{"id":43070,"date":"2019-05-10T14:30:38","date_gmt":"2019-05-10T13:30:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=43070"},"modified":"2020-02-25T02:57:23","modified_gmt":"2020-02-25T00:57:23","slug":"dr-wrabetz-zum-orf-unter-der-oevp-fpoe-regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=43070","title":{"rendered":"Dr. Wrabetz zum ORF unter der \u00d6VP\/FP\u00d6-Regierung"},"content":{"rendered":"<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<figure id=\"attachment_43084\" aria-describedby=\"caption-attachment-43084\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190510_DSC_1293_wrabetz_alexander_1100\u00d7671.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190510_DSC_1293_wrabetz_alexander_1100\u00d7671.jpg\" alt=\"Dr. Alexander Wrabetz | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner\" width=\"1100\" height=\"671\" class=\"size-full wp-image-43084\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190510_DSC_1293_wrabetz_alexander_1100\u00d7671.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190510_DSC_1293_wrabetz_alexander_1100\u00d7671-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190510_DSC_1293_wrabetz_alexander_1100\u00d7671-768x468.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190510_DSC_1293_wrabetz_alexander_1100\u00d7671-1024x625.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-43084\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Alexander Wrabetz | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20190510_wrabetz_alexander_192.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20190510_wrabetz_alexander_192.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20190510_wrabetz_alexander_192.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20190510_wrabetz_alexander_192.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<p><u>Wer<\/u>:<br \/>\n* Dr. Alexander Wrabetz, ORF-Generaldirektor ab 01.01.2007<br \/>\n* <a href=\"https:\/\/daniel-bouhs.de\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Daniel Bouhs<\/a>, Freier Medienjournalist (u. a. ZAPP\/NDR; rbb-Medienmagazin; TTB, WDR5)<br \/>\n* J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist (rbb-Medienmagazin)<br \/>\nO-Ton-Vorsetzer:<br \/>\n* Armin Wolf, Rede nach Entgegennahme des Robert-Hochner-Preises, 17.05.2006<br \/>\n* Telefon-Interview mit Dr. Alexander Wrabetz nach dessen Wahl, ver\u00f6ffentlicht am <a href=\"http:\/\/bit.ly\/30lY619\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">19.08.2006<\/a> im radioeins-Medienmagazin, rbb<br \/>\n<u>Wo<\/u>: ORF-Zentrum, W\u00fcrzburggasse 30, Wien<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 10.05.2019, 14:30 Uhr, ver\u00f6ffentlicht in einer gek\u00fcrzten Fassung im radioeins-Medienmagazin vom <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2VwOBIC\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">11.05.2019<\/a>, 18:50 Uhr und im rbb-Inforadio am 12.05.2019, 10:44\/17:44 Uhr<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-5899' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-5899' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, Auszug, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<blockquote>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p>[00:01:53] <u>Daniel Bouhs<\/u>: <strong>In den vergangenen drei Wochen wurde auch extrem breit in Deutschland wahrgenommen, registriert, wie die FP\u00d6 offensichtlich hier versucht zumindest Druck auszu\u00fcben. Wir hatten jetzt gerade den Fall eben:  \u2018Armin Wolf\u2019, dem man ein Sabbatical gew\u00fcnscht hat, also er sollte mal eine Zeitlang von der Bildfl\u00e4che verschwinden \u2026<\/strong><\/p>\n<p>[00:02:11] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>&#8230; geb\u00fchrenfinanziert sogar.<\/strong><\/p>\n<p>[00:02:13] <u>Daniel Bouhs<\/u>: <strong>Genau. Sie hatten den Vertrag des Ungarn-Korrespondenten verl\u00e4ngert, der ja auch in der Kritik der FP\u00d6 war. Ist das eine Sache die zunimmt? Also sozusagen: kommen die Sch\u00fcsse &#8230; werden sie mehr? Kommen sie n\u00e4her? Und die Frage ist nat\u00fcrlich: Wann trifft so etwas auch mal? Wann gibt es nicht nur verbale Attacken, sondern wann wird tats\u00e4chlich reinregiert hier in den ORF?<\/strong><\/p>\n<p>[00:02:38] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: Na ja. Es ist ja so: Wir haben an sich im ORF \u2013 \u00e4hnlich wie bei den deutschen \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten \u2013 ja eine sehr, sehr starke Stellung des Generalintendanten oder halt des Generaldirektors, der sehr schwer absetzbar ist, also nur mit einer Zweidrittelmehrheit absetzbar ist, und eine \u2013 wenn man die Rolle so wahrnimmt und versteht \u2013 ein gutes Schutzschild ist. Und daher habe ich auch sozusagen als Reaktion auf den Wunsch nach Abl\u00f6se des Ungarn-Korrespondenten, weil Sie das angesprochen haben, dessen Vertrag gleich einmal drei Jahre verl\u00e4ngert, um zu zeigen, wir stehen sehr positiv gegen\u00fcber den starken Leistungen unserer Korrespondenten. Und nat\u00fcrlich denke ich auch nicht im Traum dann daran, irgendwelche Zurufe ernst zu nehmen, ich m\u00f6ge mich vom \u2026 als ORF vom Armin Wolf trennen oder ihn versetzen oder beurlauben oder so irgendetwas. Das hei\u00dft, solange wir diese Grundverfasstheit haben, ist das schon eine starke politische Diskussion, der wir ausgesetzt sind, aber nicht eine solche, dass es zu Ver\u00e4nderungen kommt.<\/p>\n<p>[00:03:56] \u00c4ndern kann sich was, wenn das derzeit in Vorbereitung befindliche Gesetz kommt, wo ja eben einer der Ansatzpunkte der Regierung ist, dass diese starke Stellung des Alleingesch\u00e4ftsf\u00fchrers aufgeweicht werden soll und sozusagen statt eines Generalintendanten oder Generaldirektors dann vier, also sehr unmittelbar von der Regierung besetzte Vorst\u00e4nde eingesetzt werden.<\/p>\n<p>[00:04:24] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Aber das ist ja noch sozusagen in der Zukunft. Man kennt den Text nicht so richtig, nur Entw\u00fcrfe. Es wird dar\u00fcber geredet \u2026<\/strong><\/p>\n<p>[00:04:29] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: \u2026 nein &#8230;<\/p>\n<p>[00:04:31] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Lassen Sie [uns] dennoch noch mal zur aktuellen Situation zur\u00fcckkehren. Wenn ein ORF-Stiftungsratsvorsitzender etwas sagt, hat das dann hier nicht Gewicht? Es ist doch das Kontrollorgan des ORF. Und wenn der sagt, also er w\u00fcrde Ihnen empfehlen und Armin Wolf doch mal ein bisschen auszusetzen oder wenn er sagt, man kann Ihre Nachrichtensendung gar nicht sehen, sondern er guckt lieber ZDFneo stattdessen \u2013 das kann doch an Ihnen nicht so einfach spurlos vorbeigehen, oder? M\u00fcssen Sie nicht handeln, m\u00fcssen Sie nicht irgendwas machen?!<\/strong><\/p>\n<p>[00:05:01] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: Na ja. Ich glaube, dass es ja so ist: In der praktischen Arbeit des Stiftungsrates als Aufsichtsgremium findet ja das alles so nicht statt, wie es da jetzt in Interviews artikuliert wird, sondern da muss ich sagen, dass der Dr. Steger als Vorsitzender eine total sachliche Arbeit macht und wir in dem Gremium alle Beschl\u00fcsse weitestgehend einstimmig gefasst haben im letzten Jahr und eigentlich es gelungen ist, aus dem Gremium selbst die Parteipolitik sehr stark herauszuhalten. Das ist sozusagen, was die Realebene betrifft. Das ist nat\u00fcrlich teilweise schon \u2013 man soll nicht sein Aufsichtsgremium sozusagen qualifizieren, aber dass ich nat\u00fcrlich schon auch Gespr\u00e4che f\u00fchre, weil ich sage, das nutzt ja dem Unternehmen auch nichts, wenn man hier die Qualit\u00e4t unserer Sendungen infrage stellt \u2026<\/p>\n<p>[00:06:03] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>\u2026 na, es wurde sogar ganz konkret gesagt im Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk, mit ZAPP, dass Herr Wolf hier Eitelkeiten vor der Kamera auff\u00fchren w\u00fcrde und das sei kritikw\u00fcrdig.<\/strong><\/p>\n<p>[00:06:13] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: Also, jetzt muss man auch wieder sagen: Ich glaube, das steht uns gut an, dass man uns auch kritisieren kann, ja? Und wir werden auch gen\u00fcgend kritisiert. Dann kann man dar\u00fcber streiten, geh\u00f6rt so etwas ins Gremium zum Beispiel oder muss das \u00f6ffentlich sein \u2013 dar\u00fcber kann man nat\u00fcrlich auch diskutieren. Ich glaube, es geh\u00f6rt aber immer auch dazu, dass man sagt, es als das zu werten, was es ist: Das sind Kommentare, das sind Stellungnahmen, die aber keine Auswirkungen haben auf unsere Arbeit.<\/p>\n<p>[00:06:47] Ich glaube, der Armin Wolf hat ein Selbstbewusstsein, das stark genug ist, auch mit Kritik umgehen zu k\u00f6nnen. Wir haben einen starken Redakteursrat, der auch nicht sich scheut, hier in die Debatte einzutreten. Und wir haben eine Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und Strukturen, die auch nach au\u00dfen hin das Abschirmen. Das muss man sagen: Die reale Situation, die sehe ich jetzt nicht problematisch. Nat\u00fcrlich, wenn das so weitergeht, dann kann sehr wohl auch nur eine Diskussion oder Dikussionsbeitr\u00e4ge dann zu einer Ver\u00e4nderung des Klimas f\u00fchren. Aber ich glaube, so weit sind wir noch nicht.<\/p>\n<p>[00:07:31] <u>Daniel Bouhs<\/u>: <strong>Armin Wolf hat ja eine extrem intensive Berichterstattung bekommen \u2013 klar, hier in \u00d6sterreich, aber auch \u00fcberraschend gro\u00df kann man fast sagen in Deutschland bis hin nach Indien, wie er selbst getwittert hat. Ist das dann eine Sache, bei der Sie sich denken, na ja, kommt Leute, das ist jetzt alles ein bisschen \u00fcbertrieben, wenn man sich anschaut, was real passiert jenseits von Drohungen \u2013 oder sagen Sie sich innerlich &#8222;Danke FP\u00d6 f\u00fcr diese PR, die ja letztlich zeigt, wir sind der starke ORF, wir machen einfach so weiter und werden sogar von denen, die wir kritisch anfassen zur\u00fcck kritisiert&#8220;\u2026<\/strong><\/p>\n<p>[00:08:04] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>\u2026und laden ein paar Tage sp\u00e4ter dann eben den Bundeskanzler ein?<\/strong><\/p>\n<p>[00:08:07] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: Ja, also ich glaube, dass man zwei Dinge dazu sagen muss. Das erste: Ich bin absolut nicht der Ansicht, dass \u00d6sterreich jetzt in der Gefahr oder auch nur in der N\u00e4he ist irgendwie in Richtung autorit\u00e4re Medienstrukturen zu gehen. Ja? Da muss man schon die Kirche im Dorf lassen bei uns, dass man sagt, ja, es gibt Auseinandersetzungen mit der Politik, es gibt manchmal Kommentare in der Politik, auch von Entscheidungstr\u00e4gern in der Politik in den Gremien, die man sich so nicht w\u00fcnschen w\u00fcrde, aber das gibt\u2019s ehrlicherweise auch \u2013 wie ich von vielen Kollegen aus dem internationalen Bereich wei\u00df \u2013 in anderen L\u00e4ndern auch, vielleicht nicht so \u00f6ffentlich. Und daher muss man sagen: Hier geht es um eine Auseinandersetzung \u00fcber die Rolle des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer Demokratie. Und da m\u00fcssen wir schauen, dass wir Rahmenbedingungen aufrechterhalten oder schaffen, dass wir diese Rolle auch entsprechend wahrnehmen k\u00f6nnen. Und insofern ist es eine wichtige Diskussion. Und insofern ist es auch wichtig, dass auch unsere Politik sieht, dass das international wahrgenommen wird \u2013 jetzt weniger vielleicht bedeutsam, was in Indien kommentiert wird, aber wenn in Deutschland das so wahrgenommen wird, dann hilft uns das schon in den Diskussionen, die jetzt kommen.<\/p>\n<p>[00:09:31] <u>Daniel Bouhs<\/u>: <strong>Also diese Aufmerksamkeit, die dadurch generiert wurde \u2013 bewusst oder unbewusst \u2013 auch als Schutz jetzt vor einem allzu, sagen wir mal, zerst\u00f6rerischem neuen ORF-Gesetz?<\/strong><\/p>\n<p>[00:09:43] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: Also, ich glaube, dass wir jetzt erst einmal die Debatte, dass man den ORF aus dem Budget finanziert statt mit einer Geb\u00fchrenordnung, wie wir sie jetzt haben \u2026<\/p>\n<p>[00:09:54] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>\u2026 muss mal kurz einschieben f\u00fcr die deutschen H\u00f6rer: Budget ist hier der Bundeshaushalt \u2026<\/strong><\/p>\n<p>[00:09:57] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: \u2026 der Bundeshaushalt, aus dem Bundeshaushalt, ja. Das hei\u00dft, dass man den ORF quasi verstaatlicht und direkt an die politische finanzielle Kandare nimmt, das ist jetzt erst einmal vom Tisch. Das hat finanzielle Gr\u00fcnde, wurde jetzt vom Bundeskanzler gesagt, das ist jetzt jedenfalls in den n\u00e4chsten Jahren \u2026 steht\u2019s nicht auf der Tagesordnung, obwohl es sehr stark von der FP\u00d6 gefordert wird. Und da spielt einerseits eine Rolle, dass der Bund derzeit gar nicht das Geld h\u00e4tte, uns das zu ersetzen \u2013 weil wir eine bestimmte Konsolidierungspolitik in der Republik fahren. Erstens. Aber zweitens hat schon die Rolle gespielt, dass das halt schon sehr \u2013 sage ich jetzt mal \u2013 nach Ungarn riecht, so eine Staatsfinanzierung\u2026<\/p>\n<p>[00:10:41] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>\u2026 Stichwort &#8222;Orb\u00e1nisierung\u201c\u2026<\/strong><\/p>\n<p>[00:10:43] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: \u2026Orb\u00e1nisierung, ja. Und das ist, glaube ich schon, ganz klar beim Kanzler [Sebastian] Kurz, dass er in diese Richtung nicht \u2013 weder real noch optisch \u2013 gedr\u00e4ngt werden will. Und insofern hat diese Aufmerksamkeit unserer europ\u00e4ischen Kollegen schon auch dazu beigetragen, dass wir jetzt einmal hier jedenfalls einen \u2013 sage ich jetzt einmal \u2013 einen Waffenstillstand haben, ne?<\/p>\n<p>[00:11:07] <u>Daniel Bouhs<\/u>: <strong>Wie sch\u00e4tzen Sie denn Ihren Kanzler da ein? Ist das sein innerer Antrieb, sozusagen sein Wertegef\u00fcge, das zu verhindern, oder geht\u2019s ihm um sein Image in der Au\u00dfendarstellung?<\/strong><\/p>\n<p>[00:11:17] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: Es ist sicher nat\u00fcrlich auch eine Frage, wie erscheint man im Rahmen der europ\u00e4ischen Politik, aber ich glaube schon, dass das auch schon sein &#8230; verwurzelt ist in seinem Denken, ja? Also das ist, glaube ich, etwas, was man eindeutig sagen kann, dass er zu \u2026 auch Fragen wie Meinungs- und Pressefreiheit hier eine klar im Rahmen des europ\u00e4ischen Wertegef\u00fchls sich bewegt.<\/p>\n<p>[00:11:47] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Wenn es also nicht, sagen wir mal, die Steuer ist, die droht \u2013 gibt es andere Gefahren? Zum Beispiel Sie deuteten an, dass hier ein Vier-Mann- oder ein Vier-Frau-Team im ORF m\u00f6glicherweise dann nicht eine Entscheidung f\u00e4llen kann, sondern sich gegenseitig blockiert und dadurch vielleicht leichter von der Politik zu vereinnahmen ist? Ist es m\u00f6glicherweise \u2013 hier wurden auch 800 Menschen bisher eingespart in den letzten Jahren \u2013, dass Sie \u00fcberhaupt in den wirtschaftlichen Druck geraten angesichts der Tatsache, dass auch Intermedi\u00e4re weltweit agieren und Aufmerksamkeit absaugen, Stichwort &#8222;Facebook&#8220; oder andere Plattformen. Wo w\u00fcrden Sie f\u00fcr sich die Hauptgefahr sehen momentan?<\/strong><\/p>\n<p>[00:12:32] <u>Dr. Alexander Wrabetz<\/u>: Na ja, ich glaube es sind zwei Dinge. Wir brauchen dringend ein neues Gesetz, um unseren Handlungsspielraum in der digitalen  Welt zu erweitern. Weil, wenn wir jetzt sozusagen im Korsett eines linearen Broadcasters in Fernsehen und Radio bleiben und uns nicht \u00f6ffnen k\u00f6nnen der sozusagen Medienplattformwelt mit allem, was damit verbunden ist, dann kriegen wir in ein paar Jahren allergr\u00f6\u00dfte Schwierigkeiten. Daf\u00fcr br\u00e4uchten wir ein Gesetz.<\/p>\n<p>[00:12:58] Wir br\u00e4uchten nicht zwingend ein Gesetz, wo man sagt, wir tun jetzt Gremien vergr\u00f6\u00dfern oder aufbl\u00e4hen, wo dann noch dazu die Spielregeln nicht klar sind, nach denen das dann erfolgt und die Verantwortlichkeiten nicht klar sind. Und da sehe ich schon \u2013 also es gibt noch keinen Entwurf, Sie haben es gesagt, aber nur die Ansage, dass so etwas kommt und das kann auch sinnvoll sein. Ja? Es gibt Aktiengesellschaften, die von Vorst\u00e4nden geleitet werden, ohne dass deswegen die Demokratie in Gefahr ist, sondern das ist etwas normales. Aber es kann auch eben dazu f\u00fchren, was Sie gesagt haben, dass man L\u00e4hmungsmechanmismen in das Unternehmen einbaut, schaut, dass dann Vorst\u00e4nde auch sich besonders eng mit jeweils unterschiedlichen Teilen des Aufsichtsgremiums abstimmen und damit dann schon die F\u00fchrung des Unternehmens geschw\u00e4cht wird \u2013 gerade in einer Zeit, wo sich so viel \u00e4ndert und wo man doch auch Entscheidungen und Richtungsentscheidungen treffen muss. Und eine meiner Richtungsentscheidungen, die ich jetzt die letzten mehr als zehn Jahre getroffen habe war zum Beispiel ein Ausbau der Information, zum Beispiel ein Ausbau auch bei knappen Mitteln unseres Korrespondentennetzes und, und, und. Und wenn man da dann immer mit vier Kollegen sich abstimmen muss, die m\u00f6glicherweise sehr eng auch sich mit anderen abstimmen, kann das schwieriger werden.   <\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<figure id=\"attachment_41598\" aria-describedby=\"caption-attachment-41598\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180511_17.00.15_ORF-Zentrum_1100-x-618.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180511_17.00.15_ORF-Zentrum_1100-x-618.jpg\" alt=\"ORF-Zentrum, W\u00fcrzburggasse 30, Wien | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner\" width=\"1100\" height=\"618\" class=\"size-full wp-image-41598\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180511_17.00.15_ORF-Zentrum_1100-x-618.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180511_17.00.15_ORF-Zentrum_1100-x-618-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180511_17.00.15_ORF-Zentrum_1100-x-618-768x431.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20180511_17.00.15_ORF-Zentrum_1100-x-618-1024x575.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-41598\" class=\"wp-caption-text\">ORF-Zentrum, W\u00fcrzburggasse 30, Wien | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Wer: * Dr. Alexander Wrabetz, ORF-Generaldirektor ab 01.01.2007 * Daniel Bouhs, Freier Medienjournalist (u. a. 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