{"id":42413,"date":"2019-02-26T17:41:45","date_gmt":"2019-02-26T16:41:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=42413"},"modified":"2020-02-25T03:03:35","modified_gmt":"2020-02-25T01:03:35","slug":"prof-dr-christian-schertz-10-jahre-nach-dem-amoklauf-in-winnenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=42413","title":{"rendered":"Prof. Dr. Christian Schertz &#8211; 10 Jahre nach dem Amoklauf in Winnenden"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_42415\" aria-describedby=\"caption-attachment-42415\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190226_DSC_0101_schertz_christian_1100\u2006\u00d7\u2006731.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190226_DSC_0101_schertz_christian_1100\u2006\u00d7\u2006731.jpg\" alt=\"Christian Schertz | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner\" width=\"1100\" height=\"731\" class=\"size-full wp-image-42415\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190226_DSC_0101_schertz_christian_1100\u2006\u00d7\u2006731.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190226_DSC_0101_schertz_christian_1100\u2006\u00d7\u2006731-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190226_DSC_0101_schertz_christian_1100\u2006\u00d7\u2006731-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190226_DSC_0101_schertz_christian_1100\u2006\u00d7\u2006731-1024x680.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-42415\" class=\"wp-caption-text\">Christian Schertz | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nDas \u201cBesorgen\u201d von Opfer- und T\u00e4terfotos durch unlautere \u00dcberredung oder Diebstahl geh\u00f6rt schon seit Jahrzehnten zu den Praktiken besonders von Boulevardmedien, die regelm\u00e4\u00dfig vom Deutschen Presserat ger\u00fcgt wurden (\u201cWitwensch\u00fcttler\u201d). Doch Winnenden 2009 war eine Z\u00e4sur durch den offenen, ungesch\u00fctzten Umgang mit Fotos und Selfies in sozialen Netzwerken und in \u201cOpfergalerien\u201d.<\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20190226_schertz_christian_winnenden_80.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20190226_schertz_christian_winnenden_80.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20190226_schertz_christian_winnenden_80.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20190226_schertz_christian_winnenden_80.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><u>Wer<\/u>:<br \/>\n* Prof. Dr. Christian Schertz, Medienanwalt<br \/>\n* J\u00f6rg Wagner, Medienjournalist<br \/>\n<u>Was<\/u>: Interview 10 Jahren nach dem Amoklauf in Winnenden (11.03.2009)<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 26.02.2019, 17:41 Uhr, ver\u00f6ffentlicht in einer 7:39-Minutenfassung im radioeins-Medienmagazin vom <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2UyJuIi\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">09.03.2019<\/a> und als Statement-Ausschnitt im rbb Inforadio am 10.03.2019, 10:44\/17:44 Uhr<\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><u>Vgl<\/u>.:<br \/>\n* &#8222;<a href=\"http:\/\/bit.ly\/2Uw1DXo\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Privat war gestern<\/a> &#8211; Wie Medien und Internet unsere Werte zerst\u00f6ren&#8220; von Schertz, Christian | H\u00f6ch, Dominik (2011)<\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-8812' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-8812' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote>\n<p>[0:00] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Prof. Christian Schertz, es ist zehn Jahre her, seitdem in Winnenden Tote zu beklagen waren durch einen Amok-Fall. Bereits sieben Jahre vorher gab es in Erfurt einen \u00e4hnlichen Fall. Der Unterschied damals: Die klassischen Medien haben berichtet in Erfurt und die Social Media gab es noch gar nicht. Wie ist f\u00fcr Sie dieser Einschnitt am 11. M\u00e4rz 2009 sp\u00fcrbar gewesen als Anwalt, der zu tun hat tats\u00e4chlich mit Pers\u00f6nlichkeitsschutzrecht?<\/strong><\/p>\n<p>[0:27] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Das war der erste Fall oder das war eine Z\u00e4sur in der Praxis von Medien insofern, als erstmals Bilder aus sozialen Netzwerken von Opfern, aber auch dem T\u00e4ter ver\u00f6ffentlicht worden sind. Das hei\u00dft, die Medien haben sich relativ umfassend in sozialen Netzwerken bedient und eben Opfer-Bilder ver\u00f6ffentlicht. Und dass es dann eigentlich die Praxis &#8211; nicht nur in Deutschland geworden. Es waren immer spektakul\u00e4re Attentate, Ungl\u00fccksf\u00e4lle &#8211; gab, leider die Opfer-Bilder im Netz zu finden waren, weil die Opfer eben zu Lebzeiten das ins Netz gestellt hatten und dann eben die Medien ohne gro\u00dfen Aufwand diese Bilder ver\u00f6ffentlichen konnten. Ich erinnere an den Absturz der Germanwings, wo auch viele Opfer dann auf den Titelseiten der Medien zu finden waren und das waren oftmals Bilder aus sozialen Netzwerken. Ich habe selber den Unterschied dadurch festgestellt, als ich vor 20 Jahren &#8230; hatte ich einen Fall, bei dem es um die  Ver\u00f6ffentlichung von dem Bild einer Verstorbenen ging. Und dort mussten die Medien erst in die Schule eindringen, um das Bild aus dem Jahrgangsheft herauszurei\u00dfen, um es ver\u00f6ffentlichen zu k\u00f6nnen. Wenige Jahre sp\u00e4ter nach Winnenden habe ich einen ebenso tragischen Fall begleiten m\u00fcssen als Presse-Anwalt, wo die Eltern mich baten, die Ver\u00f6ffentlichung von Bildern ihrer Tochter in den Medien zu verhindern und auch zu stoppen. Und dort hatten sich die Medien tats\u00e4chlich in den sozialen Netzwerken bedient, weil diese Verstorbene eben Bilder von sich zuvor ins Netz gestellt hatte. Insofern hat sich nat\u00fcrlich seit Winnenden die Praxis ge\u00e4ndert. Die Medien m\u00fcssen nicht mehr irgendwohin gehen. Sie gehen ins Internet und finden zumeist sehr viele Informationen, Daten und Bilder \u00fcber die Opfer von Straftaten, Ungl\u00fccksf\u00e4llen, Attentaten etc.<\/p>\n<p>[2:11] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Ich kann mich erinnern, bei dieser Buchverfilmung von B\u00f6ll \u201cDie verlorene Ehre der Katharina Blum\u201d gab es auch einen Reporter, der ans Krankenbett ging und um ein Foto bat. Und wenn dieses Foto dann herausgegeben wird im Trauerfall, ist man dann m\u00f6glicherweise auch nicht mehr so zurechnungsf\u00e4hig, um die Folgen absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Wodurch unterscheidet sich denn dieses, als \u201cWitwensch\u00fcttler\u201d auch bekannte Verfahren von dem, dass man sich einfach im Internet bedient, weil die Fotos sind ja sozusagen auch in der \u00d6ffentlichkeit. Sie sind freigegeben im vollen Bewusstsein, dass weltweit darauf zugegriffen werden kann und Medien ja dann sozusagen denken, was einmal \u00f6ffentlich ist, multiplizieren wir nur nochmal, weil wir sind ja auch \u00f6ffentlich.<\/strong><\/p>\n<p>[2:54] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Der Umstand, dass jemand von sich ein Bild auf seine Facebookseite stellt, ist rechtlich f\u00fcr die Frage, was passiert mit dem Bild sp\u00e4ter, wenn mir was passiert in einem Ungl\u00fccksfall v\u00f6llig irrelevant. Das hei\u00dft, ich willige doch damit, dass ich Fotos von mir auf meine Facebookseite stelle, nicht ein, dass man, wenn mir was passiert, diese Zeit-Bilder auch in einer Boulevardpresse ver\u00f6ffentlichen kann. Das ist eindeutig und durchentschieden. Die Gerichte sagen, du musst trotzdem denjenigen fragen oder die Betroffenen fragen, die das Bild, die die Bildrechte haben, ob sie dieses Bild, was im Netz ist, im Falle eines Ungl\u00fccksfalls f\u00fcr einen Bericht ver\u00f6ffentlichen d\u00fcrfen. Und das ist eindeutig nicht zul\u00e4ssig, wenn man nicht fragt. Insofern ist die Praxis der Medien, sich im Internet zu bedienen, um Opfer-Bilder zu bekommen, rechtswidrig. Diese Bilder d\u00fcrfen ohne Zustimmung nicht ver\u00f6ffentlicht werden und da ist die Rechtslage klar und eindeutig.<\/p>\n<p>[3:41] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Also, es gibt sozusagen mehrere Formen der \u00d6ffentlichkeit, ist das richtig?<\/strong><\/p>\n<p>[3:45] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Selbstverst\u00e4ndlich. Es gibt eben \u2026 das ist die so genannte Selbstbestimmung. Ich entscheide dar\u00fcber, was mit meinem Bild passiert. Das Recht am eigenen Bild gestattet es jedem von uns zu entscheiden, ob mein Foto ver\u00f6ffentlicht wird und wann. Es gibt Ausnahmen bei Personen der Zeitgeschichte. Aber grunds\u00e4tzlich muss ich gefragt werden, wenn mein Foto in einer Zeitung gedruckt wird. Der Umstand, dass ich auf meiner eigenen Facebook-Seite mein Foto poste, ist keine Einwilligung in die Ver\u00f6ffentlichung in einer Boulevardzeitung. Das hei\u00dft, hier m\u00fcsste extra gefragt werden. Die Rechtslage &#8211; wir nennen das Zweck\u00fcbertragungslehre &#8211; nur weil ich ein Foto ins Netz stelle, willige ich nicht gleichzeitig ein, dass das Foto anderweitig ver\u00f6ffentlicht werden darf. Insofern ist das keine Selbstbegebung in dem Sinne: Ich gebe einmal mein Foto ins Netz und dann kann ich das nicht mehr zur\u00fcckholen bzw. ich kann nichts dagegen tun, dass es im Falle, dass mir was passiert von Boulevardmedien ver\u00f6ffentlicht wird. Doch ich kann was dagegen tun, weil wie gesagt, das faktische ins Netz stellen auf meine eigenen Facebookseite, in sozialen Netzwerken ist ja eine Entscheidung, dass ich es hier tue, aber ich willige damit noch nicht automatisch ein, dass es in einem anderen Zusammenhang ver\u00f6ffentlicht werden darf.<\/p>\n<p>[4:53] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Inwieweit spielt denn auch noch das Urheberrecht hinein, das ja das Recht am eigenen Bild m\u00f6glicherweise aus juristischer Sicht noch mal interessant macht?<\/strong><\/p>\n<p>[5:02] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Ja, Sie haben v\u00f6llig recht. An dem Foto bestehen zwei rechtliche Besitzst\u00e4nde: Das Recht am eigenen Bild des Abgebildeten. Der muss gefragt werden, wenn es in der Zeitung ver\u00f6ffentlicht werden soll und auch noch das Urheberrecht an dem Bild. Also, auch der Urheber muss gefragt werden. Nicht selten ist das der Betroffene selber, weil er das Foto von sich hat machen lassen. Aber jedenfalls hat ja irgendeiner das Foto hergestellt und der hat ein Recht an diesem Foto. Und auch da gilt: Nur, weil ich dieses Recht insofern freigebe, dass ich es ins Netz stelle, ist damit noch nicht das Recht \u00fcbertragen, dass es in einer Print-Ausgabe einer Boulevardzeitung gedruckt werden darf. Das ist eindeutig. Das hei\u00dft, die Rechtsverletzung, wenn nicht gefragt wird, ist doppelt. Es sind die Urheberrechte an dem Foto verletzt f\u00fcr den Fotografen und das Recht des Abgebildeten, wenn er nicht gefragt worden ist.<\/p>\n<p>[5:45] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Nun sieht man sehr h\u00e4ufig, dass Redaktionen dann Bilder verpixeln, also die Opfer oder T\u00e4ter unkenntlich machen. Ist das ein zul\u00e4ssiges Mittel, um dann doch ein Foto abdrucken zu k\u00f6nnen? <\/strong><\/p>\n<p>[5:56] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Das war fr\u00fcher der schwarze Augenbalken, der genauso wenig geholfen hat, wie zumeist die Verpixelung. Das ist der Versuch von Medien, die Identifizierbarkeit, das Bildnis zu verhindern, dass der Betroffene nicht sagt, ihr zeigt mein Bildnis. Da sagen die: Wir haben es ja verpixelt. Du bist ja gar nicht zu erkennen. Aber meistens ist die Erkennbarkeit des Abgebildeten trotzdem gegeben. Es reicht n\u00e4mlich beim Recht am eigenen Bild aus, dass Angeh\u00f6rige, das Umfeld dich erkennt. Und da reicht die Verpixelung der Augen oder auch der Nase nicht aus, dass eine Erkennbarkeit g\u00e4nzlich ausgeschlossen wird. Also, wir haben ganz viele F\u00e4lle, wo wir erfolgreich gegen die Ver\u00f6ffentlichung von Bildern trotz Verpixelung vorgegangen sind. Nicht selten steht dann der Name drunter oder der Name steht zumindest abgek\u00fcrzt drunter oder steht drunter, wo der Betroffene wohnt. Also, es ergibt sich eben zumeist aus dem Umstand der Ver\u00f6ffentlichung, aus dem Umfeld der Ver\u00f6ffentlichung oder aus der Abbildung selbst trotz Verpixelung die Erkennbarkeit. Und die Erkennbarkeit ist halt das Kriterium, ab wann das Recht am eigenen Bild verletzt worden ist. Also, die Verpixelung ist meines Erachtens meistens wenig hilfreich, Rechtsverfolgung zu verhindern.<\/p>\n<p>[7:01] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Nun gibt es ja den Umstand, dass man mittlerweile auch sowas wie \u201cdigitale Friedh\u00f6fe\u201d schafft bzw. Facebookseiten umwidmet in Gedenkseiten oder auch in dem man gerade in der Zeit der h\u00f6chsten Betroffenheit, M\u00f6glichkeit gibt, f\u00fcr andere Abschied zu nehmen. Dann entstehen sogenannte Opfer-Galerien. Ist das etwas, was Sie juristisch als sehr schwierig bewerten, weil es \u2026 das wird ja alles gemacht, damit die \u00d6ffentlichkeit das sieht und nicht damit sie es nicht sieht, dass da Journalisten sich auch ermuntert f\u00fchlen zu sagen, naja aber die wollen doch, dass man mit ihnen zusammen trauert. Ist das so eine Grauzone, wo man dann doch vielleicht sagen kann, also hier kann man das Verst\u00e4ndnis und das Einverst\u00e4ndnis zudem noch von Angeh\u00f6rigen voraussetzen, weil sie ja wollen, dass die Gesichter der Betroffenen \u00f6ffentlich werden?<\/strong><\/p>\n<p>[7:47] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Also, ich finde diese Praxis dieser digitalen Trauer ohnehin schwierig, weil man das Opfer n\u00e4mlich nicht mehr fragen kann, ob es das eigentlich will. Man umgeht eigentlich die Selbstbestimmung des Opfers. Und das Recht am eigenen Bild gilt \u00fcber den Tod hinaus. Da m\u00fcssen die nahen Angeh\u00f6rigen gefragt werden, ob das Bildnis des Verstorbenen ver\u00f6ffentlicht werden darf. Ob das dann immer geschieht, wei\u00df ich nicht. Ich bezweifle es sogar. Und selbst, wenn es dann so ist, dass sogar die Angeh\u00f6rigen vielleicht selber auf der Facebookseite des Verstorbenen trauern, ist auch das kein Freibrief f\u00fcr die Medien dar\u00fcber zu berichten. Es ist praktisch ein letztlich dann doch begrenzter Ort. Es gibt eine konkrete Zielgruppe und es ist doch was v\u00f6llig anderes, als wenn man praktisch ein Foto des verstorbenen Angeh\u00f6rigen auf einer Facebookseite postet oder eben dieses Foto und die Geschichte dieses Menschen dann in der Boulevardpresse erz\u00e4hlt. Also, es ist kein Freibrief und auch rechtlich keine Erlaubnis, dann das ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen durch Medien. Aber wie gesagt, ich finde die Praxis ohnehin bedenklich, also auch derjenigen, die dann nicht wissen, wie das Opfer eigentlich entschieden h\u00e4tte, wenn man es gefragt h\u00e4tte, willst du nach deinem Tod, dass man dein Foto online stellt und trauert. Also, ich selber z. B. w\u00fcrde das nicht wollen. Und ich kenne auch viele, die das nicht wollen. Und ich kenne eigentlich nur Mandanten, die kommen zu mir und sagen: K\u00f6nnen Sie bitte daf\u00fcr sorgen, dass Facebook die Facebookseite meiner verstorbenen Tochter abschaltet. Das kenne ich als Rechtsfall. Und das ist auch das Problem tats\u00e4chlich, was passiert mit diesem ganzen digitalen Material, wenn Menschen verstorben sind. Bleibt es f\u00fcr immer im Netz? Und dar\u00fcber m\u00fcssen sich auch die Betroffenen selbst immer wieder Gedanken machen, was passiert mit dem, was ich von mir ins Netz stelle. Erstens was passiert grunds\u00e4tzlich damit und zweitens was passiert, wenn mir vielleicht mal was passiert.<\/p>\n<p>[09:29] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Nun gibt es ja sehr stark auch die Haltung junger Menschen: Wenn ich tot bin, bin ich tot. Dann ist mir alles doch irgendwie egal. Aber sie denken dann mitunter ja nicht an die Angeh\u00f6rigen, die ja weiter mit diesem Trauma leben m\u00fcssen. Was raten sie denn grunds\u00e4tzlich? Extreme Zur\u00fcckhaltung? Raus aus den sozialen Netzwerken oder besondere Schutzmechanismen einrichten, dass eben nur bestimmte Menschen diese Fotos sehen k\u00f6nnen z. B.?<\/strong><\/p>\n<p>[09:55] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Naja, wir haben insgesamt die Entwicklung &#8211; die ist ja fast epochal und daraus hat Zuckerberg mit Facebook ein Milliardengesch\u00e4ft gemacht &#8211; die Menschen wollen offenbar stattfinden. Egal wie. Und deswegen gibt es eben viele auch der j\u00fcngeren Generation, die alles von sich im Netz preisgeben, um wahrgenommen zu werden: per Instagram, per Facebook, per Twitter, egal. Ich finde diese Praxis insofern bedenklich, weil man begibt sich in seine eigene Privatsph\u00e4re, die eigentlich gesch\u00fctzt ist und stellt das alles online und vergisst dabei zweierlei: A) was passiert dann mit diesem Material, \u00fcbrigens auch noch zu Lebzeiten und da haben wir ganz viele F\u00e4lle, wo wir dann eingreifen m\u00fcssen, oftmals auch Minderj\u00e4hrige von sich Fotos posten, die dann in der Schule rum geschickt werden und wir daf\u00fcr die Eltern verhindern m\u00fcssen, dass diese Bilder noch irgendwie weiterverbreitet werden. Da gibt es leider sehr viel auch traurige Geschichten mit Stalking, Mobbing, ich wei\u00df nicht was. Und das andere ist, was Sie v\u00f6llig zurecht ansprechen, was ist nach dem Tod? Was ist im Falle eines Ungl\u00fccksfalls? Ich warne in meinen Vorlesungen, Vortr\u00e4gen, auch an Schuhen immer wieder davor, ungehindert alles von sich preiszugeben. Und zwar so oder so finde ich es bedenklich und wenn man es tut, sollte man genau \u00fcberlegen: Man kriegt diese Bilder nicht zur\u00fcck. Es gibt kein Zur\u00fcck. Und wenn man es schon tut, sollte man es in einem begrenzten Ort tun. Also z. B. bei Instagram nur in einem privaten Bereich. Das hei\u00dft, Sie k\u00f6nnen das ja so schalten, dass nicht jeder Zugriff drauf hat. Dasselbe gilt auch bei Facebook etc. Aber wie gesagt, ich pers\u00f6nlich stehe dieser ganzen Praxis, alles von sich preiszugeben im Netz, nur um stattzufinden, sehr kritisch gegen\u00fcber, weil ich die Folgen von diesem Tun bei mir in der Kanzlei jeden Tag erlebe. Weil n\u00e4mlich: Das Leben ist leider so, dass es nicht immer gut verl\u00e4uft. Oder wenn es zu Ungl\u00fccksf\u00e4llen oder sonstigen Schicksalsschl\u00e4gen kommt oder Z\u00e4suren im Leben, ist das, was von mir digital im Netz ist, meistens gef\u00e4hrlich, verheerend, besch\u00e4digend, weil dann andere mit diesem Material etwas tun, worauf du selber keinen Zugriff mehr hast.<\/p>\n<p>[11:48] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Perspektivisch gesehen \u00e4ndert sich ja der Begriff, die Einstellung, was Privatheit ist, kulturell. Ein ber\u00fchmtes Beispiel, was ich immer gerne zitiere, ist als ich noch klein war war ein Kuss in der U-Bahn schon \u201cErregung \u00f6ffentlichen \u00c4rgernisses\u201d. Heutzutage kann man im Monbijou-Park oben ohne liegen als Frau im Sommer und wird toleriert, inwieweit ist denn m\u00f6glicherweise das, was Sie als negativ beobachten, ich sag mal, in 20 Jahren Alltag und dann hat sich jeder dran gew\u00f6hnt? Also, dass das \u00fcberall Fotos gibt, dass man ver\u00f6ffentlicht wird. Wenn alle kulturell im Einverst\u00e4ndnis agieren, jeder darf alles \u00fcber einen wissen, dann ist sozusagen auch nicht mehr diese Beklemmung, diese Scham mehr da, dass man gar nicht wahrgenommen wird, weil alle \u00fcber sich die Bilder ins Netz stellen oder die Gedanken, dass man sozusagen untergeht im Strom der Nacktheit.<\/strong><\/p>\n<p>[12:40] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Ja, das ist diese Post-Privacy-Doktrin oder dieser Ausspruch: Privatsph\u00e4re ist \u2018n Ding von gestern. Ich sehe das v\u00f6llig anders. Ich kenne ganz, ganz viele Menschen &#8211; ich w\u00fcrde sogar sagen, das sind die meisten, die wollen ihre Privatsph\u00e4re weiter gesch\u00fctzt sehen. Und nur weil die normative Kraft des Faktischen und die gesellschaftliche Entwicklung so ist, dass viele Menschen das nicht mehr so wollen und alles von sich preisgeben, hat der Gesetzgeber, haben wir als Juristen und auch die Gesellschaft und auch die Medien, entschuldigen Sie, verdammt noch mal zu respektieren, dass Privatsph\u00e4re nach wie vor ein sch\u00fctzenswertes Gut ist. Und ob sich das so schnell aufgeben und \u00e4ndern wird, wei\u00df ich nicht. Die Post-Privacy-Doktrin ist ins Stocken geraten. Ich kenne immer mehr auch junge Leute, die nicht mehr alles von sich preisgeben, die Instagram verschl\u00fcsseln, die manches gar nicht mehr machen. Ich kenne auch ganz viele, die inzwischen sich aus sozialen Netzwerken zur\u00fcckgezogen haben, weil sie merken: Naja, es ist auch \u2026 das Ding hat zwei Seiten, die Medaille. Du zahlst daf\u00fcr eben auch oft in gro\u00dfen, hohen Preis. Wenn ich mich bewerbe bei einem Arbeitgeber, wird inzwischen immer recherchiert, was hat der von sich im Netz? Und wenn das irgendwie Kuss-Bilder mit Mitsch\u00fclern sind oder Mitstudenten, ausgelassene Partys mit Weingl\u00e4sern an der Hand, ist die Frage, ob man diesen Kandidaten nimmt oder den von dem man nichts im Netz findet, glaube ich, entschieden. Das hei\u00dft, die Menschen m\u00fcssen sich dar\u00fcber klar sein, sie begeben sich eines Schutzes, den das Grundgesetz f\u00fcr ihn hergibt, n\u00e4mlich der Schutz der Privatsph\u00e4re. Die, die ich jeden Tag hier als Mandanten habe oder auch mit meinem privaten Umfeld, mit denen ich dar\u00fcber spreche, weil mich das Thema nat\u00fcrlich auch tats\u00e4chlich interessiert, wie geht ihr damit um? Die meisten sagen mir, sie wollen das eigentlich nicht, alles von &#8230; \u00fcber sie im Netz zu lesen ist, Fotos von sich preisgeben. Das hei\u00dft, es mag sein, dass das eine gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre ist, dass das alles nicht mehr so schlimm ist. Ich glaube, aber nicht, dass wir irgendwann in Zeiten leben werden, wo jeden \u00fcber jeden alles wei\u00df und \u00fcber s\u00e4mtliche Fotos von einem in Netzzugriff m\u00f6glich sind. Wir hatten ja auch gerade diesen Hacker-Skandal mit den Politikern, wo pl\u00f6tzlich die ganzen Daten bei den &#8230; allen Medien gelandet sind und immerhin sind diese Daten f\u00fcr die meisten Medien eigentlich gar nicht ver\u00f6ffentlicht worden und mussten auch wieder vernichtet werden usw. Das hei\u00dft, eigentlich funktioniert vieles noch ganz gut. Auch Boulevardmedien haben das nicht gemacht. Die haben diese Sachen nicht ver\u00f6ffentlicht. Es gibt also noch Respekt vor Privatsph\u00e4re und dem Verbreiten von Daten und Bildern. Oftmal vielleicht auch ohne Willen der Betroffenen. Also, ich glaube nicht, dass wir in 20 Jahren hier da sitzen werden und sagen, ist doch alles egal. Jeder kann doch mich &#8230; in meine Wohnung rein gucken, jeder kann doch meine Bikini-Fotos aus dem Urlaub sehen. Wenn es alle machen, ist doch die Schamgrenze ohnehin eine andere geworden. Ich wei\u00df es nicht. Ich f\u00e4nde es \u00fcbrigens auch bedenklich. Und nicht w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>[15:20] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Aber warum ist Privatsph\u00e4re so wichtig geworden? Ist nicht jemand gesellschaftsf\u00e4higer, wenn er zeigt, dass er nichts zu verbergen hat?<\/strong><\/p>\n<p>[15:28] <u>Prof. Dr. Christian Schertz<\/u>: Nein, die Privatsph\u00e4re ist der einzige Ort, wo man seine Gedanken sammeln kann, wo man Krankheiten ausheilen kann, wo man sich austauschen kann mit nahen Familienangeh\u00f6rigen. Wenn dieser gesch\u00fctzte Ort endg\u00fcltig uns allen genommen ist, haben wir gar nichts mehr. Wir haben keine Ruhe mehr und keine M\u00f6glichkeit in irgendeiner Weise uns zu erholen, zu regenerieren etc. Das hei\u00dft, die Privatsph\u00e4re als Idee ist nach wie vor genauso wichtig wie im 19. Jahrhundert, woher sie n\u00e4mlich stammt. Und sollte uns auch nicht genommen werden. Und ich will es f\u00fcr mich beanspruchen und auch die, mit denen ich dar\u00fcber spreche, wie gesagt, wollen diesen Schutz f\u00fcr sich haben. Etwa auch &#8211; wie gesagt: Das Leben ist nicht immer fair &#8211; wenn man krank wird, m\u00f6chte man mit der Krankheit eigentlich in Ruhe gelassen werden. Ich habe wirklich immer wieder Mandanten, die auch im \u00f6ffentlichen Leben stehen, die sind krank und wollen halt nicht, dass dar\u00fcber berichtet wird, Aber auch normale Menschen wollen, wenn \u2026 man kennt es doch selber, wenn man krank ist, m\u00f6chte man nicht st\u00e4ndig telefonieren, man m\u00f6chte seine Ruhe zu Hause haben und sich die Bettdecke \u00fcber den Kopf ziehen. Das ist Privatsph\u00e4re real. Das ist einfach t\u00e4gliche Privatsph\u00e4re. Und die \u2026 glaube ich, wenn man diese Beispiele noch mal weiterf\u00fchren w\u00fcrde, jeder w\u00fcrde sagen, ja klar, da m\u00f6chte ich meine Ruhe haben und dieser Satz: Da m\u00f6chte ich meine Ruhe haben, das ist nichts anderes, als Privatsph\u00e4re. Insofern ist Privatsph\u00e4re nachwievor wichtig. Gerade in dieser aufgeregten Mediengesellschaft, in dieser Emp\u00f6rungsgesellschaft, in dieser Gesellschaft, wo nur noch hate speech, fake news, Mobbing an der Tagesordnung ist, ist dieser gesch\u00fctzte Orte, der einzige Ort, wo man wirklich f\u00fcr diesen ganzen, entschuldigen Sie, medialen Wahnsinn seine Ruhe hat. Und das gilt es unbedingt zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u201cBesorgen\u201d von Opfer- und T\u00e4terfotos durch unlautere \u00dcberredung oder Diebstahl geh\u00f6rt schon seit Jahrzehnten zu den Praktiken besonders von Boulevardmedien, die regelm\u00e4\u00dfig vom Deutschen Presserat ger\u00fcgt wurden (\u201cWitwensch\u00fcttler\u201d). Doch Winnenden 2009 war eine Z\u00e4sur durch den offenen, ungesch\u00fctzten Umgang mit Fotos und Selfies in sozialen Netzwerken und in \u201cOpfergalerien\u201d. No audio playback capabilities, please [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[1009,1008,1007],"class_list":["post-42413","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","tag-opferfotos","tag-persoenlichkeitsrecht","tag-winnenden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42413"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42413\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45537,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42413\/revisions\/45537"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}