{"id":40243,"date":"2018-06-28T13:00:49","date_gmt":"2018-06-28T12:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=40243"},"modified":"2020-02-25T03:07:00","modified_gmt":"2020-02-25T01:07:00","slug":"unruhe-im-deutschlandradio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=40243","title":{"rendered":"Unruhe im Deutschlandradio"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_40244\" aria-describedby=\"caption-attachment-40244\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2018_raue_stefan_grundvertrauen_1100-x-546.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2018_raue_stefan_grundvertrauen_1100-x-546.jpg\" alt=\"Stefan Raue | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner\" width=\"1100\" height=\"546\" class=\"size-full wp-image-40244\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2018_raue_stefan_grundvertrauen_1100-x-546.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2018_raue_stefan_grundvertrauen_1100-x-546-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2018_raue_stefan_grundvertrauen_1100-x-546-768x381.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2018_raue_stefan_grundvertrauen_1100-x-546-1024x508.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-40244\" class=\"wp-caption-text\">Stefan Raue | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20180628_raue_stefan_112.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"https:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20180628_raue_stefan_112.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"https:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20180628_raue_stefan_112.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20180628_raue_stefan_112.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Was<\/u>: Interview \u00fcber Etatdefizite und Programmver\u00e4nderungen<br \/>\n<u>Wer<\/u>: Stefan Raue, seit September 2017 Deutschlandradio-Intendant<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 28.06.2018, 13 Uhr; ver\u00f6ffentlicht in einer 9:07-Fassung im radioeins-Medienmagazin (rbb) vom 30.06.2018, 18:47 Uhr und in einer Kurz-Fassung im rbb-Inforadio am 01.07.2018, 10:44 und 15:24 Uhr<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Berlin, Hans-Rosenthal-Platz 1, Deutschlandfunk Kultur, Intendanz<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-1874' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-1874' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote><p>\n[00:00:00] <u>Stefan Raue<\/u>: Ich bin Stefan Raue. Ich bin der Intendant von Deutschlandradio.<\/p>\n<p>[00:00:03] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Wie entsteht eigentlich in einer planwirtschaftlichen Einheit der Eindruck, dass es hier Defizite gibt in sechsstelliger H\u00f6he?<\/strong>  <\/p>\n<p>[00:00:11] <u>Stefan Raue<\/u>: Gemessen an 250 Millionen Gesamthaushalt ist ein Jahresdefizit zwischen 500.000 und einer Million die ein Prozent. Das ist eine Schwankung, die entsteht in einem laufenden Verfahren, setzt sich allerdings aus zwei Dingen zusammen im letzten Jahr: n\u00e4mlich einmal, dass die Gehaltserh\u00f6hungen, dass die Kostensteigerung pro Arbeitsplatz durch die Zuweisung der KEF nicht aufgefangen sind. Also sie sind dann unterdurchschnittlich gewesen, die j\u00e4hrlichen Steigerungen, die die KEF uns zugesteht. Das andere: gibt&#8217;s aber auch Sondereffekte. Beispielsweise haben wir sehr gro\u00dfe Umstellungsprojekte 2017 gehabt, die es notwendig machten, dass Menschen ihren Urlaub verschoben haben. Dadurch haben wir hohe Urlaubsr\u00fcckstellungen. Das ist ja nicht verbranntes Geld, sondern das ist eine R\u00fcckstellung, die wir bilanzm\u00e4\u00dfig auffangen m\u00fcssen und sehr viel Aushilfst\u00e4tigkeit. Also, wir haben doch einen hohen sechsstelligen Betrag allein f\u00fcr Aushilfen ausgegeben, weil die Mitarbeiter, die die Aufgaben normalerweise gemacht haben, eben in diesen Projekten gebunden waren. Das so erkl\u00e4ren wir uns und so erkl\u00e4ren uns unsere Haush\u00e4lter, dass wir 2017 mit &#8217;ner &#8230; Brutto mit einer Million minus rausgegangen sind, die wir jetzt in den n\u00e4chsten drei Jahren auffangen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>[00:01:27] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>:<strong> Nun hat man ja immer den Eindruck, dass der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk der st\u00e4rkste kontrollierte Betrieb \u00fcberhaupt bundesweit ist. Wie kann das passieren, dass da keine Alarmglocken l\u00e4uten, dass man das sozusagen wieder einfangen muss?<\/strong><\/p>\n<p>[00:01:39] <u>Stefan Raue<\/u>: Naja, es gibt ja keine Realtime-Kostenrechnungen, kann es ja gar nicht geben, weil bestimmte Kostenpositionen erst mit einer gewissen Schleppe \u00fcberhaupt ankommen. Die Jahresabrechnung eines Arbeitsplatzes, was Sozialabgaben angeht, was kann Krankenkassenbeitr\u00e4ge angeht, was die Einbeziehung von H\u00f6hergruppierungen angeht usw. k\u00f6nnen sie ja nicht jeweils auf Knopfdruck machen. Da gibt es eine Linie. Im Fr\u00fchjahr gibt es einen Haushaltsabschluss des letzten Jahres 2017. Den haben wir im Fr\u00fchjahr bekommen, haben gesehen, was sich da ver\u00e4ndert hat und haben mit zwei Finanzklausuren drauf reagiert. Ich finde das ziemlich schnell.<\/p>\n<p>[00:02:12] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Nun gibt es ja eine Ank\u00fcndigung &#8222;der Ausgleich der Defizite&#8220; &#8211; wurde zumindest in einer internen Kommunikation im Mai angek\u00fcndigt &#8211; mit &#8222;erheblichen Sparanstrengungen ab sofort in allen Programmenbereichen&#8220;. Was ist damit gemeint?<\/strong><\/p>\n<p>[00:02:25] <u>Stefan Raue<\/u>: So etwas k\u00f6nnen sie dadurch auffangen, dass sie sagen: Wir stellen gro\u00dffl\u00e4chig Programm ein. Das wollten wir nicht, sondern wir haben sehr darauf gedr\u00e4ngt, dass in allen Bereichen die Vorgaben auch eingehalten werden. Wir hatten in den letzten Jahren immer mal: der eine Bereich gibt mehr aus. Das wird durch Einsparungen in anderen Bereichen ausgeglichen. Jetzt sind wir in einer Situation, wo wir darauf bestehen m\u00fcssen, dass in jedem einzelnen Bereich auch auf plus\/minus Null gearbeitet wird und hoffen so, dass wir da eine Stabilisierung haben. Wie gesagt, aber es ist keine &#8230; es ist keine Katastrophe. Es ist auch keine &#8230; kein Weltuntergang. Es ist kein &#8230; es ist ein normales Verfahren, wenn es zu einer leichten Delle &#8230; wie gesagt, wir reden \u00fcber 500.000, die wir jetzt ausgleichen m\u00fcssen im Vergleich zu 250 Millionen Gesamtetat. Das ist die Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>[00:03:18] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Ausgleichen tats\u00e4chlich damit: Programmk\u00fcrzungen, Programmver\u00e4nderung? Ist das, was jetzt angek\u00fcndigt wurde, zumindest nach drau\u00dfen drang, dass Sie \u00fcberlegen zum Beispiel diese Kindersendung Kakadu werktags einzustellen, eine Reaktion auf diese Defizite?<\/strong><\/p>\n<p>[00:03:33] <u>Stefan Raue<\/u>: Nein. Es gibt verschiedene Formen von Ma\u00dfnahmen. Zun\u00e4chst einmal muss jede Sendung schauen, dass sie vern\u00fcnftig haushaltet und wirtschaftet. Und \u00fcberlegt: muss jeder Beitrag so aufw\u00e4ndig sein? Kann ich mit einem wiederholten Beitrag auch arbeiten? Muss die Form so sein? Kann sie nicht anders sein? Das geh\u00f6rt aber zum Handwerk. Das muss jeder private oder \u00f6ffentlich-rechtliche Sender und jede Zeitung &#8230; muss das sich so \u00fcberlegen. Das ist nicht der Punkt. Es wird bestimmte Dinge geben, wo wir sagen, das sind Sendezeiten, wo wir nicht besonders viele Menschen erreichen. Muss der Aufwand, den wir da haben noch so sein oder sollten wir unsere Mittel nicht konzentrieren auf die Sendestrecken, wo wir sehr viele Menschen erreichen? Das ist der zweite Punkt. Der dritte Punkt ist &#8211; und das betrifft Kakadu &#8211; dass wir uns schon l\u00e4nger dar\u00fcber Gedanken machen, ob eine Kindersendung um 15 Uhr linear ausgestrahlt, noch da richtig sitzt. Wir haben sehr viel Marktforschung betrieben, haben festgestellt, dass die Zielgruppe bis 13\/14 eigentlich f\u00fcr die Marktforscher in dieser Zeit nicht pr\u00e4sent ist, was durch viele Dinge auch bedingt sein kann. Die Kinder haben andere Tagesabl\u00e4ufe. Die Schule dauert l\u00e4nger. Die Kinder nutzen vielleicht auch Medien anders. Das kann man im einzelnen noch untersuchen. Auf jeden Fall haben wir festgestellt, dass diese 15-Uhr-Kakadu-Sendung nicht so angenommen wird von Kindern, wie wir uns das vorstellen. Wir m\u00fcssen uns \u00fcberlegen, wie wir damit umgehen. <\/p>\n<p>[00:05:06] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Die Mediaanalyse ist ja nicht das richtige Tool, um so etwas bewerten zu k\u00f6nnen, weil, die setzt ja erst ab Alter 14 ein. Au\u00dferdem ist sie sehr stark ausgerichtet auf Programme, die werbefinanziert sind. Sie haben nun das gro\u00dfe Gl\u00fcck nicht nur zu werben &#8222;bundesweit und werbefrei&#8220;, sondern es tats\u00e4chlich auch sein zu k\u00f6nnen, nun eben auf solche Zahlen im Prinzip nicht R\u00fccksicht nehmen zu m\u00fcssen.<\/strong><\/p>\n<p>[00:05:30] <u>Stefan Raue<\/u>: Also, zum einen, da gibt&#8217;s verschiedene Antworten darauf. Zum einen ist es so, dass es f\u00fcr ein Programm insgesamt erfolgreich ist und zwar f\u00fcr jedes Format, was in diesem Programm stattfindet. Von der klassischen Musik \u00fcber das H\u00f6rspiel bis zu den Nachrichten, bis zu den Hintergrund-Angeboten, auch f\u00fcr ein Kinderprogramm, wenn der Programmfluss funktioniert. Das hei\u00dft, wenn sie nicht in jeder halben Stunde ein neues Publikum aufbauen m\u00fcssen, sondern wenn sie davon ausgehen k\u00f6nnen, das Publikum sich \u00fcber den Tag hinaus praktisch den Staffelstab weiterreicht &#8230; <\/p>\n<p>[00:05:59] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>&#8230; muss ich mal dazwischen gr\u00e4tschen. Warum ist das erfolgreicher? Der Deutschlandfunk macht das zum Beispiel mit Halbstunden-Sendungen, die sehr zielgruppenorientiert ausgerichtet sind erfolgreich \u00fcber Jahre. Also, da kann man Literatur gezielt einschalten, Sport gezielt einschalten, Wissenschaft und Technik gezielt einschalten und auch Medien gezielt einschalten und nie wird man gezwungen, sage ich mal, weiter zu h\u00f6ren, sondern da kommt immer wieder neue Kundschaft dazu.<\/strong><\/p>\n<p>[00:06:21] <u>Stefan Raue<\/u>: Das kann man so sehen. Man kann es aber auch so sehen, dass Deutschlandfunk in K\u00f6ln sehr stark davon profitiert, dass es mit dem Vormittagsprogramm ein sehr strammes Fundament auch aufgebaut hat und auf diesem Fundament es sich auch w\u00e4hrend des Tages weiterentwickelt. Da kommen immer wieder, haben Sie v\u00f6llig recht, Menschen dazu, die genau diese Sendung h\u00f6ren m\u00f6chten und keine andere. Aber es gibt eben auch eine andere Ausgangsbasis, einen anderen Absprungpunkt f\u00fcr ein Gesamtpublikum. Fest steht, dass eine halbst\u00fcndige Kindersendung inmitten von sehr erwachsen gepr\u00e4gtem Programm ein bisschen fremd wirkt. Das kann man so machen, wenn wir den Eindruck h\u00e4tten, dass dieser Sendeplatz, diese Sendung dort auch angenommen wird von Kindern. Da haben, sagen wir mal, unsere Experten haben da gewisse Zweifel. Was wir nicht machen werden, wir werden uns nicht von der Idee von Kinderradio  verabschieden. Also, wir werden nicht den Kakadu sterben lassen. Es geht jetzt im Augenblick darum, wie k\u00f6nnen wir den Kakadu an M\u00e4dchen und Jungen so bringen, dass sie auch, die Sendung geh\u00f6rt wird, rezipiert wird, dass die Kinder damit auch etwas anfangen k\u00f6nnen. Und da haben wir verschiedene Ideen, werden das aber jetzt, die zweite Jahresh\u00e4lfte dazu nutzen, um da mit der Redaktion, mit denjenigen, die das \u00fcber viele Jahre machen, da viel sachkundiger sind noch als ich, mit denen da zu Ergebnissen kommen, die f\u00fcr alle auch dann gut und zukunftstr\u00e4chtig sind.<\/p>\n<p>[00:07:53] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>W\u00e4re das nicht auch eine Gemeinschaftsaufgabe mit dem ARD-H\u00f6rfunk zusammen? Also, ich wei\u00df, dass der Mitteldeutsche Rundfunk ja immer wieder mal wellenartig versucht, Kindersendungen zu popularisieren mit &#8217;ner Kinderradio-App zum Beispiel. Der Westdeutsche Rundfunk arbeitet daran. Als Modell k\u00f6nnte doch Cosmo dienen, wo man ja auch wei\u00df, da arbeiten verschiedene Funkh\u00e4user zu.<\/strong><\/p>\n<p>[00:08:14] <u>Stefan Raue<\/u>: Das kommt dazu. Also, zum einen werden wir &#8211; und das werden wir jetzt noch in diesem Sommer starten &#8211; ein Projekt aufsetzen, das sich damit besch\u00e4ftigt auch: Was machen wir mit dem Kakadu im n\u00e4chsten Jahr? Und das betrifft auch das lineare Programm. Auch wenn wir sagen, werktags tr\u00e4gt das nicht so, sind wir am Wochenende richtig aufgestellt? K\u00f6nnte man sich das vorstellen, mehr am Wochenende zu machen? Wenn das H\u00f6rerverhalten von Kindern viel mehr nahelegt, dann auch mal Radio zu h\u00f6ren und sich die Zeit auch dazu zu nehmen, verbunden mit digitalen Angeboten, also Podcast-Angeboten. Das wird ja zu pr\u00fcfen sein jetzt. Und dazu kommt aber noch, dass wir uns wirklich &#8211; und da werde ich mich als Intendant auch mit einsetzen und das auch pers\u00f6nlich betreiben &#8211; wir werden uns umschauen, ob wir Kooperationspartner finden, ob wir Kooperationsprojekte finden, ob wir mit anderen Kinderradio- und Kinderfernseh-Projekten unter Umst\u00e4nden n\u00e4her zusammenarbeiten. Das ist auf jeden Fall auf der Agenda. Und das betrifft auch die Gesch\u00e4ftsleitung und mich jetzt pers\u00f6nlich als Intendant.<\/p>\n<p>[00:09:18] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Was spart bei den Deutschlandfunk-Kultur-Nachrichten das Streichen von Originalt\u00f6nen? Das haben Sie ja vor.<\/strong><\/p>\n<p>[00:09:25] <u>Stefan Raue<\/u>: Das Streichen von Originalt\u00f6nen in dieser Sendung spart zun\u00e4chst mal nix. Aber sie sparen, wenn sie die Sp\u00e4t-Nachrichten anders positionieren, sparen sie Arbeitsschichten, Bearbeitungsschichten. Und das ist der Spareffekt davon.<\/p>\n<p>[00:09:43] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Also, kein \u00e4sthetisches Problem, dass man sich dem Deutschlandfunk ann\u00e4hert in der Nachrichtenanmutung, dann m\u00f6glicherweise auch zentrale Nachrichten plant f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p>[00:09:52] <u>Stefan Raue<\/u>: Nein, das auf keinen Fall. Das habe ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hier ganz klar gesagt. Wir haben uns das auch \u00fcberlegt. Wir haben uns \u00fcberlegt, wollen wir nicht im Prinzip arbeitsteilig arbeiten, beispielsweise, dass die Nachrichten aus K\u00f6ln kommen k\u00f6nnen. Ich halte das f\u00fcr keine gute Idee. Ich glaube, dass es hier im Funkhaus eine Nachrichten-Tradition gibt. Ich glaube, dass unser orangenes Programm, also unser Kulturprogramm auch Aktualit\u00e4tsgef\u00fchl haben muss. Die Themen, die w\u00e4hrend der Sendungen, w\u00e4hrend des Tages m\u00fcssen auch deutlich einordbar sein in eine aktuelle Situation. Die k\u00f6nnen nicht jenseits von Raum und Zeit stattfinden. Und daf\u00fcr ist eine eigene Nachrichten-Kompetenz auch notwendig. Die Frage ist, ob man das mit O-Ton-Nachrichten oder nicht machen soll und ob, wie das Programm davor und danach sich so zu einem Nachrichten-Block verhalten. Und da kann man so oder so der Meinung sein. Aber, ich glaube, dass wir mit dem Konzept einer k\u00fcrzeren knappen Nachrichtensendung da durchaus nicht schlecht aussehen. <\/p>\n<p>[00:10:51] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Das Deutschlandradio ist bisher nicht aufgefallen als ein Unternehmen, das sehr milit\u00e4risch gef\u00fchrt wird, also wo es einen gibt, der sagt, was gemacht wird und andere m\u00fcssen es dann tun, sondern hier war auch immer sehr viel Kreativit\u00e4t in der Diskussion zu ziehen. Wie versuchen Sie jetzt oder wie beobachten Sie es jetzt, die Konfrontation, die nach au\u00dfen dringt, die als schlechte Stimmung gekennzeichnet wird &#8211; man konnte auch lesen: <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2tOzsY8\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">&#8222;Die Nerven liegen blank&#8220;<\/a> &#8211; wie kommt man aus ihrer Position heraus? <\/strong><\/p>\n<p>[00:11:21] <u>Stefan Raue<\/u>: Die wertvollste Ressource in diesem Zusammenhang ist Vertrauen. Weil wir k\u00f6nnen nicht alle Programmdirektor sein. Wir k\u00f6nnen nicht alle Intendant sein. Wir k\u00f6nnen nicht alle Chefredakteur oder Wellenchef sein. Wir m\u00fcssen arbeitsteilig arbeiten. Wir m\u00fcssen unseren Mitarbeitern und unseren F\u00fchrungskr\u00e4ften auch vertrauen in Dingen, die wir selbst m\u00f6glicherweise pers\u00f6nlich gar nicht so einsehen. Das ist die Schwierigkeit der ganzen Geschichte. Man kann alles sehr lange diskutieren und debattieren, dann muss aber entschieden werden und fordert es von allen, dass sie sich auch an den Entscheidungen orientieren. Dann kann man das Fass nicht am n\u00e4chsten Tag wieder aufmachen. Das setzt aber ein Grundvertrauen voraus, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sagen: Ich bin jetzt anderer Meinung, aber die haben ja auch Erfahrung und die haben ja auch einen Horizont, um bestimmte Dinge entscheiden zu k\u00f6nnen. Also, gehen wir mal in diese Richtung. Und da m\u00fcssen wir daran arbeiten. Und da arbeiten wir auch dran.  <\/p>\n<p>[00:12:12] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Sie kommen ja vom Mitteldeutschen Rundfunk. Wenn Sie so Vergleiche ziehen: beim mdr der Umzug von mdr aktuell von Halle wieder zur\u00fcck nach Leipzig und Sie sehen, ich sage mal, das Konfliktpotenzial in Berlin und K\u00f6ln. Wie w\u00fcrden Sie das bewerten?  <\/strong><\/p>\n<p>[00:12:26] <u>Stefan Raue<\/u>: Na, zum einen sind die \u00fcberschaubaren, ich sags nochmal, sehr kleinen Finanzprobleme, die wir hier haben, die sind f\u00fcr den Mitteldeutschen Rundfunk und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelernt. Der mdr hat durch die besonderen Aufgaben in diesen drei L\u00e4ndern und die sp\u00e4te Geburt usw. von Anfang an mit &#8230; mit sehr sparsamer Struktur und Strategie gearbeitet und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen, sagen wir, die Diskussion dar\u00fcber, welches Programm k\u00f6nnen wir noch finanzieren, welches nicht mehr, wo m\u00fcssen wir uns st\u00e4rker konzentrieren und so weiter. Das hat Deutschlandradio und haben seine Programme nie gebraucht. Sie waren immer ausk\u00f6mmlich finanziert. Die Nichtanpassung des Rundfunkbeitrags und die aber st\u00e4ndig steigenden Kosten im Personal- und Sach-Bereich f\u00fchren irgendwann mal dazu, dass man an die Wand st\u00f6\u00dft. Jetzt sind wir an die Wand gesto\u00dfen. Jetzt m\u00fcssen wir mit dieser Sache umgehen. Das geh\u00f6rt zur Profession und da m\u00fcssen wir alle erwachsen mit umgehen. Das muss aber hier noch auch gelernt werden. Das werf&#8216; ich niemandem vor. Das ist so. Da muss man schauen, dass man die Dinge auch konzentriert und auch mal auf Dinge verzichtet. Das ist beim mdr immer anders diskutiert worden. Das w\u00fcrde ich so als den Hauptpunkt sehen. Jetzt muss man auch sehen, dass im Fernsehbereich die Ver\u00e4nderungsgeschwindigkeit viel gr\u00f6\u00dfer als im klassischen H\u00f6rfunk ist. Also, im Fernsehen wird viel schneller auch mal eine Sendung eingestellt, wieder eine neue aufs Gleis gebracht, werden im Programmablauf st\u00e4rker Ver\u00e4nderungen gemacht. Fernsehprogramm-Macher sind Meister in dem Optimieren von Audience Flow. Das ist f\u00fcr solche Programme, wie wir sie unter dem Dach des Deutschlandradio haben, erstens noch nicht so gelernt und zweitens ist es auch nicht unbedingt notwendig, es so zu optimieren, wie es im Fernsehbereich notwendig ist.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Was: Interview \u00fcber Etatdefizite und Programmver\u00e4nderungen Wer: Stefan Raue, seit September 2017 Deutschlandradio-Intendant Wann: rec.: 28.06.2018, 13 Uhr; ver\u00f6ffentlicht in einer 9:07-Fassung im radioeins-Medienmagazin (rbb) vom 30.06.2018, 18:47 Uhr und in einer Kurz-Fassung im rbb-Inforadio am 01.07.2018, 10:44 und 15:24 Uhr Wo: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[922,924,923],"class_list":["post-40243","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","tag-deutschlanddradio","tag-deutschlandfunk-kultur","tag-kakadu"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40243"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40243\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45543,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40243\/revisions\/45543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}