{"id":49959,"date":"2021-07-02T00:29:48","date_gmt":"2021-07-01T22:29:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=49959"},"modified":"2021-07-07T00:49:35","modified_gmt":"2021-07-06T22:49:35","slug":"prof-henneke-zur-farbenlogik-im-zdf-fernsehrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=49959","title":{"rendered":"Prof. Henneke zur Farbenlogik im ZDF-Fernsehrat"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_49960\" aria-describedby=\"caption-attachment-49960\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210702_IMG_6849_henneke_hans-gu\u0308nter_1100\u00d7618.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"618\" class=\"size-full wp-image-49960\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210702_IMG_6849_henneke_hans-gu\u0308nter_1100\u00d7618.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210702_IMG_6849_henneke_hans-gu\u0308nter_1100\u00d7618-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210702_IMG_6849_henneke_hans-gu\u0308nter_1100\u00d7618-768x431.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-49960\" class=\"wp-caption-text\">Hans-G\u00fcnter Henneke w\u00e4hrend der Fernsehratssitzung auf dem Screen im Pressezentrum | Foto: J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<div style=\"height:30px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20210702_henneke_hans-guenter_192.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20210702_henneke_hans-guenter_192.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20210702_henneke_hans-guenter_192.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20210702_henneke_hans-guenter_192.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n<u>Was<\/u>: Interview \u00fcber die Struktur und Freundeskreis-Logik des ZDF-Fernsehrates<br \/>\n<u>Wer<\/u>:<br \/>\n* Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Pr\u00e4sidialmitglied des Deutschen Landkreistages, ZDF-Fernsehratsmitglied (schwarzer Freundeskreis)<br \/>\n* Daniel Bouhs, Freier Medienjournalist<br \/>\n* J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist<br \/>\n<u>Wo<\/u>: Rheingoldhalle, Mainz<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 02.07.2021, 11:35 Uhr; ver\u00f6ffentlicht in einer 10:13-Fassung am <a href=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=49909\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">03.07.2021<\/a>, 18:22 Uhr im radioeins-Medienmagazin (rbb) und in einer Kurz-Fassung im rbb Inforadio am 04.07.2021, 10:43\/17:43 Uhr<\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n<div id='stb-container-1325' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-1325' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<p>(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote><p>\n<strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:00:00] Also, ich hei\u00dfe Hans-G\u00fcnter Henneke, bin gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Pr\u00e4sidialmitglied des Deutschen Landkreistages, geh\u00f6re dem Fernsehrat als drittdienst\u00e4lteste Mitglied seit 2002 an, war auch f\u00fcnf Jahre im Verwaltungsrat und insofern habe ich Gremienerfahrung insbesondere im Bereich Finanzen, Personal, Organisation und Telemedien gesammelt. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:00:19] <strong>Inwieweit sind Sie frei als Fernsehratsmitglied, unabh\u00e4ngig vom Freundeskreis, den Sie vielleicht nochmal kurz erl\u00e4utern, Ihre Stimme abzugeben?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:00:25] Ich bin v\u00f6llig frei, meine Stimme abzugeben. Das habe ich getan und das werde ich in weiteren Wahlg\u00e4ngen auch tun. Und ich habe auch an dem Karlsruher Verfahren 2014 mitgewirkt und habe &#8230; bin seinerzeit vom Bundesverfassungsgericht gerade zur Rolle der Freundeskreise befragt worden. <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:00:42] <strong>Erkl\u00e4ren Sie uns doch netterweise, warum Sie sich daf\u00fcr entschieden haben &#8211; wir haben gelernt, das kann man sich aussuchen &#8211; in den schwarzen Freundeskreis zu gehen.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:00:49] Es gibt zwei und insofern darf man das nicht verwechseln oder vergleichen mit Fraktionen, sondern es geht im Grunde um eine Vorsortierung der Willensbildung, die auch nur stattfindet vor den Fernsehratssitzungen. Also ich habe in Karlsruhe gesagt, den Satz w\u00fcrde ich gern wiederholen, die gesamte Zahl der Freundeskreissitzungen dauert &#8230; hat in Stunden im Jahr weniger gedauert als die m\u00fcndliche Verhandlung in Karlsruhe. Also man muss sich das so vorstellen, dass jedenfalls dieser konservative Freundeskreis &#8222;Jung&#8220; oder b\u00fcrgerliche Freundeskreis etwa anderthalb Stunden vor der Sitzung des Fernsehrates tagt. Die eigentliche Arbeit wird in den Ausschusssitzungen geleistet. Also insofern darf man diese Fragestellung nicht \u00fcberh\u00f6hen. Und es geht einfach darum, dass man versucht, sozusagen ein Stimmungsbild vorab abzutesten, damit die Sitzungen des Plenums sozusagen nicht in Individualisten-Meinungen v\u00f6llig ausarten. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:01:40] <strong>Der Gong ert\u00f6nt gerade. M\u00fcssen Sie jetzt rein, ja? Ne?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Marlehn Thieme<\/strong> [00:01:42] Damit gebe ich das Ergebnis des ersten Wahlganges bekannt: Es wurden 60 Stimmen abgegeben. Es waren alles g\u00fcltige Stimmen. Auf Frau Hassel entfielen 24 Stimmen, auf Dr. Himmler 34 und es gab zwei Enthaltungen. Damit ist deutlich, dass wir das erforderliche Quorum nach dem Staatsvertrag noch nicht erreicht haben. Und ich frage, wie verfahren werden soll? Gibt es einen Antrag zur Unterbrechung? Herr Dr. Jung?<\/p>\n<p><strong>Dr. Franz Josef Jung<\/strong> [00:02:23] Erstens bitte ich zu unterbrechen und zweitens w\u00fcrde ich beantragen einen zweiten Wahlgang.<\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:02:28] <strong>Nach dieser kurzen Unterbrechung eben ist klar, dass f\u00fcr beide Kandidaten, f\u00fcr die Kandidatin, f\u00fcr den Kandidaten keine Mehrheit gefunden wurde im ZDF-Fernsehrat. Was passiert denn in so einem Prozess?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:02:38] In dieser Beratung, die wir eben durchgef\u00fchrt haben, ist sehr wenig passiert. Es ist also anzunehmen, dass es einen zweiten Wahlgang gibt. Und es ist jetzt die Frage zu beantworten, ob die Kandidatin, die ja im ersten Wahlgang 12 Stimmen hinter der notwendigen Mehrheit zur\u00fcckgeblieben ist, im zweiten Wahlgang wieder kandidiert. Ich h\u00e4tte, will ich deutlich sagen, dieses Ergebnis in dieser Deutlichkeit im ersten Wahlgang so nicht erwartet. Ich habe eher mit einem Unentschieden gerechnet. Dieses Ergebnis spricht jetzt eigentlich doch daf\u00fcr, dass es in einem zweiten Wahlgang, denke ich, zu einer Entscheidung kommen wird und nicht zu einer Vertagung kommen wird, dass wir heute ein Ergebnis haben werden. Entweder weil die Kandidatin noch einmal antritt und der Kandidat, der jetzt &#8230; dem nur noch zwei Stimmen fehlen, die erforderliche Mehrheit erreicht. Oder die Kandidatin sieht, dass sie die zw\u00f6lf Stimmen, die ihr fehlen, im zweiten Wahlgang hier realistischerweise kaum erreichen kann. Trotzdem sind ja 24 Stimmen ein respektables Ergebnis. <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:03:40] <strong>Die Frage ist ja: Wie bringt man aus Ihrer Perspektive den anderen Freundeskreis, den roten Freundeskreis dazu denn jetzt auch &#8211; ich sage jetzt mal &#8211; nachzugeben. Also muss man da irgendwas versprechen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:03:50] Nein.<\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:03:50] <strong>&#8230; dass dann die Personalien, die nachr\u00fccken, entsprechend besetzt sind?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:03:54] <strong>Oder l\u00e4uft jetzt jemand hin und her und vermittelt?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:03:56] <strong>Mit Schecks? Mit Umschl\u00e4gen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:03:56] Da stehen die Leute ganz \u2026 ganz <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:03:58 ] <strong>Mit Umschl\u00e4gen.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:04:00] Also dazu will ich gerne &#8230;<\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:04:00] <strong>Ja.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:04:01] &#8230; deutlich Stellung beziehen. Der Fernsehrat hat \u00fcberhaupt nur eine einzige Personalentscheidung zu treffen und das ist die Intendanten-Wahl. Die anderen Personalentscheidungen, \u00fcber die immer spekuliert wird und wo es um Versprechen geht, das sind keine Entscheidungen, mit denen der Fernsehrat \u00fcberhaupt zu tun hat, sondern das sind Entscheidungen, die der Verwaltungsrat trifft. Aber nicht so, dass da dem Verwaltungsrat ein Vorschlagsrecht vorliegt, sondern so, dass dem Intendanten das Vorschlagsrecht vorliegt und der Verwaltungsrat sein Einvernehmen erteilen muss. Das ist was anderes. Das ist sozusagen eine passive Form von Zustimmung. Insofern rate ich dringendst davon ab, allen Beteiligten, egal von welcher Seite jetzt irgendwelche Koppel-Gesch\u00e4fte zu machen. Jetzt muss ein Intendant gew\u00e4hlt werden, der dann stark ist, sozusagen in der von ihm verk\u00fcndeten Unabh\u00e4ngigkeit sozusagen Personalvorschl\u00e4ge zu unterbreiten. Und diese Personalvorschl\u00e4ge m\u00fcssen gesamtgesellschaftlich ausgewogen sein. Das ist wie beim Fu\u00dfball, wo Sie im Grunde sagen: Sie haben einen rechten Verteidiger, einen linken Verteidiger und ein starkes Mittelfeld. Das brauchen Sie im ZDF auch. Aber das w\u00e4re jetzt eine v\u00f6llig falsche Stunde und ein v\u00f6llig falsches Verst\u00e4ndnis von Gremienarbeit, wenn man jetzt mit irgendwelchen Kungeleien oder Zusagen arbeiten w\u00fcrde. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:05:12] <strong>Gab es denn im Vorfeld f\u00fcr diesen Fall schon so etwas wie einen &#8230;<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:05:17] <strong>Plan B.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:05:18] <strong>\u2026 Plan? Ja, genau.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:05:19] Ich kannte jedenfalls keinen. Also, es ist &#8230; ich h\u00e4tte einen im Kopf gehabt. Mich hat aber niemand gefragt. <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:05:25] <strong>Welchen?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:05:26] Nee, das muss ich Ihnen ja nicht sagen, wir sind ja in der Situation A. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:05:30] <strong>Haben Sie vielleicht doch noch einen Kandidaten oder eine Kandidatin in der Hinterhand?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:05:33] Wir h\u00e4tten &#8230; die schwierige Frage w\u00e4re gewesen, aber die ist meines Erachtens jetzt hypothetisch. Wenn man auch nach einem zweiten Wahlgang nicht h\u00e4tte absehen k\u00f6nnen, wer gew\u00e4hlt wird. Wenn Sie in die Politik hineingehen, wissen Sie, dass die schleswig-holsteinische Ministerpr\u00e4sidentin Heide Simonis sozusagen einmal geschreddert worden ist durch vier Wahlg\u00e4nge. Und das ist etwas, was Sie niemandem zumuten k\u00f6nnen. Also insofern h\u00e4tte ich heute dazu geraten, nach einem zweiten Wahlgang, wenn sich nicht abzeichnet, eine klare Mehrheit zu finden, abzubrechen. Neu nachzudenken und mit gebotener Wartezeit dann ein halbes Jahr sp\u00e4ter nochmal wieder anzutreten, denn die n\u00e4chste Sitzung ist in der Woche nach der Bundestagswahl. Das ist auch keine \u00e4u\u00dfere Atmosph\u00e4re, wo man gut zusammenkommen kann. Aber ich glaube, die Situation wird uns jetzt erspart bleiben und f\u00fcrs ZDF ist das gut. Und wenn es ein solches Wahlergebnis gibt jetzt, hat ja sozusagen alleine das Wahlergebnis &#8211; jetzt mal unabh\u00e4ngig von der Frage, f\u00fcr wen oder gegen wen es ausgefallen ist &#8211; gezeigt, dass es eine Abstimmung in Bl\u00f6cken nicht gegeben hat. Das ist, glaube ich, die eigentliche Botschaft von heute. Und damit hat der Fernsehrat eigentlich den Kern seiner Aufgabe, staatsfern, unabh\u00e4ngig und auch politikfern zu sein &#8230; also wenn man &#8230; man darf ja im Grunde nicht vergessen, das Bundesverfassungsgericht hat den Begriff der Staatsferne so gedeutet, dass es nicht nur ferne vom Staat ist, sondern es hat gesagt: Es muss ferne sein von allen, die im politischen Wettbewerb um staatliche oder politische \u00c4mter konkurrieren, also auf &#8230; weg sozusagen vom Parteienstaat. Und das ist hier, glaube ich, ganz gut. <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:07:08] <strong>Aber das ist ja sozusagen, ich sage mal, die Forderung oder Erwartung, die auf Papier artikuliert wurde, also in einem, in einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Dennoch sieht man ja immer noch diese sogenannten roten und schwarzen Freundeskreise, die sich ja, wenn man zumindest auf die Politikerinnen und Politiker, die es ja weiter gibt, nicht mehr in der Dominanz, weiterhin nach diesem Farbspektrum auch aufteilen.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:07:29] Nein. <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:07:30] <strong>Nein?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:07:30] Ja, ja und nein. Also &#8230;<\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:07:33] <strong>Jung und Raab. CDU &#8211; SPD ist schon relativ klar.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:07:37] Ich sage Ihnen nette Geschichten. Also Geschichte 1: Rainer Br\u00fcderle, ja? Ich habe vorhin gesagt, ich geh\u00f6re diesem Gremium zwanzig Jahre an. Rainer Br\u00fcderle, FDP, war also in dem &#8230; <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:07:46] <strong>Kommt ja auch aus Mainz.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:07:47] &#8230; kommt aus Mainz, war in dem sogenannten roten Freundeskreis. Dann gab\u2018s die Wahl der Bundesregierung 2009, die schwarz-gelbe Koalition und Rainer Br\u00fcderle wechselte auf einmal den Freundeskreis und wurde mit gro\u00dfem Hallo im schwarzen Freundeskreis begr\u00fc\u00dft. So dann kurze Zeit darauf, 2012, erinnere ich ja auch genau, haben wir ein Gr\u00fcnes Mitglied gehabt im Saarland. Es gab so eine Jamaika-Koalition kurze Zeit im Saarland, die dann geplatzt ist und also das Saarland entsandte einen Gr\u00fcnen Vertreter. (Oliver) Passek hie\u00df er und er war Mitglied des Freundeskreises &#8222;Jung&#8220;. Und dann ging diese Koalition kaputt und dieses Mitglied Passek blieb aber im Fernsehrat, wurde sp\u00e4ter von Baden-W\u00fcrttemberg benannt, wo es dann einen Regierungswechsel hin zu gr\u00fcn-rot gab, und Passek wechselte den Freundeskreis. Ging aus dem einen Raum &#8222;Jung&#8220; raus in einen anderen Raum, spielte in Berlin im Hotel Schweizerhof, kam wieder rein, weil im anderen Raum kein Stuhl mehr war und musste sich unter gro\u00dfem Gel\u00e4chter sozusagen den Stuhl holen, um von einem in den anderen Freundeskreis zu gehen. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:08:53] <strong>Also ich sag mal so, die CDU ist schon sattelfest im Schwarzen und die SPD sattelfest im Roten.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:08:57] Aber, aber, aber nicht sortenrein. Also insofern ist das ein Unterschied. Weil Sie jetzt auch hier sehen &#8230; also das fand ich auch eindrucksvoll in einer Vorer\u00f6rterung. Es ist der Gr\u00fcne Sozialminister aus Hessen, Herr (Kai) Klose, Mitglied des Freundeskreises &#8222;Jung&#8220; und Klose hat gesagt, nicht als Mitglied des Freundeskreises bekenne ich mich, sondern ich bekenne mich zu den Besten sozusagen. Und ich habe hier \u00fcberhaupt kein Problem. Ich stimme nicht als Mitglied eines Freundeskreises ab, sondern ich stimme hier ab zwischen zwei Kandidaten. Und er hat im Vorfeld bekannt, f\u00fcr wen. F\u00fcr den Kandidaten, der jetzt die Mehrheit erhalten hat, hat aber dabei auch deutlich gemacht, dass das nichts mit Freundeskreisdruck zu tun hat, sondern im Grunde mit Bestenauslese. Und hat auch deutlich gemacht, dass er politische Freunde hat, die eben dem anderen Freundeskreis angeh\u00f6ren, sodass also gerade das ein Zeichen f\u00fcr \u00dcberwindung sein sollte. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:09:50] <strong>Wenn Sie denn gerne erl\u00e4utern m\u00f6chten, warum Sie wahrscheinlich f\u00fcr Norbert Himmler gestimmt haben, vielleicht, warum hat Sie Tina Hassel nicht \u00fcberzeugt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:10:01] Ich glaube, ich w\u00fcrde jetzt nicht sagen, dass Frau Hassel nicht \u00fcberzeugt hat. Das w\u00e4re ein zu hartes Urteil. Ich glaube, die richtige Frage ist anders. Die richtige Frage ist, glaube ich so, dass man &#8230; das ZDF ist ein Unternehmen mit 5.000 oder wie viel, wie viel Mitarbeitern. Also im Grunde ein Tanker, der nicht leicht zu steuern oder umzusteuern ist und der in der \u00c4gide der Intendanten Sch\u00e4chter und Bellut eine gute F\u00fchrungskultur im Sinne einer teamorientierten F\u00fchrungsmannschaft aufgebaut hat. Und zu der Mannschaft geh\u00f6ren der Chefredakteur, die Verwaltungsdirektorin. Ich habe selber versucht, schwierige Haushaltsfragen zu begleiten, und dazu geh\u00f6rt eben auch der Programmdirektor. Und insofern ist es nicht so, wie es auch sein kann, dass man sagt: So jetzt, da ist da ein &#8230; sozusagen eine Z\u00e4sur und einen &#8230; da brauchen wir, m\u00fcssen wir gucken, wir brauchen frischen Wind von au\u00dfen, sondern das ZDF befindet sich durch &#8230; auch durch diesen Fernsehrat, der seit Jahren jetzt, doch sehr antreibt die Hausleitung in einem, sagen wir mal, Umbruch und Transformationsprozess. Und den haben wir bisher gremienm\u00e4\u00dfig und auch mit der Gesch\u00e4ftsleitung des ZDF eigentlich sehr einvernehmlich gegangen. Deshalb liegt eigentlich die Frage eher nahe, von au\u00dfen vielleicht ein bisschen schwer zu sehen, aber nahe zu sagen: Kann das nicht jemand, der sozusagen einer der Motoren dieses Transformationsprozesses von innen ist besser als jemand, der von au\u00dfen dazukommt. Und deshalb hat meines Erachtens &#8230; f\u00fcr mich hat jedenfalls die Frage Mann-Frau gar keine Rolle gespielt oder die Frage &#8230;<\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:11:26] <strong>Auch nicht mehr journalistisch? Als mehr vom Management herkommend?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:11:28] Ja, aber wissen Sie &#8230; <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:11:33] <strong>Damit ist die ja angetreten, Tina Hassel. Sie sagte: &#8222;Hier steht die k\u00fcnftige journalistische Intendantin&#8220;.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:11:38] Frau Hassel hat ja heute auch &#8230; ich will das nicht &#8230; ich will das nicht bewerten. Aber insofern war ja die Vorstellung Himmler sozusagen gesamthafter in der Darstellung und auch so, dass er &#8211; fand ich jetzt eine ganz interessante Idee &#8211; gesagt hat, mehrfach gesagt hat: Daran k\u00f6nnen Sie mich messen! Und eine ganze Reihe von Punkten aufgeworfen hat. Nun kenne ich den Herrn Himmler einfach aufgrund meiner Gremien-T\u00e4tigkeit auch schon l\u00e4nger und kann dazu sagen: Norbert Himmler hat zusammen mit anderen ma\u00dfgeblich an einer Edition mitgearbeitet \u00fcber die Wiedervereinigungsgeschichte. Er hat also ein profiliertes Buch geschrieben \u00fcber die Rolle Gro\u00dfbritanniens im deutschen Wiedervereinigungsprozess. Seine Frau hat dasselbe Buch geschrieben \u00fcber die Rolle Frankreichs und insofern ist Norbert Himmler jetzt in erster Linie sozusagen im Laufe der letzten Jahre, sagen wir mal, zu einem Manager des ZDF mutiert. Aber es ist jemand, der einen ganz fundierten politischen, politikwissenschaftlichen Hintergrund hat. Und er hat es, glaube ich, heute selber gesagt &#8211; das war mir jetzt &#8230; so bin ich mit dem Lebenslauf auch nicht vertraut &#8211; aber er hat auch auf seine Zusammenarbeit mit dem fr\u00fcheren Chefredakteur Brender verwiesen.<\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:12:45] <strong>Er hat ja beim ZDF volontiert, also journalistisch, hat bei der heute-Redaktion unter anderem gearbeitet &#8230; <\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:12:47] Aber als Kind. <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:12:47] <strong>Und war Programm- &#8230; also Referent des Chefredakteurs. Aber verstehe ich Sie richtig, dass das ZDF dann eher so eine Art &#8222;Closed Shop&#8220; ist, also ein Selbsterhaltungsdrang da ist, wenn man jemand von au\u00dfen in Anf\u00fchrungszeichen gar nicht braucht? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:13:03] Nein, das sehe ich \u00fcberhaupt nicht. Das sind ja, was Sie jetzt sagen, ist schwarz-wei\u00df. <\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:13:11] <strong>Na, Wahlentscheidungen sind ja am Ende schwarz-wei\u00df.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:13:13] Ja. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:13:13] <strong>Oder rot, rot-schwarz.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Daniel Bouhs<\/strong> [00:13:14] <strong>Oder rot-schwarz.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke<\/strong> [00:13:15] Ja, wie auch immer. Aber die Frage ist doch: Was braucht das ZDF an welcher Stelle, mit welcher Kompetenz? Und insofern brauchen sie nicht einen zweiten Chefredakteur oder sie brauchen auch nicht einen zweiten Programmdirektor, sondern sie brauchen jemand, der sozusagen insgesamt steuert und eine Mannschaft f\u00fchrt. Und deshalb &#8230; ich habe keinen Anlass, irgendetwas zu kritisieren an dem, was Frau Hassel vorgetragen hat. Aber ich glaube nicht, dass diese Idee zu sagen: Ich komme mit einem 100-Tage-Programm &#8211; das passt f\u00fcr die Politik. Aber ein Fernsehsender macht keinen &#8230; der braucht keinen Regierungswechsel oder sonst irgendwas, sondern er braucht im Grunde eine Weiterentwicklung. Und nat\u00fcrlich braucht er auch Impulse von au\u00dfen. Und es ist ja jetzt, wenn Herr Himmler Intendant werden sollte, wird eine Stelle frei, die des Programmdirektors. Also insofern w\u00fcrde man ja jetzt nicht sagen, kann ich \u00fcberhaupt nicht beurteilen, wer daf\u00fcr in Frage kommt, aber man wird ja nicht sagen k\u00f6nnen: Wir nehmen nie jemanden von au\u00dfen. Abwegig. <\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n<p><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Was: Interview \u00fcber die Struktur und Freundeskreis-Logik des ZDF-Fernsehrates Wer: * Prof. Dr. Hans-G\u00fcnter Henneke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrendes Pr\u00e4sidialmitglied des Deutschen Landkreistages, ZDF-Fernsehratsmitglied (schwarzer Freundeskreis) * Daniel Bouhs, Freier Medienjournalist * J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist Wo: Rheingoldhalle, Mainz Wann: rec.: 02.07.2021, 11:35 Uhr; ver\u00f6ffentlicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[517,50],"class_list":["post-49959","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","tag-fernsehrat","tag-zdf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49959","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=49959"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49959\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49966,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49959\/revisions\/49966"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=49959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=49959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=49959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}