{"id":51575,"date":"1999-07-11T12:00:37","date_gmt":"1999-07-11T10:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=51575"},"modified":"2022-04-07T02:31:40","modified_gmt":"2022-04-07T00:31:40","slug":"below-klaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=51575","title":{"rendered":"Below, Klaus"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_51582\" aria-describedby=\"caption-attachment-51582\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/19990409_below_klaus_1100\u00d7733.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"733\" class=\"size-full wp-image-51582\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/19990409_below_klaus_1100\u00d7733.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/19990409_below_klaus_1100\u00d7733-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/19990409_below_klaus_1100\u00d7733-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-51582\" class=\"wp-caption-text\">Klaus Below in der tagesschau vom 09.04.1999<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/mm19990711_5_below_klaus_112.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/mm19990711_5_below_klaus_112.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/mm19990711_5_below_klaus_112.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/mm19990711_5_below_klaus_112.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n<u>Wer<\/u>:<br \/>\n* Klaus Below, ARD-Journalist, zur Zeit des Interviews Korrespondent, ARD Belgrad<br \/>\n* J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist<br \/>\n<u>Was<\/u>: Telefoninterview zu den Umst\u00e4nden einer Kriegs- und Nachkriegsberichterstattung<br \/>\n<u>Wann<\/u>: radioeins-Medienmagazin (ORB\/SFB) am 11.07.1999<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/19990326_tagesschau_berghoff_dagmar.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" class=\"alignnone size-full wp-image-51584\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/19990326_tagesschau_berghoff_dagmar.jpg 600w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/19990326_tagesschau_berghoff_dagmar-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-9828' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-9828' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote><p>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:00:00] <strong>Der Krieg im Kosovo, der mit diversen verharmlosenden Synonymen bedacht wurde, ist seit drei Wochen offiziell von der NATO f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt worden. Der Kriegsberichterstattung folgte die Nach-Kriegsberichterstattung. Der Satz &#8222;Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit&#8220;, kann man diesen auch auf die jetzige Berichterstattung \u00fcbertragen? Dazu jetzt am Telefon Klaus Below. Er ist f\u00fcr die ARD vom Bayerischen Rundfunk in Belgrad, kennt beide Situationen, kennt beide Bedingungen, unter denen Medienberichterstattung m\u00f6glich ist. Herr Below, Ihre Eindr\u00fccke? Ist jetzt alles offen? Kann man wirklich berichten, das, was man will? Oder wird nach wie vor die Wahrheit gefiltert?<\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nKlaus Below [00:00:39] Es ist eine merkw\u00fcrdige Situation. Sie haben das ganz richtig zitiert. Bei einer solchen Situation bleibt als erstes die Wahrheit auf der Strecke, und zwar von beiden Seiten. Und ich konnte schon w\u00e4hrend der Kriege hier in Belgrad und sp\u00e4ter in Pristina nicht berichten, was ich wollte. Und zwar von zwei Seiten. Einmal von der Seite der hiesigen, immerhin unter Kriegssituation verordneten Gesetzen, das hei\u00dft Zensur. Jede Beitr\u00e4ge mussten vorher gesichtet werden. Wir konnten nicht die Dinge aufnehmen, die wir wollten. Wir mussten sogenannte Checklisten, also Film-Listen, was wir filmen wollten, einreichen. Das wurde dann anschlie\u00dfend verglichen damit, was wir dann gefilmt haben. Aber, und das ist f\u00fcr mich eine v\u00f6llig neue Erfahrung, immerhin bin ich 58 Jahre alt und bin bei der ARD seit sage und schreibe dem 1. Juni 1965. Aber das ist f\u00fcr mich eine v\u00f6llig neue Situation gewesen, dass Kollegen aus dem eigenen Hause mich verleumdet haben, mich zensiert haben und mich aus ihren Sendungen entfernt haben. Das hei\u00dft im Klartext: Das Mittagsmagazin der ARD hat, Leiter Robert Franz, hat expressis verbis gesagt: Der findet bei mir nicht mehr statt. Und das ist bis heute so geblieben.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:02:00] <strong>Wie wurde das begr\u00fcndet? <\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nKlaus Below [00:02:01] Das wurde begr\u00fcndet, ich h\u00e4tte nicht gen\u00fcgend Distanz zu den Dingen, ich w\u00e4re zu sehr von der serbischen Seite vereinnahmt worden, was de facto nicht der Fall ist. Ich konnte an drei konkreten F\u00e4llen, sowohl meinem Haus, dem ich vertraglich verpflichtet bin, dem Bayerischen Rundfunk als auch dem Rundfunkrat und den Presserechten nachweisen, dass der Kollege in drei F\u00e4llen von der Sache her, von der Wahrheit her v\u00f6llig falsch gelegen hat.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:02:30] <strong>F\u00fcr mich als jemand, der ja von au\u00dfen diesen Krieg beobachtet hat, insofern nachvollziehbar, weil man ja doch nur Informationen bekommt, die \u00fcber elektronische Medien oder sei es \u00fcber Telefonberichte oder Internetberichte her\u00fcberkommen &#8230; wie wurde denn das &#8230;?<\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nKlaus Below [00:02:42] Es ging hier, wenn ich unterbrechen darf &#8230; es ging hier f\u00fcr meine Meinung &#8211; und ich schr\u00e4nke das ein, das ist meine pers\u00f6nliche Meinung &#8211; um die Formulierung einer politischen Absicht in der Umsetzung der Transformation in Form einer aktuellen, sagen wir mal, politischen Meinungssituation auf das Programm. Und man kann, das ist meine ganz feste \u00dcberzeugung, einen Korrespondenten, wenn er auch spontan so dem Mainstream nicht entspricht, nicht vorschreiben, was er zu sagen, wie er zu texten hat, wen er als Interviewpartner zu nehmen hat. Es sei denn, es widerspricht den absoluten korrekten Pressegesetzen und den Regeln, die wir im Journalismus haben.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:03:22] <strong>Sie wurden auch richtig deutlich im Nachrichtenmagazin Focus vor drei Wochen mit Geheimdiensten in Verbindung gebracht. Wie wehrt man sich denn in solchem Fall? Kann man das \u00fcberhaupt? Man ist doch in einem Kriegszustand immer dieser Gefahr ausgesetzt, sei es zum Beispiel bei dem Sat1-Korrespondenten, der daf\u00fcr sogar in den Knast gehen musste.<\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nKlaus Below [00:03:42] Also es ist so. Es gibt eine Situation, die Sie mir erlauben, ich hier nicht n\u00e4her beschreiben will. Die betrifft das ARD-Studio in Belgrad. Es sind \u00fcber Jahre hinaus Dinge geduldet worden und auch abgesegnet worden von bestimmten Personen, die einen &#8230; jetzt muss ich sehr, sehr zur\u00fcckhaltend formulieren, im Verdacht stehenden Polizeispitzel, Geheimdienstmitarbeiter von serbischer Seite dort im B\u00fcro nicht nur geduldet, sondern auch prostituiert haben. Den habe ich hinausgeschmissen und es besteht der Verdacht, ich sage noch einmal, es besteht der Verdacht. Die Indizien weisen darauf hin, dass genau dieser Mann, weil der vorher einige Jahre f\u00fcr Hans-Peter Schnitzler, der ein sehr guter Kollege und Freund von mir ist, ein sehr besonnener und bedachter Kollege. Dieser Mann hat lange Jahre f\u00fcr den gearbeitet und ist auch dort aus denselben fachlichen Unf\u00e4higkeitsgr\u00fcnden und Arroganzgr\u00fcnden hinausgeworfen worden. Es besteht hier also der ganze Verdacht, dass dieser Mann sich ger\u00e4cht hat. Aufgrund der Kriegssituation, des Ausnahmezustands konnte er das tun. Und er war, weil Hans-Peter Schnitzler bei uns im B\u00fcro abgefahren ist. Und dieser Mann war anwesend. Ich sage bewusst nicht dessen Namen. Dieser Mann war anwesend. Die Indizien weisen darauf hin, dass dieser Mann alle Daten, weil Hans-Peter Schnitzler auch mit unserem Auto, einem Auto des Bayerischen Rundfunks, nach Zagreb, nach Wien fahren wollte, erwartet wurde. Also hier spielen Zuf\u00e4lle eine Rolle, an die ich nicht glaube.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:05:15] <strong>Das Ganze ist eine, offensichtlich eine pers\u00f6nliche Intrige. Aber l\u00e4sst sich in Ihrem Fall nicht auch etwas Objektives feststellen, dass es Korrespondenten immer vor Ort schwer haben, sich gegen Heimatredaktionen durchzusetzen? Ich erinnere nur an den ber\u00fchmten Fall, dass Korrespondenten abgewiesen werden mit den Bemerkungen: Das haben die Agenturen aber noch nicht gemeldet. Und dann glaubt man es ihnen auch nicht.<\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nKlaus Below [00:05:38] Wir haben immer den schweren Stand, also ich meine jetzt alle Korrespondenten, die sich bem\u00fchen, der Sache entsprechend und nach mehrfachen \u00dcberpr\u00fcfungen korrekt zu berichten, dass wir mit den Heimatredaktionen so einen kleinen, intimen, aber gepflegten Kampf f\u00fchren. Genau wie Sie sagen. Da liegen also Meldungen von Agenturen vor und sagen: Warum haben die das, warum haben wir das nicht? Und dann ist es an der Sache des Korrespondenten, glaubw\u00fcrdig zu sein oder aus der Vergangenheit heraus genug bewiesen zu haben, dass er sorgf\u00e4ltig, korrekt und flei\u00dfig arbeitet und die entsprechenden Kontakte hat, um zu sagen: Das ist so. Ich bin auch an der Sache dran oder zu sagen und \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten, das ist nicht so. Ich betrachte das nicht als Kampf, sondern als ehrliche Auseinandersetzung, auch als Erg\u00e4nzung meiner Kenntnisse, die ich vielleicht nicht habe, nicht so kriegen kann, wie es ausl\u00e4ndische Agenturen kriegen k\u00f6nnen, die auch hier an den verschiedensten Orten zu Gange sind, um mir selber die Frage zu stellen: Junge, hast du hier genau gearbeitet? Hast du irgendeine Quelle \u00fcbersehen, die du h\u00e4ttest abklopfen k\u00f6nnen? Und insofern erachte ich diesen Wettkampf als einen ganz gesunden, kritischen Wettkampf.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:06:41] I<strong>m Kern war ja der Vorwurf, dass Sie zu serbenfreundlich berichtet haben. Ist das \u00fcberhaupt ein Manko dieses Krieges, dass er nur aus der Sicht der NATO und durch mitgeschnittene Fernsehberichterstattung des serbischen Fernsehens \u00fcbermittelt wurde?<\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nKlaus Below [00:06:57] Ich muss auf die Frage zweigleisig antworten, und zwar zun\u00e4chst einmal: Richtig ist, eine Zeit lang gab es ja nur die M\u00f6glichkeiten, dass sowohl die NATO in den Briefings mit Jamie Shea jeden Nachmittag um 16 Uhr zelebriert aus Br\u00fcssel und auch durch die Nachrichten, RTS hier des serbischen Fernsehens und des Radios einseitig parteigenommene Berichte gesendet wurden oder \u00fcberhaupt nichts berichtet wurde, je nachdem, welcher Seite es entsprechend genutzt oder wie man der anderen Seite schaden kann.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n[00:07:24] Zum Beispiel: Ich bin aufgefordert worden und das sage ich jetzt als Korrespondent, nicht mehr das Wort Splitterbombe zu verwenden, sondern Kassetten-Bombe. Kassetten-Bombe ist etwas nettes. Eine Kassette enth\u00e4lt eine Musik, einen Film oder sch\u00f6ne Sachen, aber das ist eine Splitterbombe, eine t\u00f6dliche, verheerende Waffe. Wer das einmal gesehen hat, wer davon verletzt und zerfetzt worden ist, der wei\u00df, wie schlimm diese Sache ist. Die ist eigentlich verboten, aber sie wurde hier abgeworfen. Himmel, Herrgott noch mal, als Journalist, als Korrespondent darf ich das nicht sagen? Muss ich das nicht sagen? Oder umgekehrt wird auch ein Schuh draus, dass die anderen versuchen, mich zu instrumentalisieren und sagen: Ja, der Abzug der Armee hat stattgefunden, in Wirklichkeit hat er gar nicht stattgefunden. Also hier sind vice versa die Geschichten im Gange. Und da spielt die Politik und die Einflussnahme auf die Kollegen mit der Schere im Kopf wahnsinnig gro\u00df und massiv. Und dann gibt es auch &#8211; und das sage ich jetzt ungesch\u00fctzt &#8211; da gibt es auch Karriere-Leute, die Trittbrett fahren wollen und im Mainstream, einem politischen Mainstream, auf dieser Ebene noch Politik machen wollen bzw. Karriere machen wollen. Das sage ich ungesch\u00fctzt.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:08:34] <strong>Wie arbeiten Sie unter diesen Dr\u00fccken \u00fcberhaupt in Belgrad? Mit diesen Anschuldigungen und teilweise mit den doch au\u00dfergew\u00f6hnlichen Nachkriegsumst\u00e4nden? Welchen &#8230; ja Belastungen sind Sie ausgesetzt und wie meistern Sie die?<\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nKlaus Below [00:08:51] Also Belastung &#8230; ich war ja immerhin viereinhalb Wochen jetzt in Pristina. Ich habe sowohl den Abzug der jugoslawischen Armee, der serbischen Armee erlebt. Ich habe den Vakuum-Zustand erlebt, bevor die Russen kamen und einigerma\u00dfen eine, sag ich mal, Lebenssicherheit hergestellt haben. Und ich habe den Zustand der KFOR, wie sie reinkam, inklusive General Jackson und den deutschen General Olshausen erlebt. Die Dinge, die heute bis jetzt noch nicht installiert bzw. zur Zufriedenheit der, sage ich mal, Armee bzw. der Bundeswehr, die dort ja auch t\u00e4tig ist, hergestellt worden sind, weil sie sind zu wenige, das ist inzwischen klar. So weit so gut. Aber der andere Punkt ist jetzt der: Ich muss, ich will, ich werde &#8230; Ich bin ja auch Gewerkschafter. Ich bin Landesvorsitzender der DAG Kunst und Medien, sowohl f\u00fcr den Freistaat Bayern als auch f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg. Ich bin Mitglied des Bundesvorstandes der DAG Kunst und Medien und als solcher &#8230; ich sage das nur deshalb, weil ich ARD-sozialisiert bin und f\u00fcr das \u00f6ffentlich-rechtliche System mein Leben lang gek\u00e4mpft habe. Es ist renovierbar, es ist bed\u00fcrftig, aber diese Dinge werde ich so nicht, weder auf mir noch auf dem System, f\u00fcr das ich k\u00e4mpfe, ruhen lassen. Und wir haben nat\u00fcrlich wir, die DAG und meine Vertreter, rechtliche Schritte bereits gesprochen. Wir haben sie diskutiert und wir werden sie dann auf den richtigen Weg bringen, wenn ich nach Deutschland zur\u00fcck bin.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:10:14] <strong>Haben Sie aber nicht dennoch mal Lust, vielleicht alles hinzuschmei\u00dfen und zu sagen: Leckt mich?<\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nKlaus Below [00:10:18] Ich finde das eine gute Frage und ich danke daf\u00fcr. Nein, ich bin ein \u00dcberzeugungst\u00e4ter. Ich mache keine Karriere mehr, dazu bin ich zu alt. Das will ich auch gar nicht. [00:10:27]Ich will, dass &#8230; erlauben Sie mir, dass ich das ganz traditionell und vielleicht mag das pathetisch klingen, och das ist mir egal. Ich will, dass jeder Kollege nicht einkneift, wenn andere karrieregeile Trittbrettfahrer meinen, auf einer politischen Richtung jetzt nach oben schwimmen zu k\u00f6nnen, andere, die sich bem\u00fchen unter beschissensten Umst\u00e4nden, ich sage das noch einmal, unter den wirklich schlechtesten, b\u00f6sartigsten und lebensgef\u00e4hrlichsten Umst\u00e4nden, ihren Job sauber und ordentlich zu machen, dass die dann in die Pfanne gehauen werden, dass dann sich andere Leute mit kugelsicheren Westen, die uns 14 Tage hier in den schlimmsten Tagen vorenthalten wurden bzw. die hier nicht ankamen, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, dann in sogenannten sicheren Armeelagern, vor der Kamera pr\u00e4sentieren und dann sagen, wie toll sie sind, wie sie die Dinge abwickeln. Ich selber kann nur sagen, ich werde diesen Leuten niemals nachgeben. Und sei es mein letzter journalistischer Atemzug.<br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner [00:11:24] <strong>Klaus Below f\u00fcr die ARD in Belgrad. Sch\u00f6nen Dank und alles Gute.<\/strong> <\/p>\n<p><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Wer: * Klaus Below, ARD-Journalist, zur Zeit des Interviews Korrespondent, ARD Belgrad * J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist Was: Telefoninterview zu den Umst\u00e4nden einer Kriegs- und Nachkriegsberichterstattung Wann: radioeins-Medienmagazin (ORB\/SFB) am 11.07.1999<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[114,121],"tags":[30,113,1302],"class_list":["post-51575","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-a-z","category-b","tag-ard","tag-krieg","tag-serbien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51575","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=51575"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51575\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51586,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/51575\/revisions\/51586"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=51575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=51575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=51575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}