alle m\u00fcssen ihre Investitionen wegwerfen und m\u00fcssen neue Ger\u00e4te kaufen und, das viel Schlimmere ist, der noch verbleibende Bereich reicht gar nicht mehr aus, um die bisher vorhandenen Produktionen und zum Teil auch die Fernsehsender unterzubringen.<\/span><\/p>\n<p>1:48<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">J\u00f6rg Wagner:<\/span> Nun gibt es ja die Vision, dass man grunds\u00e4tzlich das ganze Rundfunknetz sozusagen freigibt und per Mobilfunk realisiert, also auch den H\u00f6rfunk. Und dann h\u00e4tten wir eine andere Norm als das Digitalradio. Aber DAB+ scheint ja nun auch nicht wirklich der Markttreiber zu sein.<\/p>\n<p>2:05<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Helmut G. Bauer:<\/span> <span style=\"color: #c0c0c0;\"> Ich glaube, dass ganze Thema ist ein bisschen verk\u00fcrzt, wie Sie es in Ihrer Frage formuliert haben. Wir m\u00fcssen uns prinzipiell, wenn eine solche Situation politisch gewollt ist, und dort wird es entschieden, die Frage stellen, wie wichtig ist uns Terrestrik? Wir haben ja nicht einfach die Terrestrik, weil es irgendjemand will, sondern weil der Rundfunk eine \u00f6ffentliche Aufgabe hat. Das gilt sowohl f\u00fcr den H\u00f6rfunk als auch f\u00fcr das Fernsehen. Und wir haben, verbunden mit dieser Frage der \u00f6ffentlichen Aufgabe, auch den freien Zugang zu dem Empfang von Rundfunkprogrammen. Und wenn dieses weiterhin gew\u00fcnscht ist, m\u00fcssen daf\u00fcr auch die notwendigen Frequenzen zur Verf\u00fcgung stehen. Wenn man dieses ganze jetzt auf den Mobilfunk \u00fcbertr\u00e4gt, taucht die Frage auf: Wie ist denn sichergestellt, dass alle Rundfunkprogramme unbeeinflusst von den Mobilfunkunternehmen oder auch von den Internetinfrastrukturanbietern unver\u00e4ndert zeitgleich verbreitet werden? Das Stichwort ist ja &#8218;Netzneutralit\u00e4t&#8216;. Und wenn wir uns den anderen Aspekt anschauen, und wir erleben es gerade in Ostdeutschland und in Bayern, das Thema &#8218;\u00dcberschwemmungen&#8216;. Wie stellen wir eigentlich sicher, dass in Katastrophenf\u00e4llen alle Leute gleichzeitig informiert werden und dass diese Systeme auch funktioniert, wenn beispielsweise Hochwasser ist oder sonstige Katastrophen. Das hei\u00dft, bevor wir dazu kommen jetzt alles dem Mobilfunk und dem Internet zu \u00fcberantworten, m\u00fcssen wir diese Grundsatzfrage in Deutschland diskutieren und m\u00fcssen uns fragen, was uns ein freier Rundfunk wert ist. <\/span><\/p>\n<p>3:44<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">J\u00f6rg Wagner:<\/span> Aber ist es nicht so, dass auch heute schon H\u00f6rfunk und Fernsehen von einer privaten GmbH, also der  &#8218;Mediabroadcast&#8216;, veranstaltet wird und nur ganz wenige Frequenzen eigentlich im Bereich des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks zum Beispiel? Und dass das ja auch durch Vertr\u00e4ge gesichert ist, dass  die Unabh\u00e4ngigkeit und auch die Netzneutralit\u00e4t damit gew\u00e4hrleistet ist?<\/p>\n<p>4:03<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Helmut G. Bauer:<\/span> <span style=\"color: #c0c0c0;\"> Nein, in dieser Frage muss man den Sendernetzbetrieb von dem der Veranstalter unterscheiden. Wir haben die Situation, dass die ARD, mit Ausnahme des mdr und Teilen des rbb, n\u00e4mlich die alten Frequenzen in Brandenburg, dass dort die ARD das eigene Sendernetz betreibt und auf der anderen Seite man sich von Seiten der privaten Veranstalter dem Sendernetz der &#8218;Mediabroadcast&#8216; bedienen muss. Das nutzt auch das ZDF und das nutzt auch der mdr und teilweise der rbb. Diese Sendernetze haben bestimmte Auflagen, die m\u00fcssen bestimmte Versorgungen erf\u00fcllen, n\u00e4mlich eine Fl\u00e4chendeckung und dieses gibt es beispielsweise in dieser Form im Mobilfunk nicht. Und diese Sendernetzbetreiber, die ARD wie gesagt macht es ja selbst, senden nat\u00fcrlich alle Programme in gleicher Qualit\u00e4t und unbeeinflusst durch \u00e4u\u00dfere Einwirkungen. Ich glaube, das ist ganz wichtig und da m\u00fcssen wir uns fragen, ob wir das auf Dauer erhalten wollen oder ob wir das andere System w\u00e4hlen, das dort hei\u00dft: Wir geben es an den Mobilfunk und an das Internet und m\u00fcssen uns dann fr\u00fcher oder sp\u00e4ter den dort geltenden Gesch\u00e4ftsmodellen unterordnen.<\/span><\/p>\n<p>5:13<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">J\u00f6rg Wagner:<\/span> Wenn Sie sagen, wir m\u00fcssen dar\u00fcber nachdenken, wieweit ist denn das Nachdenken? Ist das alles nur im Bereich von Medienkongressen erst mal diskutiert?<\/p>\n<p>5:21<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Helmut G. Bauer:<\/span> <span style=\"color: #c0c0c0;\"> Nein, wir sind schon ein St\u00fcck weiter. Wir haben eine konkrete Situation, dass der Bund und die L\u00e4nder eine Arbeitsgruppe gebildet haben, in der zusammensitzend die Rundfunkveranstalter, private und \u00f6ffentlich-rechtliche, die Nutzer von drahtlosen Produktionsmitteln wie Funkmikrofon und auch der Mobilfunk, um dort zu versuchen, wie man die Terrestrik in Zukunft organisieren kann. Dummerweise ist es passiert, dass die Bundesnetzagentur diese ganzen Pl\u00e4ne durchkreuzt hat, und f\u00fcr den kommenden Montag (24.06.2013) ihrem Beirat ein Papier vorgelegt hat, das vorsieht, wenn nach einer Anh\u00f6rung alles im gr\u00fcnen Bereich ist, ab 2014 zu beginnen, weitere Frequenzen, beispielsweise im 700er Megaspektrum an den Mobilfunk zu vergeben. Das bedeutet, sp\u00e4testens jetzt sind die L\u00e4nder gefragt zu sagen, ob sie dieses Spektrum, was f\u00fcr den Rundfunk bestimmt ist, f\u00fcr den Mobilfunk freigeben. Und dann schlagen in der Brust der L\u00e4nder zwei Herzen. Das eine Herz will die Sicherung des Rundfunkspektrums f\u00fcr die freie Verbreitung von Rundfunkprogrammen und das zweite Herz schl\u00e4gt f\u00fcr ein schnelles Internet auf dem flachen Land. Diese beiden Widerspr\u00fcche m\u00fcssen die L\u00e4nder zu einem Ausgleich bringen und die Konferenz der Ministerpr\u00e4sidentinnen und Ministerpr\u00e4sidenten hat am Freitag vor einer Woche beschlossen (14.06.2013), dass sie das 700 Megahertz-Spektrum beim Rundfunk belassen will und hat die Wirtschaftsminister der L\u00e4nder aufgefordert, ein Konzept vorzulegen, f\u00fcr ein schnelles Internet auf dem Lande, ohne Ber\u00fccksichtigung der Rundfunkfrequenzen. Das Thema hat also einerseits an Fahrt begonnen und jetzt beginnen die allgemeinen Schlachten zur Verteidigung des Rundfunkspektrums beziehungsweise zur Einf\u00fchrung des schnellen Internets auf dem Lande. <\/span><\/p>\n<p>7:26<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">J\u00f6rg Wagner:<\/span> Bei allem, Herr Bauer, ist doch die Frage: wer ist die treibende Kraft hier im Spiel?<\/p>\n<p>7:31<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Helmut G. Bauer:<\/span> <span style=\"color: #c0c0c0;\"> Nun, wir haben eine Situation, dass immer mehr Smartphones in den Markt kommen und dass die Leute mobil Daten nutzen wollen. Jetzt taucht die Frage auf, wie viel Daten nutzen denn die Menschen und wie viel sind sie denn \u00fcberhaupt bereit zu zahlen, wenn sie diese Daten mobil nutzen wollen, ob sie \u00fcber ihr Handy Radio h\u00f6ren wollen, Fernsehgucken oder sonst was? Die treibende Kraft hinter diesen ganzen Aktivit\u00e4ten sind die Netzausr\u00fcster, wie Alcatel-Lucent, wie Nokia, Siemens, insbesondere Cisco, aber auch Qualcomm. Die ver\u00f6ffentlichen regelm\u00e4\u00dfig Studien und prophezeien dort ein Wachstum des Datenbedarfs, der enorm ist. Damit setzen sie die Mobilfunkbetreiber unter Druck, die der Politik eine Antwort geben m\u00fcssen, wie sie denn diesen steigenden Datenbedarf erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Und dann fangen sie an und sagen: okay, wir brauchen daf\u00fcr Frequenzen, um das verbreiten zu k\u00f6nnen und gehen da auf die Politik zu. Und die Politik sieht dann diese Studien, die kein Mensch dahin untersucht, wer \u00fcberhaupt sie gemacht hat im Detail. Also, die Professoren oder die Sachverst\u00e4ndigen, die sie gemacht haben, welche Daten zugrunde liegen und so weiter, sondern sie werden als Gesetz angenommen und wenn vier Studien in die gleiche Richtung zeigen, gewinnt man sofort den Eindruck, aha &#8211; die Richtung stimmt und das Datenvolumen ist gigantisch. Wenn Sie anfangen und wollen mehr Daten haben, wo dieses Wissen herkommt, bei\u00dfen Sie bei diesen gro\u00dfen Unternehmen auf Granit. Und damit wird eine Lawine in Bewegung gesetzt, die den Eindruck erzeugt, morgen geht die Welt unter, weil nicht gen\u00fcgend Datenkapazit\u00e4t zur Verf\u00fcgung steht f\u00fcr das mobile Internet. Es gibt einen Rettungsanker in diesem Thema, die Mobilfunkbetreiber sagen selbst, dass sie aktuell erst einmal ihr LTE-Netz ausbauen wollen. Dort haben sie ja noch Nachholbedarf und da sie im sp\u00e4teren Verlauf dann auch weitere Frequenzen im Rahmen von Auktionen erwerben wollen. Aber, und das ist das Entscheidende, sie wollen jetzt bereits sichergestellt haben, dass ihnen zum Beispiel das 700 Megahertz auf jeden Fall dann zur Verf\u00fcgung steht, wenn sie es wirtschaftlich brauchen. Und damit werden ganz andere Entwicklungen in Hinblick auf den Rundfunk, entweder vorweg genommen oder die Entwicklung des Rundfunks einfach gestoppt.<\/span><\/p>\n<p>9:54<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">J\u00f6rg Wagner:<\/span> Das waren jetzt sozusagen die Planspiele im 700 Megahertz-Bereich. Aber der normale H\u00f6rrundfunk, der sendet ja, das wissen die H\u00f6rer von radioeins in Berlin und Brandenburg, zum Beispiel auf der 95,8 oder 95, 1 Megahertz. Das ist ja unterhalb 100.<\/p>\n<p>10:10<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">Helmut G. Bauer:<\/span> <span style=\"color: #c0c0c0;\"> Also, es gibt Planspiele in Deutschland aktuell nicht. Wir hatten die Diskussion zur Abschaltung von UKW im vergangenen Jahr, als das Telekommunikationsgesetz novelliert wurde. Dort gab es urspr\u00fcnglich einen Abschalttermin der UKW-Frequenzen im Jahr 2015. Dieser Zeitpunkt ist ersatzlos gestrichen worden. Das bedeutet aber nicht, dass damit das Thema am Ende ist, sondern es ist die Frage: Welche Frequenzen nutzen wir zuk\u00fcnftig f\u00fcr die H\u00f6rfunk\u00fcbertragung? Dort gibt es die Position f\u00fcr Digitalradio, also \u00fcber DAB, was ja auch in Berlin schon verbreitet wird. Andere L\u00e4nder sind bei der Einf\u00fchrung von Digitalradio deutlich weiter. Norwegen wird UKW schon bald abschalten. Die Schweden haben gerade in dieser Woche verk\u00fcndet DAB einzuf\u00fchren, also Digitalradio, und bereits angek\u00fcndigt 2022 dann UKW abzuschalten. Die Situation in Deutschland ist ja deswegen auch interessant: was passiert denn mit einem Spektrum, das eventuell frei wird? Oder umgekehrt: Gibt es einen Bedarf von einer Gruppe, die sich f\u00fcr das UKW-Spektrum interessiert? Und da ist es in der Tat so, und das gibt dann die Verbindung zu dem Fernsehspektrum oben im 700er-Bereich und darunter. Man wird nicht alle Frequenzbedarfe dort unterbringen, weil nicht nur die Mobilfunker wollen Kapazit\u00e4ten haben, sondern auch die ganzen Sicherheitsdienste. Denken Sie mal an die \u00dcberschwemmungen in Ostdeutschland. In Zukunft werden Sanit\u00e4ter oder auch die Einsatzkr\u00e4fte mit Helmkameras ausgestattet sein, die dann mit diesen Kameras Bilder von der Einsatzstelle direkt in die Zentrale \u00fcbertragen, um dort die Eins\u00e4tze zu koordinieren. Daf\u00fcr braucht man genau dieses Spektrum. Und jetzt gibt es eine besondere Anwendung, die hervorragend in den UKW-Bereich hineinpassen w\u00fcrde und oben Entlastung schaffen w\u00fcrde. Das ist der sogenannte &#8218;B\u00fcndelfunk&#8216;. B\u00fcndelfunk wird beispielsweise eingesetzt, wenn die Berliner Verkehrsbetriebe mit ihren Bahnen kommunizieren oder wenn in gro\u00dfen Werken der Werkschutz unterwegs ist, die Werksfeuerwehr. Also alles recht relevante Bereiche unseres t\u00e4glichen Lebens. Und die k\u00f6nnten hervorragend aufgrund der Ausbreitungsbedingungen im UKW dieses Spektrum nutzen. Und da Spektrum eine sehr kostbare Ressource ist, wird eben versucht, jede M\u00f6glichkeit zu nutzen, um m\u00f6glichst viele zu bedienen.<\/span><\/p>\n<p>12:49<br \/>\n<span style=\"color: #ffa500;\">J\u00f6rg Wagner:<\/span> Also, das bleibt ein ganz spannendes Feld. Sie haben es mitbekommen, so  ein Hauen und Stechen um die Frequenzen. Wer am Ende gewinnt, l\u00e4sst sich jetzt noch nicht sagen. Das war Helmut G. Bauer, Rechtsanwalt und Vertreter des Verbands der Nutzer und Hersteller drahtloser \u00dcbertragungssysteme. Und die Mikrofone m\u00fcssten nach diesem Planspiel erneut umziehen. Wir hatten hier im Medienmagazin vor 3,4,5 Jahren dar\u00fcber berichtet und schon wieder w\u00e4ren mehrere Millionen Werte einfach so weg.<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\">(w\u00f6rtliches Transkript; Dank an Wiebke Schindler )<\/span><\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<div style=\"height: 70px;\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #888888;\">(\u00a9 Foto: J\u00f6rg Wagner)<\/span><\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<p><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\">\/\/ <![CDATA[\n     {lang: 'de'}\n\/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die treibende Kraft hinter diesen ganzen Aktivit\u00e4ten sind die Netzausr\u00fcster.&#8220; No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Download (verlinkte Audio-Quelle: rbb, radioeins) Was: Telefon-Interview zur Digitalen Dividene 2 Wer: Helmut G. 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