{"id":43463,"date":"2019-06-28T14:00:16","date_gmt":"2019-06-28T12:00:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=43463"},"modified":"2020-05-21T12:54:38","modified_gmt":"2020-05-21T10:54:38","slug":"wie-frauen-im-deutschen-film-und-fernsehen-ausgeblendet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=43463","title":{"rendered":"Wie Frauen im deutschen Film und Fernsehen ausgeblendet werden"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_43471\" aria-describedby=\"caption-attachment-43471\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190628_prommer_elizabeth_ausgeblendet_1100\u00d7563.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190628_prommer_elizabeth_ausgeblendet_1100\u00d7563.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"563\" class=\"size-full wp-image-43471\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190628_prommer_elizabeth_ausgeblendet_1100\u00d7563.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190628_prommer_elizabeth_ausgeblendet_1100\u00d7563-300x154.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190628_prommer_elizabeth_ausgeblendet_1100\u00d7563-768x393.jpg 768w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20190628_prommer_elizabeth_ausgeblendet_1100\u00d7563-1024x524.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-43471\" class=\"wp-caption-text\">Fotos: Uni Rostock, Herbert von Halem Verlag<\/figcaption><\/figure>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nAus der Beschreibung des Buches &#8222;Ausgeblendet&#8220; von Elizabeth Prommer und Christine Linke:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cFrauen sind in Film und Fernsehen stark unterrepr\u00e4sentiert, sie kommen nicht in den Rollen und in der Vielfalt vor, die sie im echten Leben einnehmen. So ist in der Realit\u00e4t die H\u00e4lfte der Richterschaft weiblich, w\u00e4hrend in Film und Fernsehen nur knapp ein Viertel der Rechtsexperten Frauen sind. Woran liegt das? An den Produzierenden hinter der Kamera, also den Kreativen der Film- und Fernsehbranche? Es zeigt sich, eine wichtige Rolle spielt, welches Geschlecht in Regie, Redaktion, Produktion und Buch \u00fcberwiegt: Je mehr Frauen in diesen Funktionen die alleinige Verantwortung tragen, desto mehr Frauen sehen wir auf dem Bildschirm. Die Studie wurde durch \u00f6ffentlich-rechtliche sowie private Sender und Filmf\u00f6rderungen finanziell unterst\u00fctzt.&#8220; <\/p><\/blockquote>\n<p><\/span><\/p>\n<div style=\"height:30px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20190628_1400_prommer_elizabeth_112.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"https:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20190628_1400_prommer_elizabeth_112.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"https:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20190628_1400_prommer_elizabeth_112.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20190628_1400_prommer_elizabeth_112.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<p><u>Wer<\/u>: Prof. Dr. Elizabeth <a href=\"https:\/\/www.imf.uni-rostock.de\/institut\/mitarbeiterinnen\/professorinnen\/prof-dr-elizabeth-prommer\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Prommer<\/a>, Direktorin des Instituts f\u00fcr Medienforschung, Universit\u00e4t Rostock<br \/>\n<u>Was<\/u>: Interview zur Buchver\u00f6ffentlichung <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2RK9Iai\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">&#8222;Ausgeblendet&#8220;<\/a><br \/>\n<u>Wo<\/u>: Berlin < ---> Potsdam<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 28.06.2019, 14:00 Uhr; ver\u00f6ffentlicht: <a href=\"http:\/\/bit.ly\/2NrxnxE\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">29.06.2019<\/a>, 18:10 Uhr im radioeins-Medienmagazin (rbb) und in einer gek\u00fcrzten Fassung im rbb-Inforadio, 30.06.2019, 10:44\/17:44 Uhr<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<p>Elizabeth Prommer \/ Christine Linke<br \/>\nAusgeblendet. Frauen im deutschen Film und Fernsehen<br \/>\nHerbert von Halem Verlag, 2019, 184 Seiten,<br \/>\nISBN (Print) 978-3-86962-428-0, 21,00 Euro<br \/>\nISBN (PDF) 978-3-86962-429-7, 17,99 Euro<\/p>\n<hr \/>\n<div id='stb-container-4687' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-4687' class='stb-custom_box stb-box' ><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<blockquote><p>\n[0:00] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Seit 2005 besch\u00e4ftigen wir uns hier im Medienmagazin immer mal wieder in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit in den Medien. Die H\u00e4ufigkeit hat in den letzten Jahren zugenommen. Das liegt haupts\u00e4chlich daran, dass Frauen in verschiedenen Medien-Berufen immer wieder sehr \u00f6ffentlichkeitswirksam auf ein konkretes Missverh\u00e4ltnis aufmerksam machen. Aber es liegt auch an einer wissenschaftlichen Begleitung durch die Uni Rostock. Am Telefon jetzt Prof. Dr. Elizabeth Prommer, Direktorin des Instituts f\u00fcr Medienforschung. Sie haben in dieser Woche zusammen mit Ihrer Kollegin Dr. Christine Linke, Ihre neueste Publikation in den Handel gegeben. \u201cAusgeblendet\u201d hei\u00dft sie. \u201cFrauen im deutschen Film und Fernsehen mit einem Vorwort von Maria Furtw\u00e4ngler\u201d. Wie stark sind denn Frauen ausgeblendet und vor allem an welcher Stelle konkret?<\/strong><\/p>\n<p>[0:45] <u>Prof. Dr. Elizabeth Prommer<\/u>: Frauen sind nach wie vor sehr stark ausgeblendet im Fernsehen, aber auch im Kino und deshalb, k\u00f6nnen Sie sich vorstellen, gibt es nach wie vor die Studien und auch die \u00f6ffentliche &#8230; also den Versuch, darauf \u00f6ffentlich aufmerksam zu machen. Wir haben 2017 die ersten Ergebnisse vorgestellt, die wir jetzt in unserem Buch nochmal vertieft haben. Und wir zeigen ja: Auf eine Frau kommen zwei M\u00e4nner. Und das ist aber dann so dann sukzessive: Ab drei\u00dfig sind Frauen dann im Fernsehen und im Kino alt, kommen dann auf eine Frau zwei M\u00e4nner, drei M\u00e4nner, vier M\u00e4nner, f\u00fcnf M\u00e4nner. Bis Frauen tats\u00e4chlich dann sukzessive hier ausgeblendet werden und kaum sichtbar sind. Und das ist interessanterweise in fast allen Funktionen, in allen Genres und \u00fcberall so. Das ist das, was uns am meisten schockiert hat. Also es gibt nur ein Genre, wo Frauen gleich oft vorkommen wie M\u00e4nner, das ist die Soap Opera, Telenovela. Da geht\u2019s halt um Herz und Schmerz und Alltagsgeschichten und da braucht man Frauen. Aber interessanterweise in allen anderen Bereichen sind Frauen unterrepr\u00e4sentiert, ausgeblendet: im Kinderfernsehen, bei Experten, also in ganz vielen Feldern.<\/p>\n<p>[1:50] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Welche Ursachen haben Sie daf\u00fcr finden k\u00f6nnen? Denn sicherlich ist einiges Zufall, aber anderes sicherlich auch mit Absicht gemacht? <\/strong><\/p>\n<p>[1:57] <u>Prof. Dr. Elizabeth Prommer<\/u>: Ich wei\u00df gar nicht, ob es Zufall oder Absicht ist. Also Zufall, glaube ich nicht. Es ist schon eine Struktur des Fernsehens, weil wir haben dieses 1:2 \u00fcber alle Sender hinweg. Also, wenn es Zufall w\u00e4re, dann m\u00fcsste es ja Sender geben, wo das nicht so ist oder Formate, wo das nicht so ist. Sondern es ist tats\u00e4chlich irgendwo strukturimmanent, das was vorkommt. Und ein Zusammenhang, den wir feststellen konnten, war &#8211; das haben wir im Buch sehr ausf\u00fchrlich beschrieben &#8211; es spielt eine Rolle, wer hinter der Kamera verantwortlich f\u00fcr das Programm ist, also wer Redaktion macht, wer Regie f\u00fchrt, wer das Drehbuch geschrieben hat, wer das produziert. Und wenn wir da sehen, wenn Frauen oder ein Frauen-Team verantwortlich sind, dann sehen wir manchmal bis zu dreimal mehr weibliche Hauptfiguren. Also wenn eine weibliche Redakteurin, wenn ein weibliches Drehbuch ist, dann sehe ich mehr Frauen. Anders herum, wenn wir M\u00e4nner \u2026 also wenn M\u00e4nner alleine diese Funktionen \u00fcbernehmen, sehen wir deutlich weniger Frauen. Interessanterweise hebt sich der Effekt in dem Team auf. Also ein diverses Team \u2018Mann und Frau\u2019 verh\u00e4lt sich eher m\u00e4nnlich. Wobei wir da den Verdacht haben, wenn wir die Namen anschauen, dass das oft an der Hierarchie liegt. Dann, dass oft dieser Mann in dem Team dann der Chef, der Redaktionsleiter ist, also ein m\u00e4nnliches Nadel\u00f6hr. Und dann ist das ganze Verhalten eher m\u00e4nnlich in dem Sinne, dass wir dann weniger Frauen sehen. Also, es gibt einen Zusammenhang zwischen Frauen in verantwortlichen Positionen &#8211; dann sehe ich mehr Frauen &#8211; und M\u00e4nner in diesen Positionen. <\/p>\n<p>[3:25] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Nun gibt es ja manchmal das Argument, dass selbst in fiktionalen Stoffen ja auch versucht wird, die Wirklichkeit abzubilden. Und die ist nun mal so, dass M\u00e4nner mehr das Sagen haben in Chefpositionen.<\/strong><\/p>\n<p>[3:35] <u>Prof. Dr. Elizabeth Prommer<\/u>: Nee, tats\u00e4chlich haben wir auch das genau untersucht. Und Fernsehen bildet daher eben nicht mal die Wirklichkeit ab, sondern ist eben noch schlechter. Also ganz eindeutig, wenn Sie Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen anschauen oder Studenten und Studentinnen, es gibt fifty-fifty Sch\u00fcler\/Sch\u00fclerinnen. Und im Fernsehen sind auch hier wieder sechzig Prozent der Sch\u00fcler und Studenten M\u00e4nner. Also gar kein Grund daf\u00fcr. Aber viel krasser, wenn man die Berufsbereiche anschaut: Lehrer, Erzieher. Im echten Leben sind siebzig Prozent der Leute, die in dem Bereich Bildung arbeiten Frauen. Und wer Kinder hat, wei\u00df das selber, jetzt hier auch im Berliner, Brandenburger Raum, die meisten Lehrer sind Lehrerinnen. Und die meisten Schulleiter sind Schulleiterinnen. Im Fernsehen ist es umgekehrt. Da sehen wir in diesen Funktionen auch im Fiktionalen \u00fcberwiegend also auch um die siebzig Prozent M\u00e4nner. Also dort, wo erfunden werden kann, wird sogar ein Ungleichgewicht erfunden. Genauso im Bereich Recht. Also im echten Leben sind die H\u00e4lfte der Richter: Richterinnen und die H\u00e4lfte der Staatsanw\u00e4lte: Staatsanw\u00e4ltinnen. Finden wir im Erfundenen nicht. Und wir haben diesen Effekt auch bei den Experten und Expertinnen. Also, da haben wir diese Ungleichgewichte auch. Auch im Bereich Gesundheit. Also auch gerade jetzt sowohl funktional als auch beim Expertenwesen haben wir auch hier wieder im Bereich, wo siebzig, achtzig Prozent der Personen, die dort arbeiten, Frauen sind. Und das sehen wir nicht in den &#8230; auch nicht in den erfundenen Geschichten. Man kann dann nat\u00fcrlich sagen: Na gut, die meisten Chef\u00e4rzte sind M\u00e4nner. Das mag sein. Aber im Alltag: die H\u00e4lfte der \u00c4rzte, \u00c4rztinnen sind Frauen. Und wenn wir jetzt Geschichten erfinden, dann k\u00f6nnten wir da die Realit\u00e4t abbilden. Und das Interessante ist aber, dass tats\u00e4chlich ja diese Phantasie der Autoren und Drehbuchautoren und Redakteure, mancher und Redakteurinnen schon reicht, manche Bereiche unrealistisch zu erfinden. Also im Bereich Sicherheit\/Polizei sehen wir doppelt soviel Kommissarinnen, wie es eigentlich im echten Leben gibt. Also das Argument zu sagen: Na ja, das Leben ist noch ungerecht und ungleich, gilt eigentlich nicht, weil das Fernsehen hinkt dem echten Leben hinterher.<\/p>\n<p>[5:41] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Das best\u00e4tigt tats\u00e4chlich das Missverh\u00e4ltnis, das wir hier leider schon aus unterschiedlicher Sicht der Betroffenen, also der Schauspielerinnen, Regisseurinnen, Produzentinnen in Einzelstimmen h\u00f6ren konnten. Ein weiteres Problemfeld ist das Kinderfernsehen. Gibt es da auch Defizite? <\/strong><\/p>\n<p>[5:57] <u>Prof. Dr. Elizabeth Prommer<\/u>: Ja, also wenn wir hoffen, na ja, das wird alles gut werden und unsere Jugend w\u00e4chst also mit einem gleichberechtigten Fernsehbild oder Geschlechterbild im Fernsehen auf, da ist man gro\u00df entt\u00e4uscht. Also die Ungleichheit ist dann noch gr\u00f6\u00dfer. Wir haben auf eine M\u00e4dchen-Figur drei Jungs-Figuren. Und gerade im Phantasie-Raum, wo man sagen kann, da kann ja wirklich der Zeichner, die Zeichnerin erfinden, was sie m\u00f6chte: ein totales Ungleichgewicht. Also, neun von zehn gezeichneten Tieren sind m\u00e4nnlich. Also jeder Tiger, alle Hunde, das Hunderudel und alle, die dort irgendwie eine Hauptrolle spielen, sind m\u00e4nnlich. Auch B\u00e4ume, Phantasiefiguren &#8211; also ich muss ja nicht  sagen &#8211; die Schw\u00e4mme und alles m\u00f6gliche sind auch \u00fcberwiegend m\u00e4nnlich. Das hei\u00dft, dass Kinder einen ganz eingeschr\u00e4nktes Vorstellungs &#8230; Vorstellungsraum haben, was M\u00e4dchen eigentlich machen k\u00f6nnen. Hinzu kommt, wir haben auch gemessen, inwieweit M\u00e4dchen-Figuren sexualisiert dargestellt werden. Wir haben das gemessen, damit das also sozusagen objektiv ist, haben die Taille und die H\u00fcfte gemessen. Da gibt es ein Waist-to-Hip ratio. Und dann gibt es aus der Medizin: Wenn ich d\u00fcnner bin als 0,69 ist das anatomisch nicht mehr m\u00f6glich. Und die H\u00e4lfte der M\u00e4dchen-Figuren, der gezeichneten M\u00e4dchen-Figuren sind d\u00fcnner als 0,5. Das hei\u00dft, die sind anatomisch nicht m\u00f6glich. Also die sind \u2026 haben so d\u00fcnne Taillen, da passt keine Rippe und keine Leber und kein &#8230; irgendein inneres Organen rein. Das hei\u00dft, nicht nur dass die M\u00e4dchen mit weniger M\u00e4dchen-Figuren aufwachsen, sondern auch noch mit vollkommen unrealistischen, die niemals erreichbar sind und mit ganz falschen Vorstellungen.<\/p>\n<p>[7:37] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Sie untersuchen seit Herbst 2016 Geschlechterdarstellungen in deutschen TV- und Kino-Produktionen, beauftragt von den vier gro\u00dfen TV-Sender-Verb\u00fcnden, also ARD, ZDF, ProSiebenSat1 und RTL, aber gemeinsam auch mit den Film-F\u00f6rderern, sowie der MaLisa Stiftung der Schauspielerin Maria Furtw\u00e4ngler. Nun k\u00f6nnte man annehmen bei einen solchen Zusammenschluss von Beteiligten in der Medienbranche gibt es genug Interesse f\u00fcr Ver\u00e4nderungen. Haben Sie da in den letzten zwei Jahren etwas feststellen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>[08:05] <u>Prof. Dr. Elizabeth Prommer<\/u>: Na also das Interesse f\u00fcr Ver\u00e4nderung ist in der Tat da. Nat\u00fcrlich nicht bei allen. Also, selbst wenn so gro\u00dfe Flaggschiffe wie ein ZDF oder die ARD\/DasErste diese Studie mitfinanzieren, dann hei\u00dft es ja nicht, dass dort dann \u2026 ich wei\u00df nicht wie viel Mitarbeiter ein normaler Sender hat \u2026 tausend, zweitausend? Ich glaub\u2019 der Bayerische Rundfunk hat dreitausend Mitarbeiter &#8230; dass die das alle dann mittragen: Aber an vielen Positionen merken wir schon, dass es ein Interesse an Ver\u00e4nderungen gibt. Nur das ist ja nicht ganz so einfach, bis sich das dann durchsetzt, bis tats\u00e4chlich was passiert. Und die Frage ist ja, wie kann ich Ver\u00e4nderungen voranbringen? Also, wir wissen, letztes Jahr die BBC hat zu einem sprunghaften Anstieg von Sichtbarkeit von mehr Frauen, sowohl in der Fiktion, als auch bei Experten\/Expertinnen, JournalistInnen, KorrespondentInnen gef\u00fchrt, weil die eine Art Wettbewerb eingef\u00fchrt haben. Die haben eine Challenge draus gemacht. Und welche Redaktion sozusagen \u2026 wir haben alle einen Wettbewerb \u2026 und die wollten alle gewinnen. Wer hat also das diverseste Programm? So weit sind wir in Deutschland nicht, aber wir erkennen schon ein gro\u00dfes Interesse. Und wir werden n\u00e4chstes Jahr wieder messen. 2020 werden wir wieder aufnehmen und 2021 wieder Ergebnisse ver\u00f6ffentlichen, sodass wir dann wieder sehen k\u00f6nnen: hat sich was getan oder hat sich nichts getan? Und das wissen die Sender alle und ich hoffe, dass sie eben tats\u00e4chlich Ma\u00dfnahmen ergriffen haben, um dann auch was zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>[09:32] <u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>\u201cAusgeblendet\u201d, hei\u00dft das Buch. Erschienen: \u201cedition medienpraxis\u201d, Band 17 im Herbert-von-Halem-Verlag. Gerade frisch auf dem Markt, 21 Euro. Zusammen mit ihrer Kollegin Dr. Christine Linke. Am Telefon war Prof. Dr. Elizabeth Prommer. Und dann kann ich Ihnen eigentlich nur weiterhin w\u00fcnschen, dass Sie dieses Themenfeld beackern k\u00f6nnen und dass es letzten Endes dann dazu f\u00fchrt, dass wir irgendwann mal das Schluss-B\u00e4ndchen bekommen: Alles geschafft! <\/strong><\/p>\n<p>[09:59] <u>Prof. Dr. Elizabeth Prommer<\/u>: Ja, also das w\u00fcnschen wir uns auch. Wir machen das ja tats\u00e4chlich nicht, um alle zu \u00e4rgern, sondern eben um Gleichstellung zu erreichen. <\/p>\n<p><u>J\u00f6rg Wagner<\/u>: <strong>Dankesch\u00f6n.<\/strong> <\/p>\n<p><u>Prof. Dr. Elizabeth Prommer<\/u>: Also \u2026 tsch\u00fc\u00df, vielen Dank!<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Beschreibung des Buches &#8222;Ausgeblendet&#8220; von Elizabeth Prommer und Christine Linke: \u201cFrauen sind in Film und Fernsehen stark unterrepr\u00e4sentiert, sie kommen nicht in den Rollen und in der Vielfalt vor, die sie im echten Leben einnehmen. 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