{"id":40697,"date":"2018-09-18T18:46:25","date_gmt":"2018-09-18T17:46:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=40697"},"modified":"2018-09-22T11:18:06","modified_gmt":"2018-09-22T10:18:06","slug":"m100-media-award-2018-deniz-yuecel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=40697","title":{"rendered":"M100 Media Award 2018 &#8211; Dankesrede Deniz Y\u00fccel"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_40698\" aria-describedby=\"caption-attachment-40698\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180918_DSC_7346_yuecel_deniz_1100\u2006\u00d7\u2006680.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180918_DSC_7346_yuecel_deniz_1100\u2006\u00d7\u2006680.jpg\" alt=\"Deniz Y\u00fccel w\u00e4hrend seiner Dankesrede | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner\" width=\"1100\" height=\"680\" class=\"size-full wp-image-40698\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180918_DSC_7346_yuecel_deniz_1100\u2006\u00d7\u2006680.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180918_DSC_7346_yuecel_deniz_1100\u2006\u00d7\u2006680-300x185.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180918_DSC_7346_yuecel_deniz_1100\u2006\u00d7\u2006680-768x475.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180918_DSC_7346_yuecel_deniz_1100\u2006\u00d7\u2006680-1024x633.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-40698\" class=\"wp-caption-text\">Deniz Y\u00fccel w\u00e4hrend seiner Dankesrede | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height:30px;\"><\/div>\n<p> <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20180918_m100_yuecel_deniz_96.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20180918_m100_yuecel_deniz_96.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20180918_m100_yuecel_deniz_96.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20180918_m100_yuecel_deniz_96.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  <br \/>\n<strong><u>Wer<\/u><\/strong>: Deniz Y\u00fccel, Journalist, Die WELT<br \/>\n<strong><u>Was<\/u><\/strong>: Dankesrede M100-Media-Award <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2NqMxCT\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">2018<\/a><br \/>\n<strong><u>Wo<\/u><\/strong>: Potsdam Museum, Alter Markt 9, 14467 Potsdam<br \/>\n<strong><u>Wann<\/u><\/strong>: 18.09.2018, 18:46 Uhr<\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-6919' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-6919' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<p>(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote><p>\n[00:00:00] Ich kann das auch &#8230; Nee, ich glaub&#8216;, das st\u00f6rt dann den Blick, oder? Nee, das ist auch ein bisschen zu viel. So. Nein, so vor mir w\u00e4re das ein bisschen zu viel. Sonst bin ich nat\u00fcrlich sehr gl\u00fccklich. Herr Oberb\u00fcrgermeister, meine Damen und Herren, ich bin ein wenig aus der \u00dcbung. <\/p>\n<p>[00:00:27] Also, wenn ich jetzt zu schnell oder zu langsam spreche, dann bitte ich um Nachsicht. Und ich m\u00f6chte mit einem Dank beginnen. Ich danke der Jury f\u00fcr den M100-Media-Award und ich danke Ihnen allen, die sich heute Abend hier in Potsdam zu diesem Anlass versammelt haben. Ich danke meiner fr\u00fcheren Chefredakteurin <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2NqMxCT\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Ines Pohl<\/a> f\u00fcr ihre sehr bewegenden und auch sehr wahren Worte. Und ich danke Herrn Lindner f\u00fcr seine sehr kluge <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2NqMxCT\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Rede<\/a> und f\u00fcr seine W\u00fcrdigung, die sehr sch\u00f6ne W\u00fcrdigung unseres Berufsstandes. Anl\u00e4sslich einer Preisverleihung im vorigen Jahr kritzelte ich in einer Anwaltskabine des Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisses Silivri Nummer 9 &#8211; Sie m\u00fcssen sich das so vorstellen, das waren so Kabinen rund um Glas, auf beiden Seiten W\u00e4rter und mehrere Kabinen nebeneinander zwei mal zwei Quadratmeter etwa, da fanden die Gespr\u00e4che, die Treffen mit den Anw\u00e4lten statt &#8211; und dann an solchem Treffen, in einem Gespr\u00e4ch mit dem Anwalt kritzelte ich also eines Tages eilig eine Gru\u00dfbotschaft auf den Block meines Anwalts. <\/p>\n<p>[00:01:34] Darin schrieb ich ungef\u00e4hr, dass ich mich freue, den ehrw\u00fcrdigen <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2QHA77J\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Theodor-Wolff-Preis<\/a> durch blo\u00dfes dumm Rumsitzen im Knast zu erhalten. Und heute mehr als ein Jahr sp\u00e4ter kann ich mich abermals durch blo\u00dfes dumm Rumsitzen im Knast nun in einer Reihe mit Natalja Sindejewa, mit Roberto Saviano oder Charlie Hebdo w\u00e4hnen. <\/p>\n<p>[00:01:58] Danke daf\u00fcr. (Beifall) <\/p>\n<p>[00:02:07] Herr Oberb\u00fcrgermeister, \u2026 der Herr Oberb\u00fcrgermeister war ja so freundlich, mir im Zusammenhang mit der Preisverleihung besonders viel Mut zu attestieren: Selbst aus der Haft heraus, sagte Herr Jakobs eben auch nochmal, h\u00e4tte ich mich f\u00fcr einen kritischen und unabh\u00e4ngigen Journalismus eingesetzt. Ich will ja nicht so unh\u00f6flich sein Herrn Jakobs, quasi dem Gastgeber des heutigen Abends \u00f6ffentlich zu widersprechen, aber ich selber w\u00fcrde nicht reklamieren, besonderen Mut an den Tag gelegt zu haben. Ja, ich habe, Ines hat in ihrer Laudatio bereits darauf hingewiesen, das Jahr meiner Inhaftierung, genauer das Jahr meiner Geiselnahme vor allem mit einer T\u00e4tigkeit verbracht. <\/p>\n<p>[00:02:50] Ich habe gek\u00e4mpft. Ich habe Wege gefunden, die strenge Briefzensur des Gef\u00e4ngnisses zu \u00fcberlisten. Als Papier und Stift verboten waren, wie in den ersten zwei Wochen im Polizeigewahrsam, habe ich versucht, die rote So\u00dfe der Essenskonserve als Ersatztinte zu verwenden. Die Sache mit dem Charlie-Hebdo-Buch kam erst sp\u00e4ter, nachdem ich mir einen Kugelschreiber geklaut habe. Und nat\u00fcrlich erschien der Text in der Welt am Sonntag noch, als ich im Polizeigewahrsam mich befand. Das Rauchen war da \u00fcbrigens auch nicht erlaubt. Also, hab\u2019 ich Nikotinpflaster rein geschmuggelt. Es gibt immer einen Weg. Sp\u00e4ter im Hochsicherheitsgef\u00e4ngnis, wo alles Lebendige, das ein bisschen Freude gestiftet h\u00e4tte, verboten war. Es war alles &#8230; es war eine Sinfonie aus Beton, Stahl und Stacheldraht &#8230; dort also habe ich im Joghurtbecher Minze aus dem Knastladen gro\u00dfgezogen, im Joghurtbecher mit einer Mischung aus Teesatz und zerbr\u00f6selten Eierschalen als Ersatzerde. Als Pr\u00e4sident Erdo\u011fan verk\u00fcndete, dass ich niemals ausgeliefert werden w\u00fcrde, solange er im Amt sei, habe ich erkl\u00e4rt, dass ich eine Auslieferung im \u00fcbrigen ablehne. <\/p>\n<p>[00:04:01] Und als die Frage von R\u00fcstungsgesch\u00e4ften im Austausch gegen meine Freiheit im Raum stand, habe ich deutlich gemacht, wie ich diese Idee finde: nicht so gut. F\u00fcr manche Schikane und manches Problem habe ich eine L\u00f6sung gefunden, f\u00fcr andere nicht. Aber ich habe mich mit der Situation niemals einfach abgefunden. Nur war das weniger ein Akt von Mut, glaube ich, als ein Akt von Selbstbehauptung. Wenn sie mich zum Schweigen bringen wollten, dann durfte ich nicht verstummen. Wenn sie mich fertigmachen wollten, durfte ihnen das nicht gelingen. Es ging also darum, auch unter diesen sehr schwierigen Umst\u00e4nden so viel Autonomie wie m\u00f6glich zu erk\u00e4mpfen und zu wahren. Und genau aus diesem Grund habe ich mich nach meiner Freilassung und nach einigen wenigen \u00f6ffentlichen Auftritten vorl\u00e4ufig zur\u00fcckgezogen. So wie ich im Knast kein Opfer der Umst\u00e4nde sein wollte, wollte ich mich auch hinterher, also nach meiner Freilassung, nicht von den Umst\u00e4nden treiben lassen, auch wenn diese Umst\u00e4nde nat\u00fcrlich jetzt ganz andere waren. Helden brauchen vielleicht keine Pause, ich schon. Und darum bin ich meinem Arbeitgeber der Welt und dem Axel-Springer-Verlag sehr dankbar, dass sie mir dies erm\u00f6glichen. Der heutige Abend ist f\u00fcr mich also nur eine Pause von der Pause. Und darum auch keine Interviews. <\/p>\n<p>[00:05:22] Sorry. Ja, das war jetzt sehr viel ICH. Dabei ist das nur die halbe Geschichte. Denn ohne die vielen Menschen, die mir zur Seite standen, h\u00e4tte ich diesen Kampf um Selbstbehauptung und Autonomie nicht f\u00fchren k\u00f6nnen, h\u00e4tte daf\u00fcr nicht die n\u00f6tige Kraft gefunden. Darum kann und will ich nicht \u00fcber meine Zeit im Gef\u00e4ngnis sprechen, ohne sie jedes Mal zu erw\u00e4hnen: meine wunderbaren Anw\u00e4lte Veysel Ok, Ferat \u00c7a\u011f\u0131l und Refik T\u00fcrko\u011flu, Doris Akrap, Imran Ayata, Tilman Clau\u00df und alle anderen aus den Freundeskreisen #FreeDeniz in Berlin und Hamburg. Mein Freund und Kollegen Daniel-Dylan B\u00f6hmer von der Welt, mein Chefredakteur Ulf Poschardt, den Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias D\u00f6pfner und alle anderen Kolleginnen und Kollegen aus der Welt und dem Springer-Verlag. Meine Schwester Ilka Y\u00fccel und Michael Antenbrink, den B\u00fcrgermeister meiner Geburtsstadt Fl\u00f6rsheim am Main. Die Kolleginnen und Kollegen meiner fr\u00fcheren Zeitung, der taz und aus anderen deutschen, t\u00fcrkischen &#8230; deutschen und t\u00fcrkischen Redaktionen B\u00fclent Mumay zum Beispiel, die mich nie vergessen haben, also auch die Kolleginnen und Kollegen anderen Redaktionen, Generalkonsul Georg Birgelen und seine Kollegen aus den deutschen Auslandsvertretungen in Istanbul und Ankara. Sigmar Gabriel, Angela Merkel und viele andere Politikerinnen und Politiker aus der Bundesregierung, aus der Opposition. <\/p>\n<p>[00:06:41] Herr Lindner, nat\u00fcrlich, Cem \u00d6zdemir, Sevim Da\u011fdelen und viele andere, nat\u00fcrlich auch Politikerinnen und Politiker aus der t\u00fcrkischen Opposition, die mich regelm\u00e4\u00dfig im Knast besuchen kamen, K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die immer wieder an verschiedenen Orten in Deutschland aus meinen Texten gelesen haben und nat\u00fcrlich den vielen Menschen, die sich f\u00fcr mich eingesetzt, sich an Protestaktionen beteiligt oder mir ins Gef\u00e4ngnis geschrieben haben. Ihnen allen bin ich unendlich dankbar und ich muss jedesmal noch immer mit den Tr\u00e4nen k\u00e4mpfen, wenn ich Bilder sehe, wie die Bilder von &#8230; von eben. Das war wirklich &#8230; ganz toll. Doch noch viel mehr, noch vor allen anderen bin ich meiner geliebten Dilek dankbar. (Beifall)<\/p>\n<p>[00:07:44] Dilek hatte in dieser Zeit wirklich alles getan, was gerade notwendig war. Kaffee mit der Bundeskanzlerin trinken, Verhandlungen mit dem t\u00fcrkischen Justizministerium f\u00fchren z. B. \u00fcber so Fragen wie die Erlaubnis, unsere Katze in den Knast zu schmuggeln oder ein Kopfkissen aus &#8230; in Wassermelonen-Form mir geben zu k\u00f6nnen, frische Socken in den Knast bringen usw. Und ich glaube, die Kollegen aus dem <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2NAyZ8c\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Spiegel<\/a> haben sinngem\u00e4\u00df nach meiner Freilassung &#8230; haben sie &#8230; schrieben sie auf die Frage hin, was denn jetzt nun zu meiner Freilassung gef\u00fchrt habe, schrieben sie, das mag verschiedene Gr\u00fcnde gehabt haben, aber sicherlich mag auch die Sturheit des Journalisten Deniz Y\u00fccel dazu beigetragen haben. Das mag sein. Ich w\u00fcrde nur hinzuf\u00fcgen, dass die Sturheit von Dilek Mayat\u00fcrk Y\u00fccel &#8230; das Ihrige dazu beigetragen hat. Daf\u00fcr danke Dilek. (Beifall) <\/p>\n<p>[00:08:49] Das Verh\u00e4ltnis zwischen Deutschland und der T\u00fcrkei ist auch nach meiner Freilassung nicht aus der \u00f6ffentlichen Diskussion verschwunden. <\/p>\n<p>[00:08:55] Der letzte Protagonist dieser Debatte, ein deutsch-t\u00fcrkischer Fu\u00dfballer. Der war n\u00e4mlich schuld daran, dass Deutschland erstmals in der WM-Historie in der Vorrunde ausgeschieden ist (Lacher). Die Ideenlosigkeit der Trainer, die miese Form der Spieler, die Selbstgef\u00e4lligkeit, die das ganze Team umwehte, dieser bescheuerte Slogan, an alledem, so analysierten die Verantwortlichen des Deutschen Fu\u00dfballbundes und eine Schar von Ex-Nationalspielern hinterher, an alledem war ganz allein der \u00d6zil schuld oder genauer: schuld war der Erdo\u011fan, mit dem sich der \u00d6zil und sein Mannschaftskamerad \u0130lkay G\u00fcndo\u011fan kurz vor der WM hatten ablichten lassen. <\/p>\n<p>[00:09:38] Angesichts solcher Analysen kann man die Fans des t\u00fcrkischen Diktators schon irgendwie verstehen. Wenn von einem einzigen Schnappschuss ein solcher Voodoo ausgehen kann, dann muss etwas dran sein an dem Attribut &#8222;Weltenlenker&#8220;. (Beifall) <\/p>\n<p>[00:10:02] Mesut \u00d6zil aber hatte gegen unsere Werte versto\u00dfen, unsere Werte, welche die Nationalmannschaft sonst bei dieser Veranstaltung im superwertekonformen Russland bestimmt ganz prima vertreten h\u00e4tte. Und darum wird \u00d6zil unsere Werte bei der n\u00e4chsten Gelegenheit, n\u00e4mlich bei der WM im Werte-Emirat Katar auch nicht mehr vertreten k\u00f6nnen. (Lacher) <\/p>\n<p>[00:10:29] Am Umgang mit \u00d6zil zeigte sich, wof\u00fcr die Kritik am Erdo\u011fan-Regime, nat\u00fcrlich alle berechtigte Kritik, inzwischen taugt: zu einer Chiffre f\u00fcr Rassismus. Die Forderung &#8222;T\u00fcrken raus aus der Nationalmannschaft&#8220; w\u00fcrde, au\u00dfer ein paar veritable Neonazis, niemand formulieren. Ein Satz wie &#8222;Wer dem t\u00fcrkischen Diktator huldigt, soll zur\u00fcck nach Anatolien&#8220; geht da schon viel flotter \u00fcber die Lippen und klingt dazu noch so sch\u00f6n demokratisch, fast m\u00f6chte man sagen, so wertorientiert. So liegt es in der Logik der Sache, dass genau diejenigen, die Erdo\u011fan f\u00fcr meine Verhaftung gefeiert hatten, ein &#8230; bald darauf am lautesten \u00d6zils Rausschmiss forderten, n\u00e4mlich die Klemm-Nazis im Deutschen Bundestag und deren Anhang. Die \u00d6zil-Diskussion steht aber auch in einem merkw\u00fcrdigen Missverh\u00e4ltnis zur j\u00fcngsten Wende der deutschen T\u00fcrkei-Politik. <\/p>\n<p>[00:11:27] Als k\u00fcrzlich Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas bei einem Besuch in der T\u00fcrkei fr\u00f6hlich Selfies mit seinem t\u00fcrkischen Amtskollegen Mevl\u00fct \u00c7avu\u015fo\u011flu schoss, war das wertem\u00e4\u00dfig dann irgendwie schon in Ordnung. Und wenn demn\u00e4chst der Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier, Herr Lindner kam auf das Thema ja schon zu sprechen, wenn also der Bundespr\u00e4sident demn\u00e4chst einen Verbrecher zum Staatsempfang empfangen wird, einen Verbrecher, der sich neben vielem anderen, in meinem und in vielen weiteren F\u00e4llen des Menschenraubes schuldig gemacht hat, dann m\u00fcssen unsere Werte da halt durch. So scheint es, als w\u00fcrde sich die Bundesregierung anschicken, ein weiteres Mal all jene Menschen in der T\u00fcrkei zu verraten, die sich nach einer freiheitlichen, demokratischen und s\u00e4kularen Gesellschaft sehnen. (Beifall)<\/p>\n<p>[00:12:18] Das sage ich, obwohl ich der Bundesregierung, ich habe es ja vorhin schon erw\u00e4hnt, sehr dankbar bin f\u00fcr ihre Bem\u00fchungen um meine Freilassung. Und ich sage dies guten Gewissens, weil ich schon vor meiner Verhaftung dieselbe Kritik immer wieder formuliert habe. Nun dies w\u00e4re also der dritte Verrat dieser Art. Der erste erfolgte etwa in den Jahren 2006\/2007. Damals waren in der T\u00fcrkei noch jene demokratischen Reformen in Gange, die von der Vorg\u00e4ngerregierung eingeleitet worden waren und die Erdo\u011fan mit weiterem Schwung vorantrieb. Europa war damals Hoffnung und Ziel zugleich. Das letzte Ziel, auf die sich &#8230; auf das sich der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil der t\u00fcrkischen Gesellschaft, wenngleich aus sehr unterschiedlichen, teils sogar gegens\u00e4tzlichen \u00dcberlegungen einigen konnte. Aber ein Ziel, das das Land hin zu einem besseren entwickeln lie\u00df. Damals machte die Merkel-Regierung im Verbund mit Nicolas Sarkozy den T\u00fcrken klar: Egal was ihr macht, Ihr kommt hier nicht rein. Auch wenn sich die T\u00fcrkei zu einem vorbildlichen Rechtsstaat entwickelt und eine florierende Wirtschaft hervorbringt, auch wenn all die schwerwiegenden M\u00e4ngel behoben werden, die die t\u00fcrkische Republik bereits seit ihrer Gr\u00fcndung begleiten und sogar wenn der Konflikt mit den Kurden friedlich gel\u00f6st wird, Ihr kommt hier einfach nicht rein. Ein wichtiger, wom\u00f6glich der wichtigste Grund hierf\u00fcr war die Angst vor Freiz\u00fcgigkeit. 80 Millionen T\u00fcrkinnen und T\u00fcrken sollten nicht einfach ohne Visum Paris oder Berlin besuchen k\u00f6nnen, so wie jeder deutsche oder franz\u00f6sische Urlauber ganz selbstverst\u00e4ndlich ohne Visum nach Istanbul oder Antalya fliegen kann. <\/p>\n<p>[00:13:56] Der zweite Verrat folgte rund zehn Jahre sp\u00e4ter. Und diesmal war die Visa-Frage pl\u00f6tzlich gar kein Problem mehr. Damals im Herbst 2015 hatte Erdo\u011fan gerade zum ersten Mal eine Parlamentswahl verloren und wollte sie deshalb in K\u00fcrze wiederholen. Da machte ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Aufwartung und lie\u00df sich im osmanischen Barock des Y\u0131ld\u0131z-Palastes vorf\u00fchren. Zudem sorgte die Bundesregierung daf\u00fcr, dass der Fortschrittsbericht der EU, in dem der T\u00fcrkei angesichts der erneuten Eskalation des Kurdenkonflikts deutliche R\u00fcckschritte attestiert wurden, erst nach dem Wahltermin ver\u00f6ffentlicht wurde. Das alles nur, weil man in Europa &#8211; und zwar sehr bald nach einem zwar unkoordinierten, aber gro\u00dfen, humanit\u00e4ren Akt &#8211; dass man sehr bald danach also begann, Menschen, die vor Krieg und Elend flohen als Bedrohung wahrzunehmen. Und daf\u00fcr war man bereit, Appeasement gegen\u00fcber einem diktatorischen Regime zu betreiben. Aus Angst wurde man erpressbar und die Werte, naja sie verk\u00fcmmerten zu &#8222;Sorgen&#8220;. Vieles, was der t\u00fcrkische Staatspr\u00e4sident den ganzen Tag lang von sich gibt, ist Hass-Sprech, anderes schlichter Bl\u00f6dsinn. <\/p>\n<p>[00:15:08] Doch der Vorwurf der Scheinheiligkeit an die Adresse Europas ist so ganz falsch nicht. Und ganz so, als wollte die Bundesregierung den Beweis f\u00fcr diesen Vorwurf antreten, m\u00f6chte sie nun nach einer Krisen-Phase ein neues Kapitel aufschlagen. Sei es aus Furcht vor weiteren Fl\u00fcchtlingen aus Syrien, aus Furcht vor den Folgen eines wirtschaftlichen Kollaps der T\u00fcrkei, wegen der Gesch\u00e4ftsinteressen von Siemens, Rheinmetall und Co. oder ganz allgemein im Sinne der viel bem\u00fchten strategischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland. Pragmatismus nennt man das. Ein Euphemismus, mit dem sich noch beinahe jede Skrupellosigkeit verbr\u00e4men l\u00e4sst. Mit solchem Pragmatismus aber lassen sich kurzfristige Gewinne erzielen, auch kurzfristige Ziele erreichen. Langfristig aber hat es sich bislang noch immer ger\u00e4cht. Der Nahe Osten ist nicht deshalb in Aufruhr geraten, weil die Regimes der Mubaraks, Gaddafis und Assads gest\u00fcrzt wurden, beziehungsweise an den Rand des Sturzes kamen, sondern weil diese M\u00f6rder und Diebescliquen viel zu lange von West und Ost unterst\u00fctzt wurden und man kann davon ausgehen, dass jede Befriedigung mit diktatorischen Mitteln fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu einer neuen Explosion mit einer noch gr\u00f6\u00dferen Wucht f\u00fchren wird. Ohne Frieden, Freiheit und soziale Teilhabe wird es sich nicht verhindern lassen, dass Menschen anderswo ein besseres Leben suchen. Und genau darum ist es keine gute Idee, einen Serienkiller wie Abdel Fattah al-Sisi in \u00c4gypten zu hofieren. Und genau darum ist es auch keine gute Idee, sich mit dem Erdo\u011fan-Regime zu arrangieren. <\/p>\n<p>[00:16:49] Das hei\u00dft nicht, dass ich jede wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit der T\u00fcrkei ablehnen w\u00fcrde. Au\u00dfer beim Thema Waffen nat\u00fcrlich. Panzer sollte man vielleicht besser erst gar nicht bauen. Und wenn, sollte man sie zumindest nicht in L\u00e4nder liefern, in denen sie gegen die eigene Zivilbev\u00f6lkerung oder jene der Nachbarl\u00e4nder eingesetzt werden. Doch ein Gespr\u00e4ch zwischen Deutschland und der T\u00fcrkei und auch Zusammenarbeit ben\u00f6tigt es nat\u00fcrlich. Aber dieser Zusammenarbeit sollten Bedingungen folgen. Und zu solchen &#8230; unter solchen Bedingungen w\u00fcrde ich es nicht verstehen, dass vielleicht noch ein paar weitere, namentlich bekannte Gefangene wie Ahmet Altan, Osman Kavala, Enis Berbero\u011flu, Selahattin Demirta\u015f freikommen. Es m\u00fcsste viel mehr passieren. Zum Beispiel die g\u00e4ngige Praxis t\u00fcrkischer Gerichte, f\u00fcr die meistens schon ein Facebook-Eintrag gen\u00fcgen kann. Die Praxis, die lautet: Erst verhaften, dann Beweise suchen, dann schmoren lassen und dann &#8230; naja, dann ist&#8217;s irgendwie auch egal. Diese Praxis muss also aufh\u00f6ren. Und das w\u00e4re eine Forderung, an die die Bundesregierung zum Beispiel die Frage nach Darlehen der Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau verkn\u00fcpfen k\u00f6nnte. So wie sich Erdo\u011fan bestens darin versteht, andere Leute zu erpressen, hat er selber einen wunden Punkt: die Wirtschaftslage. Und mit Gangstern muss man die Sprache sprechen, die sie verstehen. Doch nat\u00fcrlich k\u00f6nnte eine solche Politik im besten Fall blo\u00df die gr\u00f6bsten Ausw\u00fcchse der Diktatur eingrenzen. Mehr nicht. Eine freiheitliche und rechtsstaatliche Ordnung wird es in der T\u00fcrkei nicht geben, solange nicht ein gr\u00f6\u00dferer Teil der Gesellschaft einen Regimewechsel will, als es gegenw\u00e4rtig der Fall ist. Wir erwarten nicht, dass Deutschland uns rettet, sagte j\u00fcngst der Rechtsprofessor, Oppositionspolitiker und Habermas-\u00dcbersetzer Mithat Sancar. Aber wir sind dagegen, dass Deutschland sich in die Rolle des Erdo\u011fan-Retters aufschwingt. Dem kann ich mich nur anschlie\u00dfen. (Beifall) <\/p>\n<p>[00:19:00] Allerdings taugt die T\u00fcrkei &#8211; und damit komme ich zum letzten Teil &#8211; allerdings taugt die T\u00fcrkei nicht blo\u00df als Resonanzboden f\u00fcr wohlfeile Werte-Debatten, ist das Erdo\u011fan-Regime nicht blo\u00df ein Versuch, die unter Kemal Atat\u00fcrk eingeleitete Modernisierung r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, ist das Regime, das Erdo\u011fan-Regime trotz aller Verkl\u00e4rung des Osmanentums nicht blo\u00df eine reaktion\u00e4re Kuriosit\u00e4t am Rande Europas. Die Erdo\u011fans, Orbans und Trumps, die Putins, Salvinis, Maduros und wie sie alle hei\u00dfen verbindet, dass sie zwar nicht durch Gewalt an die Macht gekommen sind, sondern durch mehr oder weniger freie und faire Wahlen. F\u00fcr ihre Legitimation brauchen sie die Best\u00e4tigung durch den W\u00e4hler und verachten dabei doch alles, was \u00fcber die reine Akklamation der bestehenden Herrschaft hinaus eine Demokratie auszeichnet: Die pluralistische Gesellschaft, die Vielfalt der Lebensentw\u00fcrfe, die materiellen Grundlagen der Freiheit, die Teilhabe der Opposition und nat\u00fcrlich die Existenz einer freien und kritischen Presse. Aber gerade weil sie den Anschein der Demokratie so dringend brauchen, sind sie auch mit demokratischen Mitteln am besten zu bek\u00e4mpfen, nicht zuletzt mit dem Journalismus, den sie so sehr hassen. Genau darum nahm ich das Angebot sehr gerne an, als mich die Welt Anfang 2015 fragte, ob ich als Korrespondent in die T\u00fcrkei gehen wollte, nicht aus Abenteuerlust und auch nicht blo\u00df deshalb, weil meine Eltern urspr\u00fcnglich aus diesem Land stammten und weil ich die Sprache konnte. Sondern, weil ich davon \u00fcberzeugt bin, dass Journalismus &#8211; ich sage nicht kritischer Journalismus, weil unkritischer Journalismus keiner ist (Beifall) &#8211; also ich sage, dass &#8230; Journalismus &#8230; Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass Journalismus \u00fcberall dort gebraucht wird, wo Macht ausge\u00fcbt wird, im kleinen, wie im Gro\u00dfen, im Lokalen, wie im ganzen, am meisten aber dort, wo er in Gefahr schwebt und mit ihm die Freiheit aller und nat\u00fcrlich auch, weil man aus dem Internet allein keine fundierte Berichterstattung abliefern kann. Man muss dorthin gehen, wo es wehtut, selbst, wenn es einem selber weh tun kann. Das ist unsere Aufgabe und das ist auch der Grund, weshalb die Pressefreiheit ein besonderes Gut ist. Dass diese Arbeit gewisse Nachteile nach sich ziehen k\u00f6nnte, war mir also klar. Aber das geh\u00f6rt dazu. So wie alle bisherigen Freiheiten nie geschenkt, sondern stets erk\u00e4mpft wurden. Auch in Potsdam, in Brandenburg, in Ostdeutschland ist auch unsere Freiheit nicht f\u00fcr lau zu verteidigen und nicht f\u00fcr lau auszubauen. <\/p>\n<p>[00:21:41] Ich m\u00f6chte aber meine Geiselnahme, die Einzelhaft, die \u00f6ffentlichen Anschuldigungen und so weiter, ich m\u00f6chte all das, was mir widerfahren ist, nicht kleinreden. Aber ich m\u00f6chte es auch nicht gr\u00f6\u00dfer machen, als es war. Im Vergleich zum Schicksal von Daphne Caruana Galizia, J\u00e1n Kuciak oder James Foley, im Vergleich zum Schicksal unz\u00e4hliger t\u00fcrkischer Kollegen von U\u011fur Mumcu \u00fcber Metin G\u00f6ktepe, Musa Anter zu Hrant Dink f\u00e4llt so ein Jahr im Knast auch nicht weiter ins Gewicht. <\/p>\n<p>[00:22:09] Und es ist ja auch nicht alles schlecht an dieser Geschichte gewesen. Dilek und ich kannten uns zum Beispiel erst ein halb &#8230; sechs Monate, als ich verhaftet wurde. Wir haben eigentlich &#8230; den Gro\u00dfteil unserer Beziehung haben wir hinter einer Trennscheibe verbracht und ja, das war nicht so ganz einfach, aber es war eine Zeit, in der unsere Liebe gewachsen ist, in dem sie erbl\u00fchte hinter dieser Trennscheibe, hinter der wir uns versuchten zu ber\u00fchren. <\/p>\n<p>[00:22:36] Das war nicht schlecht an diesem Jahr im Gef\u00e4ngnis und in dem Jahr im Gef\u00e4ngnis habe ich auch die Ehre zu verdanken, dass ich heute Abend zu Ihnen sprechen durfte. Ich danke noch einmal f\u00fcr den M100-Media-Award. (Beifall) <\/p>\n<p>[00:23:08] Ich danke nochmals all meinen Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzern und ich danke Ihnen allen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit. Danke. (Beifall)\n<\/p><\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Wer: Deniz Y\u00fccel, Journalist, Die WELT Was: Dankesrede M100-Media-Award 2018 Wo: Potsdam Museum, Alter Markt 9, 14467 Potsdam Wann: 18.09.2018, 18:46 Uhr medienmagazin on Twitter Counter<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[53],"tags":[89,649],"class_list":["post-40697","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dokument","tag-m100","tag-tuerkei"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40697","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=40697"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40697\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":47330,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/40697\/revisions\/47330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=40697"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=40697"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=40697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}