{"id":39887,"date":"2018-05-04T10:30:18","date_gmt":"2018-05-04T09:30:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=39887"},"modified":"2020-02-25T03:07:58","modified_gmt":"2020-02-25T01:07:58","slug":"die-ukw-krise-aus-sicht-der-media-broadcast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=39887","title":{"rendered":"Die UKW-Krise aus Sicht der MEDIA BROADCAST"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_39921\" aria-describedby=\"caption-attachment-39921\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180426_kniese_wolfgang_mS_1100-x-546k.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180426_kniese_wolfgang_mS_1100-x-546k.jpg\" alt=\"Wolfgang Kniese | Foto: \u00a9 Daniel Bouhs\" width=\"1100\" height=\"544\" class=\"size-full wp-image-39921\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180426_kniese_wolfgang_mS_1100-x-546k.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180426_kniese_wolfgang_mS_1100-x-546k-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180426_kniese_wolfgang_mS_1100-x-546k-768x380.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180426_kniese_wolfgang_mS_1100-x-546k-1024x506.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-39921\" class=\"wp-caption-text\">Wolfgang Kniese | Foto: \u00a9 Daniel Bouhs<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height: 30px;\"><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20180504_kniese_wolfgang_128.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20180504_kniese_wolfgang_128.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20180504_kniese_wolfgang_128.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20180504_kniese_wolfgang_128.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Was<\/u>: Interview zur Situation auf dem UKW-Markt<br \/>\n<u>Wer<\/u>: Wolfgang Kniese, Chief Financial Officer (CFO), Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, MEDIA BROADCAST<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Berlin < ---> D\u00fcsseldorf<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 04.05.2018, 10:30 Uhr; ver\u00f6ffentlicht in gek\u00fcrzten Fassungen im radioeins-Medienmagazin vom 05.05.2018, 18:47 Uhr und im rbb Inforadio vom 06.05.2018, 10:44\/15:24 Uhr<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Vgl<\/u>.:<br \/>\n* <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2y6phPT\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Telefoninterview<\/a> mit Wolfgang Breuer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer MEDIA BROADCAST | 15.09.2017<br \/>\n* <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2HIwrOQ\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Telefoninterview<\/a> mit Prof. Dr. Hansj\u00fcrgen Rosenbauer, Medienratsvorsitzender der MABB | 13.04.2018<br \/>\n* <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2HXcQx6\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Podiumsdiskussion<\/a> &#8222;Die Zukunft von UKW \u2013 Lufthoheit am Sendemast | Medientage Mitteldeutschland | 26.04.2018<br \/>\n* Spekulationsobjekt: UKW-Antennen? &#8211; <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2rc88Be\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Interview<\/a> mit Michael Radomski, CEO UPLINK Network GmbH | 26.04.2018<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-7280' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-7280' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<blockquote>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p>[00:00:00] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>:<strong> Die MEDIA BROADCAST hat in den letzten Wochen sehr viel Kritik eingesteckt, nachdem MEDIA-BROADCAST-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Wolfgang Breuer kurz vor Ostern, am 6. April 2018 in einem Interview mit der <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2wnR80z\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">WELT<\/a> sagte, dass bis zu zehn Millionen H\u00f6rer von einer Abschaltung ihrer UKW-Radiosender betroffen sein k\u00f6nnten, wenn man zu einer Fortsetzung der Dienstleistung &#8222;UKW-Verbreitung&#8220; keine \u00fcbergangsweise Beauftragung bek\u00e4me. Hintergrund war, dass die MEDIA BROADCAST im Februar 2017 offiziell angek\u00fcndigt hatte, ihre rund 1.000 UKW-Antennen nebst Sendeanlagen zu ver\u00e4u\u00dfern. Dabei kam es zu der Situation, dass sehr viele Antennen nicht zusammen in einem Paket verkauft wurden. Nun gibt es also Sender-Besitzer ohne Antennen und logischerweise auch Antennen-Besitzer ohne Sender, die ihre Antennen an die antennenlosen Sender-Besitzer vermieten wollen. \u00dcber die Mietpreise gibt es nun Streit. 30 bis 40 Prozent Preissteigerung beklagte <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2rc88Be\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">hier<\/a> im Medienmagazin letzte Woche Michael Radomski. Er ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der UPLINK Network GmbH, seit 1. April neuer Sender-Netzbetreiber zum Beispiel auch f\u00fcr den rbb. Und spricht von &#8222;Spekulanten&#8220; bei f\u00fcnf Antennen-Besitzern, die 70 Prozent der Antennen gekauft h\u00e4tten. In dieser Phase der Uneinigkeit bot die MEDIA BROADCAST an, ihr bisher betriebenes Gesch\u00e4ft \u00fcbergangsweise fortzusetzen, forderte jedoch ultimativ auf, rechtssicher beauftragt zu werden. Zweiunddrei\u00dfig Radiosender von 94,3 rs2, RTL 104.6, Berliner Rundfunk 91,4 bis Radio NRW beschwerten sich dar\u00fcber beim Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt pr\u00fcfen die Umst\u00e4nde. Die Medienanstalten beschweren sich, man d\u00fcrfe nicht mit UKW spielen. Wolfgang Kniese, was ist aus Ihrer Sicht schiefgelaufen, dass sie, obwohl die MEDIA BROADCAST gerade den UKW-Betrieb aufrechterh\u00e4lt, der Buhmann ist?<\/strong><\/p>\n<p>[00:02:00] <u>Wolfgang Kniese<\/u>: Ich glaube, man muss sehen, dass hier mehrere Dinge zusammenkommen. Um UKW-Betrieb machen zu k\u00f6nnen, brauchen sie eine Kette von demjenigen, der das Programm macht, zum Beispiel den rbb, \u00fcber denjenigen, der den Sender &#8211; das ist ein St\u00fcck hardware &#8211; wie zum Beispiel, wie Sie beschrieben haben, die Firma UPLINK ist, \u00fcber denjenigen, der eine Antenne besitzt, zu demjenigen, der den Turm, an dem die Antenne h\u00e4ngt, betreibt. Das ist in der Regel die Deutsche Telekom und die Frequenz, die man ben\u00f6tigt, damit das Programm abgestrahlt werden kann. Wir haben die Situation, dass nach der Liberalisierung dieses Marktes wir jetzt letztendlich vier verschiedene Spieler haben, also am Anfang der Kette der Radio-Netzbetreiber, in Ihrem Fall eben der rbb, der beauftragt eine Firma wie zum Beispiel die Firma UPLINK. Diese wiederum muss die Antenne anmieten und der Antennen-Besitzer muss den Platz am Turm anmieten. Fakt ist, dass jeder in dieser Kette Verantwortung tragen muss. Und wenn einer in dieser Kette diese Verantwortung nicht tr\u00e4gt, dann kommt der Sendebetrieb nicht zustande. Das hat jahrzehntelang funktioniert. Jetzt haben wir aufgrund der Liberalisierung des Marktes den Fakt, dass verschiedene Sender-Netzbetreiber aktiv geworden sind und im n\u00e4chsten Schritt der Liberalisierung ist es eben so, dass wir jetzt Antennen verkauft haben, dass jetzt auch Investoren in Antennen investiert haben. Jetzt ist es so, dass alle diese Spieler private Akteure sind. Also sowohl die UPLINK, der Wettbewerber wie die DIVICON aus Leipzig sind GmbHs, die sind in diesen Markt gegangen, die investieren Geld, die wollen Geld verdienen, aber jetzt haben wir eben auch andere Spieler: &#8217;ne KIO, &#8217;ne aeos, aber auch zum Beispiel eine NiedersachsenRock. Das sind auch Firmen, die Geld verdienen m\u00fcssen. Die haben Antennen gekauft. Die kalkulieren genauso, wie die anderen auch. Und die sagen v\u00f6llig zu Recht, dass sie auch Geld verdienen wollen. Jetzt ist es aber so, dass die Firma UPLINK &#8211; und auch die Firma DIVICON &#8211; Vertr\u00e4ge gemacht hat zum Beispiel mit einem rbb und dort ohne ihre Vorleistungskosten zu kennen, Preise aufgerufen hat. Das hei\u00dft, Sie als rbb haben einen Vertrag unterschrieben mit der Firma UPLINK zum Beispiel. Dieser Vertrag wird unter Umst\u00e4nden die Kosten dieser Firma nicht decken, weil sie eben aus meiner Sicht fahrl\u00e4ssig, ohne die Vorleistungskosten zu kennen, ein Angebot gelegt haben. Das h\u00e4tte man vermeiden k\u00f6nnen. Die Firmen haben sich dagegen entschieden. Sie haben letztendlich betriebswirtschaftlich aus meiner Sicht fahrl\u00e4ssig Vertr\u00e4ge unterschrieben. Sie als Sender bestehen nat\u00fcrlich drauf, dass diese Vertr\u00e4ge eingehalten werden und jetzt ist es so, dass diese beiden Firmen nach dem regulatorischen Rettungsring rufen und sagen: &#8222;Lieber Staat, regle das! Ich m\u00f6chte einen staatlich festgelegten Preis f\u00fcr die Vorleistung.&#8220; Aber in einer Marktwirtschaft ist es nat\u00fcrlich schwierig zu sagen, der eine verlangt einen Preis, den er verhandelt und der andere m\u00f6chte gern, dass der Staat die Dinge vorschreibt. Dann kommt das Argument: ja, aber wir reden hier \u00fcber Monopol. Da muss man sehen, der Staat greift nat\u00fcrlich ein. Das ist ja auch v\u00f6llig in Ordnung und glaube ich von allen gew\u00fcnscht, wenn es zur Monopolsituation kommt. Jetzt kann man argumentieren, das wird zum Teil ja auch getan, jede Antenne sei ein eigenes Monopol. Das hei\u00dft, derjenige, der die Antenne besitzt, hat Verhandlungsmacht. Jetzt aber umgekehrt. So wenn Sie als rbb, nehmen wir an am Standort Berlin eine gewisse Frequenz zugeteilt bekommen haben, dann sind Sie, beziehungsweise die von ihr beauftragte Firma UPLINK ein Nachfrage-Monopol, weil ich kann mit dieser Antenne ja nichts anderes machen. Diese Antenne h\u00e4ngt am Turm. Die ist gebaut worden, um Ihre H\u00f6rer in diesem Gebiet auf dieser Frequenz zu versorgen. Und jetzt ist es eben so, dass hier ein Nachfrage-Monopolist, wenn man das so argumentieren will, auf einen Angebots-Monopolist trifft. Ich w\u00fcrde es eher so sagen, betriebswirtschaftlich die beiden brauchen sich. Die m\u00fcssen sich betriebswirtschaftlich einigen. Wenn aber einer von beiden sagt: Nein, ich diktiere dir den Preis oder einer von beiden sagt: Nein, ich m\u00f6chte der Staat m\u00f6chte &#8230; soll den Preis setzen, dann wird es schwierig. <\/p>\n<p>[00:05:47] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>:<strong> Aber trotzdem, darauf zielte ja auch meine Frage, ist es ja so, dass die MEDIA BROADCAST den Schwarzen Peter hat. Wie erkl\u00e4ren Sie sich das? Gibt es zu viele Fake News im Umlauf? <\/strong><\/p>\n<p>[00:05:58] <u>Wolfgang Kniese<\/u>: Also ich denke, es sind im Wesentlichen drei Themen. Das erste Thema ist, dass gerade von der Firma UPLINK immer wieder behauptet wird, wir h\u00e4tten letztendlich nicht die Chance gegeben, dass die Radio-Betreiber oder auch die Firma UPLINK, die Firma DIVICON Antennen h\u00e4tten kaufen k\u00f6nnen. Das ist definitiv falsch. Radio-Betreiber, Landesmedienanstalten und eben auch unsere Wettbewerber hatten die M\u00f6glichkeit, Antennen zu erwerben und sie haben diese Option zum Teil wahrgenommen. Zum Teil aber eben auch nicht. Und das war eine bewusste Entscheidung derjenigen, die das nicht getan haben. Und ich glaube, es ist falsch und auch unfair gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit dann hinterher so zu tun, als ob da irgendwas nicht fair gelaufen w\u00e4re. Es ist schlicht und einfach so eine betriebswirtschaftliche Entscheidung dagegen gewesen. Andere haben sich bewusst entschieden, ihrer Verantwortung nachzukommen, Antennen zu kaufen. Haben das sauber durchgerechnet und sind jetzt eben nach meiner Wahrnehmung auch nicht unbedingt gewillt, sich von anderen, die keine Antennen gekauft haben, Preise aufzwingen zu lassen. Also, ich glaube, das ist das erste Argument, wo man sehr genau hinschauen muss. Das zweite Argument ist die Frage: Wie teuer ist es, Antennen neu zu bauen? Da ist es so, dass wir eine sehr sachkundige Firma, die Firma <a href=\"http:\/\/www.mugler.de\/de\/home\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Mugler<\/a> beauftragt haben, die Antennen, die heute existieren zu begutachten. Das haben die getan. Und die haben bevor der Verkaufsprozess in der eAuction gestartet wurde, diese Information auch allen Interessenten zur Verf\u00fcgung gestellt. Und da haben die berechnet, was w\u00fcrde ein Neubau dieser Anlagen ungef\u00e4hr kosten. Und die Preise, die wir erzielt haben mit den Antennen liegen zwischen 30 und 60 Prozent dieses Wieder-Neubaus. Das hei\u00dft, das Argument, dass ein Komplett-Neubau billiger w\u00e4re, ist aus unserer Sicht schlicht falsch. Wir haben auch beim Runden Tisch in Nordrhein-Westfalen, in D\u00fcsseldorf zusammengesessen und da war einer, der Antennen erworben hat, von der Firma <a href=\"https:\/\/www.ams-net.de\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">AMS<\/a>. Das ist auch der Leiter der technischen Arbeitsgruppe der Privatradio-Anbieter APR. Der hat eigentlich auch sehr klar gesagt, also das Argument, man k\u00f6nnte deutlich billiger bauen, das sieht er nicht. Man k\u00f6nnte vielleicht anders bauen. Dann hat man aber eben auch eine andere Reichweite. Das ist das zweite Argument. Und das dritte Argument ist ja diese Frage der Preiserh\u00f6hung. Da muss man schlicht festhalten, dass zwischen dem Jahr 2015 und im Jahr 2018 eine reale Preissteigerung mit den Preisen, die wir jetzt im \u00dcbergangsbetrieb nehmen &#8211; und da sind ja die unverhandelten Forderungen der Antennen-Erwerber drin &#8211; dann kommt man zu einer Preissteigerung von rund drei Prozent. Und wie Sie ja selber vorhin ausgef\u00fchrt haben, da drin sind die Turm-Mieten der <a href=\"https:\/\/www.dfmg.de\/de\/unser-unternehmen\/ueber-uns.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">DFMG<\/a>, die einen Gro\u00dfteil dieser Summe ausmachen und die steigen j\u00e4hrlich um ein Prozent. Das hei\u00dft, von einer Existenzbedrohung der Radio-Betreiber kann \u00fcberhaupt keine Rede sein. Was allerdings, sage ich mal, dazu kommt und das ist ein weiteres, leider sehr kompliziertes Thema, ist, dass in der Vergangenheit, als es nur einen Turm-Betreiber, nur einen Betreiber, n\u00e4mlich die MEDIA BROADCAST gab, da gab es letztendlich medienpolitisch gew\u00fcnscht eine gewisse Quersubvention. Und diese Quersubvention unter den Betreibern die f\u00e4llt nat\u00fcrlich in einem liberalisierten Markt, wo jeder Standort einzeln beauftragt werden kann, weg. Das ist ausgel\u00f6st worden durch die kartellrechtliche \u00dcberpr\u00fcfung des Preismodells der DFMG. Und das hat dazu gef\u00fchrt, dass es f\u00fcr einzelne Betreiber wie zum Beispiel dem rbb g\u00fcnstiger geworden ist und f\u00fcr andere Betreiber teurer. Das ist aber letztendlich der Tatsache geschuldet, dass auch wieder ausgel\u00f6st von privaten Radio-Betreibern, das Kartellamt die DFMG-Preise \u00fcberpr\u00fcft hat und daf\u00fcr gesorgt hat, dass die DFMG die Turm-Preis-Mieten n\u00e4her an die Betriebswirtschaft bringen muss. Und dass deswegen, sage ich mal, es hier in der Verschiebung, wie gesagt, da hat es \u00fcberhaupt keine Erh\u00f6hung oder Preissenkungen gegeben, sie ist eine reine Verschiebung. Und die kann man auf Senderketten, die kann man geografisch, kann man nach allen m\u00f6glichen Dingen auswerten. Aber Fakt ist: Manche zahlen mehr, andere zahlen weniger. Die, die weniger zahlen, freuen sich, die die mehr zahlen, sind nicht gl\u00fccklich. Das hat aber \u00fcberhaupt nichts mit dem Antennen-Verkauf zu tun. Das ist letztendlich dem Preismodell der DFMG geschuldet. <\/p>\n<p>[00:10:20] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>:<strong> Nun gibt es aber den sehr starken Vorwurf, dass f\u00fcnf Finanzinvestoren, die \u00fcber 70 Prozent der Antennen verf\u00fcgen w\u00fcrden, eine sehr starke N\u00e4he zu Ihrem Mutterkonzern, der Freenet AG h\u00e4tten. Damit sei man eigentlich doch nicht aus dem UKW-Gesch\u00e4ft ausgestiegen, sondern h\u00e4tte nur die bisherige Regulierung durch die Bundesnetzagentur ausgehebelt. Werden Sie juristisch gegen diejenigen vorgehen, die Ihnen das unterstellen? <\/strong><\/p>\n<p>[00:10:44] <u>Wolfgang Kniese<\/u>: Na gut. Also, lassen Sie mich festhalten. Das sind Firmen, die in den UKW-Markt investieren. Das ist genauso wie bei einer Firma UPLINK und der Firma DIVICON. Die gehen in ein neues Gesch\u00e4ftsfeld. Und es steht jedem frei, in dieses Gesch\u00e4ft einzutreten. Wenn sie eine Firma UPLINK nehmen, da ist einer der Gesellschafter, steht ja auf deren <a href=\"http:\/\/www.uplink-network.de\/team\/prof-dr-christian-schwarz-schilling\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Webseite<\/a>, der ehemalige Postminister Schwarz-Schilling. Das hei\u00dft, jemand der das Thema Liberalisierung betrieben hat und der nach wie vor sehr aktiv ist in diesem Bereich, investiert in diesem Markt. Auf der anderen Seite gibt es Leute, die in den Antennen-Markt investieren. Das sind auch letztendlich Mittelst\u00e4ndler. Das ist nicht anders, wie die Leute, die in UPLINK und DIVICON investieren. Dass es Leute gibt, die andere Leute kennen, das ist so und das ist auch im Radio-Markt gerade so. Ich kann daran nichts Verwerfliches erkennen. Das ist aus meiner Sicht letztendlich hier ein Vorwurf, der konstruiert wird, um davon abzulenken, dass gerade die Firmen UPLINK und DIVICON eben auch die M\u00f6glichkeit gehabt h\u00e4tten, Antennen zu kaufen. Sie haben sich bewusst dagegen entschieden und sie suchen jetzt irgendwie einen Ausweg, damit der Staat das regelt. Und haben keinen und versuchen deswegen mit haltlosen Vorw\u00fcrfen, irgendwelche Dinge zu konstruieren. Ich kann Ihnen nur sagen, wir haben an 30 Investoren verkauft. Mit allen diesen Investoren haben wir saubere Vertr\u00e4ge gemacht. Und diese Investoren haben diese Antennen gekauft, um UKW zu machen. Und da drunter sind \u00f6ffentlich-rechtliche Sender. Darunter sind, sage ich mal, Landesmedienanstalten. Darunter sind Radio-Betreiber. Und darunter sind eben auch Leute, die neu in das Gesch\u00e4ft gehen. Aber das ist bei der Liberalisierung so. Auch die UPLINK und die DIVICON sind neu im UKW-Gesch\u00e4ft und deren Investoren haben so wie bei den anderen Firmen auch sich einfach entschieden, hier Geld zu investieren. <\/p>\n<p>[00:12:23] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>:<strong> Sie haben eingangs gesagt, jeder in der Kette tr\u00e4gt Verantwortung. Sie sind ab 1.7. raus theoretisch aus der &#8230; oder auch praktisch aus der Verantwortung. Aber dennoch gibt es ja vielleicht doch irgend soetwas wie einen Rat eines langj\u00e4hrigen Sendernetzbetreibers. Sie haben von dieser seltsamen Monopolstellung einerseits der Antennen-Besitzer geredet, aber auch der neuen Sender-Besitzer, dass man gegenseitig aufeinander angewiesen ist. Das scheint ja dann doch eher so eine Patt-Situation zu sein wie im Schach. Da sind dann zwei Figuren, die beide gleich stark sind, aber keiner regt sich. Gibt es aus Ihrer Perspektive, aus Ihrer Verantwortung heraus eine L\u00f6sung, diesem Konflikt aus dem Weg zu gehen und dann zu garantieren letzten Endes, dass es ab 1.7. dann nicht zu der Situation kommt, die Ihr Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Wolfgang Breuer schon f\u00fcr den 11.4. angek\u00fcndigt hatte, dass dann n\u00e4mlich m\u00f6glicherweise die UKW-Versorgung zusammenbricht? <\/strong><\/p>\n<p>[00:13:21] <u>Wolfgang Kniese<\/u>: Na, ich denke mal, wenn sie sich mit Verhandlungsstrategien besch\u00e4ftigen, dann ist es nat\u00fcrlich so, wenn zwei sich gegenseitig brauchen und versuchen ihre Interessen in der Verhandlung durchzusetzen, dann bedroht man sich, dann macht man alle m\u00f6glichen Szenarien. Und ich pers\u00f6nlich kenne das aus Tarifverhandlungen. Auch das kennt, glaube ich, jeder H\u00f6rer, dass die Gewerkschaft und der Arbeitgeber miteinander verhandeln und das ist schwierig. Aber am Ende, wenn der Wille da ist, holt man sich vielleicht einen Schlichter. Der hilft die Positionen nebeneinander zu legen. Und diesen Vorschlag haben die Landesmedienanstalten schon am 14.3. in Berlin beim Runden Tisch, sogenannten Runden Tisch, wo alle Beteiligten am Tisch sa\u00dfen, gemacht. Dieser Vorschlag ist bisher nicht aufgegriffen worden. Ich kann an der Stelle nur appellieren an alle Beteiligten, an die Antennen-Erwerber, als auch an die Sender-Netzbetreiber, aber ich glaube letztendlich auch an die Radio-Betreiber, weil die ja auch &#8211; und auch das haben die Landesmedienanstalten sehr deutlich gesagt im M\u00e4rz &#8211; ja auch Teil des Systems sind, weil sie am Ende der Kette die Beauftragenden sind. Warum nicht versuchen hier die Landesmedienanstalten als Schlichter zu nutzen? Die haben das angeboten. Die haben die Kompetenz. Die sind neutral und die haben nat\u00fcrlich ein Interesse, dass die Ausstrahlung weiter besteht. Wenn man allerdings den Weg geht &#8211; und diesen Eindruck habe ich zum Teil bei den Firmen UPLINK und DIVICON &#8211; wenn man aber, wie gesagt, hofft, dass der Staat das Problem l\u00f6st, dann wird man nat\u00fcrlich in der Verhandlung sich nicht bewegen, weil man versucht, seine Interessen mit Gewalt und am Ende mit staatlicher Hilfe durchzusetzen. Ich kann nur hoffen, dass der Staat hier sich nicht vor den Karren einiger weniger spannen l\u00e4sst, die letztendlich betriebswirtschaftlich fahrl\u00e4ssig kalkuliert haben. Von daher, ich glaube, das sind die beiden L\u00f6sungswege, die im Moment im Raum stehen. Das eine ist, dass man sich einigt betriebswirtschaftlich. Das ist das, was die Medienpolitik und auch die Medienregulierer eigentlich seit M\u00e4rz fordern und aber auch bereit sind, das zu unterst\u00fctzen. Die andere M\u00f6glichkeit ist, dass man darauf hofft, dass der Staat das regelt. Also konkret im Augenblick die Bundesnetzagentur. Ob das m\u00f6glich ist, insbesondere in dem Zeitrahmen, kann ich nicht beurteilen. Ich denke mal die Bundesnetzagentur hat das so bekannt gegeben. Aber ich habe auch klar gelesen, auch in der <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2018\/20180427_UKW.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a> von dem Herrn Homann, Pr\u00e4sident der Bundesnetzagentur, dass man schon darauf setzt, dass die Marktteilnehmer weiter konstruktiv miteinander verhandeln und eben nicht darauf warten, dass der Staat alleine hier irgendwo aktiv wird.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<p>(w\u00f6rtliches Transkript)<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Was: Interview zur Situation auf dem UKW-Markt Wer: Wolfgang Kniese, Chief Financial Officer (CFO), Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, MEDIA BROADCAST Wo: Berlin < ---> D\u00fcsseldorf Wann: rec.: 04.05.2018, 10:30 Uhr; ver\u00f6ffentlicht in gek\u00fcrzten Fassungen im radioeins-Medienmagazin vom 05.05.2018, 18:47 Uhr und im rbb Inforadio vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[907,84],"class_list":["post-39887","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","tag-media-broadcast","tag-ukw"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39887","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39887"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39887\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45544,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39887\/revisions\/45544"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39887"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39887"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39887"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}