{"id":39348,"date":"2018-01-30T10:56:55","date_gmt":"2018-01-30T09:56:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=39348"},"modified":"2020-02-25T03:14:25","modified_gmt":"2020-02-25T01:14:25","slug":"buermeyer-bnd-gesetz-rechtsstaatlich-unhaltbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=39348","title":{"rendered":"Buermeyer: BND-Gesetz rechtsstaatlich unhaltbar"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_39349\" aria-describedby=\"caption-attachment-39349\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180130_DSC3131_buermeyer_ulf_1100\u2006\u00d7\u2006668.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180130_DSC3131_buermeyer_ulf_1100\u2006\u00d7\u2006668.jpg\" alt=\"Ulf Buermeyer | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner\" width=\"1100\" height=\"668\" class=\"size-full wp-image-39349\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180130_DSC3131_buermeyer_ulf_1100\u2006\u00d7\u2006668.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180130_DSC3131_buermeyer_ulf_1100\u2006\u00d7\u2006668-300x182.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180130_DSC3131_buermeyer_ulf_1100\u2006\u00d7\u2006668-768x466.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180130_DSC3131_buermeyer_ulf_1100\u2006\u00d7\u2006668-1024x622.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-39349\" class=\"wp-caption-text\">Ulf Buermeyer | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height: 30px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nReporter ohne Grenzen (ROG) hat gemeinsam mit f\u00fcnf zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Verfassungsbeschwerde gegen das BND-Gesetz eingereicht. Darin wird bei der nachrichtendienstlichen Aufkl\u00e4rung unterschieden zwischen deutschen Journalisten, EU-Ausl\u00e4ndern und Ausl\u00e4ndern. Das Gesetz erlaube es dem BND, Journalisten im Ausland praktisch schrankenlos und ohne Anfangsverdacht zu \u00fcberwachen, sowie die Informationen mit anderen Geheimdiensten zu teilen. Durch die immer st\u00e4rkere Zusammenarbeit der Journalisten weltweit (#PanamaPapers, #ParadisePapers usw.) sei es naiv anzunehmen, dass man bei der \u00dcberwachung deutsche Journalisten ausblenden k\u00f6nne. Das Gesetz bewirke eine Zweiklassen-Pressefreiheit und sei ein weiterer Schritt zu einer massenhaften \u00dcberwachung der Gesellschaft.<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20180130_buermeyer_ulf_128.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20180130_buermeyer_ulf_128.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20180130_buermeyer_ulf_128.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20180130_buermeyer_ulf_128.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Was<\/u>: Interview zur Verfassungsbeschwerde gegen das BND-Gesetz<br \/>\n<u>Wer<\/u>: Dr. <a href=\"https:\/\/buermeyer.de\/ulf\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Ulf Buermeyer<\/a>, Richter, Vorsitzender der Gesellschaft f\u00fcr Freiheitsrechte e.V. (<a href=\"https:\/\/freiheitsrechte.org\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">GFF<\/a>)<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Berlin, ARD-Hauptstadtstudio, Wilhelmstra\u00dfe 67a<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 30.01.2018, 10:56 Uhr; ver\u00f6ffentlich in gek\u00fcrzten Fassungen 03.02.2018, 18:38 Uhr im radioeins-Medienmagazin (rbb) und im rbb-Inforadio, 04.02.2018, 10:44\/15:24 Uhr<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Vgl<\/u>.:<br \/>\n* <a href=\"http:\/\/dju.verdi.de\/presse\/pressemitteilungen\/++co++e6250088-0513-11e8-8623-525400940f89\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">DJU<\/a> zur Verfassungsbeschwerde<br \/>\n* <a href=\"https:\/\/www.djv.de\/startseite\/service\/news-kalender\/detail\/article\/djv-fuer-verfassungsbeschwerde.html\">DJV<\/a> zur Verfassungsbeschwerde<br \/>\n* <a href=\"https:\/\/netzwerkrecherche.org\/blog\/verfassungsbeschwerde-gegen-das-bnd-gesetz-eingereicht\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">netzwerk recherche<\/a> zur Verfassungsbeschwerde<br \/>\n* <a href=\"http:\/\/n-ost.org\/news\/293-klage-gegen-bnd-gesetz\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">n-ost<\/a> zur Verfassungsbeschwerde<br \/>\n* <a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/pressemitteilungen\/meldung\/verfassungsbeschwerde-gegen-das-bnd-gesetz\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Reporter ohne Grenzen<\/a> zur Verassungsbeschwerde<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div id='stb-container-6011' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-6011' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<blockquote>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p>[00:00] <u>Ulf Buermeyer<\/u>: Ja, mein Name ist Ulf Buermeyer. Ich bin Jurist und Vorsitzender der Gesellschaft f\u00fcr Freiheitsrechte. Ich denke, der Staat kann mit guten Gr\u00fcnden gef\u00e4hrliche Personen oder mutma\u00dfliche Straft\u00e4ter \u00fcberwachen. Mit einer richterlichen Genehmigung. Das ist rechtsstaatlich v\u00f6llig in Ordnung. Der Punkt ist allerdings, dass man ja Deutsche gar nicht notwendigerweise als Deutsche erkennt. Denken Sie an eine E-Mail-Adresse &#8222;gmail.com&#8220;. Ja, da wei\u00df man nat\u00fcrlich nicht, ob der Inhaber dieser E-Mail-Adresse Amerikaner, Deutscher oder meinetwegen auch Chinese ist. Ja, das hei\u00dft also, es ist technisch nicht so einfach m\u00f6glich, zu erkennen, mit wem man es da eigentlich zu tun hat. Und deswegen ist ein weiteres Argument in unserer Verfassungsbeschwerde, dass diese Differenzierung nach Nationalit\u00e4ten in Zeiten des Internet einfach nicht mehr sinnvoll ist. Die ist technisch nicht mehr sinnvoll durchzuf\u00fchren und au\u00dferdem werden ja auch Daten zwischen Geheimdiensten relativ frei ausgetauscht und jedermann ist selbstverst\u00e4ndlich aus der Perspektive irgendeines Geheimdienstes Ausl\u00e4nder. Das hei\u00dft also, dann kann der BND die Amerikaner ausforschen und die Amerikaner forschen die Deutschen aus. Dann tauscht man die Daten und unterm Strich ist dann jeder Freiwild. Deswegen denken wir, dass diese Internet-\u00dcberwachung ohne konkreten Verdacht grunds\u00e4tzlich ein Fehler ist, der rechtsstaatlich unhaltbar ist. Und wir erhoffen uns vom Bundesverfassungsgericht, dass es der anlasslosen \u00fcberwachung des Internet, also ohne konkreten Verdacht gegen einzelne Personen eine Absage erteilen wird. <\/p>\n<p>[01:18] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Dann haben wir aber noch das Problem, dass der britische Geheimdienst, der US-amerikanische Geheimdienst sich danach \u00fcberhaupt nicht richten braucht, was wir hier f\u00fcr ein BND-Gesetz haben. Ist das dann &#8230; nicht dann wirklich dieser ber\u00fchmte Kampf gegen diese Windm\u00fchlen? Also, wir haben nichts gewonnen au\u00dfer viel Investitionen und Arbeit. Und sollte man nicht sagen, es ist halt so wie es ist und wir m\u00fcssen uns als Journalisten oder als Menschen darauf einstellen eben zu einem Gespr\u00e4ch mit einem Informanten nicht das Smartphone mitnehmen zum Beispiel, um nicht geortet zu werden?<\/strong> <\/p>\n<p>[01:47] <u>Ulf Buermeyer<\/u>: So einfach ist es ja leider nicht, um der Internet\u00fcberwachung zu entgehen. Und das Argument mit den Windm\u00fchlenfl\u00fcgeln ist nat\u00fcrlich richtig. Nat\u00fcrlich gibt es ganz viele Geheimdienste, die versuchen, das Internet so weit gehend wie m\u00f6glich zu \u00fcberwachen. Aber ich denke das darf eine B\u00fcrgerrechtsorganisationen, wie die Gesellschaft f\u00fcr Freiheitsrechte nicht entmutigen, sondern ganz im Gegenteil. Wir m\u00fcssen versuchen Leuchtt\u00fcrme zu schaffen, Leuchtt\u00fcrme, in denen die Freiheitsrechte effektiv gesch\u00fctzt werden. Denn, denken wir so an die Geschichte von Grundrecht, denken wir an die Geschichte der Pressefreiheit, die war urspr\u00fcnglich nirgendwo auf der Welt gesch\u00fctzt und dann haben einzelne Staaten begonnen, Grundrechte effektiv durchzusetzen. Denken Sie an die Allgemeine Erkl\u00e4rung der Menschenrechte in Frankreich im Kontext der Franz\u00f6sischen Revolution. Und so haben sich die Menschenrechte langsam, aber sicher \u00fcber die Welt verbreitet. Sie gelten leider bis heute nicht \u00fcberall. Aber ich denke, man darf sich nicht davon entmutigen lassen, wenn die gegenw\u00e4rtige Situation f\u00fcr die Pressefreiheit entmutigend sein mag. Sondern im Gegenteil. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass wir jedenfalls in Deutschland wieder zu hohen Standards kommen und dann nat\u00fcrlich hoffen, dass sie auch zu einem Exportschlager werden. <\/p>\n<p>[02:47] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Was mich aber bei solcher &#8230; ja Konfrontation zwischen verschiedenen Rechtsauffassungen interessiert, die Seite der Sicherheitsbeh\u00f6rden ist ja nicht per se schlecht. Also, da gibt es ja nicht Leute, die sagen: Wir m\u00fcssen alles wissen und uns interessieren die Menschenrechte nicht. Was hat man Ihnen denn zum Beispiel \u00fcbermittelt, warum es wichtig ist, gerade diese Dreistufung vorzunehmen: Deutsche, EU-Ausl\u00e4nder und Ausl\u00e4nder? Gibt es da eine Logik, die einigerma\u00dfen nachvollziehbar, plausibel ist?<\/strong> <\/p>\n<p>[03:13] <u>Ulf Buermeyer<\/u>: Also, ich w\u00fcrde auf gar keinen Fall sagen, dass die Sicherheitsbeh\u00f6rden irgendwie b\u00f6se sind. Ganz im Gegenteil. Ich habe ja selber lange Zeit in der Strafjustiz gearbeitet. Also, ich habe gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass Sicherheitsbeh\u00f6rden auch Bed\u00fcrfnisse haben. Auf der anderen Seite, denke ich, darf man nicht aus dem Blick verlieren, dass sie nat\u00fcrlich aus ihrer ganz spezifischen Perspektive einfach vielleicht die Schwerpunkte ein bisschen anders setzen. Das hei\u00dft, als Bundesnachrichtendienst bekommt man m\u00f6glicherweise ein Problem, wenn man irgendeine Gefahr nicht erkannt hat. Und das ist der relevante Punkt und dass man bei der Suche nach potenziellen Gef\u00e4hrdern dann m\u00f6glicherweise im ganz gro\u00dfen Stil in Grundrechte eingreift, das ist ein Problem, das einfach nicht so hoch oben auf der Agenda steht. Aus Sicht des BND. Ich finde, dass quasi aus der Rollenlogik heraus verst\u00e4ndlich, aber das kann in einer freiheitlichen Gesellschaft einfach nicht das ausschlaggebende Argument sein, dass der BND glaubt, irgendwas zu brauchen. Ganz im Gegenteil. Wir m\u00fcssen uns die Frage stellen, wollen wir diesen sehr hohen Preis tats\u00e4chlich zahlen? Und dabei, denke ich, sollte auch eine Rolle spielen, dass es ja \u00fcberhaupt keine Belege daf\u00fcr gibt, dass diese Internet-Massen\u00fcberwachung durch den BND irgendetwas gebracht hat, ja? Denken Sie an Pressemitteilungen zu irgendwelchen Gef\u00e4hrdern, die aufgedeckt werden. Fast immer sind es angeblich Hinweise ausl\u00e4ndischer Nachrichtendienste, d. h. also diese Internet-Schn\u00fcffelei scheint bislang jedenfalls noch nicht einmal besonders effektiv zu sein. Effektiv kontrolliert wird sie auf jeden Fall nicht. Und deswegen, denke ich, ist das, was das BND-Gesetz erlaubt, rechtsstaatlich unvertretbar. <\/p>\n<p>[04:32] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>K\u00e4mpfen Sie bei dieser Verfassungsbeschwerde nur um den Berufsstand des Journalisten oder ist diese Verfassungsbeschwerde weiter gefasst?<\/strong> <\/p>\n<p>[04:38] <u>Ulf Buermeyer<\/u>: Die Verfassungsbeschwerde ist weiter gefasst. Wir haben jetzt Journalistinnen und Journalisten als Beschwerdef\u00fchrer ausgew\u00e4hlt, um ein Schlaglicht zu werfen auf die gro\u00dfe Relevanz von Massen\u00fcberwachung. Ja um einfach deutlich zu machen, warum ist das eigentlich ein Problem? Und warum gibt es einfach Menschen, die aus guten Gr\u00fcnden was zu verbergen haben, eben wie Journalisten zum Beispiel ihre Kontakte zu Quellen. Aber das Ziel, das wir damit verbinden betrifft uns alle. Denn die Internet\u00fcberwachung, die der BND durchf\u00fchren darf, ist eben gerade nicht gegen einzelne Personen gerichtet, auch nicht spezifisch gegen Journalisten, sondern sie richtet sich gegen jedermann. Das hei\u00dft also, wir alle geraten da in den gro\u00dfen Daten-Staubsauger und das halten wir f\u00fcr unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. <\/p>\n<p>[05:17] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Vielleicht k\u00f6nnen Sie noch was ganz kurz zu diesem juristischen Verfahren der Verfassungsbeschwerde sagen? Wie teuer ist so was? Warum m\u00fcssen da Beschwerdef\u00fchrer nat\u00fcrliche Personen sein? Wie haben Sie die dann gefunden? <\/strong><\/p>\n<p>[05:28] <u>Ulf Buermeyer<\/u>: Ja, also die Verfassungsbeschwerde ist ein &#8230; ist eine rechtliche M\u00f6glichkeit, beim Bundesverfassungsgericht vorzugehen gegen Hoheitsakte, die in Freiheitsrechte eingreifen. Normalerweise sind das Gerichtsentscheidungen. Aber in diesem Fall haben wir uns unmittelbar gegen ein Gesetz gewandt, n\u00e4mlich das BND-Gesetz und seine Regelungen, die eben die Internet-Massen\u00fcberwachung erlauben. Wenn man ein solches Gesetz angreifen will mit der Verfassungsbeschwerde, dann muss man insbesondere darlegen, dem Verfassungsgericht plausibel erkl\u00e4ren, warum man von diesem Gesetz betroffen ist. Also, es darf nicht jedermann ein Gesetz angreifen, sondern nur derjenige, der von dem Gesetz besonders betroffen ist. Und deswegen haben wir Journalisten und Journalisten ausgew\u00e4hlt, die eben mit guten Gr\u00fcnden sagen k\u00f6nnen, dass ihre Internet-Kommunikation vermutlich von diesem Gesetz betroffen ist, weil sie dann sagen k\u00f6nnen, dieses BND-Gesetz greift in unsere Freiheitsrechte ein. <\/p>\n<p>[06:19] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Und wie teuer ist das so, eine Beschwerde zu f\u00fchren? <\/strong><\/p>\n<p>[06:21] <u>Ulf Buermeyer<\/u>: Die Hauptkosten liegen bei der Organisation des Ganzen. Also, wir haben etwa anderthalb Jahre an der Vorbereitung dieser Verfassungsbeschwerde gearbeitet und die GFF finanziert sich \u00fcber Spenden. Das hei\u00dft also, wir haben letztlich mit den Geldern unserer Mitglieder versucht, diese Verfassungsbeschwerde m\u00f6glichst gut vorzubereiten. Das hei\u00dft also, man hat die allgemeinen B\u00fcrokosten, Organisationskosten, die man jetzt nicht f\u00fcr diesen Fall spezifisch beziffern kann. Wir haben dann aber nat\u00fcrlich auch einen Hochschullehrer beauftragt, der diese Verfassungsbeschwerde f\u00fcr uns geschrieben hat und da bewegt man sich nat\u00fcrlich im f\u00fcnfstelligen Bereich. Einfach, weil das fast 100 Seiten sind. Das ist ein sehr komplexer Schriftsatz. Das hei\u00dft also, das ist sehr, sehr teuer und aus diesen Gr\u00fcnden haben wir ja auch die Gesellschaft f\u00fcr Freiheitsrechte gegr\u00fcndet, auch ein St\u00fcck weit als in &#8222;Kriegskasse der Zivilgesellschaft&#8220; in Deutschland, damit Verfassungsbeschwerden in Zukunft m\u00f6glichst professionell vorbereitet werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>[07:10] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Und ich entnehme Ihrer Antwort, dass Sie auch weiterhin an Spenden interessiert sind, weil die Arbeit damit jetzt nicht abgeschlossen ist.<\/strong> <\/p>\n<p>[07:16] <u>Ulf Buermeyer<\/u>: Nein, wir haben eine ganze Reihe von Projekten, die wir derzeit vorbereiten. Das Einfachste ist, wenn man bei uns auf der Webseite schaut unter <a href=\"https:\/\/freiheitsrechte.org\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">freiheitsrechte.org<\/a> &#8211; freiheitsrechte.org ist unsere Homepage &#8211; und da findet sich auch ein Link auf Spenden oder was wir am allerliebsten haben, ist, wenn Menschen sagen, wir treten der GFF bei als F\u00f6rdermitglieder und sich dann dauerhaft engagieren bei uns. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<p>(w\u00f6rtliches Transkript)<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reporter ohne Grenzen (ROG) hat gemeinsam mit f\u00fcnf zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Verfassungsbeschwerde gegen das BND-Gesetz eingereicht. 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