{"id":50134,"date":"2021-08-02T15:53:20","date_gmt":"2021-08-02T13:53:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=50134"},"modified":"2021-10-20T04:13:23","modified_gmt":"2021-10-20T02:13:23","slug":"markus-lanz-unterhaltungsjournalist-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=50134","title":{"rendered":"Markus Lanz &#8211; Unterhaltungsjournalist 2020"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_50135\" aria-describedby=\"caption-attachment-50135\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210802_lanz_markus_1100\u00d7617.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"617\" class=\"size-full wp-image-50135\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210802_lanz_markus_1100\u00d7617.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210802_lanz_markus_1100\u00d7617-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20210802_lanz_markus_1100\u00d7617-768x431.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-50135\" class=\"wp-caption-text\">Markus Lanz | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<blockquote><p>\u201eNie zuvor wurde seine Moderationsf\u00e4higkeit auf eine so harte Probe gestellt wie im Marathon zum Thema Corona. Fast durchgehend werkt\u00e4glich diskutierte Markus Lanz mit ExpertInnen und WissenschaftlerInnen in seinem ZDF-Talk, unter Bedingungen, die sich faktisch, organisatorisch und auch mental immer weiter versch\u00e4rften. Er zeigte sich dabei stets exzellent vorbereitet und hielt mit kritischen, aber fairen Nachfragen nicht zur\u00fcck. Trotz der Dramatik das Menschliche, ja auch das Unterhaltende nicht aus dem Blick zu verlieren \u2013 das gelang niemandem im Fernsehen so gut wie ihm.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mediummagazin.de\/preistraeger\/journalisten-des-jahres\/2020\/markus-lanz-4\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Begr\u00fcndung<\/a> der Jury der Fachzeitschrift &#8222;mediummagazin&#8220;.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height:30px;\"><\/div>\n<div class=\"BorlabsCookie\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <div class=\"_brlbs-caption\"> <p>Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerkl\u00e4rung von YouTube.<br><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Mehr erfahren<\/a><\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Video laden<\/a><\/p> <p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>YouTube immer entsperren<\/small><\/label><\/p> <\/div> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PHA+PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiB3aWR0aD0iNjAwIiBoZWlnaHQ9IjMzOCIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC9uMXpfYjQ5Ul9kWSIgdGl0bGU9IllvdVR1YmUgdmlkZW8gcGxheWVyIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYWxsb3c9ImFjY2VsZXJvbWV0ZXI7IGF1dG9wbGF5OyBjbGlwYm9hcmQtd3JpdGU7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYTsgZ3lyb3Njb3BlOyBwaWN0dXJlLWluLXBpY3R1cmUiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT48L3A+<\/script><\/div><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><u>Was<\/u>: Interview am Rande der Auszeichnungsveranstaltung &#8222;Journalistinnen und Journalisten des Jahres&#8220; der Fachzeitschrift mediummagazin<br \/>\n<u>Wer<\/u>:<br \/>\n* Markus Lanz, Journalist, Presenter der ZDF-Talkreihe &#8222;Markus Lanz&#8220;<br \/>\n* J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist<br \/>\n<u>Wann<\/u>: 02.08.20021, 15:53 Uhr<br \/>\nWo: Berlin, Hotel Oderberger<br \/>\nVgl.: Alle Hauptpreistr\u00e4gerinnen und -tr\u00e4ger: <a href=\"https:\/\/www.mediummagazin.de\/jdj2020-die-preistraeger-innen\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">mediummagazin.de<\/a><\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n<div id='stb-container-7922' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-7922' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<p>(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote><p>\nJ\u00f6rg Wagner [00:00:00] <strong>Ich w\u00fcrd&#8216; Sie erst mal bitten, sich vorzustellen. Es ist jetzt zwar ein bisschen bl\u00f6d, weil man kennt Sie landauf, landab.<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:00:05] Ja, nicht schlimm. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:00:05] <strong>Aber vielleicht haben Sie ja eine andere Erkl\u00e4rung, wer Sie sind?<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:00:09] Gott ja. Ich bin Markus Lanz. Aber &#8230; es stimmt schon, es gibt so &#8217;ne &#8230; es gibt so &#8217;ne Medienfigur. Dann gibt es den, der manchmal so neben sich steht und sich wundert, was da eigentlich alles gerade so passiert. Dazu muss man wissen, dass ich so aus einem kleinen Bergdorf in den Dolomiten komme, ja. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:00:24] <strong>S\u00fcdtirol.<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:00:25] S\u00fcdtirol. Ja, genau. Und deswegen steht man da manchmal staunend davor und fragt sich, wie das Leben eigentlich so ist und was das Leben alles spielen kann. Ja, und immer wenn du denkst, jetzt &#8230; jetzt ist Schicht, dann geht pl\u00f6tzlich eine neue T\u00fcr auf. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:00:43] <strong>Ich hab&#8216; tats\u00e4chlich k\u00fcrzlich einen Schnipsel gefunden, da waren Sie bei RTL noch und haben irgendso&#8217;n Banane-Beitrag anmoderiert. Ist das noch etwas, was Sie &#8230;<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:00:52] Banane-Beitrag? <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:00:52] <strong>&#8230; mit W\u00fcrde tragen? Also, ich meine so ein Thema, was man schnell wieder vergisst, was dazu da ist, um Boulevard-Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen, womit man aber nicht in die Fernsehgeschichte wahrscheinlich eingeht. <\/strong><\/p>\n<p>Markus Lanz [00:01:03] Geht man schon, aber halt eher &#8218;unteres Regal&#8216;. Ich &#8230; naja, die Frage war, ob ich dazu stehe oder ob ich &#8230; ob mir das unangenehm ist? Also beide Male, einmal ja und nein. Ich k\u00f6nnte es mir einfach machen und sagen: Ich war jung und brauchte das Geld. Es ist aber vor allen Dingen eine sehr gute Schule gewesen. Ich hab&#8216; da viel gelernt und man sollte nie den Fehler machen, sozusagen die, die&#8217;s machen, mit denen zu verwechseln, was sie da tun. Also, das sind zum Teil sehr, sehr, sehr gute Kollegen, die ich da kennengelernt habe. Viel &#8230; ich sage mal, auch das \u00f6ffentlich-rechtliche System ist, glaube ich, durch das Privatfernsehen und durch den Privatrundfunk nicht unbedingt schlechter geworden, sondern im Zweifel schneller geworden. Da findet eine \u00dcberpr\u00fcfung statt. Das hat uns besser gemacht. Also insofern ist mir da irgendwie eine gewisse \u00dcberheblichkeit &#8230; von der bin ich sehr, sehr weit entfernt. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:01:57] <strong>Aber weil Sie sagten, man wei\u00df nicht, ist das der Mensch, den man dort sieht, tats\u00e4chlich der, der man ist. Haben Sie denn inzwischen beim ZDF Ihre Rolle gefunden?<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:02:06] Das m\u00fcssen nat\u00fcrlich andere beurteilen. Ich &#8230; <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:02:07] <strong>Nee, nee. Aus Ihrer Perspektive. Sie stehen ja auch bestimmt neben sich und gucken Sie sich auch mal zu. <\/strong><\/p>\n<p>Markus Lanz [00:02:12] Man ist ja da immer leicht befangen, wie Sie sich vorstellen k\u00f6nnen. Ich gucke mir im \u00fcbrigen auch nie selber zu. Ich &#8230; <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:02:18] <strong>Ich frage anders, f\u00fchlen Sie sich wohl beim ZDF?<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:02:20] Ja, genau. Wenn das die Frage ist, ja. Und wenn Sie sagen, &#8218;die Rolle gefunden&#8216;, w\u00fcrde ich sagen: Ja. Das war ja eine lange Entwicklung \u00fcber zehn, fast 15 Jahre. Und ich sage mal so: Wir haben beim Wendler begonnen und sind jetzt bei Olaf Scholz. Und das ist jetzt nichts, was &#8230; was mir nicht gef\u00e4llt. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:02:38] <strong>Ja, Sie k\u00f6nnen auch stolz sein. Sie werden ja jetzt ausgezeichnet wieder als &#8222;Journalist des Jahres&#8220; zum zweiten Mal. F\u00fchlen Sie sich eigentlich in erster Linie als Journalist? Also ist das die Kategorie, die Sie m\u00f6glicherweise im Hotel eintragen, wenn Sie dort einchecken?<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:02:50] Tats\u00e4chlich ja. Dieser Beruf des Moderators, das ist einer, den ich nie angebe. Ich erz\u00e4hle auch nie, was ich mache, weil mir der bis heute suspekt ist. Es ist ein komisches Wort. Ich kann damit nicht so richtig etwas anfangen. Allein schon deshalb, weil der Akt des Moderatorwerdens, ist ein sehr willk\u00fcrlicher. Irgendjemand pickt sie und sagt: Mach du das jetzt mal! Aus welchen Gr\u00fcnden auch immer. Und deswegen darf man halt umgekehrt dann auch nicht sauer sein, wenn dann irgendwann einer kommt und sagt: Pass auf, dich m\u00f6chte ich jetzt aber nicht mehr. Das ist beides gleicherma\u00dfen okay. Das muss man sich klarmachen. Das ist, das ist sozusagen der Deal, den man da eingeht. Aber die, die Rolle oder der Beruf des Journalisten ist einer, der mir Spa\u00df macht. Ich mag keine Ideologie. Deswegen finde ich, haben wir als Journalisten da schon auch eine echt wichtige Funktion. Wir m\u00fcssen immer nochmal ein bisschen genauer hinh\u00f6ren, ein bisschen genauer hinsehen, uns wirklich fragen, ob die Dinge so sind, wie sie vermeintlich erscheinen und so weiter. Gerade auch in der heutigen Zeit, in dieser polarisierten, aufgeheizten Stimmung, wo immer sehr schnell klar ist, was schwarz und was wei\u00df, ist. Mir das immer suspekt. Auch deswegen, weil ich wei\u00df: \u00dcberall da, wo Ideologie ist, ist das Gesch\u00e4ftsmodell meistens nicht weit. Und insofern haben wir da eine wichtige Funktion. Das andere ist nat\u00fcrlich das ganze Thema der Plattformen. In dem Ma\u00df, wie wir geflutet werden von Informationen, die \u00fcberall und jederzeit verf\u00fcgbar ist, ist Klarheit &#8211; und die m\u00fcssen wir schaffen und herstellen &#8211; ist Klarheit ein Wert an sich f\u00fcr mich. Und dieser Wert wird immer wichtiger, je gr\u00f6\u00dfer diese Informationsflut wird und je mehr sich da an steiler Welle aufbaut. Auch deshalb, weil ja die gro\u00dfen Plattformen, speziell jetzt Alphabet, also Google, Facebook und wie sie alle hei\u00dfen, ja sich der eigentlichen journalistischen Verantwortung ja entziehen. Also die bieten den Leuten eine Plattform und sagen: Du bist jetzt dein eigener Sender, aber was du da machst, damit habe ich nichts zu tun. Ich finde, das ist ein sehr schlanker Fu\u00df, den die sich da zum Teil machen, der nicht nur Journalismus bedroht, der auch unser Modell ganz massiv bedroht, sondern der auch mit der Gesellschaft was macht. Und insofern ist diese Transformation, also das Zeitalter der Informationstechnologie, an dem wir jetzt gerade wirklich sind und in das wir wirklich eintreten, ist ein spannender, aber auch ein sehr gef\u00e4hrlicher Punkt. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:05:09] <strong>Nun ist vielleicht heute nicht der richtige Tag, um auch nach selbstkritischen Reflexionen zu fragen, weil Sie ausgezeichnet werden. Aber vielleicht ist ja gerade ein guter Ausgleich, dass ich jetzt frage, ob Ihnen das immer gelungen ist, was Sie selber f\u00fcr Anspr\u00fcche an sich selbst stellen. Ich sage mal, das wohl Auff\u00e4lligste, was ich erlebt habe, weil es auch Auswirkungen gab tats\u00e4chlich in der Glaubw\u00fcrdigkeit, war das Interview mit Sahra Wagenknecht. Da gab&#8217;s dann anschlie\u00dfend eine Gr\u00fcndung eines <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/ueber-uns-2\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Vereins<\/a> &#8222;Publikumskonferenz&#8220;. Bis heute sind die noch sehr aktiv und erheben den Anspruch aus der Tatsache, da sie Rundfunkbeitrag bezahlen, dass sie mitreden d\u00fcrfen. Aber vielleicht war das auch nur eine Ausnahme und Sie gehen immer nach Hause und sagen: Das war heute schon &#8211; und da w\u00fcrde ich mich mit anschlie\u00dfen &#8211; immer wieder ein neues Suchen nach der Wahrheit. Und das provoziert auch Reibung nat\u00fcrlich.<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:06:02] Ja, also dieses Sahra-Wagenknecht-Ding &#8230; \u00fcber das ist ja schon oft und sehr ausf\u00fchrlich und ersch\u00f6pfend gesprochen worden. Aus heutiger Sicht ist ganz interessant, wenn man &#8230; es war, ich glaube, es war 2012. Es ist lange her, weil wir haben 2021. Wenn Sie sich das heute anschauen, dann w\u00fcrde ich sagen, war das in der Konstellation ungl\u00fccklich. Also ich bleib&#8216; eigentlich bei der Bewertung, bei der ich immer war, das Gef\u00fchl, das da entsteht, zwei M\u00e4nner gegen eine Frau und so weiter, das kann man definitiv besser machen. Von dem Interview an sich jetzt was &#8211; ich kann ja nur \u00fcber meinen Part sprechen &#8211; muss ich immer wieder drauf &#8230; Wert darauf festlegen, dass das, worum es eigentlich ging &#8211; und das ist auch etwas, was ich auch gerne zur\u00fcck spiele &#8211; worum es eigentlich ging, das wurde nicht wirklich wahrgenommen, nicht wirklich rezipiert. Also wenn Sie &#8230; meine Frage war, es ging um das Programm der Linkspartei zur Europawahl und in dieser Pr\u00e4ambel wurde die EU als eine diktatorische, militaristische Veranstaltung beschrieben. Sagen wir es mal ganz neutral. Und das war etwas, was ich nicht verstanden habe. Zumal da jemand erstens vor mir sa\u00df, der selber im EU-Parlament war. Sahra Wagenknecht war dort. Ist das eine. Und das andere war halt, ich hatte einfach Schwierigkeiten mit diesem Wort &#8222;diktatorisch&#8220;. Aus diversen Gr\u00fcnden und unter anderem auch mit Blick auf die Linkspartei. Sie k\u00f6nnen sich vorstellen, warum. Und das ist das ganze Ding. Interessanterweise beim Parteitag wenig sp\u00e4ter in Hamburg ist genau das aus dieser Pr\u00e4ambel verschwunden. Und insofern haben wir da auch was bewirkt. Das hei\u00dft aber nicht, dass das ein optimales, perfektes interview war. Gar keine Frage. Zwischen mir und Sahra Wagenknecht, um das auch nochmal jetzt endg\u00fcltig und f\u00fcr alle Zeiten zu sagen, ist auch nichts von \u00fcbrig geblieben. Ich sch\u00e4tze die unheimlich. Sch\u00e4tze sie, ehrlich gesagt, gerade in den letzten Jahren auch nochmal in publizistischer Weise sehr. Lese wahnsinnig gerne Ihre Kolumne. Es ist ganz pr\u00e4zise, penibel recherchiert. Das ist bester Journalismus und insofern: Sahra Wagenknecht fachlich, qualitativ und ehrlich gesagt auch als Kollegin an dem Punkt ist jemand, den ich \u00fcber alle Ma\u00dfen sch\u00e4tze. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:08:03] <strong>Und um wieder eigentlich zum heutigen H\u00f6hepunkt zur\u00fcckzukommen zur Journalistenpreisverleihung, Sie bekommen den ja wegen au\u00dfergew\u00f6hnlicher journalistischer Leistungen und Sie haben bestimmt auch mitbekommen, dass in der ARD- Programmdirektion, Sie so was wie eine Benchmark sind.<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:08:17] Ja, habe ich gelesen. Ja. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:08:17] <strong>Wie f\u00fchlt man sich da?<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:08:22] Wissen Sie, tats\u00e4chlich geh\u00f6rt das Nachdenken sozusagen dar\u00fcber, wer man selber ist oder was man selber macht und so weiter. Das ist jetzt nicht das, womit ich mich von morgens bis abends besch\u00e4ftige. Sondern mein Job ist in erster Linie sozusagen \u00fcber andere nachzudenken. Widerspr\u00fcche &#8230;<\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:08:38] <strong>Sie haben keine Strategie, was Ihren beruflichen Weg anbelangt, was Sie erreichen wollen?<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:08:42] Nicht wirklich. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:08:42] <strong>Was Sie f\u00fcr ein Ziel haben pro Sendung zum Beispiel? Dass Sie kaum Urlaub machen in diesem Jahr zum Beispiel.<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:08:48] Nee, das ja. Das \u00fcberlegen wir uns nat\u00fcrlich, weil wir einfach das Gef\u00fchl haben, das ganze Rad dreht sich so schnell und dass man es sich irgendwie gerade in diesem Jahr: Bundestagswahlkampf, eine \u00c4ra endet, die \u00c4ra Merkel und so weiter, nicht wirklich leisten kann, wochenlang einfach vom Schirm zu sein. Und tats\u00e4chlich war es ja auch so. Es ist unglaublich viel passiert allein in den letzten Wochen. Und &#8230; aber das ist jetzt kein strategisches Ding, das man sich jeden Tag hinsetzt und \u00fcberlegt: Wo will ich in genau f\u00fcnf Jahren sein? Das ist etwas, was ich auch im Laufe der Jahre gelernt habe, wenn es Dinge gibt, die sich nicht planen lassen, dann genau diese. Dann passiert, verrutscht ihnen irgendein Interview und dann ist ihre sch\u00f6ne Lebensplanung pl\u00f6tzlich komplett eine andere. Dann sind Sie \u00fcbermorgen auch drau\u00dfen. Das geht ja auch. Also insofern: Mein Hauptjob ist es, \u00fcber andere nachzudenken, Widerspr\u00fcchlichkeiten aufzudecken, Phrasen zu entlarven, Leute aus dem Tritt zu bringen, die eigentlich auserz\u00e4hlt sind, weil sie jeden Tag nicht nur ein Interview, sondern ein halbes Dutzend geben und die auf alles vermeintlich eine gute Antwort haben. Dann muss man halt dranbleiben und hellwach sein. Das gelingt manchmal, manchmal aber auch nicht. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:09:53] <strong>Ich versuch&#8217;s nochmal anders. Es gibt so ein Buch, ich hab&#8216; den Titel nicht mehr genau im Kopf, aber sinngem\u00e4\u00df: &#8222;Die tausend Orte, die du besucht haben musst, bevor du stirbst.&#8220; Gibt&#8217;s noch jemanden, den Sie interviewen wollen, der Sie reizt, der Sie neugierig werden l\u00e4sst, wo Sie sagen: Den brauche ich noch, um auch f\u00fcr mich vielleicht klar etwas zu justieren?<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:10:13] Es gibt &#8230; ach, es gibt &#8230; da gibt&#8217;s einige. Wenn man jetzt mal einfach nur in Deutschland bleibt, ich w\u00fcrde z.B. gerne mal eine Stunde oder gerne auch anderthalb, mal mit Sigmar Gabriel \u00fcber Au\u00dfenpolitik sprechen. Das w\u00fcrde mich interessieren, weil ich das Gef\u00fchl habe, er ist der letzte, der wirklich auf dem Schirm hatte, was z.B. im Verh\u00e4ltnis zu China passiert, was das gro\u00dfe Seidenstra\u00dfenprojekt wirklich ist, was 17 plus 1 wirklich bedeutet. Wer die 12 L\u00e4nder sind in Europa, die die identifiziert haben als die Staaten, von denen man sagt: Da k\u00f6nnen wir ran. Was Merkel meint, wenn sie sagt zu Xi Jinping: Sie m\u00fcssen nicht nur mit den armen L\u00e4ndern in Europa reden. Sie k\u00f6nnen auch mit ganz Europa sprechen. Und er ignoriert sie einfach. Also was ist da die Strategie dahinter? Da hab ich immer das Gef\u00fchl, Sigmar Gabriel war einer der letzten, der das wirklich auf dem Schirm hatte. Und irgendwie reden wir aber stattdessen die ganze Zeit \u00fcber Gendersternchen und alles M\u00f6gliche und die wirklich gro\u00dfen Themen &#8211; und das ist auch ein \u00c4rgernis finde ich &#8211; auch in diesem Wahlkampf, die fallen wirklich hinten \u00fcber. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:11:13] <strong>Ich kann Ihnen verraten, Sie standen auf meiner Liste der noch zu interviewenden Menschen.<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:11:17] Wirklich? Wirklich? Ach Quatsch.<\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:11:17] <strong>Ich bedanke mich daf\u00fcr, dass Sie zur &#8230; Ja! Nat\u00fcrlich. Klar. Vor zwei Jahren ist es mir leider nicht gelungen. Da mussten Sie schnell weg, glaube ich. Und ansonsten sind Sie ja, glaub ich, auch sehr stark eingebunden.<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:11:26] Das stimmt. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:11:26] <strong>Und ich nutzte gerne die Gelegenheit jetzt. Ja.<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:11:29] Das freut mich. Ich mache ja nicht oft Interviews, weil ich lieber selber welche mache. Und insofern freut mich, dass das geklappt hat. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:11:37] <strong>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zum Journalisten des Jahres!<\/strong> <\/p>\n<p>Markus Lanz [00:11:39] Danke sch\u00f6n. Danke. <\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><br \/>\n<script src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\" type=\"text\/javascript\">\/\/ < ![CDATA[ {lang: 'de'} \/\/ ]]><\/script><br \/>\n<script src=\"http:\/\/twittercounter.com\/embed\/?username=medienmagazin&amp;style=avatar\" type=\"text\/javascript\"><\/script><\/p>\n<p><noscript><a href=\"http:\/\/twittercounter.com\/medienmagazin\">medienmagazin on Twitter Counter<\/a><\/noscript><\/p>\n<p><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNie zuvor wurde seine Moderationsf\u00e4higkeit auf eine so harte Probe gestellt wie im Marathon zum Thema Corona. Fast durchgehend werkt\u00e4glich diskutierte Markus Lanz mit ExpertInnen und WissenschaftlerInnen in seinem ZDF-Talk, unter Bedingungen, die sich faktisch, organisatorisch und auch mental immer weiter versch\u00e4rften. 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