{"id":29618,"date":"2016-01-26T13:30:38","date_gmt":"2016-01-26T12:30:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=29618"},"modified":"2020-05-21T13:01:24","modified_gmt":"2020-05-21T11:01:24","slug":"ohne-blog-aber-goldenen-blogger-2015-lorenz-maroldt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=29618","title":{"rendered":"Ohne Blog, aber &#8222;Goldener Blogger 2015&#8220;: Lorenz Maroldt"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_45894\" aria-describedby=\"caption-attachment-45894\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20200307_20160125_maroldt_lorenz_mS_1100x546.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"546\" class=\"size-full wp-image-45894\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20200307_20160125_maroldt_lorenz_mS_1100x546.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20200307_20160125_maroldt_lorenz_mS_1100x546-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20200307_20160125_maroldt_lorenz_mS_1100x546-768x381.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45894\" class=\"wp-caption-text\">Lorenz Maroldt | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nDer Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt wurde am 25.01.2016 zum &#8222;Goldenen Blogger 2015&#8220; in der Kategorie &#8222;Beste Blogger ohne Blog, aber mit Newsletter&#8220; gek\u00fcrt. Maroldt gibt seit November 2014 morgendlich als Newsletter den <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1SHY9g9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;Checkpoint&#8220;<\/a> heraus, in dem sehr ausf\u00fchrlich das Wichtigste \u00fcber Berlin zusammengetragen und pointiert kommentiert wird.<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20160125_maroldt_lorenz_128.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"https:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20160125_maroldt_lorenz_128.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"https:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20160125_maroldt_lorenz_128.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20160125_maroldt_lorenz_128.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Wer<\/u>: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LorenzMaroldt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lorenz Maroldt<\/a>, Chefredakteur &#8222;Der Tagesspiegel&#8220;, <a href=\"http:\/\/bit.ly\/1SHY9g9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Checkpoint<\/a>-Newsletter-Autor<br \/>\n<u>Was<\/u>: Interview am Rande der Preisverleihung<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 25.01.2016, 21:23 Uhr<br \/>\n<u>Wo<\/u>: BASECAMP, Mittelstra\u00dfe 51-53, 10117 Berlin<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Vgl<\/u>.: <a href=\"http:\/\/www.danielfiene.com\/blogger2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Blogger des Jahres 2015<\/a>, Daniel Fienes Weblog<\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-5378' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-5378' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<p>(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<p><figure id=\"attachment_45900\" aria-describedby=\"caption-attachment-45900\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20160125_maroldt_lorenz_wagner_joerg_500\u00d7294.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"294\" class=\"size-full wp-image-45900\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20160125_maroldt_lorenz_wagner_joerg_500\u00d7294.jpg 500w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20160125_maroldt_lorenz_wagner_joerg_500\u00d7294-300x176.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45900\" class=\"wp-caption-text\">Lorenz Maroldt &#8211; J\u00f6rg Wagner | Foto: \u00a9 J\u00fcrgen M. Edelmann<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<blockquote>\n<p>[0:00:00]<br \/>\n<u>Lorenz Maroldt<\/u>: Lorenz Maroldt, Tagesspiegel-Chefredakteur und Herausgeber und Schreiber des \u201cCheckpoint\u201d.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>\u2026 und Goldener Blogger 2015. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch! F\u00fcr eine Kategorie, die ja mit Bloggen eigentlich nichts zu tun hat, aber trotzdem, wenn man es mal klassisch nimmt, was ein Blog ist, n\u00e4mlich ein Web-Tagebuch, dann ja schon wieder und damit passt es auch ganz gut. Sie geben einen E-Mail Newsletter heraus, der sich \u201cCheckpoint\u201d nennt. Seit wann?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Seit gut einem Jahr, also November 2014 genau: Und in der Tat, das ist so eine Art Tagebuch. Es ist ein Berlin-Tagebuch, in das ich eigentlich alles schreibe, was f\u00fcr Berlin aus meiner Sicht interessant und relevant ist. Da sind stadtlebige Sachen drin. Da sind viele Nachrichten drin. Da sind aber auch viele kleine Begebenheiten drin, die diese Stadt auszeichnen, die sie charmant machen und manchmal eben auch \u00e4rgerlich machen.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Genau, aber zu einem Zeitpunkt verfasst, wo andere Menschen gerne schlafen. Sind Sie Fr\u00fchaufsteher oder mit Schlafst\u00f6rungen versehen?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Weder noch. Ich stehe zwar fr\u00fch auf, um meine Tochter in die Schule zu bringen. Aber Schlafst\u00f6rungen habe ich nicht. Ich habe gelernt, dass ich relativ auf Kommando sofort einschlafen kann. Ich schreibe das Ding in der Tat sehr oft bis tief in die Nacht. Und nutze die eine oder andere Stunde am Morgen, um dann nochmal ein bisschen Schlaf nachzuholen.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Wie sind Sie auf diese Idee gekommen? Was war die Initialz\u00fcndung?<\/strong><\/p>\n<p>[00:01:51]<br \/>\n<u>Lorenz Maroldt<\/u>: Also mehrere eigentlich. Eine Beobachtung, die viele machen, dass es im  Bekanntenkreis, Freundeskreis \u2026 es gibt sehr viele Menschen, mit denen man diskutiert \u00fcber alles m\u00f6gliche, was die Stadt betrifft, aber immer mehr sagen, ich habe zwar noch ein Abo, aber ich komme  morgens gar nicht mehr dazu, zu lesen oder andere sagen, ich habe es jetzt mal abgeschafft, weil ich schaffe es einfach nicht mehr. Und die Idee war, einfach diese Leute zu erreichen, die eigentlich sich f\u00fcr die gleichen Dinge interessieren, mit denen wir uns in der Zeitung besch\u00e4ftigen auf eine andere Art und Weise. Und die andere Geschichte ist eigentlich so eine typische Berlin-Geschichte auch. Ich habe versucht, so typische Berlin-Szenen und Situationen aufzugreifen. Also, z. B. man trifft sich und sagt, lass uns essen gehen. O.k., wo gehen wir hin? Sag du, nein du. Der eine traut sich nichts vorzuschlagen. Dem anderen f\u00e4llt erst gar nichts ein. Also, habe ich gesagt, jeden Tag ein Restaurant-Tipp oder auch so ein Klassiker: eine ganz tolle Ausstellung er\u00f6ffnet, die Zeitungen sind voll. Der normale Berliner sagt, ist ja prima, ich wohne hier, f\u00e4hrt mal vorbei, 3 km Touristen und sagt sich, dauert ja drei Monate die Ausstellung, kann ich immer noch hin. Das n\u00e4chste Mal h\u00f6rt er dann davon morgens bei radioeins die Nachricht, gestern endete mit Rekordbesuch die Sensationsausstellung. Und man gibt sich die Kugel. Wieder verfasst. Also ist der \u201cCheckpoint\u201d also auch dazu da, nicht auf eine Ausstellung, die er\u00f6ffnet hinzuweisen, sondern auf eine die ausl\u00e4uft: noch sieben Tage, liebe Berliner, m\u00fcsst ihr hin.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Ein \u201crunning gag\u201d ist ja auch der Flughafen BER. Insofern gibt es auch eine serielle Struktur bei Ihnen. Aber trotzdem muss man ja auf die Idee kommen, ich bin nicht ausgelastet. Sind Sie nicht ausgelastet als Chefredakteur, weil Sie ja eine Doppelspitze haben in dieser Funktion?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Na, ich bin sehr gut ausgelastet. Und trotzdem macht es nicht nur Arbeit, sondern es macht rasend viel Spa\u00df. Es entspricht im Grunde genommen. glaube ich, dem, dem sich alle Chefredakteure, alle Leute, die sich eigentlich mit Medien besch\u00e4ftigen, die diese Situation haben, was k\u00f6nnen wir tun, um jenseits des Gelernten, Menschen zu erreichen, mit dem, was wir gerne machen, n\u00e4mlich Journalismus. Und da spielt es eigentlich keine Rolle, ob der nun in Rinde geritzt wird oder in digitale Ziffern umgerechnet oder eben auch als Newsletter verschickt wird. Und die Idee des Newsletter, der als Werbenewsletter ja eigentlich schwer in Verruf geraten war und tot war, war eben nicht nur Werbung zu machen oder \u00fcberhaupt Werbung zu machen, sondern einfach zu informieren. Und deswegen ist es auch keine reine Tagesspiegel-Werbung, sondern da steht auch drin, was hat die Berliner Zeitung exklusiv, was hat die Morgenpost exklusiv, welche tollen Berlin-Blogs gibt es usw. usf.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Gibt es daf\u00fcr ein Vorbild oder ist das tats\u00e4chlich intuitiv entstanden?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Es gibt in der Tat Blogs, die so \u00e4hnlich arbeiten. Deswegen ist es auch nicht v\u00f6llig verkehrt, auch wenn die Kategorie nat\u00fcrlich eine K\u00f6nigskategorie ist, \u201cBlogger ohne Blog, aber mit Newsletter\u201d. Also, da bin richtig stolz drauf. Aber so in der Form als Newsletter kenne ich das nicht. Es gibt nat\u00fcrlich Newsletter auch von Chefredakteuren, die auf tolle St\u00fccke in der eigenen Zeitung hinweisen, aber ich wollte eigentlich ein eigenes Produkt machen f\u00fcr die Leute, die eben keine Zeitung mehr lesen. Der Erfolg ist ehrlich gesagt schon so \u00fcberraschend f\u00fcr manche Verlagsleute auch, die gesagt haben, wir kannibalisieren uns doch selber. Und ich habe immer argumentiert, lass es uns versuchen, weil, wenn die Leute wegen eines Newsletters die Zeitung abbestellen, verlieren wir die ohnehin. Und das Ergebnis ist genau umgedreht. Wir haben mehrere 100 Menschen, die bei einer Umfrage gesagt haben, \u00fcber den \u201cCheckpoint\u201d sind sie auf die Idee gekommen, ich bestelle mir mal ein Tagesspiegel-Abo. Das ist auch eine Imagegeschichte gewesen. Also, insofern bin ich damit auch sehr zufrieden.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Nicht nur Sie sind zufrieden und die die sie gew\u00e4hlt haben, sondern auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, weil der das ausdr\u00fccklich gelobt hat neulich auf der Jahrespressekonferenz. Und gesagt hat, das macht Schule. Also Ihr Beispiel ist sozusagen auch von anderen aufgegriffen worden. Ich dachte immer die eMail sei tot. Viele sagen, man muss bei Facebook sein. Sehen Sie da m\u00f6glicherweise das nur so als Mode momentan oder ist das tats\u00e4chlich ein neues Genre, was Sie da kreiert haben?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Also, ich glaube, dass das auch wieder vorbei sein kann. Ich glaube, dass Werbe-Newsletter nach wie vor tot sind. Die werden nicht gelesen. Aber es ist eine M\u00f6glichkeit, quasi zu den Leuten zu kommen und sich jeden Morgen in Erinnerung zu rufen. D.h. wir wissen von den \u201cCheckpoint\u201d-Lesern, dass das mit das erste ist, was die morgens machen. Die stehen auf, werden vom Smartphone geweckt, checken die Mails, haben den \u201cCheckpoint\u201d, fliegen dr\u00fcber und haben schon das Gef\u00fchl, sie sind informiert, ein bisschen am\u00fcsiert, das ist ja durchaus nicht nur eine Vermittlung von Nachrichten, sondern eben auch eine unterhaltende Vermittlung von Nachrichten. Es ist durchaus gewollt und auch erreicht, sagen auch viele, dass sie morgens das erste Mal l\u00e4cheln, wenn sie den \u201cCheckpoint\u201d lesen und dann gut gelaunt zum Kaffee weiterwandern. Das ist eine andere Art der Vermittlung von Informationen, die m\u00f6glicherweise auch mal anders funktioniert als \u00fcber Newsletter. Aber das Prinzip, dass man quasi, ich habe das mal genannt, den Leuten die T\u00fcr eintreten, bevor sie \u00fcberhaupt wach sind, also da sein, ja? Das ist, glaube ich, schon wichtig, dass man nicht wartet, bis die Leute zu einem kommen, sondern dass man zu den Leuten selber kommt und sagt hier bin ich, wenn ihr mich haben wollt, bin ich jeden Morgen f\u00fcr euch da. Und wenn nicht, bestellt mich einfach ab. <\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Es kann aber auch damit zusammenh\u00e4ngen, dass man von Chefredakteuren so eine direkte Kundenbeziehung nicht gew\u00f6hnt ist, dass das auch etwas ist, was mit dem Thema Glaubw\u00fcrdigkeit auch zu tun hat, dass Sie dadurch nicht nur authentisch sich her\u00fcber bringen k\u00f6nnen, sondern auch tats\u00e4chlich mit Kraft einer gewissen Autorit\u00e4t dem Zeitungsk\u00e4ufer als Mensch erscheinen, weil normalerweise sieht man ja nur das Produkt und sieht gar nicht die Leute dahinter. Ist das f\u00fcr Sie selbst eine Erkl\u00e4rung wert oder wie erkl\u00e4ren Sie selber den gro\u00dfen Erfolg? Weil Sie haben, ich wei\u00df nicht wieviel, 70.000 oder mehr?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Es sind 100.000 knapp inzwischen. Also knapp 100.000 Abonnenten und das sind ja bei weitem nicht alles Tagesspiegel-Leser, sondern im Gegenteil, es sind sehr viele Menschen auch, die eben klassischerweise kein Zeitungsabo mehr haben, die sich aber auf diese Art und Weise auch f\u00fcr Zeitungsinhalte interessieren, also auf die Webseite gehen oder einzelne Artikel abrufen, also insofern, wei\u00df ich gar nicht, ob der Chefredakteursbonus oder -malus, kann es ja auch sein, da irgendeine eine Rolle spielt, weil f\u00fcr viele \u201cCheckpoint\u201d-Leser bin ich einfach nur der Lorenz Maroldt, der Journalist, der ihnen den Morgen-Newsletter schreibt, unabh\u00e4ngig von meiner anderen Funktion. F\u00fcr die Tagesspiegel-Abonnenten und -Leser ist es nat\u00fcrlich die Kombination von beidem. Und ich glaube schon, das spielt wom\u00f6glich mit eine Rolle, aber die entscheidende Rolle, glaube ich spielt es nicht mal.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Zumal Sie ja auch eine Helferin haben.<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Genau. Wir sind inzwischen zu zweit. Oder sagen wir mal, wir sind eigentlich von Anfang an zu zweit, aber es ist in der Tat so, dass die Stefanie Goller sich um diesen ganzen Bereich k\u00fcmmert: Restaurants, Theater, Ausgehen, Kino, Stadtleben usw. Also diese Redaktion liegt in ihrer Hand. Und das w\u00e4re auch alleine gar nicht mehr zu bewerkstelligen, weil das Aufkommen an Arbeit ist so doll gewachsen seit den ersten Ausgaben, die waren ja auch viel kleiner, da haben wir ein bisschen experimentiert und das geht ohne Unterst\u00fctzung nat\u00fcrlich gar nicht mehr. Weil das ist ja eine kleine Zeitung in sich geworden, eine kleine Zeitung als Newsletter.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Auf der DLD hat der WhatsApp-Gr\u00fcnder Koum gesagt, liebe Privat-Nutzer, Ihr kriegt das jetzt gratis. Aber wir k\u00fcmmern uns um die Unternehmen, weil die uns entdeckt haben. Vielleicht ist das ja sozusagen die moderne Form auf WhatsApp sowas jetzt demn\u00e4chst zu machen. Denken Sie dar\u00fcber nach?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Das ist durchaus m\u00f6glich, ja? Also, das habe ich eben ja auch schon mal gesagt, die Frage, ob das jetzt \u00fcber einen Newsletter unbedingt vermittelt werden muss, steht f\u00fcr mich nicht im Zentrum. Wenn es andere Wege gibt, die mindestens genauso gut funktionieren, kann das sehr gut sein, dass der Newsletter als solcher relativ schnell auch wieder weg ist, aber das finde ich auch nicht schlimm. Weil f\u00fcr mich kommt es ja nicht auf das Medium an, also wie vermittle ich es, sondern was vermittle ich und ich glaube, dass wir da f\u00fcr Berlin schon auch so eine L\u00fccke gef\u00fcllt haben, die es gab und das freut mich und wenn es das nicht mehr in der Form des Newsletter gibt, dann machen wir es halt in einer anderen Form. <\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Aber noch einmal konkret gefragt, gibt es \u00dcberlegungen, auch dieses Medium zu nutzen, also den ganz normalen Messenger, ob es nun vielleicht dann auch in einer erweiterten Form dann bei Facebook ist als Instant Article oder dass man auf anderen Plattformen viel st\u00e4rker die journalistischen Inhalte ausspielt oder sie adaptiert?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Nat\u00fcrlich \u00fcberlegen wir das. Es gibt auch bestimmte Experimente, die wir schon mal gemacht haben, aber wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch daran denken, da wird dran gearbeitet, das kostet eben auch Geld und es muss eben auch Geld reinkommen. Der \u201cCheckpoint\u201d ist f\u00fcr die Leser kostenlos. Der finanziert sich \u00fcber die Werbung. Und den Werbekunden eine klar definierte Leserschaft anbieten zu k\u00f6nnen, ist nat\u00fcrlich schon auch wichtig. Das ist ein Wert an sich. Man kann das halt sehr gut nachvollziehen, wer liest was, wann und das geht \u00fcber diese Form im Moment am besten.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Aber damit man noch einmal die Relation wei\u00df, die Papierausgabe des Tagesspiegels ist \u2026. in welchen St\u00fcckzahlen wird die ausgeliefert?<\/strong> <\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: Naja, wir sind \u00fcber 100.000 mit Abos und Einzelverkauf nach wie vor relativ stabil zur Zeit. Aber diese Leute zahlen als Leser daf\u00fcr. Und das ist eben beim \u201cCheckpoint\u201d nicht der Fall. Deswegen ist es auch schwer, die Abonnentenzahlen zu vergleichen. Ich kann mir gut vorstellen, dass der \u201cCheckpoint\u201d auch funktioniert mit einem Bezahlmodell. Aber im Moment l\u00e4uft er so wie er l\u00e4uft sehr, sehr gut. Und es gibt auch keine Notwendigkeit, dass im Moment zu probieren.<\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Umso freudiger erregt dann, dass Sie diesen Bloggerpreis entgegennehmen durften, wahrscheinlich dann auch wird sich der Verlag jetzt ein bisschen schm\u00fccken zu Recht, aber diese Frage kann ich Ihnen nicht ersparen, mal sehen, wie Sie darauf antworten, wie geht es den Freien bei Ihnen?<\/strong><\/p>\n<p><u>Lorenz Maroldt<\/u>: (lacht) Ja Ja. Da ist eine Menge Unsinn erz\u00e4hlt worden. Auch in Sendungen, die ich ansonsten sehr sch\u00e4tze, wurden also Ger\u00fcchte verbreitet. Tatsache ist, wir besch\u00e4ftigen selbstverst\u00e4ndlich wieder Freie. Das war eine befristete Aktion. Das hat l\u00e4ngst nicht alle Freien getroffen. Und der Umfang &#8211; und das muss man auch mal sagen &#8211; der Umfang, in dem wir diese Aktion machen mussten, vom Verlag gewollt und alternativlos, ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gering zudem, was bei anderen H\u00e4usern zurzeit passiert. Wir haben keine Massenentlassungen vor. Ich habe gerade heute wieder gelesen, der Guardian muss auf 20 Prozent verzichten. Das sind alles Kategorien, da machen wir uns gar keine Vorstellungen, was das wirklich bedeutet. Wir haben das so nicht gewollt. Das war etwas, was mit zu den schlimmsten Geschichten geh\u00f6rt hat, die ich in meiner Zeit als Chefredakteur machen musste. Ich hab\u2019 daf\u00fcr ein gewisses Verst\u00e4ndnis, weil unser Verleger Dieter von Holtzbrinck seit vielen, vielen, vielen Jahren den Tagesspiegel mit Herzblut und viel Geld unterst\u00fctzt und wir nat\u00fcrlich versuchen m\u00fcssen, aus dieser Situation rauszukommen. Weil mein Anspruch ist es nicht, auch nicht als Chefredakteur, ein Subventionsbetrieb zu sein. Es muss ein Weg gefunden werden, dass die Arbeit, die viele Menschen da machen &#8211; und es sind sehr viele Menschen auch bei uns &#8211; irgendwie bezahlt wird. Anders kann man sich das nicht vorstellen. Und diese Notsituation ist keine Tagesspiegel-Exklusivit\u00e4t, sondern das ist eine, der sich die ganze Branche stellen muss.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt wurde am 25.01.2016 zum &#8222;Goldenen Blogger 2015&#8220; in der Kategorie &#8222;Beste Blogger ohne Blog, aber mit Newsletter&#8220; gek\u00fcrt. 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