{"id":38287,"date":"2017-11-06T11:10:32","date_gmt":"2017-11-06T10:10:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=38287"},"modified":"2020-02-25T03:30:14","modified_gmt":"2020-02-25T01:30:14","slug":"vdz-praesidenten-keynote-2017-dr-rudolf-thiemann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=38287","title":{"rendered":"VDZ-Pr\u00e4sidenten-Keynote 2017: Dr. Rudolf Thiemann"},"content":{"rendered":"<div class=\"BorlabsCookie\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <div class=\"_brlbs-caption\"> <p>Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerkl\u00e4rung von YouTube.<br><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Mehr erfahren<\/a><\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Video laden<\/a><\/p> <p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>YouTube immer entsperren<\/small><\/label><\/p> <\/div> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PHA+PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiB3aWR0aD0iMTEwMCIgaGVpZ2h0PSI2MTkiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvenlveEh3Zjcxc1E\/c2hvd2luZm89MCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT48L3A+<\/script><\/div><\/div>\n<div style=\"height: 30px;\"><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20171106_thiemann_rudolf_vdz_112.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20171106_thiemann_rudolf_vdz_112.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20171106_thiemann_rudolf_vdz_112.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20171106_thiemann_rudolf_vdz_112.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Was<\/u>: Pr\u00e4sidenten-Keynote<br \/>\n<u>Wer<\/u>: Dr. Rudolf Thiemann, VDZ-Pr\u00e4sident seit 05.11.2017<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Berlin, Alexanderplatz, bcc, Gro\u00dfer Saal<br \/>\n<u>Wann<\/u>: 06.11.2017, 11:10 Uhr<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-2805' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-2805' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote><p>\n[0:00] Stephan Scherzer: Ich freue mich jetzt sehr, Dr. Rudolf Thiemann, den neugew\u00e4hlten VDZ-Pr\u00e4sidenten hier zu seiner ersten Rede in dieser Funktion auf der B\u00fchne zu begr\u00fc\u00dfen. Herzlich willkommen. Danke f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>[0:12] (Beifall)<\/p>\n<p>[0:26] Vielen Dank, Herr Scherzer. <\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Staatsministerin, Professor Gr\u00fctters, meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen. <\/p>\n<p>Herzlich willkommen hier in Berlin zu unserem j\u00e4hrlichen Branchentreffen, was ja gestern in gewisser Weise schon begonnen hat mit der Delegiertenversammlung, die mich zum neuen Pr\u00e4sidenten des VDZ gew\u00e4hlt hat. Tja, what you see is what you get. (Heiterkeit im Saal) <\/p>\n<p>Ich danke f\u00fcr Ihr Vertrauen. Ich hab\u2019 die Wahl sehr gerne angenommen, nicht nur weil sie mit einer so gro\u00dfen Zustimmung stattgefunden hat, sondern auch, weil das Amt des VDZ-Pr\u00e4sidenten wirklich reizvoll ist. Zeitschriften n\u00e4mlich sind Kulturgut.<\/p>\n<p>[1:15]<br \/>\nAuch deshalb freuen wir uns ganz besonders dar\u00fcber, dass die Staatsministerin f\u00fcr Kultur und Medien den Weg zu uns gefunden hat und Sie haben wahrlich nicht viel Zeit. Ich habe Ihnen versprochen, Sie auch nicht zu lange zu qu\u00e4len, dass Sie sich jetzt die Zeit genommen haben und Sie m\u00fcssen wieder zur\u00fcck Regierung bilden.<\/p>\n<p>&#8212; ab hier im Video &#8212;<\/p>\n<p>[1:31]<br \/>\nDer Verband Deutscher Zeitschriftenverleger ist sehr gut aufgestellt. Das hei\u00dft, er ist zun\u00e4chst mal seinen Mitgliedern verpflichtet, in dem Haupt- und Ehrenamtliche sich den aktuellen verlagswirtschaftlichen und politischen Themen ebenso widmen, wie den Themen, die auch schon sichtbar vor uns liegen. Ihnen allen, Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in den Landesverb\u00e4nden oder hier in Berlin gilt unser Dank. Bereits vor 15 Jahren, viele k\u00f6nnen sich erinnern und waren noch dabei, lud der VDZ zu Verlegerreisen ins Silicon Valley ein. Vor zehn Jahren schon startete der Digital Innovator Summit. Das Thema Pressefreiheit spielt eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle auf der Agenda des VDZ. Nicht nur vor dem Hintergrund demokratischer Defizite selbst in EU-Staaten oder in solchen Staaten, die noch beitreten wollen, sondern auch vor dem Hintergrund des tiefgreifenden Wandels der Medienlandschaft durch die fortschreitende Digitalisierung. Wie kaum ein anderer Verband mobilisiert der VDZ seine Mitglieder, \u00fcber 350, gerade Herr Scherzer hat\u2019s schon gesagt, engagierte Verleger und Verlagsmanager bringen sich mit ihrem Wissen und Know-how ein. Das ist eine Schatzkammer der deutschen Verlagswirtschaft. Wir leben von der Geschlossenheit unsere Mitglieder, vom Vertrauen und dem Willen zur Zusammenarbeit und Solidarit\u00e4t. Das n\u00e4mlich ist kein Selbstzweck, sondern die beste und g\u00fcnstigste Voraussetzung, um unsere Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p>[3:04]<br \/>\nDie Silicon-Valley-Giganten, die gro\u00dfen Agenturnetzwerke, private und \u00f6ffentlich-rechtliche Sender, die Politik in Berlin und Br\u00fcssel sollen den Willen aller Verlage sp\u00fcren, sich geschlossen f\u00fcr Branchen-Ziele und faire Wettbewerbsbedingungen einzusetzen. <\/p>\n<p>[3:19]<br \/>\nMeine Damen und Herren, unter dem Dach des VDZ vereinen sich Publikumszeitschriften, Fach- und konfessionelle Zeitschriften. Traditionell verbinden wir damit Printmedien, die es in dieser Form schon sehr, sehr lange gibt, bevor \u00fcberhaupt irgendjemand die Begriffe Internet, Digitalisierung, geschweige denn Disruption kannte. In der Vergangenheit hat es h\u00e4ufig genug apokalyptische Visionen gegeben zu Entwicklung von Print. Und da waren eine Menge \u00dcbertreibungen dabei und diese \u00dcbertreibungen helfen nicht weiter. Es ist besser, sich ein Bild zu machen von den Zust\u00e4nden wie sie sind.<\/p>\n<p>[3:59] Tatsache ist, dass sich die Werbem\u00e4rkte zugunsten des Internets oder bestimmter gro\u00dfer Companies aus den USA verschoben haben. Tatsache ist, dass Vertriebserl\u00f6se ein immer gr\u00f6\u00dferes Gewicht bekommen.<\/p>\n<p>[4:12] Tatsache ist auch, dass die meisten unserer Mitglieds-Verlage seit Jahren mit wachsendem Erfolg jenseits ihrer Print-Erl\u00f6se neue Gesch\u00e4ftsfelder erschlie\u00dfen und zwar analog und digital.<\/p>\n<p>[4:24] Verlage, die es mit einer klaren Zielgruppe zu tun haben, tun sich nat\u00fcrlich leichter auf diesem Gebiet. Beispielhaft: Veranstaltungen, Kongresse, Weiterbildungsseminare, on- und offline, datenbankgest\u00fctztes Targeting in hochqualifizierte Zielgruppen, Lead Generierung, Content Marketing, Corporate Publishing, Services aller Art, um nur einige Beispiele zu nennen von Reisen, M\u00f6belmessen und Weinauktionen ganz zu schweigen. Das Transaktions-Business bl\u00fcht.<\/p>\n<p>[4:53] Aber worauf ist das eigentlich zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass das funktioniert? Das ist zur\u00fcckzuf\u00fchren auf das einzigartige Markenvertrauen, dass der Leser im Laufe seiner Beziehung zur Marke mit Print im Kern aufgebaut hat und ihn zu Nutzer nicht nur des Lesestoffes, sondern zahlreicher anderer Angebote macht. Nat\u00fcrlich steht das Printprodukt f\u00fcr die meisten von uns noch im Mittelpunkt, weil es der Ausgangspunkt ist f\u00fcr alles, was uns die digitale und technologische Entwicklung als Herausforderung einerseits und Chance andererseits beschert. Mit anderen Worten: Print ist &#8211; und das gilt noch f\u00fcr die meisten &#8211; nicht alles.<br \/>\nAber ohne Print ist alles nichts. Und das hei\u00dft, content und genauer gesagt hei\u00dft das: paid content.<\/p>\n<p>[5:47] Noch immer werden Milliarden Hefte pro Jahr verkauft, treffen Leser Kaufentscheidungen, weil sie genau diese Zeitschrift lesen wollen, gehen Abonnements ein, weil sie Zeitschriften wie einen guten Freund betrachten, der regelm\u00e4\u00dfig vorbeikommt. Es sind die Redakteure und Journalisten, die dieses Vertrauen erwirtschaften und mit jeder Ausgabe vor der Verpflichtung stehen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Information und Unterhaltung sind die Kernbegriffe unseres Gesch\u00e4fts. Politisch kritische Titel, rein unterhalten auch solche, die die Fantasie ihrer Leser vorwegnehmen, Titelinformations- und Nutzwert in den Mittelpunkt stellen und die zahllosen Titel, die das Leben der Menschen in jeder einzelnen Facette ihres Tuns, ihres Wissenwollens und in ihrer Haltung  &#8211; das gilt besonders f\u00fcr die konfessionelle Presse &#8211; begleiten und best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>[6:42]<br \/>\nDeutschland ist der dichteste Zeitschriftenmarkt der Welt, was einerseits an der guten Angebotsstruktur liegt: Grosso-System, Zustellabdeckung und so weiter. Andererseits liegt es an der unersch\u00f6pflichen Lust der Menschen, neue Dinge auszuprobieren, die spiegelbildlich immer und sofort zu neuen Medien-L\u00f6sungen, insbesondere zu neuen Titel f\u00fchren. Dass die Innovationskraft der Verleger ungebrochen ist, das stellen wir jedes Jahr fest, weil jedes Jahr \u00fcber 100 neue Titel auf den Markt kommen.<\/p>\n<p>[7:12] Ich m\u00f6chte herausstreichen, ganz besonders herausstreichen sogar, dass alle diese Inhalte gesellschaftlich relevant sind, weil sie n\u00e4mlich die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit widerspiegeln, in ihrem Informationsbed\u00fcrfni, in ihrem Verhalten und in ihrem Lebensgef\u00fchl und weil sich diese Inhalte st\u00e4ndig und stetig mit den Menschen ver\u00e4ndern, die auf diese Weise ihre freie Pers\u00f6nlichkeit entfalten. Keiner w\u00fcrde abstreiten, dass freier und unabh\u00e4ngiger, kritischer Journalismus Voraussetzung f\u00fcr das Funktionieren von Demokratie ist. Ich behaupte allerdings, dass dies ebenfalls f\u00fcr alle anderen Formen des Publizierens gilt. Gutes publizieren ersch\u00f6pft sich nicht alleine im politisch kritischen Journalismus. Es umfasst die gesamte Bandbreite unserer Produkte. Das Lebensgef\u00fchl als Baustein der freien Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit ist f\u00fcr eine freiheitliche Gesellschaft ebenfalls essentiell.<\/p>\n<p>[8:05]<br \/>\nDas sage ich insbesondere deshalb so deutlich, weil man manchmal hier das Gef\u00fchl hat, dass unsere Presse in erster und zweiter Klasse aufgeteilt das ist nicht der Fall wir sind eine vielf\u00e4ltige Presse und wir sind alle gleich wichtig mit dem was wir tun.<\/p>\n<p>(Beifall)<\/p>\n<p>[8:29] Wir k\u00f6nnen stolz sein auf unsere Verlage, die es verstanden haben, diese Vielfalt auf die Beine zu stellen. Und zwar in privatwirtschaftlicher Weise. Das hei\u00dft auf eigene Kosten und mit Risiko finanziert und das in einem hochintensiven Wettbewerb. Hier sitzen Verlage, die befinden sich seit Jahren und Jahrzehnten in einem intensiven Wettbewerb und behaupten sich dabei.<\/p>\n<p>[8:51] Deshalb ist es f\u00fcr uns umso wichtiger, dass die politischen Rahmenbedingungen unser Tun vor dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Relevanz f\u00f6rdern und nicht weiter beschr\u00e4nken. Durch Werbeverbot und Beschr\u00e4nkung, die den B\u00fcrger entm\u00fcndigen durch unterschiedliche Besteuerung analoger und digitaler Inhalte, durch Verbraucher- und Datenschutz-Regeln, die eher aus dem Geist der 80er Jahre kommen, habe ich den Eindruck und im krassen Gegensatz stehen zu dem Verhalten der Menschen auf Plattformen. Es gibt diese Demarkationslinie, die nicht neu ist, aber in ihren Auswirkungen immer sichtbarer ist. <\/p>\n<p>[9:25]<br \/>\nDas ist auf der einen Seite die europ\u00e4ischen Medienanbieter und Werkvermittler und auf der anderen Seite die US-amerikanischen Suchmaschinen und Mega-Plattformen. Schon heute ziehen diese Unternehmen und deren T\u00f6chter an die 75% der digitalen Werbegelder auf sich. Das Wachstum in diesem Bereich sch\u00f6pfen sie fast komplett ab.<\/p>\n<p>[9:47] Es zeichnet sich nicht ab, dass ich das in K\u00fcrze ver\u00e4ndern wird. Es wird kein, wahrscheinlich kein neuer Player auf den Markt treten, der alles \u00e4ndern wird und wenn das so w\u00e4re zu wessen Gunsten denn? Die alten Verh\u00e4ltnisse kehren nicht zur\u00fcck. Ich glaube auch nicht daran, dass Unternehmen ihre Werbeausgaben in Zeitschriftentitel lenken, um die Demokratie zu retten. <\/p>\n<p>[10:13] \u2026 auch wenn sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind. Unternehmen platzieren Werbung dort, wo sie effektiv und effizient ist. Deshalb m\u00fcssen wir unsere St\u00e4rken beschreiben, begr\u00fcnden und kommunizieren und das praktisch jeden Tag. Editorial Media ist das Stichwort, ich glaube wir werden im Laufe des Tages noch mehr dazu h\u00f6ren, verl\u00e4ssliche Navigation durch die Informationsflut gute Inhalte als Werbeumfeld und verl\u00e4ssliche R\u00fcckbindung zu Marken und Menschen. Menschen mit Namen. Es ist doch kein Wunder, dass sich die Diskussion um hate speech und Fake News an den sogenannten sozialen Netzwerken entz\u00fcndet hat.<\/p>\n<p>[11:01] Vor diesem Hintergrund glaubte der Justizminister ein Gesetz auf den Weg bringt zu m\u00fcssen, dass die Jurisdiktion \u00fcber die Frage, was erlaubt sei in den privaten Raum verlagert. Das ist neu. Das ist ja eigentlich \u2018ne Bankrotterkl\u00e4rung. Hier geraten Dinge ins Rutschen hin zu einer staatlich regulierten privaten Meinungskontrolle. Das ist nicht gut. Unsere Gesellschaft gr\u00fcndet auf eine freie, wettbewerbsorientierte Rechtsordnung. Eine solche Gesellschaft \u00e4ndert sich, wenn Quasi-Monopole und echte Monopole entstehen und solche Unternehmen ihre Marktmacht missbrauchen. Das tun sie ungeniert, wenn man sie l\u00e4sst. Wenn der VDZ nicht da hinterher gewesen w\u00e4re mit anderen, h\u00e4tte es keine Rekordstrafe gegen Google durch die Europ\u00e4ische Kommission gegeben.<br \/>\n[11:52] Lassen Sie mich vor diesem Hintergrund, n\u00e4mlich erstens der Dominanz der US-amerikanischen Plattformen und zweitens der existenziellen Aufgabe der Verleger ihre geschaffenen Werke auch verkaufen zu k\u00f6nnen, einige Erwartungen der Verleger an die Politik zusammenfassen. Wir brauchen im europ\u00e4ischen Rechtsrahmen ein eigenes Verlegerrecht, das die Vermarktung unserer Inhalte wirksam unterst\u00fctzt. Davon unabh\u00e4ngig muss das Leistungsschutzrecht durchsetzbar ausgestaltet werden. Wir begr\u00fc\u00dfen das Eintreten der Bundesregierung f\u00fcr den reduzierten Mehrwertsteuersatz auf digitale Presse und hoffen, dass sie ihren Einfluss geltend macht, um auch noch die letzten Zauderer, ich glaube, das ist Tschechien, im Ministerrat zu \u00fcberzeugen. Die derzeitigen Vorschl\u00e4ge zur <a href=\"http:\/\/www.europarl.europa.eu\/RegData\/docs_autres_institutions\/commission_europeenne\/com\/2017\/0010\/COM_COM(2017)0010_EN.pdf\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">ePrivacy-Verordnung<\/a> in Br\u00fcssel sind ein Schlag ins Gesicht der Verleger.<\/p>\n<p>[12:45] Sie entziehen insbesondere den offenen Verlagsangeboten im Internet weithin die rechtliche Grundlage f\u00fcr ihre Gesch\u00e4ftsmodelle. Die ohnehin fragile Werbefinanzierung offener journalistischer Angebote wird im Kern bedroht. Interessant ist ja nebenbei zu wissen, die gesamte deutsche Wirtschaft ist gegen diese Vorschl\u00e4ge, die gesamte deutsche Wirtschaft. Profitieren werden Internetbrowser, die als neue Gatekeeper in ihren Datenschutzmen\u00fcs dar\u00fcber entscheiden, wer \u00fcberhaupt noch Daten zu wirtschaftlichen Zwecken verarbeiten darf. Profitieren werden auch die gro\u00dfen Login-Plattformen, die bei einem Regulierungsrecht zulasten der Verleger ihre Gr\u00f6\u00dfenvorteile noch effektiver nutzen k\u00f6nnen. Wenn Menschen sich heute auf den Megaplattformen freiwillig mit all ihren Daten \u00f6ffnen, ist es widersinnig ein Verbraucherschutz einzurichten, der den Verlagen die Gewinnung von und den Umgang mit Daten erschwert oder gar verbietet. Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dass es sich im Spannungsfeld Verbraucher und Datenschutz ideologischem Unsinn widersetzt. Es drohen irreversible Sch\u00e4den f\u00fcr die Zukunft der Freien Presse.<\/p>\n<p>[13:50] Ein Satz zur Telefonwerbung. Ein wesentlicher Teil der Abonnements und damit der Vertriebserl\u00f6se kommen telefonisch zustande. Weitere Einschr\u00e4nkungen der Telefonwerbung gef\u00e4hrden massiv diese tragende Erl\u00f6s-S\u00e4ule. Und wenn er L\u00f6tfahnen massiv betroffen sind, dann ist letztendlich auch die Freiheit und Vielfalt der Fresse Presse betroffen. Wir brauchen eine Plattformregulierung, die einen neutralen Zugang journalistischer Medieninhalte, ihre Auffindbarkeit und ihre Vermarktung sicherstellt. Und das als Nebensatz, denn das kommt sehr oft vor, Trittbrettfahrer im Internet d\u00fcrfen nicht belohnt werden. <\/p>\n<p>[14:31] Mit diesen Erwartungen, meine Damen und Herren, stehen nicht alleine unsere medienpolitischen Forderungen decken sich mit denen der Zeitungsverleger. VDZ und BDZV stehen auch in der Auseinandersetzung um den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk Seite an Seite. Die L\u00e4nder m\u00fcssen im Rundfunkstaatsvertrag sicherstellen, dass \u00f6ffentlich-rechtliche Telemedien von der digitalen Presse unterscheidbar bleiben. Dazu muss das Verbot presse\u00e4hnlicher Angebote effektiv ausgestaltet werden.<\/p>\n<p>[15:01] Die RTL-Chefin, Anke Sch\u00e4ferkordt, die kennen sie, sie hat vor zwei Wochen auf den Medientagen in M\u00fcnchen im wesentlichen dieselben <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2yGTM1l\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Forderungen<\/a> erhoben. Ich fand es sehr gut, dass sie Print immer mit erw\u00e4hnt hat in ihrer Rede. Sie hat zudem betont, dass wir Medien-Anbieter, ob wir Wettbewerber sind oder nicht, im selben Boot sitzen und deshalb auch \u00fcber Partnerschaften und Allianzen anders nachdenken m\u00fcssen als fr\u00fcher.<\/p>\n<p>[15:30] Heute Abend meine sehr verehrten Damen und Herren im Rahmen der Publishers\u2019 Night werden wir wieder bedeutende Pers\u00f6nlichkeiten mit der Goldenen Victoria auszeichnen. Darunter wird auch sein die saudi-arabische Menschenrechtsaktivistin Ensaf Haidar. Sie k\u00e4mpft unerm\u00fcdlich um die Freilassung ihres Mannes. Es ist der Blogger Raif Badawi, der wegen Verunglimpfung der Religion in Saudi-Arabien bereits seit f\u00fcnf Jahren in Haft sitzt. \u00dcberall auf der Welt sterben Journalisten in Aus\u00fcbung ihres Berufes. Vor drei Wochen wird Daphne Caruana Galizia durch eine Autobombe ermordet. Das war auf Malta! Das war nicht irgendwo ganz weit weg. Sie hatte zuvor die maltesische Regierung in Bedr\u00e4ngnis gebracht, indem sie Verbindungen zu den Vorg\u00e4ngen in den Panama Papers herstellen konnte.<\/p>\n<p>[16:23] Die Unesco hat jetzt in der vergangenen Woche gemeldet, dass in den Jahren 2006 bis 2016 930 Journalisten in Aus\u00fcbung ihres Berufes get\u00f6tet wurden. Die H\u00e4lfte der Opfer starb in L\u00e4ndern, in denen kein Krieg herrscht. Nur 10% der F\u00e4lle wurden aufgekl\u00e4rt. \u00dcberall auf der Welt werden Journalisten an der Aus\u00fcbung ihres Berufes gehindert, werden drangsaliert unter abenteuerlichen Vorw\u00e4nden verhaftet, werden faire Verfahren verweigert. Stellvertretend m\u00f6chte ich nennen &#8211; die Namen kennen sie und es ist wichtig immer zu wiederholen: Mesale Tolu &#8211; eine deutsche Journalistin. Sie wird mit ihrem minderj\u00e4hrigen Kind von t\u00fcrkischen Beh\u00f6rden verhaftet und eingesperrt. Ebenfalls verhaftet und eingesperrt werden der Welt-Korrespondent Deniz Y\u00fccel und der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner, der gl\u00fccklicherweise inzwischen freigekommen ist. Gegen Y\u00fccel, seit neun Monaten in Haft, ist immer noch keine Anklage erhoben worden. Sie alle stehen f\u00fcr Freiheit. Freiheit, die wir brauchen, die wie sch\u00e4tzen und die wir auch nicht verlieren wollen. Daran m\u00fcssen wir immer wieder erinnern.<\/p>\n<p>[17:36] Und daf\u00fcr, meine sehr verehrten Damen und Herren, sollten wir Verleger weiter so geschlossen einstehen. Ich danke Ihnen sehr f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>(Beifall)<\/p><\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerkl\u00e4rung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Was: Pr\u00e4sidenten-Keynote Wer: Dr. Rudolf Thiemann, VDZ-Pr\u00e4sident seit 05.11.2017 Wo: Berlin, Alexanderplatz, bcc, Gro\u00dfer Saal Wann: 06.11.2017, 11:10 Uhr medienmagazin on Twitter Counter<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[53],"tags":[100],"class_list":["post-38287","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dokument","tag-vdz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38287"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45571,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38287\/revisions\/45571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}