{"id":38699,"date":"2017-12-07T22:26:56","date_gmt":"2017-12-07T21:26:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=38699"},"modified":"2020-02-25T03:18:41","modified_gmt":"2020-02-25T01:18:41","slug":"100-tage-deutschlandradio-intendant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=38699","title":{"rendered":"100-Tage Deutschlandradio-Intendant"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_38700\" aria-describedby=\"caption-attachment-38700\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20171207_DSC0989_raue_stefan_1100-x-546.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20171207_DSC0989_raue_stefan_1100-x-546.jpg\" alt=\"Stefan Raue | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner\" width=\"1100\" height=\"546\" class=\"size-full wp-image-38700\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20171207_DSC0989_raue_stefan_1100-x-546.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20171207_DSC0989_raue_stefan_1100-x-546-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20171207_DSC0989_raue_stefan_1100-x-546-768x381.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20171207_DSC0989_raue_stefan_1100-x-546-1024x508.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-38700\" class=\"wp-caption-text\">Stefan Raue | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20171207_raue_stefan_128.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20171207_raue_stefan_128.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20171207_raue_stefan_128.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20171207_raue_stefan_128.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Was<\/u>: 100-Tage-Interview<br \/>\n<u>Wer<\/u>: Stefan Raue, seit September 2017 Deutschlandradio-Intendant<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Berlin, Hans-Rosenthal-Platz, Funkhaus von Deutschlandfunk Kultur<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 07.12.2017, 22:16 Uhr; ver\u00f6ffentlicht in einer 7:11-Fassung im radioeins-Medienmagazin (rbb) am 09.12.2017, 18:12 Uhr und in einer 2:10-Fassung im rbb-Inforadio am 10.12.2017, 10:44 und 15:24 Uhr<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-1834' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-1834' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote>\n<p>[0:00] <u>Stefan Raue<\/u>: Ich bin Stefan Raue. Ich bin seit 1. September dieses Jahres Intendant von Deutschlandradio.<\/p>\n<p>[0:06] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>&#8230; rund 100 Tage im Amt. Womit haben Sie die meiste Zeit verbracht?<\/strong><\/p>\n<p>[0:24] <u>Stefan Raue<\/u>: Das ist eine gute Frage. Das habe ich gar nicht so selbst im Bewusstsein. Also, es hat sehr viel Zeit gekostet, die ganzen Pflichtaufgaben zu machen. Dazu geh\u00f6rt ein Verwaltungsrat, H\u00f6rfunkrat, Gespr\u00e4che mit der Rundfunkkommission der L\u00e4nder in Sachen Auftrag- und Strukturoptimierung, KEF-Gespr\u00e4che und so weiter und so fort. Das sind so die Pflichtaufgaben. Die muss man machen in diesem Amt. F\u00fcr die ersten Monate hat das einen ganz gro\u00dfen Teil auch eingenommen. Aber ich habe auch sehr viel Zeit verbracht und sehr gut genutzt. Kennenlernen dieses Hauses. Ich bin ja nun ein Externer gewesen, der in dieses Haus \u201cDeutschlandradio\u201d gekommen ist \u2026<\/p>\n<p>[0:45] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>\u2026 nicht ganz. Sie waren mal beim RIAS.<\/strong><\/p>\n<p>[0:46] <u>Stefan Raue<\/u>: Ja, das stimmt, ist viele Jahre her, aber es stimmt. Aber dennoch musste ich Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova kennenlernen und dazu habe ich auch sehr viel Zeit investiert.<\/p>\n<p>[0:58] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Sind Sie \u00fcberrascht? Weil ich nehme mal an, Sie waren schon wenigstens Deutschlandfunk-H\u00f6rer vorher.<\/strong><\/p>\n<p>[1:03] <u>Stefan Raue<\/u>: Ja, nein das Programm kannte ich wohl, nicht in allen Einzelheiten, aber ich kannte es wohl. Aber ich kannte nat\u00fcrlich nicht die Kolleginnen und Kollegen, die das betrieben haben und die das machen und realisieren. Und ich habe nat\u00fcrlich auch erstmal kennenlernen m\u00fcssen, mit welcher Struktur man solche Programme macht. Das muss man von innen kennenlernen. Das kann man nicht von au\u00dfen kennenlernen.<\/p>\n<p>[1:26] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Was war f\u00fcr Sie die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung? Also, von au\u00dfen sich f\u00fcr so ein Haus zu bewerben, ist nat\u00fcrlich sehr attraktiv. Der Deutschlandfunk mit Deutschlandfunk Nova, Deutschlandfunk Kultur hat einen unheimlich guten Klang in der Wahrnehmung drau\u00dfen im Land, sage ich jetzt mal diese Politikerfloskel, sehr attraktiv, sehr solide, sehr verl\u00e4sslich. Es war ein gut aufgestelltes Haus. Und wenn Sie jetzt so reingucken, was war Ihre erste \u00dcberraschung? Positiv, vielleicht auch negativ?<\/strong> <\/p>\n<p>[1:54] <u>Stefan Raue<\/u>: Also, positiv ist f\u00fcr mich die gro\u00dfe \u00dcberraschung und mit welcher Innovationsfreude auch in allen Redaktionen gearbeitet wird. Da wird tats\u00e4chlich nicht nur am jeweiligen Inhalt gearbeitet, sondern auch wird dr\u00fcber nachgedacht, wie kann man ihn m\u00f6glichst optimal gestalten, wie kann man auch was Neues probieren? Also, gerade beispielsweise bei Deutschlandfunk Nova, da wird ganz, ganz viel &#8211;  das ist unser Experimentierfeld und das wird auch voll genutzt. Ich war aber auch \u00fcberrascht, dass \u00fcber das Thema, wie nutzen wir das, was wir linear machen f\u00fcr unser Radio-Programm f\u00fcr die digitale Welt, dass das noch sehr umstritten ist, dass viele Kollegen sagen, ist das eigentlich unser Kerngesch\u00e4ft? Sollten wir nicht viel mehr Radio machen? Und das Internet, das lassen wir mal anderen, da ist noch sehr viel \u00dcberzeugungsarbeit notwendig und \u2026 es ist sehr viel Offenheit in den Diskussionen. Da ist meine Position auch sehr klar, aber da m\u00fcssen wir noch dr\u00fcber diskutieren.<\/p>\n<p>[2:43] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Ich bin relativ ja erstaunt, wie weit das Deutschlandradio da schon ist. Also, selbst bei den Sprachassistenten-Systemen gibt es eine eigenes Skill-Anwendung. Sie sind ziemlich modern daf\u00fcr, dass Deutschlandradio einen sehr konservativen Klang hat.<\/strong> <\/p>\n<p>[2:58] <u>Stefan Raue<\/u>: Ja, das hat einen Klang, aber wenn Sie in den Sender reinschauen, sehen Sie, dass da ganz viel Innovationsfreude ist und Neugier auch und viele j\u00fcngere Kolleginnen und Kollegen sind, die den Sender auch nach vorne bringen wollen. Das kann ich auch gut nutzen in allen Diskussionen und die erwarten von einem Intendanten auch, dass er das f\u00f6rdert und das bekommen sie auch. <\/p>\n<p>[3:17] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Wie hat die Belegschaft aufgenommen, dass Sie im Vorfeld ge\u00e4u\u00dfert haben, wir m\u00fcssen die &#8218;Generation RTL&#8216; bekommen?<\/strong><\/p>\n<p>[3:23] <u>Stefan Raue<\/u>: Ja, das ist teilweise nicht richtig verstanden worden. Das ist so verstanden worden, als wollte ich ein RTL-Programm hier installieren. Jeder, der mich aber kennt und wei\u00df was ich vorher gemacht habe, wei\u00df, dass ich eher f\u00fcr ein ziemlich trockenes Info-Br\u00f6tchen gehalten worden bin, weniger als RTL-Fan mich geoutet habe. Nein, was ich damit meinte, war, wir haben es jetzt mit Generationen von H\u00f6rern zu tun, von Multiplikatoren zu tun, die mit einem bipolaren System aufgewachsen sind, die erlebt haben, dass es neben den \u00f6ffentlich-rechtlichen auch private Anbieter gibt, die auch respektable Nachrichten beispielsweise machen wie RTL. Es gibt private Nachrichtenkan\u00e4le. Es gibt keine Alleinmacht der \u00f6ffentlich-rechtlichen mehr jetzt im Feld der Information und wenn eine Generation da heranw\u00e4chst und \u00e4lter wird und auch in wichtige Positionen geht, muss man mit dieser Generation anders dar\u00fcber reden, welche Legitimit\u00e4t das \u00f6ffentlich-rechtliche System hat, als mit Generationen vorher, die noch mit der Erfahrung gelebt haben, dass das \u00f6ffentlich-rechtliche System auch eine Antwort auf den Staatsfunk von Goebbels war.<\/p>\n<p>[4:32] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Staatsfunk &#8211; ist ein Super-Stichwort, weil Sie haben in Ihrer ersten Zeit auch einen Artikel im Spiegel geschrieben. Recht ungew\u00f6hnlich f\u00fcr einen neuen Intendanten, in einem Printmedium sich Gedanken zu machen \u00fcber die Konfrontation zur Zeit, die herrscht zwischen \u00f6ffentlich-rechtlichem System und Verlegern. Dieser Artikel hat &#8211; also aus meiner Beobachtung &#8211; sehr stark zumindest Aufmerksamkeitswellen gehabt, aber ist denn wirklich was passiert, dass Verleger auf Sie zugegangen sind und gesagt haben, ja Herr Raue Sie haben recht, es ist genug gestritten worden, wir m\u00fcssen jetzt mal einfach wieder eine neue Gespr\u00e4chsform finden?<\/strong><\/p>\n<p>[5:09] <u>Stefan Raue<\/u>: Nein, so weit ist nicht. Und man muss ja auch sehen: Schuster bleib bei deinen Leisten oder kleiner Sender backt auch kleine Br\u00f6tchen. Wir sind das Deutschlandradio mit seinen drei Programm und nicht der WDR, der NDR, der Bayerischer Rundfunk oder das ZDF gar. Wir sind ein kleiner Sender. Wir k\u00f6nnen solche Diskussionen und ich kann solche Diskussion nur ansto\u00dfen. Ich kann sie nicht f\u00fchren im Namen des \u00f6ffentlich-rechtlichen Systems. Das ist nicht mein Mandat und da w\u00fcrde ich mich auch heillos \u00fcberfordern. Nein, mich hat bewegt, ich bin Journalist, Journalist, Journalist und dann kommt der Ausspielweg, dann kommt vielleicht das Fernsehen, der H\u00f6rfunk. Ich bin aber zun\u00e4chst mal Journalist und als Journalist leidet man wie ein Hund, wenn die Branche, in der man mit soviel Herzblut arbeitet, wenn die so heillos zerstritten ist. Und das war das Motiv, dass ich gesagt habe, es gibt Interessenkonflikte, aber wir haben noch nicht die richtige Art, diese Interessenkonflikte auszutragen. Wir m\u00fcssen zusammen reden. Wir m\u00fcssen an einen Tisch. Da gibt es noch keine direkten Anzeichen. Ich werte aber so ein bisschen im Augenblick die Situation, dass die allzu scharfen Gefechte im Augenblick ausbleiben, auch als Indiz daf\u00fcr, dass das Nachdenken auf allen Seiten auch eingesetzt hat, nicht nur wegen dieses Artikels, aber es gibt immer eine Zeit, in der sowas auch dann gewisserma\u00dfen Ausdruck einer insgesamt einer Einsch\u00e4tzung ist und ich glaube,im Augenblick haben alle das Gef\u00fchl, dass es der Branche insgesamt und ihrer Seriosit\u00e4t und ihre Ausstrahlung nicht hilft, wenn wir uns weiter so bek\u00e4mpfen. <\/p>\n<p>[6:34] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Jetzt ist das Umfeld so, dass nat\u00fcrlich auch in der ARD &#8211; das sind ja Ihre nat\u00fcrlichen Partner &#8211; so etwas gibt wie: wollen wir den Verlegern nicht entgegenkommen? Der Westdeutsche Rundfunk sagt, wir werden nur noch knappe Informationsangebote textlich im Internet verbreiten und mehr audiovisuelle Produkte ausspielen. Es gibt aber auch eine andere Meinung, die sagt: nein, wir wollen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann was in welcher Textmenge ver\u00f6ffentlicht wird. Wo stehen Sie da?<\/strong><\/p>\n<p>[7:04] <u>Stefan Raue<\/u>: Ich wehre mich gegen das Zeichen- und Zeilenz\u00e4hlen. Das ist eine mathematische oder statistische Methode, die hat mit publizistischem Inhalt nichts zu tun. Das ist etwas f\u00fcr B\u00fcrokraten. Ich bin Journalist. Und ich denke in publizistischer Wirkung. Und die publizistische Wirkung unserer Angebote muss im Zentrum das sein, wof\u00fcr wir stehen, n\u00e4mlich f\u00fcr Deutschlandradio, f\u00fcr H\u00f6rfunk. Zuerst einmal H\u00f6rfunk und f\u00fcr Fernsehanstalten: Fernsehen und f\u00fcr Verlage: ihre Print-Ausgaben oder ihre Printprodukte. Aber wir m\u00fcssen auch sehen, dass im Netz multimediale Angebote en vogue sind. Das ist die Zukunft. Nicht das Spiegeln unserer jeweiligen linearen Produkte. Das hei\u00dft, wir sind alle eigentlich auf einem \u00e4hnlichen Weg. Sie wissen, dass einige Verlage auch Fernsehsender kaufen und integrieren und multimediale Angebote weitertreiben. Deswegen hilft uns diese ganze Diskussion \u201czu viel Text\u201d, \u201czu presse\u00e4hnlich\u201d \u00fcberhaupt nicht. Wir m\u00fcssen genau schauen, wo sind denn die Interessenkonflikte und wo sind die Bereiche, in dem wir \u00f6ffentlich-rechtlichen sind, die die Refinanzierung der Angebote der Verlage behindern. Und wenn wir das mal identifiziert haben, wenn die Verleger uns das mal gesagt haben, da und da entsteht uns ein finanzieller Schaden, dann kann man da auch drauf reagieren. Die Antwort kann nicht sein, liebe \u00f6ffentlich-rechtlichen verschwindet aus dem Netz mit euren Informationsangeboten, dann bricht das Paradies aus. Das kann nicht das Endergebnis einer solchen Verhandlung sein. Wir m\u00fcssen da zueinander kommen und auch Kompromisse eingehen. Das hei\u00dft f\u00fcr die \u00f6ffentlich-rechtlichen auch, sich zu beschr\u00e4nken, in den Bereichen sich zur\u00fcckzuhalten, wo die Verlage echte Chancen haben, sich auch zu refinanzieren im Netz.<\/p>\n<p>[8:48] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Das Deutschlandradio mit seinen drei Programm ist in erster Linie, Sie sagten es, Radio. Wo sehen Sie tats\u00e4chlich, wenn Sie jetzt ins Jahr 2018 hineinsehen da Gestaltungsm\u00f6glichkeiten, dieses Medium weiterzuentwickeln? Denn das war ja das, was Sie auch dem H\u00f6rfunkrat sagten, Sie wollen dieses Programm behutsam, aber dennoch weiterentwickeln.<\/strong> <\/p>\n<p>[9:08] <u>Stefan Raue<\/u>: Also, zun\u00e4chst einmal ist f\u00fcr mich wichtig, dass wir unseren Wert als Leitmedium in Sachen Nachrichten-Produktion verst\u00e4rken. Ich habe deswegen den Programmdirektor gebeten, noch st\u00e4rker dar\u00fcber nachzudenken und auch zu planen, wie wir mit dem Thema investigative Arbeit vorgehen. Man muss die M\u00f6glichkeit haben in so einem \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender auch Kolleginnen, Kollegen freizustellen f\u00fcr bestimmte Recherche-Projekte und wenn die dann gar reif sind und fertig sind und wenn man das Gef\u00fchl hat, da ist was bei rausgekommen, dann kann man \u00fcberlegen, wie man das wo auch immer dann ausstrahlt. Das ist ein Teil Profilierung im journalistischen Bereich. Der Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur &#8211; das sind hervorragende Sender mit tollem Nachrichtenwert auch. Aber da k\u00f6nnen wir auch noch ein bisschen zulegen. Der zweite Punkt ist, dass wir mit unseren Programm uns noch st\u00e4rker profilieren m\u00fcssen voneinander, weil bei einem DABplus-Empf\u00e4nger erscheint der Name Deutschlandfunk oder der Name Deutschlandfunk Kultur oder der Name Deutschlandfunk Nova und der Nutzer, der H\u00f6rer hat die M\u00f6glichkeit, einen Kanal anzuw\u00e4hlen. Dann muss er aber auch wissen, was bei diesem Kanal sich verbirgt. Was verbirgt sich bei Deutschlandfunk, bei Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk Nova? Das sind keine Programme, die sich gegenseitig erg\u00e4nzen, wo man mal dahin schaltet, mal dahin schaltet, sondern sie m\u00fcssen eine gemeinsame Seele haben, eine gemeinsame Ausstrahlung haben, ein gemeinsames Profil haben. Auch daran, m\u00fcssen wir weiter arbeiten <\/p>\n<p>[10:35] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Jetzt gibt es aber tats\u00e4chlich die Entwicklung, dass das Radio als eigentlicher Empf\u00e4nger im Internet der Dinge verschwindet. Wie sind Sie denn darauf eingestellt, dass m\u00f6glicherweise die Marke Deutschlandfunk nicht mehr mit einem Ger\u00e4t verbunden wird?<\/strong><\/p>\n<p>[10:51] <u>Stefan Raue<\/u>: Ja, ich bin da nicht so \u2026 also ich habe eine andere Vision. Ich habe jetzt viele Jahre auch im Fernsehbereich gearbeitet und da ist der Tod des linearen Fernsehens jeden Monat besungen worden. Und was haben wir jetzt? Wir haben mehr Fernsehnutzung denn je und auch Treue zu bestimmten Kan\u00e4len und zu bestimmten Programmen. Auf der anderen Seite ist aber auch die zeitsouver\u00e4ne Nutzung weiter gestiegen, sowohl bei den Streaming-Diensten, als auch in der Mediathek und so weiter. Das hei\u00dft, wir haben eine viel st\u00e4rkere Mediennutzung insgesamt. Die verteilt sich anders. Und die neuen werden auch sehr, sehr stark. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen beides machen. Mir m\u00fcssen das lineare Programm sehr st\u00e4rken. Das muss, wie gesagt, profiliert sein. Das muss f\u00fcr die Menschen auch ausgerichtet sein, die sagen, das ist mein Sender, den h\u00f6re ich so lange wie m\u00f6glich, solange es mir nur m\u00f6glich ist und wenn mir was nicht gef\u00e4llt, nehme ich mal jemand anderes, aber im Prinzip kehre ich zu dem wieder zur\u00fcck. Wir m\u00fcssen aber auch mit unseren Angeboten, das ist das Angebot Podcast und anderes, m\u00fcssen wir aber auch Menschen, die viel flexibler sind und die mal das h\u00f6ren wollen, mal das h\u00f6ren an bestimmten Produkten und Informationen und Details und eigenen Themen interessiert sind, denen m\u00fcssen wir es auch bieten. Das hei\u00dft, was Sie gesagt haben, die Sprachsteuerung. Das bedeutet aber auch, dass wir Archiv-Systeme oder Auffind-Systeme entwickeln m\u00fcssen und f\u00f6rdern m\u00fcssen, die st\u00e4rker auch Audios entschl\u00fcsseln, weil wir haben ja bis jetzt nur eine Entschl\u00fcsselung \u00fcber geschriebenen Text, noch nicht \u00fcber gesprochenen Text, das hei\u00dft, wir m\u00fcssen Systeme entwickeln, wo Menschen sagen, ich m\u00f6chte etwas zum Thema Venezuela haben. Und danach recherchieren und danach Audios, also H\u00f6rfunk-Beitr\u00e4ge von uns finden, die mit diesem Thema zu tun haben. Wir m\u00fcssen aber auch dar\u00fcber hinaus sagen, das ja meine Idee auch ist, dass Deutschlandradio \u00fcber seinen Rundfunk und sein H\u00f6rfunk, den es produziert und die digitalen Angebote, auch Anreger von gro\u00dfen Diskussionen in der Gesellschaft sein soll als Gastgeber f\u00fcr gro\u00dfe Podiumsdiskussionen, Kongresse und dass wir nat\u00fcrlich auch Musik-F\u00f6rderer sind mit unseren beiden Orchestern und mit den beiden Ch\u00f6ren, auch das geh\u00f6rt zu einem public-value-Unternehmen dazu. Wir bekommen Rundfunkbeitrag, aber wir verstehen ihn nicht nur als Beitrag f\u00fcr eine bestimmte Sendung, die wir abliefern, sondern f\u00fcr einen Beitrag f\u00fcr das Kulturleben und das politische Leben in Deutschland.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<hr \/>\n<p>Disclaimer: Ich bin gelegentlich Autor in den Programmen des Deutschlandradios.<\/p>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Was: 100-Tage-Interview Wer: Stefan Raue, seit September 2017 Deutschlandradio-Intendant Wo: Berlin, Hans-Rosenthal-Platz, Funkhaus von Deutschlandfunk Kultur Wann: rec.: 07.12.2017, 22:16 Uhr; ver\u00f6ffentlicht in einer 7:11-Fassung im radioeins-Medienmagazin (rbb) am 09.12.2017, 18:12 Uhr und in einer 2:10-Fassung im rbb-Inforadio am 10.12.2017, 10:44 und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[47,224,863],"class_list":["post-38699","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","tag-deutschlandradio","tag-presseahnlich","tag-verleger"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=38699"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38699\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45560,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/38699\/revisions\/45560"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=38699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=38699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=38699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}