{"id":49144,"date":"2021-02-23T16:18:12","date_gmt":"2021-02-23T14:18:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=49144"},"modified":"2021-03-30T21:22:29","modified_gmt":"2021-03-30T19:22:29","slug":"jobst-plog-zum-80-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=49144","title":{"rendered":"Jobst Plog &#8211; Zum 80. Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_49150\" aria-describedby=\"caption-attachment-49150\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210227_plog_jobst_mS_1100x546.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"546\" class=\"size-full wp-image-49150\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210227_plog_jobst_mS_1100x546.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210227_plog_jobst_mS_1100x546-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210227_plog_jobst_mS_1100x546-768x381.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-49150\" class=\"wp-caption-text\">Jobst Plog | \u00a9 NDR\/Kristina Jentzsch<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p> <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20210223_plog_jobst_lange_werner_192.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20210223_plog_jobst_lange_werner_192.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20210223_plog_jobst_lange_werner_192.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20210223_plog_jobst_lange_werner_192.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  <br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20210223_plog_jobst_lange_werner_192.mp3\">Download<\/a><\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><u>Was<\/u>: Abstandsinterview zum 80. Geburtstag (26.02.2021)<br \/>\n<u>Wer<\/u>:<br \/>\n* Prof. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jobst_Plog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Jobst Plog<\/a>, Rechtsanwalt, NDR-Intendant (1991-2008) und ARD-Vorsitzender (1993\/1994 und 2003\/2004), Arte-Pr\u00e4sident (1999-2002)<br \/>\n* Werner Lange, Freier Medienjournalist<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Hamburg<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 23.02.2021, ver\u00f6ffentlicht in einer 8:07-Fassung im radioeins-Medienmagazin vom 27.02.2021, 18:32 Uhr und in einer 3:12-Fassung im rbb Inforadio am 28.02.2021 10:44\/17:44 Uhr<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-9524' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-9524' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<p>(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote>\n<p>[00:00:00]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Herr Professor Plog, Sie sagten neulich in einem Interview, die \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten haben sich alles vor Gericht erstreiten m\u00fcssen, die Politik habe ein anderes Interesse. Haben Sie da geahnt, dass ARD und ZDF einerseits und mangelnde Einigkeit der Politik andererseits wegen des Geldes wieder vor dem Bundesverfassungsgericht landen werden? <\/strong><\/p>\n<p>[00:00:23]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Ja, das war schon absehbar, glaube ich. Die Politik reagiert nat\u00fcrlich auf ein Urteil aus Karlsruhe. Aber nach ein paar Jahren sind die Akteure andere und das Urteil ist nicht mehr wirklich in Erinnerung. Und dann f\u00e4ngt die ganze Geschichte offenbar nochmal von vorne an. Ich glaube, dieser Fall ist klar einordenbar. Und die Politik t\u00e4te gut daran, sich in Erinnerung zu rufen, wie das letzte Urteil ausgesehen hat. <\/p>\n<p>[00:00:53]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Der Rechtsbegriff &#8222;Rundfunkfreiheit&#8220;, der beinhaltet, dass gesellschaftlich getragener Rundfunk frei berichten kann, ein Recht auf angemessene Finanzierung hat und sich modern entwickeln kann &#8230; geht schon sehr weit. Ist es da aber nicht auch verst\u00e4ndlich, dass die Politik da auch mitreden m\u00f6chte?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:01:13]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Das ist verst\u00e4ndlich, denn die Bestands- und Entwicklungsgarantie, die das Verfassungsgericht f\u00fcr den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk garantiert hat, muss man in dem Rahmen sehen, indem sie dann doch auch wiederum relativiert ist. Dieser Rahmen ist, den Auftrag der Rundfunkanstalten, also die konkrete Ausgestaltung, was dem \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk \u00fcbertragen wird, ist durchaus auch eine politische Frage. Und an diesem Auftrag m\u00fcssten die Politiker arbeiten. Dann geben sie diesen Auftrag den Rundfunkanstalten vor und die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs soll dann eine angemessene und politisch nicht mehr definierte Geb\u00fchr errechnen. Das hei\u00dft, der Auftrag kann vorgegeben werden. Er muss diskutiert werden. Die Rundfunkanstalten haben ihn dann umzusetzen und wie sie ihn umsetzen, finanziell kann von der KEF kontrolliert werden. Das ist zugleich die Begrenzung der &#8230; des politischen Einflusses. Das Bundesverfassungsgericht hat es f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass unter ganz besonderen Umst\u00e4nden, also gro\u00dfe krisenhafte Erscheinungen, die Politik ausnahmsweise auch von einer KEF-Empfehlung abweichen darf. Dies aber muss sehr sorgf\u00e4ltig begr\u00fcndet werden und als Ausnahme klar definiert werden. Das ist in diesem Fall beim Scheitern der letzten Geb\u00fchrenrunde nicht geschehen. <\/p>\n<p>[00:02:49]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Einige Abgeordnete, immerhin vom Volk gew\u00e4hlt und demokratisch legitimiert dadurch, sagten, als es um den k\u00fcnftigen Beitragssatz f\u00fcr ARD und ZDF ging, sie h\u00e4tten es ihren W\u00e4hlern versprochen, dass nicht mehr gezahlt werden muss.<\/strong> <\/p>\n<p>[00:03:02]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Das ist kein zul\u00e4ssiges Argument. Man kann sich nur im Rahmen der Rechtsordnung bewegen. Man kann den W\u00e4hlern nicht etwas versprechen, was damit nicht in \u00dcbereinstimmung steht. Man muss sich, auch wenn man mit einer solchen Erkl\u00e4rung gew\u00e4hlt ist, richten nach den rechtlichen Ma\u00dfst\u00e4ben. Rundfunk ist ein hohes Gut. Der gesellschaftlich verantwortete Rundfunk ist zu sch\u00fctzen, auch von der Politik. Und von daher gesehen, kann ein solches Versprechen nicht wirklich eine relevante, andere Sicht begr\u00fcnden. <\/p>\n<p>[00:03:40]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Sie sind gefragter Medien-Kenner und k\u00f6nnen jetzt ohne Amt frei sprechen, m\u00fcssen nirgends Mehrheiten auf ihre Seite ziehen. Die Sender werden oft kritisiert. Sehen Sie nicht auch Kritikpunkte? Reformverlangen mit Berechtigung?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:03:55]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Man muss da unterscheiden. Es gibt zun\u00e4chst die Fragen, die man nicht bei den Rundfunkanstalten ansiedeln darf, weil sie aus eigenem Antrieb dort nicht erfolgreich \u00c4nderungen vorschlagen k\u00f6nnen. Wenn Sie einmal daran denken, an die immer wiederkehrende Debatte um die Existenz der kleinen Rundfunkanstalten Radio Bremen und den Saarl\u00e4ndischen Rundfunk. Die gibt es nicht, weil ein Intendant ein Haus besetzt hat und Mitarbeiter angestellt hat, sondern die Rundfunkanstalten gibt es, weil Gesetze in den L\u00e4ndern sie geschaffen haben und die Aufgabenstellung einschlie\u00dflich der Zahl der Programme in aller Regel definiert haben. Man kann den Rundfunkanstalten hier nicht anlasten, dass sie einen gesetzlichen Auftrag umsetzen. Es gibt andere Dinge, wo man sicherlich sagen k\u00f6nnte: Was k\u00f6nnt ihr arbeitsteilig anders organisieren, um den Aufwand zu senken? Denken Sie daran, dass ARD und ZDF bei gro\u00dfen Sportereignissen gelegentlich mit derselben Mannschaft weitgehend arbeiten im Produktionsbereich. Solche Dinge kann man von den Rundfunkanstalten verlangen. Und die Rundfunkanstalten m\u00fcssen sich an dieser Stelle immer wieder auch etwas einfallen lassen. Aber die blo\u00dfe Zahl der Programme ist fast immer politisch vorgegeben worden. Ich kann Ihnen noch ein Beispiel aus dem NDR nennen. Wir hatten ja mehrfach die K\u00fcndigung des NDR-Staatsvertrages aus politischen Gr\u00fcnden. Einmal, als Niedersachsen die K\u00fcndigung mit Schleswig-Holstein durchsetzen wollte, war der Kompromiss am Ende der, dass der Gesetzgeber drei neue Landesprogramm geschaffen hat. <\/p>\n<p>[00:06:16]<br \/>\nDas hei\u00dft, zu dem existierenden Programm kamen politisch noch drei hinzu. Ein weiteres Beispiel: Die Gr\u00fcndung von Arte geht nicht auf eine Idee von ARD und ZDF zur\u00fcck, sondern sie ist entstanden bei einem deutsch-franz\u00f6sischen Gipfel zwischen Kohl und Fran\u00e7ois Mitterrand. Abgesehen davon, dass ich es eine vern\u00fcnftige Idee fand, aber es ist eine Idee, die von au\u00dfen gekommen ist. Und die Rundfunkanstalten und die L\u00e4nder haben sie dann umgesetzt. Und auch da kann man nicht sagen: Die Rundfunkanstalten haben sich nochmal ein zus\u00e4tzliches Programm ausgedacht. Keines der Programme der ARD, keinem fehlt eine gesetzliche Basis. <\/p>\n<p>[00:06:18]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Die Diskussionen, die es zurzeit gibt, gehen eher so dahin, die Finanzen in ganz bestimmte L\u00e4nder zu lenken. Aber auch das ist eigentlich ein Eingriff in die Autonomie der Sender. Wie kann man die Politik und die Sender zusammenbringen, sodass die Einheiten, die geschaffen worden sind f\u00fcr die Politik, f\u00fcr Sport und so was alles, dass die beiden sich nicht gegenseitig immer nur Vorw\u00fcrfe machen, sondern sehen Sie da irgendeine M\u00f6glichkeit, dass die Interessen geb\u00fcndelt zwischen Politik und Sender in eine Richtung gehen k\u00f6nnen?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:06:50]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Schwer, denn der Rundfunk schafft hochbezahlte Arbeitspl\u00e4tze und diese Arbeitspl\u00e4tze sind das Interesse der L\u00e4nder. Das sehen Sie auch in der Filmf\u00f6rderung. Warum gibt es jeweils auch in kleinen L\u00e4ndern eine eigene Filmf\u00f6rderung? Die Leute hoffen, dass es Standorteffekte gibt, die sich wirtschaftlich in den L\u00e4ndern rechnen. Wenn man also jetzt mit den L\u00e4ndern dar\u00fcber redet, wo wird etwas zus\u00e4tzlich aufgebaut, dann hat das wirtschaftlich nur Sinn, wenn man irgendwo etwas abbaut. Etwa ARD aktuell in Hamburg. Sie k\u00f6nnen nicht ernsthaft mit den Vertragsl\u00e4ndern des NDR dar\u00fcber reden, wie man diesen Standort teilt oder woanders neu aufbaut. Das ist eine unsinnige Diskussion. Ich glaube, man m\u00fcsste mal einen Vorschlag machen, der abkommt von einem Verweis jeweils auf die Rundfunkanstalten als auch einen Verweis nur auf die L\u00e4nder. Eine Idee w\u00e4re es aus meiner Sicht, wenn man hochrangig beispielsweise vom Bundespr\u00e4sidenten initiiert, eine Art Enquete-Kommission mit einem hohen Sachverstand bilden w\u00fcrde, die sich \u00dcberlegungen machen w\u00fcrde: Wenn man heute den Rundfunk neu erfinden w\u00fcrde auf der gr\u00fcnen Wiese, wie s\u00e4he das aus? Dann h\u00e4tten sie ein Idealbild. Und ich kann Ihnen sagen, dieses Bild k\u00f6nnte man sofort den L\u00e4ndern vorhalten, aber auch den Rundfunkanstalten. Und Sie h\u00e4tten in keinem Fall einen schnellen und einfachen Konsens \u00fcber diese Musterl\u00f6sung, die man sich immer theoretisch \u00fcberlegen kann, die aber mit der Realit\u00e4t meist sehr wenig zu tun hat. <\/p>\n<p>[00:08:36]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Ja, da sind wir sozusagen mittendrin in diesem Streit von Politikern. Was m\u00f6chte ich eigentlich mit Rundfunk erreichen? Und auch von Anstalten, die sagen: Auch bei uns funktioniert das nicht richtig, weil die Politik da ist oder weil die Gesellschaft eben so ist, wie sie ist. Von Politikern aus dem Osten gab es auch Unmut dar\u00fcber, wie der Osten behandelt wird. In der ARD oder auch beim ZDF. \u00dcber das, was den Osten ausmacht, wird verzerrt berichtet und gemeinsame Aufgaben werden weiterhin zu 90 Prozent oder zu \u00fcber 90 Prozent vom Westen her gelenkt. Sie haben als Intendant in Hamburg gesessen. Hat es Vers\u00e4umnisse gegeben, an die die ARD jetzt ran muss? Gemeinschaftseinrichtungen Richtung Osten als Stichwort?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:09:22  ]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Also das ist nat\u00fcrlich immer ein Problem, wenn Sie denken, dass bestehende Gemeinschaftseinrichtungen ja in der Regel gut funktionieren und neue nicht hinzukommen. Die Verlegungsdebatte ist mit den alten Akteuren sehr schwer zu f\u00fchren. Was den Osten anbelangt und die ARD, so muss man zun\u00e4chst auch mal die F\u00e4lle vielleicht doch unterscheiden. Wissen Sie, der Beitritt Mecklenburg-Vorpommerns zum Norddeutschen Rundfunk ist letztlich v\u00f6llig problemlos verlaufen. Und wenn Sie die Zuschauer heute in Mecklenburg-Vorpommern nach der Akzeptanz des NDR fragen, so liegt die Akzeptanz in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich am h\u00f6chsten im NDR-Sendegebiet. Das hei\u00dft, hier haben wir offenbar einen landsmannschaftlich zusammengeh\u00f6rigen Teil der Bev\u00f6lkerung zusammengef\u00fchrt. Wir haben das modernste Funkhaus, das es im NDR-Sendegebiet gibt, dort aufgebaut. <\/p>\n<p>[00:10:23]<br \/>\nWir haben mit der Digitalisierung in Schwerin angefangen, im Funkhaus, und das war das Muster f\u00fcr den Rest des NDR. Wir haben die Mitarbeiter sehr, sehr weitgehend \u00fcbernommen. Dennoch: Wir haben nicht vom NDR eine Gemeinschaftseinrichtung dorthin verlagert. Bei der einzigen neuen Gemeinschaftseinrichtung gab es die Debatte, ob der Kinderkanal zum Mitteldeutschen Rundfunk oder damals  zum ORB nach Potsdam kam. Der NDR hat die Entscheidung f\u00fcr den Mitteldeutschen Rundfunk unterst\u00fctzt. Es ist richtig, dass zentrale, weitere Standorte nicht aufgebaut sind. Aber ich glaube, das ist nicht das Kernproblem. Das Kernproblem scheint mir zu sein, dass es spezifische landsmannschaftliche Aspekte insbesondere auch in Sachsen gibt, die in der Gesamtkonstruktion nicht ausreichend gespiegelt werden. F\u00fcr den Mitteldeutschen Rundfunk kann man aus meiner Kenntnis sicherlich nicht bestreiten, dass an einige, auch Unterhaltungsformate bewusst angekn\u00fcpft worden ist in der Zeit nach der Wende, um auch sowas wie Identit\u00e4t zu erhalten. Wir haben sogar das Sandm\u00e4nnchen zun\u00e4chst nicht \u00fcbernehmen wollen, aber nach einer Protestaktion in Rostock haben wir auch das Sandm\u00e4nnchen wieder ins Programm getan. Also es gibt kleine Schritte, aber die Diskussion &#8222;Findet sich der Osten stark genug wieder?&#8220; diese Diskussion gibt es in der Tat und man muss sie ernst nehmen, wenn Menschen sich nicht mitgenommen f\u00fchlen. Das muss man immer ernst nehmen, denn wir senden f\u00fcr die Menschen. Auf der anderen Seite, wenn man die Politik sich ansieht und den staatlichen Einfluss, dann muss man sehen, dass mir gelegentlich es auch so erscheint, als ob es kein ausreichendes Verst\u00e4ndnis g\u00e4be f\u00fcr die verfassungsrechtlich garantierte Unabh\u00e4ngigkeit des Rundfunks von der Politik. Sondern &#8211; wie auch in anderen osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern &#8211; gibt es gelegentlich den Eindruck, als ob das klassische Muster einer vollkommen unabh\u00e4ngigen Medienlandschaft unabh\u00e4ngig von der Politik auch dort, wo es gesellschaftliche Kontrolle gibt, dass diese Tradition nicht \u00fcberall ausreichend verstanden wird. <\/p>\n<p>[00:12:56]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Das hei\u00dft, wenn die Politik Ideen hat, so wir m\u00f6chten unser Geld auch in unseren L\u00e4ndern ausgeben, ist das ein Begehren, das zusammen mit der Bev\u00f6lkerung auch eine Berechtigung hat. Andererseits, das mediale Bed\u00fcrfnis, das Ganze so zu strukturieren, dass es auch bezahlbar ist. Das steht sich im Wege?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:13:16]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Ja, das ist eine Antinomie. Sie k\u00f6nnten, wenn Sie so kosteng\u00fcnstig wie m\u00f6glich die Produktionseinheiten verteilen w\u00fcrden, g\u00fcnstige L\u00f6sungen finden, als sie heutzutage politisch erzwungen werden. Das kann man auch f\u00fcr den Norddeutschen Rundfunk sagen. Wir haben beispielsweise eine Talkshow aus Hamburg verlegt nach Niedersachsen, weil das Land Niedersachsen sich nicht angemessen repr\u00e4sentiert f\u00fchlte. Unter dem Druck einer Staatsvertragsk\u00fcndigung oder -androhung sind solche Entscheidungen gefallen. Wirtschaftlich, betriebswirtschaftlich sind sie sicherlich nicht sinnvoll. Wenn sie sich &#8230; selbst, wenn sie sich in dem einzelnen Land dann rechnen. Ob das in Niedersachsen einen nennenswerten Standorteffekt hat, wage ich zu bezweifeln. Aber die L\u00e4nder m\u00fcssen einvernehmlich wissen, was sie vom Rundfunk wollen. Ob sie wollen, dass er das, was in den L\u00e4ndern passiert, im Programm spielen oder ob sie wollen, dass die Gemeinschaftseinrichtungen so zerst\u00fcckelt werden, dass jeder einen Teil davon hat. Das ist automatisch keine betriebswirtschaftlich sinnvolle L\u00f6sung. <\/p>\n<p>[00:14:26]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Naja, ob die Sportkoordination in K\u00f6ln liegt oder ob die nach Leipzig k\u00e4me oder nach Berlin k\u00e4me, das ist ja keine Entscheidung, die so viel &#8211; sagen wir &#8211; Umbr\u00fcche in den Finanzen mit sich bringen w\u00fcrde, sondern das ist &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>[00:14:40]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Nein, das w\u00e4re sicherlich eine Entscheidung, \u00fcber die man immer debattieren kann. Aber ich sage mal, gr\u00f6\u00dfere Einheiten bed\u00fcrfen schon auch der sorgf\u00e4ltigen Betrachtung. Wenn Sie zum Beispiel die Spielfilm-Koordination ansehen, die Degeto, den Filmeinkauf. Das hat nat\u00fcrlich ein bestimmtes Netz auch aufgebaut, nicht nur in Frankfurt und im Umfeld. Es hat fr\u00fcher den Grund gegeben, das in der N\u00e4he des gr\u00f6\u00dften deutschen Flughafens aufzubauen und und und. Es gab immer ganz vern\u00fcnftige Gr\u00fcnde. Richtig ist: Die Verteilung von Standort-Effekten ist passiert, ehe die Neuen Bundesl\u00e4nder hinzutraten. Und danach ist nur eine neue Einrichtung geschaffen worden mit dem Kinderkanal, die dann zwar im Osten angesiedelt ist, aber ein gr\u00f6\u00dferes Gedankenspiel: &#8222;Was k\u00f6nnte noch, ohne unsinnigen Aufwand in den Osten verlegt werden?&#8220; hat es nicht gegeben. <\/p>\n<p>[00:15:38]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Im Moment ist in der Diskussion, die Gemeinschaftseinrichtung Kultur, die Kultur aus Deutschland sozusagen zusammenzuf\u00fchren, um einfach so die Vielf\u00e4ltigkeit zu zeigen. Ist das eine &#8230; eine logische oder eine gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige Entscheidung, die dort getroffen worden ist? Und w\u00fcrden Sie als Intendant des Norddeutschen Rundfunks, wenn Sie jetzt noch im Amt w\u00e4ren, das unterst\u00fctzen? <\/strong><\/p>\n<p>[00:16:00]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Es gibt ja in Wahrheit eine solche Einrichtung bisher nicht, sondern die Kultur ist so wie die L\u00e4nder auch, die ja f\u00fcr Kultur zust\u00e4ndig sind, sie ist nicht zentral organisiert, sondern sie ist dezentral aufgebaut. Und ich glaube, alle H\u00e4user w\u00fcrden es weit von sich weisen, wenn sie die Kultur-Berichterstattung aus ihren L\u00e4ndern zentral ansiedeln m\u00fcssten. Also ich kann mir das als eine und auch als einen wirklichen Standort-Effekt nicht vorstellen. Dass es wichtig ist, den kulturellen Beitrag aus dem Osten sichtbar zu machen, f\u00fcr mich unstreitig. Aber das ist und bleibt prim\u00e4r auch Aufgabe der Anstalten, die im Osten angesiedelt sind, die ihre Stimme im Konzert der ARD deutlich machen m\u00fcssen und nat\u00fcrlich auch verlangen k\u00f6nnen, dass sie Defizite mit Hilfe der anderen Partner aufarbeiten. Aber die Ansiedlung einer Zentrale ausgerechnet im Kulturbereich scheint mir per se nicht ausreichend begr\u00fcndet. <\/p>\n<p>[00:17:09]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>In der Corona-Krise zeigt jetzt der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk seine St\u00e4rke. Die \u00d6ffentlichkeit vertraut ihm. Andererseits gibt es so viele Fake News wie nie zuvor. Die Bundesl\u00e4nder wollen bis n\u00e4chstes Jahr einen Rundfunkstaatsvertrag erarbeiten, um die Sender zukunftstauglich zu machen, wie Sie sagen. Denken Sie, dass die Bundesverfassungsrichter sich in dem jetzigen Verfahren auch dazu \u00e4u\u00dfern werden, wie weit die Rundfunkfreiheit von der Politik zu beachten ist. <\/strong><\/p>\n<p>[00:17:40]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Das w\u00e4re in der Tradition des Gerichts und ich glaube, dass das Gericht sich diese Chance nicht nehmen l\u00e4sst. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinen Urteilen zur Rundfunkfreiheit eine gro\u00dfe Kontinuit\u00e4t. Das beginnt mit dem gro\u00dfen Ersten Fernsehurteil zum sogenannten Adenauer Fernsehen und zieht sich durch bis heute. Die Richter haben sehr darauf geachtet, dass sie ihre Rechtsprechung zwar fortentwickeln, aber dass sie im Grunds\u00e4tzlichen sehr verankert sind auch in den fr\u00fcheren Urteilen. Von daher meine ich, dass das Gericht diese Urteile in der Tendenz best\u00e4tigen und die Bestandsgarantie, also die Entwicklungsgarantie insbesondere, die vielleicht doch noch ein St\u00fcck konkretisieren wird. Denn in der Tat, das, was man sich noch letztes Mal vorgestellt hat unter der Frage: Was d\u00fcrfen die Anstalten im Internet? Was ist die Begrenzung zur Presse? &#8230; ist auch deswegen schon obsolet geworden aus meiner Sicht, weil die Presse ihrerseits massiv nicht nur in den Internet-Bereich, sondern auch in dem Bild-Bereichen inzwischen einsteigt und auch da sich entwickelt. Also dieses Nebeneinander wird man etwas in die Zukunft weiterleiten m\u00fcssen. Das glaube ich. Eine systemvertr\u00e4gliche Konkurrenz f\u00fcr beide muss es auch in Zukunft geben. Das war aber immer Anliegen des Bundesverfassungsgerichts. Dass es einen irgendwo gearteten &#8230; Kehrtwendung geben wird in der Rechtsprechung, glaube ich nicht. <\/p>\n<p>[00:19:17]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Also die Orientierung am Gemeinwohl, meinen Sie, ist f\u00fcr das Bundesverfassungsgericht auch in Zukunft eine Richtlinie, wo man nicht von abgehen wird?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:19:25]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Richtig. Ich denke, das Bundesverfassungsgericht hat sich durch den real existierenden privaten, kommerziellen Rundfunk und Fernsehen &#8230; H\u00f6rfunk und Fernsehen immer best\u00e4tigt gef\u00fchlt. Und das, was im Internet im Augenblick passiert, an Shitstorms jeder Art zu Meinungen, die auch nur ein Teil von dem Mainstream abweichen, das ist ja so bemerkenswert, dass das Gericht gut daran t\u00e4te, sich diesen Bereich genau auch anzusehen im Hinblick auf die Auswirkungen auf den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk. <\/p>\n<p>[00:20:01]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Also au\u00dfer durch Fake News &#8211; das hat man in den letzten Monaten auch beobachten k\u00f6nnen &#8211; k\u00f6nnen auch Algorithmen der gro\u00dfen neuen Internetkonzerne zu realit\u00e4tsverschobenen Wahrnehmungen f\u00fchren. Um denen etwas entgegenzusetzen gibt es Ideen, Qualit\u00e4tsmedien sollten sich vernetzen und verlinken. Denken Sie, dass Sender und Verlage \u00fcber Eigensinnigkeiten und Egoismen eine Basis f\u00fcr solch ein Ziel finden k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>[00:20:32]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Ich glaube, dass es immer die Gelegenheit gegeben h\u00e4tte, solche Konsense in Teilbereichen zu entwickeln. Es gibt in der Tat gemeinsame Interesse von privaten Medien, Printmedien und \u00d6ffentlich-Rechtlichen. Auch die kritische Betrachtung der Medienwirklichkeit, die man heute anstellen m\u00fcsste, legt solche Gemeinsamkeiten nahe. Ich pers\u00f6nlich als Leser, als H\u00f6rer, als Seher empfinde einen deutlichen Pluralit\u00e4tsverlust. Und zwar nicht einen Verlust, weil bestimmte Dinge vorgeschrieben w\u00fcrden, sondern weil sie sich unter einem Oberbegriff, den man in die N\u00e4he dessen, was man Political Correctness nennt, bezeichnen k\u00f6nnte, orientieren an bestimmten beengten Meinungsspektrum. Sie haben diese Entwicklung \u00f6ffentlich im Augenblick breit diskutiert in den Vereinigten Staaten  an dem Beispiel der New York Times, wo mehrere Liberalkonservative gek\u00fcndigt haben, Redakteure, weil sie sich in dem Pluralit\u00e4tsspektrum der New York Times nicht wiedergefunden haben. Sie haben auch in der Presselandschaft nach meinem Empfinden einen eingeschr\u00e4nkteren, breiten Korridor als fr\u00fcher. Der Unterschied zwischen Kommentaren aus der Ecke \u201cPanorama\u201d und der Ecke \u201cReport M\u00fcnchen\u201d hat sich deutlich nivelliert. Ich denke, auch wenn Sie sich die Meinungsseite zwischen FAZ bis hin zur taz mit allen \u00dcberg\u00e4ngen Frankfurter Rundschau, S\u00fcddeutsche ansehen, sehen Sie auch da eine Verengung des Korridors, der nicht angeordnet ist, sondern den, die Journalisten selbst f\u00fcr sich definieren. Und wenn es mal abweichende Meinungen gibt, also bei der New York Times eher liberalkonservative Meinung, aber auch in den deutschen Zeitungen gibt es in den Redaktionen heftige Gegenreaktionen, sodass Kollegen, die dieses Spektrum nicht f\u00fcr sich sehen, h\u00e4ufig sich gezwungen f\u00fchlen, ihren Platz zu wechseln. Das ist ein Problem. Ein Verlust an Pluralit\u00e4t ist ein Problem und das m\u00fcsste man f\u00fcr Presse und Rundfunk gemeinsam diskutieren. Im Rundfunk jedenfalls, im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk, muss man ein Vergn\u00fcgen daran haben, dass man die Meinung X vertritt und der Kollege, der neben einem sitzt, vertritt die Meinung Y. Das ist ein Grundbestandteil: das Gebot der Pluralit\u00e4t. Wenn man den Eindruck hat, dass sich dieses Selbstgesetz verengt, finden sich Menschen auch nicht wieder in solchen Systemen und weichen dann in fataler Weise aus ins Internet und artikulieren sich dort oder finden dort Meinungen, die sie in den Medien nicht mehr gespiegelt finden. Das ist eine \u00fcberaus problematische Entwicklung. Sie kann man vergleichen mit der Entwicklung, dass den politischen Parteien die W\u00e4hler abhanden gekommen sind in Teilbereichen. Man kann dann die Schuld bei den W\u00e4hlern suchen. Man kann die Schuld aber auch woanders suchen. <\/p>\n<p>[00:23:52]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Wenn man die Schuld bei sich sucht, ist trotzdem die Frage: Wo kommt dann die andere Meinung her? Oder sollte ein Journalist oder ein Medienmacher beim \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk sich andere Meinungen aneignen, um die dann zu vertreten? <\/strong><\/p>\n<p>[00:24:07]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Nein, ich denke, man kann nicht gegen die \u00dcberzeugung von Menschen arbeiten. Aber wenn sie beispielsweise, weil Selbstbefragungen der Volont\u00e4rsjahrg\u00e4nge eine vollkommen uniforme Meinungsbildung finden, haben sie Anlass, in der Ausbildung von Journalisten dagegen zusteuern. Nicht um den Einzelnen umzudrehen. Nat\u00fcrlich nicht. Aber das Pluralit\u00e4tsgebot ist eine Existenzvoraussetzung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Und von daher muss sie auch eingefordert werden. <\/p>\n<p>[00:24:12]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Ist das nur eine Sache der Anstalten? Oder sollte dort auch der Verwaltungsrat oder der Rundfunkrat ein W\u00f6rtchen mitreden?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:24:50]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Ich finde, Grundprobleme des Journalismus m\u00fcssen \u00fcberall diskutiert werden in der Gesellschaft. Das ist ein Thema, das es ja schon gibt in der Gesellschaft. Und darum wird es auch in den Rundfunkanstalten diskutiert werden m\u00fcssen. Es gibt daf\u00fcr vielleicht auch gar keine einfachen L\u00f6sungen. Aber dass es als Problem auftaucht, das finde ich, muss man \u00f6ffentlich diskutieren und auch akzeptieren. Da ist ein Problem, wenn Leute ihre Welt nicht mehr erkennen. <\/p>\n<p>[00:25:24]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Wenn wir nochmal ans Bundesverfassungsgericht denken, an die Rundfunkfreiheit, die dort auch immer wieder eingefordert wird und f\u00fcr die die Verfassungsrichter auch immer eingetreten sind in den Urteilen, k\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass die Bundesverfassungsrichter sich mit so etwas auch in einem neuen Urteil besch\u00e4ftigen k\u00f6nnten? <\/strong><\/p>\n<p>[00:25:41]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Ich wei\u00df es nicht. Das ist schwer zu sagen, denn nat\u00fcrlich sind die Richter auch an den Streitgegenstand, an das wirklich streitige Thema gebunden. Aber das Bundesverfassungsgericht hat ja den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk immer auch damit begr\u00fcndet, dass ein Markt selbst nicht automatisch Pluralit\u00e4t herstellt und die Meinungen in der Gesellschaft widerspiegelt. Das ist ja eine der Begr\u00fcndungen, warum es \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk geben soll. Eine der Begr\u00fcndungen. Aber es ist eine. Und von daher gesehen kann man sich durchaus vorstellen, dass in einem Obiter Dictum, also in einer beil\u00e4ufigen Bemerkung so ein Thema angesprochen wird. <\/p>\n<p>[00:26:24]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Sie haben oft Ihre Kollegen auch dazu gebracht, nach Karlsruhe zu gehen und haben dann auf die Urteile gewartet. Was ist das f\u00fcr ein Gef\u00fchl bzw. was tut man in der Zwischenzeit? Sorgt man f\u00fcr eine, sagen wir mal, positive Berichterstattung in &#8230; in eine bestimmte Richtung oder was macht man dann als Hierarch?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:26:45]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Nein, man wartet das Urteil ab. Man stellt sich nat\u00fcrlich sich zun\u00e4chst darauf ein. Jetzt bleibt eine Finanzierung ab Jahresanfang aus. Das hei\u00dft, die H\u00e4user, die eh Sparrunden drehen, m\u00fcssen ein St\u00fcck weiter anziehen, um die Sparziele jetzt zu ver\u00e4ndern und einzuhalten. Aber ich glaube, dass man nicht versuchen kann, w\u00e4hrend dieses Verfahren schwebt, noch darauf nennenswert Einfluss zu haben. Die Position der Anstalten ist gut begr\u00fcndet und wird von der Vielzahl der Bundesl\u00e4nder ja unterst\u00fctzt diesmal. Es ist nicht ein Streit: der Rundfunk gegen die L\u00e4nder. Es ist ein Streit des Rundfunks gegen ein Land im Wesentlichen. Und das ver\u00e4ndert die Situation nochmal deutlich. <\/p>\n<p>[00:27:37]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Macht es das f\u00fcr die Richter einfacher oder schwerer?<\/strong> <\/p>\n<p>[00:27:41]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Ich glaube, die Rechtsfragen lassen sich nicht numerisch l\u00f6sen. Sie werden die Position des Landes Sachsen-Anhalt sorgf\u00e4ltig analysieren m\u00fcssen und dazu ihre Meinung finden. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass das schnell und deutlich passiert. <\/p>\n<p>[00:28:00]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Denken Sie, das wird noch vor dem Sommer passieren? <\/strong><\/p>\n<p>[00:28:02]<br \/>\n<u>Jobst Plog<\/u>: Vor dem Sommer nicht, aber im Laufe dieses Jahres. Karlsruhe l\u00e4sst sich immer auch ausreichend Zeit, allen Stimmen auch rechtliches Geh\u00f6r zu geben. Ob die Rundfunkanstalten gut beraten waren, Eilantr\u00e4ge zu stellen, wei\u00df ich nicht. <\/p>\n<p>[00:28:21]<br \/>\n<u>Werner Lange<\/u>: <strong>Vielen Dank.<\/strong> <\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Download Was: Abstandsinterview zum 80. 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