{"id":2887,"date":"2010-10-13T19:13:55","date_gmt":"2010-10-13T17:13:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=2887"},"modified":"2020-01-24T01:56:40","modified_gmt":"2020-01-23T23:56:40","slug":"medientage-munchen-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=2887","title":{"rendered":"Medientage M\u00fcnchen 2010: Keynote D\u00f6pfner"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_35602\" aria-describedby=\"caption-attachment-35602\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20101013_doepfner_mathias_1100-x-546.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20101013_doepfner_mathias_1100-x-546.jpg\" alt=\"Dr. Mathias D\u00f6pfner w\u00e4hrend der Keynote | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner\" width=\"1100\" height=\"546\" class=\"size-full wp-image-35602\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20101013_doepfner_mathias_1100-x-546.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20101013_doepfner_mathias_1100-x-546-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20101013_doepfner_mathias_1100-x-546-768x381.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20101013_doepfner_mathias_1100-x-546-1024x508.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-35602\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Mathias D\u00f6pfner w\u00e4hrend der Keynote | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<blockquote><p><em>&#8222;Nur wer sich dem Fortschritt nicht verweigert, wird \u00fcberleben.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<div style=\"height:30px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20101013_doepfner_mathias_80.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20101013_doepfner_mathias_80.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20101013_doepfner_mathias_80.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20101013_doepfner_mathias_80.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><u>Wer<\/u>: Dr. Mathias D\u00f6pfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG<br \/>\n<u>Was<\/u>: Keynote<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Medientage M\u00fcnchen, ICM<br \/>\n<u>Wann<\/u>: 13.10.2010<\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<p><u>Anmerkung<\/u>:<br \/>\nOffenbar meint Mathias D\u00f6pfner einen anderen Film als Winnetou III. Am Ende dieses Films gibt es zwar einen sonnengetr\u00e4nkten Himmel, aber Winnetou ist tot. Siehe <a href=\"http:\/\/www.km-filmbilder.info\/w3\/w3.html\">hier.<\/a> und hier:<\/p>\n<div class=\"BorlabsCookie\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <div class=\"_brlbs-caption\"> <p>Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerkl\u00e4rung von YouTube.<br><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Mehr erfahren<\/a><\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Video laden<\/a><\/p> <p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>YouTube immer entsperren<\/small><\/label><\/p> <\/div> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PHA+PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiB3aWR0aD0iNjAwIiBoZWlnaHQ9IjM3MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC9lV0UtT0tkX1dtaz9yZWw9MCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT48L3A+<\/script><\/div><\/div>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-2071' class='stb-container-css stb-grey-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/gears.png'><\/aside><div id='stb-box-2071' class='stb-grey_box stb-box' ><br \/>\nW\u00f6rtliches Protokoll der zweiten H\u00e4lfte:<\/p>\n<blockquote><p>14:35<br \/>\nWir haben wirklich jeden Grund zum Zukunftsoptimismus, wenn ein paar wenige Voraussetzungen geschaffen werden oder Gefahren aus dem Weg ger\u00e4umt werden. Und ich will ganz kurz skizzieren, welche beiden Hauptgefahren ich meine. Die eine Gefahr ist die Gratis-Kultur. Und da muss man ganz klar sagen, an diesem Problem sind wir, die Inhalteanbieter, ma\u00dfgeblich mit Schuld. Denn wir haben das 15 Jahre lang betrieben. Wir haben 15 Jahre lang gedacht, naja ist so ein bisschen Online, ein bisschen Marketing noch zus\u00e4tzlich. Das bieten wir alles mal kostenlos und zus\u00e4tzlich an. Nun stellen die Inhalteanbieter weltweit fest, dass es nicht eine nette Marketingma\u00dfnahme, sondern das ist der Vertriebskanal der Zukunft. Dort findet das Wachstum statt. <\/p>\n<p>Und die Leute haben sich aber 15 Jahre lang daran gew\u00f6hnt, dass alles kostenlos ist. Das zu \u00e4ndern, wird schwer sein. Aber nicht unm\u00f6glich. In vielen kleinen Schritten und vor allen Dingen setze ich dabei auf die mobilen Ger\u00e4te. Denn auf den mobilen Ger\u00e4ten ist es ja so, das die Menschen heute schon daran gew\u00f6hnt sind, das alles, was sie tun, etwas kostet. Ein Telefonat kostet etwas, eine SMS kostet etwas, eine MMS kostet etwas. Und eine App kostet etwas. Hier ist also eine Bezahlgewohnheit etabliert, die wir nur beibehalten m\u00fcssen und die wir vor allen Dingen mit attraktiven Angeboten, mit Inhalten, die die Menschen wirklich haben wollen, am Leben erhalten m\u00fcssen. Also, auch hier sind wieder die mobilen Ger\u00e4te unsere gro\u00dfe Chance.<\/p>\n<p>16:02<br \/>\nAber nat\u00fcrlich braucht es neben den attraktiven Angeboten, die wir machen m\u00fcssen &#8211; und da muss uns kein Politiker und niemand bei helfen &#8211; das m\u00fcssen wir, die Inhalteanbieter, selber tun, wir brauchen neben diesen attraktiven Angeboten und einfachen und klaren Bezahlmechanismen nat\u00fcrlich auch eine rechtliche Grundlage. Und hier glaube ich schon, dass ein Leistungsschutzrecht zwar nur ein Baustein ist, aber nat\u00fcrlich ein wesentlicher Baustein. In der analogen Welt haben wir das nicht gebraucht. Zeitungen oder Zeitschriften, die wurden vielleicht einmal kopiert. Wenn ein Unternehmen ein Pressespiegel hatte, dann haben sie f\u00fcr das Abo bezahlt und haben auch f\u00fcr die Vervielf\u00e4ltigung bezahlt. Das war ein geregelter &#8211; und was die Vervielf\u00e4ltigung betrifft &#8211; harmloser Markt. <\/p>\n<p>In der digitalen Welt ist die Sache komplett anders. Deswegen stellt sich in der digitalen Welt nun auch f\u00fcr die Verlage das Thema Leistungsschutzrecht und sie haben einen Anspruch darauf, genau wie das andere Branchen, die Musikbranche oder die Filmbranche schon l\u00e4ngst haben. Es ist dort eine absolute Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Und dieses Leistungsschutzrecht bedeutet nicht irgendeine Art von Zwangsabgabe, sondern es bedeutet schlichtweg nur, dass derjenige, der digital Inhalte haben m\u00f6chte, f\u00fcr diese Rechte, sozusagen in einer Art Lizenzvereinbarung auch zu bezahlen hat. Das ist nichts anderes, als das, was die GEMA tut. <\/p>\n<p>17:23<br \/>\nIch muss sagen, dass es mich mit gro\u00dfer \u00dcberraschung erf\u00fcllt, dass ausgerechnet der BDI, den ich immer f\u00fcr einen Hort ordnungspolitisch klarer Vorstellungen und marktwirtschaftlicher Grund\u00fcberzeugung gehalten habe, dass ausgerechnet der BDI sich \u00f6ffentlich so leidenschaftlich gegen das Thema Leistungsschutzrecht positioniert hat. Ich wundere mich, denn, ich meine, es w\u00e4re ja so, als wenn jetzt alle Medienverb\u00e4nde zusammen morgen eine Pressemitteilung herausgeben w\u00fcrden nach dem Motto: Freie Fahrt f\u00fcr freie B\u00fcrger, ab morgen kostenlos tanken. Also, wir wollen alle Benzin kostenlos haben. Klar ist es sch\u00f6ner, es kostenlos zu bekommen, aber mit dem Grundprinzip von Eigentum vertr\u00e4gt es sich eigentlich nicht. <\/p>\n<p>Und deswegen k\u00f6nnen wir eigentlich nur verwundert auf diese Position schauen und denken, dass es sich um ein Missverst\u00e4ndnis handeln muss. Es geht ja nicht, wie behauptet um eine GEZ, die hier eingef\u00fchrt werden soll, sondern, wenn wir das vergleichen wollen, dann geht es allenfalls um eine GEMA. Es geht also um einen v\u00f6llig freiwilligen Akt. Nur derjenige, der Inhalte haben m\u00f6chte, der Inhalte nutzt, der soll bittesch\u00f6n auch daf\u00fcr bezahlen. Mehr ist nicht gefordert. Und insofern m\u00f6chte ich einfach unterstellen und hoffen, dass es sich hier um ein Missverst\u00e4ndnis handelt, dass wir vielleicht noch nicht gut genug erkl\u00e4rt haben, um was es geht und dass wir da schnell auch mit dem BDI eine gewisse Einigung erzielen k\u00f6nnen \u00fcber dieses Thema.<\/p>\n<p>18:48<br \/>\nUnd das zweite gro\u00dfe Sorgenthema in diesem Kontext, was besprochen werden und gel\u00f6st werden muss, ist die Wettbewerbsverzerrung bei der Digitalisierung durch das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen. Herr Sch\u00e4chter, Sie haben neulich in einem Interview gesagt, dass sie dieses Gerede von der Wettbewerbsverzerrung nervt. Ich f\u00fcrchte Herr Sch\u00e4chter, ich muss Sie heute noch einmal nerven, weil es doch angesichts der Bedeutung, die das Ganze hat, wichtig ist, dass wir hier eine L\u00f6sung finden. Und ich m\u00f6chte  ganz klar sagen, dass ich eine wirklich konstruktive L\u00f6sung, eine echte L\u00f6sung suche und nicht eine Polemik, einen andauernden Streit, in dem beide Seiten \u00fcberziehen.<\/p>\n<p>19.31<br \/>\nWir sollten uns zu allererst dar\u00fcber verst\u00e4ndigen, ob wir am \u00f6ffentlich-rechtlichen System, am dualen System in Deutschland festhalten wollen. Und das kann ich nur dringend empfehlen. Ich glaube, es gibt keine Fernsehlandschaft der Welt, die eine so hohe inhaltliche Vielfalt und Qualit\u00e4t bietet, wie die deutsche. Ich glaube, dass wir darauf noch viel stolzer sein k\u00f6nnten im internationalen Vergleich, als wir das sind. Und ich glaube, dass dazu nat\u00fcrlich der lebendigen Wettbewerb mit den privaten Anbietern beitr\u00e4gt, aber ganz wesentlich doch auch das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen mit einem \u00fcber Jahrzehnte gepflegten, hier und da etwas auf Abwege geratenen, aber in Summe doch \u00fcberzeugenden Qualit\u00e4tsverst\u00e4ndnis hierzu beitr\u00e4gt. Ich glaube also, dass das duale System in Deutschland eine Berechtigung hat, dass es erhalten werden sollte und dass wir uns alle dazu bekennen sollten. Das ist eine erste, ganz wichtige Voraussetzung.<\/p>\n<p>20:30<br \/>\nZweitens m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich als Vertreter der aus dem Printgesch\u00e4ft kommenden Verlage einr\u00e4umen, dass es denklogisch ein bisschen schwierig ist, wenn wir einerseits sagen: die Digitalisierung ist unsere Zukunft. Das mobile Internet das ist es, worauf es ankommt. Und nur wer sich erfolgreich transformiert, wird \u00fcberleben. Und gleichzeitig sagen wir: aber die \u00f6ffentlich-rechtlichen d\u00fcrfen das nicht. Eine sehr schwer haltbare Position. Wir m\u00fcssen also den \u00f6ffentlich-rechtlichen genauso die Chance zur Digitalisierung einr\u00e4umen, wie wir sie selber nutzen wollen. Und der Versuch, das dann durch Dreistufentests und durch inhaltliche Einschr\u00e4nkungen zu l\u00f6sen, ich habe von Anfang an wenig Sympathie daf\u00fcr gehabt und ich finde, wir sehen ja im Moment auch, dass es nicht sehr \u00fcberzeugend funktioniert. Der Ansatz inhaltlicher Einschr\u00e4nkungen widerspricht meinem Freiheitsverst\u00e4ndnis und ich glaube, er wird auch in der Realit\u00e4t nicht funktionieren.<\/p>\n<p>21:27<br \/>\nAuf der anderen Seite haben wir eine Situation &#8211; und auch das muss klar gesehen werden &#8211; dass die \u00f6ffentlich-rechtlichen mit einem Budget von 8,5 Milliarden ein nat\u00fcrlich, \u00fcbrigens l\u00e4ngst ein Pay-TV-Modell in Deutschland etabliert haben. Das ist \u00fcbrigens interessant, warum Pay-TV bei uns in Deutschland so schwierig ist, also da sind ja mittlerweile zwei bis drei Milliarden, sagen wir es mal h\u00f6flich, investiert worden. Und warum das nicht funktioniert hat, hat nat\u00fcrlich auch damit zu tun, dass das \u00f6ffentlich-rechtliche die beste Pay-TV-Plattform \u00fcberhaupt ist mit 18 \u20ac Geb\u00fchren pro Monat, mit 100 % Markt-Abdeckung, mit 24.000 Mitarbeitern und 8,5 Milliarden Budget, mit Fu\u00dfballrechten, die eben immer die Hauptanziehungskraft f\u00fcr das Pay-TV international ausmachen. Das alles ist nat\u00fcrlich schon ein massiver Ansatz. Und auch das Programmvolumen. Ich hab mir das mal aufgeschrieben, also ARD und ZDF bieten rund eine halbe Million Programmminuten auf den Sendern. Bei den Dritten Programmen der ARD sind es 4 Millionen Sendeminuten, bei den analogen Spartenkan\u00e4len inklusive ARTE 1,9 Millionen und bei den Digitalkan\u00e4len kommen noch einmal 3 Millionen hinzu. Das hei\u00dft, an jedem Vierundzwanzigstundentag des Jahres produzieren ARD und ZDF mit ihren mehr als 20 Kan\u00e4len 456 Programmstunden. Wer das alles sehen wollte, der m\u00fcsste 19 Leben parallel leben. Also, wenn man alles guckt, was es zu gucken gibt, m\u00fcsste man in 19 Leben leben.<\/p>\n<p>(Beifall)<\/p>\n<p>22:59<br \/>\nIch will das gar nicht kritisieren. Ich finde das gro\u00dfartig. Nur, wenn sie dieses Volumen, diese inhaltliche Potenz und dieses Budget nehmen und dann sagen, wir wollen in der digitalen Welt: erstens alles d\u00fcrfen, was die Privaten auch d\u00fcrfen und zweitens wollen wir das Ganze auch noch kostenlos anbieten, dann, meine Damen und Herren, ruinieren sie die Basis f\u00fcr ein k\u00fcnftiges Gesch\u00e4ftsmodell der privaten Inhalteanbieter in der digitalen Welt. Das ist es, was damit geschieht.<\/p>\n<p>(Beifall)<\/p>\n<p>23:37<br \/>\nIch muss das ganz klar sagen, f\u00fcr mich w\u00e4re die Pressemitteilung ARD und ZDF geben bekannt, dass Sie morgen eine Gratiszeitung herausgeben, diese Pressemitteilung w\u00e4re f\u00fcr mich weniger bedrohlich, als die Pressemitteilung, dass ARD und ZDF Gratis-Apps herausgeben. Das ist zwar im Volumen \u00fcberhaupt noch nicht vergleichbar. Das eine ist klein, winzig heute und sieht ganz harmlos aus und das andere ist ein riesiges Gesch\u00e4ft. Nur das riesige Gesch\u00e4ft ist r\u00fcckl\u00e4ufig, dieses kleine, unwichtiger Gesch\u00e4ft w\u00e4chst geradezu exponentiell. Die Zeitung und Zeitschrift der Zukunft sind Smartphones und Tabletts. Die Zeitschrift und Zeitung der Zukunft, die bewegten Bilder der Zukunft werden sich \u00fcber das Internet vermitteln und werden auf diesen neuen Ger\u00e4ten eine wachsende Rolle spielen. <\/p>\n<p>Wenn das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernsehen die M\u00f6glichkeit hat mit den Geb\u00fchren auf der einen Seite zus\u00e4tzlich auch noch mit Zugang zu Werbung, Sponsoring und E-Commerce auf diesen Kan\u00e4len kostenlose Angebote zu machen, dann haben wir schlichtweg kein Gesch\u00e4ftsmodell. Und wenn wir das nicht wollen, wenn wir das nicht hinnehmen wollen, weil die Gesellschaft sagt und die Politik sagt auch private Medien und private Medienvielfalt ist in Deutschland sch\u00fctzenswert, sowie auch das \u00f6ffentlich-rechtliche sch\u00fctzenswert ist. 380 unabh\u00e4ngige Verlage, die 43 Millionen Menschen erreichen, die einen hohen Beitrag zur Vielfalt und Qualit\u00e4t der Information in Deutschland leisten, sind auch sch\u00fctzenswert. Wenn wir das wollen, dann brauchen wir ein System und eine Architektur, die dauerhaft Bestand hat und die einen vern\u00fcnftigen Kompromiss, bei dem beide Seiten Zugest\u00e4ndnisse machen, findet.<\/p>\n<p>25:19<br \/>\nIch m\u00f6chte nur ein paar Akzente setzen, die vielleicht die Diskussion dar\u00fcber beeinflussen k\u00f6nnen. Und zwar zum einen m\u00fcsste es sichergestellt sein, dass die \u00f6ffentlich-rechtlichen grunds\u00e4tzlich und zwar auf allen Vertriebskan\u00e4len auf Werbung, auf E-Commerce und auf Sponsoring verzichten. Sie d\u00fcrfen sich nur durch Geb\u00fchren finanzieren. Die Privaten finanzieren sich nur durch diese drei Einnahmekategorien. Zweitens m\u00fcsste sichergestellt werden, dass alle neuen Angebote, also insbesondere auf den Smartphones und auf den Tabletts, alle neuen Angebote der \u00f6ffentlich-rechtlichen ebenfalls Geb\u00fchren erheben, aber nat\u00fcrlich nicht, indem sie einfach umverteilen f\u00fcr die zwei, drei Prozent, die heute diese neuen Ger\u00e4te nutzen, zahlen 98 % der Geb\u00fchrenzahler, die diese Ger\u00e4te entweder nicht haben oder nicht nutzen, das w\u00e4re ungerecht, sondern man soll es so machen, wie man es fr\u00fcher gemacht hat, wenn beim ZDF Kochrezepte angeboten wurden und die haben wollte, dann musste man Briefmarken schicken. Man musste also auch da f\u00fcr Zusatzleistungen bezahlen. Und so wie man fr\u00fcher f\u00fcr Kochrezepte bezahlt hat, so soll man jetzt, zumindest in einer Phase der Entwicklung dieses Gesch\u00e4ftes direkt die Geb\u00fchr beim Nutzer erheben. <\/p>\n<p>Das hei\u00dft, diese zus\u00e4tzlichen Angebote, das hei\u00dft die Apps ganz konkret, m\u00fcssen kostenpflichtig sein, m\u00fcssen die Geb\u00fchr beim Nutzer erheben. Das allein w\u00fcrde sehr wesentlich helfen eine Bezahlkultur, die bereits da ist, zu erhalten als Grundlage f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsmodell aller Inhalteanbieter, aller privaten Inhalteanbieter in der digitalen Welt. Und nat\u00fcrlich w\u00fcrde das dann, wenn man diese beiden wesentlichen und einfach zu erreichenden Voraussetzungen b\u00f6te, w\u00fcrde das nat\u00fcrlich dazu f\u00fchren, dass die \u00f6ffentlich-rechtlichen inhaltlich frei sein m\u00fcssen, zu tun und zu lassen in der digitalen Welt, was sie tun wollen und zweitens es m\u00fcsste sichergestellt werden, dass f\u00fcr die \u00f6ffentlich-rechtlichen eine sichere Finanzierungsbasis da ist, das hei\u00dft, dass wir in gestaffelten Geb\u00fchrenfortschritten die Finanzierung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Sektors sicherstellen. <\/p>\n<p>27:17<br \/>\nIch glaube, dass auf dieser Basis, eine Diskussion lohnt und eine L\u00f6sung vielleicht erreichbar ist. Wenn wir das schaffen, dann k\u00f6nnen wir uns gemeinsam auf das konzentrieren, worauf es wirklich ankommt. Und das ist nicht Regulation und Medienpolitik oder Technologie, sondern ich glaube in unserem Gesch\u00e4ft Inhalte. Wir reden viel zu wenig \u00fcber Inhalte. Wir reden zu wenig dar\u00fcber, wie wir Menschen wirklich faszinieren k\u00f6nnen mit dem, was wir tun mit unabh\u00e4ngigem, investigativem Journalismus, mit unterhaltsamen fiktionalen Angeboten. Das ist doch am Ende der Kern unseres Gesch\u00e4fts und hierauf sollten wir uns konzentrieren. Und wir sollten auch den Glauben nicht daran verlieren, dass die Menschen trotz user generated content, der nat\u00fcrlich eine wunderbare Bereicherung der inhaltlichen Angebote in der digitalen Welt ist, dass Profijournalismus, Profiangebote von Inhalten, von Leuten, die wissen, wie man erz\u00e4hlt, wie man recherchiert, wie man mit Sprache umgeht, die wissen, wie man diese Information auch visuell inszeniert, dass das eine Zukunft hat. <\/p>\n<p>Die Menschen sehnen sich nach kollektiven Informationserlebnissen, Sie wollen eine gemeinsame Gespr\u00e4chsgrundlage. Sie wollen etwas, wor\u00fcber sie sich gemeinsam unterhalten k\u00f6nnen. Wenn jeder einen anderen Blog gelesen hat, haben Sie kein gemeinsames Gespr\u00e4chsthema mehr hier auf dem Mediengipfel. Insofern kollektive Gespr\u00e4chsangebote auf gro\u00dfen, glaubw\u00fcrdigen Markenplattformen, die wir etablierten. Das ist es und dabei sollten wir auch das Prinzip F\u00fchrung nicht aufgeben. Nat\u00fcrlich wollen Menschen Orientierung. Sie wollen Angebote. Sie wollen f\u00fcr etwas interessiert werden, von dem sie vorher noch gar nicht wussten, dass es sie interessiert. Das ist ja der gro\u00dfe Unterschied. In der Suchmaschine finde ich schneller das, von dem ich vorher wusste, dass es mich interessiert.  In einer Zeitung oder in einem Fernsehsender werde ich von Dingen begeistert, von denen ich vorher noch gar nicht wusste, dass sie mich interessieren k\u00f6nnten. Das ist die besondere Rolle von Profi-Information. Und nat\u00fcrlich wollen die Menschen das. Lassen Sie sich nicht erz\u00e4hlen, dass jeder immer sein eigener Programmdirektor sein will. Das geht irgendwann so aus wie in den antiautorit\u00e4ren Kinderg\u00e4rten der 60er Jahre, wo irgendwann die Kinder gesagt haben, m\u00fcssen wir heute schon wieder spielen, was wir wollen.<\/p>\n<p>(Lachen)<\/p>\n<p>Das wollen die Menschen nicht auf die Dauer.<\/p>\n<p>(Beifall)<\/p>\n<p>29:31<br \/>\nMeine Damen und Herren, ich bin optimistisch. ich glaube, wir haben eine gro\u00dfartige Ausgangssituation. Wir k\u00f6nnen mit dem, wof\u00fcr wir leidenschaftlich brennen, n\u00e4mlich  mit guten Inhalten, mit Informations- und Unterhaltungsangeboten in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten noch viel bessere Gesch\u00e4fte machen und sinnvollere Dinge tun, als in der Vergangenheit. Deswegen sollten wir uns an dem orientieren: der unser aller Vorbild sein muss in diesen Fragen: an Winnetou. <strong>Ich wei\u00df nicht, wer von Ihnen Winnetou III gesehen hat. Dort gibt es die f\u00fcr mich absolut legend\u00e4re und unvergleichliche Schlussszene, wenn Winnetou und Old Shatterhand auf einem Berg stehen, auf dem R\u00fccken ihrer Pferde, in der Ferne der blutrote, sonnengetr\u00e4nkte Himmel und ein Zug f\u00e4hrt vorbei. Das Dampfross. Und Old Shatterhand ist sehr skeptisch ob dieses Fortschritts und sieht das alles sehr kritisch. Und Winnetou sagt zu ihm, nur wer sich dem Fortschritt nicht verweigert, wird \u00fcberleben.<\/strong> In diesem Sinne danke ich f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>(Beifall)<\/p><\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Nur wer sich dem Fortschritt nicht verweigert, wird \u00fcberleben.&#8220; No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Wer: Dr. Mathias D\u00f6pfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG Was: Keynote Wo: Medientage M\u00fcnchen, ICM Wann: 13.10.2010 Anmerkung: Offenbar meint Mathias D\u00f6pfner einen anderen Film als Winnetou III. Am Ende dieses Films gibt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[53],"tags":[20,92],"class_list":["post-2887","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dokument","tag-ipad","tag-mathias-dopfner"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2887","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2887"}],"version-history":[{"count":35,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2887\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45225,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2887\/revisions\/45225"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2887"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2887"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2887"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}