{"id":51764,"date":"2022-05-28T16:30:44","date_gmt":"2022-05-28T14:30:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=51764"},"modified":"2022-06-02T00:52:28","modified_gmt":"2022-06-01T22:52:28","slug":"30-jahre-taeter-opfer-polizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=51764","title":{"rendered":"30 Jahre &#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_51765\" aria-describedby=\"caption-attachment-51765\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20220531_1992_2022_madel_uwe_1100\u00d7413.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"413\" class=\"size-full wp-image-51765\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20220531_1992_2022_madel_uwe_1100\u00d7413.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20220531_1992_2022_madel_uwe_1100\u00d7413-300x113.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20220531_1992_2022_madel_uwe_1100\u00d7413-768x288.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-51765\" class=\"wp-caption-text\">Uwe Madel 1992 und 2022 | Fotos: ORB, J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<div style=\"height:30px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20220528_madel_uwe_sf_192.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20220528_madel_uwe_sf_192.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20220528_madel_uwe_sf_192.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20220528_madel_uwe_sf_192.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n<u>Wer<\/u>:<br \/>\n* Uwe Madel, Pr\u00e4sentator von &#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220;<br \/>\n* J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist<br \/>\n<u>Was<\/u>: Interview zum 30. Geburtstag der Sendung<br \/>\n<u>Wann<\/u>: 28.05.2022, 16:30 Uhr, ver\u00f6ffentlicht im radioeins-Medienmagazin am 28.05.2022 um 18:44 Uhr und in einer gek\u00fcrzten Fassung im rbb Inforadio, 29.05.2022, 10:43 Uhr\/17:43 Uhr\/22:43 Uhr<\/p>\n<p><u>Vgl<\/u>.:<br \/>\n&#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220;, ORB, 31.05.1992 (online bis 02.11.2022)<br \/>\n<div class=\"BorlabsCookie\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-default\"> <p>Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.ardmediathek.de zu laden.<\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Inhalt laden<\/a><\/p> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"default\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LmFyZG1lZGlhdGhlay5kZS9lbWJlZC9ZM0pwWkRvdkwzSmlZaTF2Ym14cGJtVXVaR1V2ZEdGbGRHVnliM0JtWlhKd2IyeHBlbVZwTHpJd01qSXRNRFV0TURKVU1ERTZOVFU2TURCZk5HWTRZMk5tTldVdE16SmhaUzAwWTJGa0xUZ3paV0l0Tm1VNU5qVXlZVFF3TWpreEwzUmhaWFJsY2w4eU1ESXlNRFV3TVY5MGIzQmZNekJmYW1Gb2NtVmZNREUiIHdpZHRoPSI2NDAiIGhlaWdodD0iMzYwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4gZnJhbWVCb3JkZXI9IjAiIHNjcm9sbGluZz0ibm8iPjwvaWZyYW1lPjwvcD4=<\/script><\/div><\/div>\n<p>&#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220;, rbb, 29.05.2022 (online bis 29.11.2022)<br \/>\n<div class=\"BorlabsCookie\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-default\"> <p>Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.ardmediathek.de zu laden.<\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Inhalt laden<\/a><\/p> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"default\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LmFyZG1lZGlhdGhlay5kZS9lbWJlZC9ZM0pwWkRvdkwzSmlZaTF2Ym14cGJtVXVaR1V2ZEdGbGRHVnliM0JtWlhKd2IyeHBlbVZwTHpJd01qSXRNRFV0TWpsVU1UazZNREE2TURCZlpqVXhPRFpsTVdJdFl6ZGpNeTAwTVRneUxUbGpNbVl0WlRkbU9HWmpPR0U1WWpKa0x6SXdNakl3TlRJNVh6RTVNREEiIHdpZHRoPSI2NDAiIGhlaWdodD0iMzYwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4gZnJhbWVCb3JkZXI9IjAiIHNjcm9sbGluZz0ibm8iPjwvaWZyYW1lPjwvcD4=<\/script><\/div><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-2126' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-2126' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<p>O-Ton [00:00:00] <em>Gr\u00fc\u00dfe von Manfred gibt es auch keine mehr. Die kommen diesmal vom Richter. &#8211; Ja und der verurteilt Lilo zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bew\u00e4hrung wegen Rechtsbeugung und zu einer Geldauflage in H\u00f6he von 3.600 \u20ac. Nat\u00fcrlich &#8230;<\/em> <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:00:14] <strong>Wir sind jetzt hier gerade im Schnittraum, im Fernsehhaus des rbb in Potsdam. Ich sehe einmal auf dem Bildschirm Uwe Madel, die neueste Ausgabe von &#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220; moderieren und er steht auch noch leibhaftig neben mir. Uwe, wann habt Ihr das aufgezeichnet?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:00:29] Das war vor einer guten Stunde aufgezeichnet. Immer am Samstag zeichnen wir die Sendung f\u00fcr den Sonntag auf, quasi live on Tape. Und jetzt wird mal so ein bisschen gebastelt. Und kleine Sachen, die nicht funktioniert haben, werden ausgemerzt und dann wird das technisch abgenommen und dann geht es quasi in den Server und l\u00e4uft dann am Sonntag um 19 Uhr im rbb-Fernsehen. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:00:45] <strong>Und das seit 30 Jahren, wenn man mal jetzt den ORB mitrechnet als Vorg\u00e4ngeranstalt des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Erst mal herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Das w\u00e4re ja eigentlich jetzt die Jubil\u00e4umsausgabe. Aber Ihr habt die schon vor einem Monat gesendet.<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:00:58] Du bist der Einzige, der es wirklich wei\u00df. Genau, wir sind im Jahr 92 Ende Mai gestartet. Damals gab es das Format noch alle vier Wochen, immer am letzten Sonntag im Monat. Aber der Sender wollte ein bisschen vorfeiern wahrscheinlich. Vorfreude, sch\u00f6nste Freude. Das haben wir auch gern mitgenommen. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:01:12] <strong>Aber da stellt sich nat\u00fcrlich die Frage: Jede Woche muss ja so eine Sendung voll werden. Gibt es denn \u00fcberhaupt so viel, dass man &#8230; ja spannende Sendungen machen kann? Oder habt Ihr auch mal F\u00e4lle drin, ich sage mal so, irgendwie Rabattmarken-Diebstahl?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:01:27] Na das ist ja praktisch das Besondere bei uns, im Gegensatz zu Formaten auch wie &#8222;Aktenzeichen XY&#8220;, die vor allem auf die schweren Verbrechen setzen, auf Mord und Totschlag, dass bei uns eben auch das vorkommt, was im Alltag die Leute bewegt. Also Wohnungseinbruch, Wohnungsdiebstahl, betr\u00fcgerische Geschichten. Gerade jetzt, in diesen Tagen und Wochen im Internet wieder sehr aktiv. Also wir haben diese kleinen F\u00e4lle auch bei uns und auch die sind es wert, gezeigt zu werden, weil das sind die F\u00e4lle, die Leute wirklich betreffen, weil Mord und Totschlag ist so selten, dass die meisten Leute das nat\u00fcrlich im eigenen Umfeld nie mitbekommen werden. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:01:54] <strong>Jetzt muss ich mal kurz fragen: Wer sind Sie?<\/strong> <\/p>\n<p>Redakteurin [00:01:57] Ich bin die Redakteurin von &#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220;. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:01:59] <strong>St\u00f6ren wir eigentlich, wenn wir uns jetzt hier unterhalten? Sie m\u00fcssen doch irgendwas abnehmen, oder?<\/strong> <\/p>\n<p>Redakteurin [00:02:02] Ja. Ja. Wir konzentrieren uns. <\/p>\n<p>Mann [00:02:05] St\u00f6ren wir Sie eigentlich mit dem &#8230;? <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:02:07] <strong>Nee, nee, das ist ja alles Atmo. Und CvD?<\/strong> <\/p>\n<p>Anne M\u00fccke [00:02:10] Ja, Anne M\u00fccke. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:02:11] <strong>Was hat ein CvD hier zu tun?<\/strong> <\/p>\n<p>Anne M\u00fccke [00:02:13] Na ja, hier nicht mehr so ganz so viel. Also es ist eher die Vorbereitung der Sendung. Und dann bei der Aufzeichnung &#8230; ja, wir gucken jetzt einfach nur, ob alles wirklich okay ist. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:02:21] <strong>Dann ziehe ich mich ein ganz klein wenig zur\u00fcck mit Uwe. St\u00fcrzen wir mal zur\u00fcck tats\u00e4chlich in das Jahr 1992. ARTE wurde gegr\u00fcndet und &#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220;. Gibt es da irgendeinen Zusammenhang?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:02:34] Den hab ich noch gar nicht gesehen. Aber wir sind ja entstanden im Mai 92, da gab es ja die erste gro\u00dfe Programmreform im ORB nach diesem Programmfehlstart, den es da am Anfang des Jahres gab. Da hat man sich wieder besonnen auf die alten Programmachsen des alten DDR-Fernsehens, wie es der mdr ja auch gemacht hat damals. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:02:50] <strong>Und mit &#8222;Kripo Live&#8220;, die haben doch so ein \u00e4hnliches Format aufgelegt, ne?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:02:54] &#8222;Kripo Live&#8220; gab&#8217;s dann auch schon etwas l\u00e4nger. Das ist schon in dem alten DFF entstanden, aber wichtig war damals &#8211; das war der Hintergrund auch f\u00fcr das Entstehen der Sendung &#8211; es gab eine neue Angst vor Verbrechen im Osten. Denn sie ist in dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg entstanden als Format, weil es gab viele neue Ph\u00e4nomene, die es so im Osten nicht gab. Also Bank\u00fcberfall gab es im Osten einfach nicht. Es gibt den alten Witz: weil man so lange auf&#8217;s Fluchtauto warten musste. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:03:15] <strong>Den hast du auch gemacht in der ersten Sendung. Den k\u00f6nnen wir uns mal anh\u00f6ren.<\/strong> <\/p>\n<p>O-Ton [00:03:22] <em>W\u00e4hrend der Aufschwung Osten hier in Brandenburg eher verhalten daherkommt, meldet die Kriminalstatistik Wachstumsraten, von denen die Wirtschaft eigentlich nur tr\u00e4umen kann. Damit willkommen, meine Damen und Herren, zu &#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220;, dem neuen Kriminal-Report hier beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg. Wir greifen da in die Ermittlungen ein, wo vieles noch offen ist, und wir rechnen dabei mit Ihrer Hilfe und Anteilnahme, besonders da, wo andere wegsehen. Wir wollen hier aber auch Partner sein, wenn es gilt, Straftaten vorzubeugen. Den klassischen Bank\u00fcberfall, den gab es hierzulande wohl nur in Kino und Fernsehen. Und sicher nicht nur, weil man aufs Fluchtauto mehr als zw\u00f6lf Jahre warten musste. Mittlerweile aber entpuppen sich gerade die brandenburgischen Kleinst\u00e4dte als beliebtes Ausflugsziel f\u00fcr Bankr\u00e4uber. So auch am 6. Mai, einem ganz normalen Wochentag &#8230; <\/em><\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:04:11] <strong>Das ist total plausibel. Also Verbrechen war in der DDR sicherlich da, aber nicht mit dieser, mit dieser Emotionalit\u00e4t und mit dieser &#8230; mit dieser Aufmerksamkeit bedacht. Es gab auch im fiktionalen Bereich zwei Krimis. &#8222;Der Staatsanwalt hat das Wort&#8220; und &#8222;Polizeiruf 110&#8220;. Und dann hat sich das auch getan irgendwie.<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:04:30] Genau. Das eine waren also diese neuen Verbrechen, die die Leute quasi auch \u00fcberrollt haben. Und das zweite war eben die neue Art von Darstellung von Verbrechen. Also wer in der DDR gro\u00dfgeworden ist, wei\u00df, da gab es maximal so einen kleinen Zweizeiler oder Dreizeiler mal in der Lokalpresse. Aber ansonsten so was wie \u00d6ffentlichkeitsfahndung gab es einfach nicht. Weil es auch zum Bild des Sozialismus nicht passte, dass da schwere Verbrechen quasi passieren. Und dann gab es pl\u00f6tzlich den Mord aus Flensburg oder aus Garmisch-Partenkirchen oder aus Neuk\u00f6lln oder aus Rostock pl\u00f6tzlich jeden Tag im eigenen Wohnzimmer. Und das hat Leuten nat\u00fcrlich Angst gemacht. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:05:02] <strong>Zu Recht?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:05:03] Na ja, das ist diese alte Geschichte von: Was ist objektive Sicherheitslage und was ist subjektives Sicherheitsgef\u00fchl? Und aus meiner Sicht gab es damals gerade Anfang der 90er Jahre schon auch eine Reihe von schweren Straft\u00e4tern, von M\u00f6rdern, die da ihre Fantasien ausgelebt haben. So nach dem Mauerfall, als pl\u00f6tzlich alles offen war, alles m\u00f6glich war. Da hatten wir in Berlin zum Beispiel \u00c4rzte, die gemordet haben, also die sich Prostituierte von der Kurf\u00fcrstenstra\u00dfe geholt haben und die dann als Sadisten missbraucht haben, gequ\u00e4lt haben. Und dann auch mit einer der Kettens\u00e4ge zers\u00e4gt haben zum Teil. Also da sind Dinge passiert, wo man aus heutiger Sicht sich fragt: Was war das eigentlich damals? <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:05:41] <strong>Und was war es? Gibt es dar\u00fcber Aufkl\u00e4rung inzwischen?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:05:43] Das ist, glaube ich, noch nie wirklich wissenschaftlich untersucht worden. Meine These ist die: In der Tat es war die Situation nach dem Mauerfall, als pl\u00f6tzlich alles m\u00f6glich war, als Grenzen gefallen sind, auch in dem Bereich Grenzen gefallen sind. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:05:53] <strong>Und auch die Fluchtm\u00f6glichkeit erweitert wurde quasi auch, ne?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:05:57] Na klar. Ja na klar. Also wer im Osten dann war, konnte dann nat\u00fcrlich auch viel weiter fliehen. Aber es waren ja auch West-T\u00e4ter. Also die beiden \u00c4rzte waren sozusagen Westberliner \u00c4rzte am Ende, die da so gemordet haben. Also das ist auch, wenn du heute mit Mord-Ermittlern sprichst, sagen die auch &#8211; aus ihrer Sicht nat\u00fcrlich gesehen &#8211; das war eine spannende Zeit, weil sie F\u00e4lle hatten, die es so heute kaum noch gibt. Also heute sind es so die klassischen Geschichten, so die Nach-Sauf-Gewalttaten, die da passieren oder auch andere Geschichten. Aber so diese Verbrecher mit diesen dunklen Fantasien, die auch dann v\u00f6llig skrupellos und frei ihre Fantasien ausgelebt haben, das war damals recht typisch f\u00fcr die 90er Jahre. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:06:39] <strong>Da schlie\u00dfe ich sofort die Frage, inwieweit sich die Kriminallage im Spiegel Deiner Sendung dann auch ver\u00e4ndert hat. Gibt es da irgendwie so eine Statistik, wo du sagst, also das hat zugenommen und das hat abgenommen? Durch Corona kann ich mir vorstellen, sind die Einbruchsdelikte runtergegangen und irgendwas anderes hoch, Betrug oder so im Onlinebereich?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:06:58] Ja, das sind die aktuellen Trends ganz klar, dass die Straftaten im Onlinebereich zunehmen. Also immer mehr T\u00e4ter sind online unterwegs und viele Deliktbereiche verlagern sich auch ins Netz, ob Rauschgifthandel oder andere Bereiche auch und vor allem die Betrugshandlungen. Was v\u00f6llig verschwunden ist nahezu, ist zum Beispiel der Bank\u00fcberfall. Den gab es in den 90er Jahren, gerade auch in den 2000er Jahren massiv mit schweren \u00dcberf\u00e4llen, auch mit Todesf\u00e4llen, wo Leute quasi in der Bank erschossen worden sind. Das gibt es heute gar nicht mehr, weil einfach die Banken sicherheitstechnisch aufger\u00fcstet haben. Es lohnt nicht mehr, eine Bank zu \u00fcberfallen, weil die Kassierer nicht mehr ans Geld rankommen. Zumindest nicht in der Zeit, in der man gefahrlos in der Bank bleiben k\u00f6nnte als T\u00e4ter. Also das ist komplett verschwunden, aber eben andere Ph\u00e4nomene sind neu entstanden. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:07:39] <strong>Hat das auch ein bisschen was damit zu tun, dass Ihr also seit 30 Jahren ja Aufkl\u00e4rungsarbeit macht, dass also bestimmte Verbrechen so bekannt sind in der Bev\u00f6lkerung, dass man da keine Chance hat als Verbrecher? Hast Du quasi selber so was wie ein Erfolgserlebnis mit solch einer Sendung?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:07:55] Also das w\u00fcnschen wir uns nat\u00fcrlich, dass das Leute das annehmen, weil das sind ja die beiden Pole bei uns in der Sendung, die Bitte um Aufkl\u00e4rung, also um Hinweise zu Verbrechen, aber auch das Aufkl\u00e4ren vor Maschen von T\u00e4tern. Und wenn das so w\u00e4re, dass wir eine Straftatenart ausgel\u00f6scht h\u00e4tten durch die Sendung, dann w\u00e4re das toll. Aber ist nat\u00fcrlich nicht so, aber es gibt immer wieder F\u00e4lle, auch gerade im Bereich der Enkel-Betrugsgeschichten, wo Leute dann hinterher gesagt haben, die sich vorbildlich verhalten haben, die gesagt haben, passt mal auf, ich fall nicht drauf rein, ich rufe die Polizei an nach diesem komischen Anruf. Die gesagt haben hinterher: Das haben wir bei Euch in der Sendung gesehen. Und da haben wir uns dann richtig verhalten, haben gewusst, was zu tun ist. Also das ist schon etwas, wo man auch stolz ist dann im Verlaufe der Jahre, auch wenn man sehen kann, wie man auf der einen Seite hilft Verbrechen aufzukl\u00e4ren und gleichzeitig auch Leuten hilft, sich zu sch\u00fctzen. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:08:43] <strong>Nun gibt es ja auch das Ph\u00e4nomen in anderen Bundesl\u00e4ndern, in anderen Medienanstalten, dieses Genre, was jetzt als True Crime bezeichnet wird, massiv hochzufahren, auch im Podcast-Bereich. Auch Ihr habt einen Podcast. Oder sogar zwei?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:08:59] Nee, wir haben einen Podcast &#8230; <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:09:01] <strong>Und was ist das andere?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:09:02] Und das andere ist quasi der Versuch, Podcast ins lineare Fernsehen zu hieven. Wir versuchen das. Ich bin nicht der allergr\u00f6\u00dfte Fan davon ehrlicherweise, weil ich glaube, gerade um diese Sendezeit 21 Uhr wollen Leute lieber gut gemachte Reportagen sehen und nicht zwei Menschen zuschauen, die sich quasi in Podcast-Art-und-Weise jetzt einen Fall erz\u00e4hlen. Das ist vielleicht eher was f\u00fcr die sp\u00e4te Schiene, aber auf diesen Podcast im &#8230; im normalen Podcast-Bereich auf allen Plattformen bin ich &#8230; bin ich sehr stolz, weil der wird gern geh\u00f6rt und wir versuchen das auf eine sehr seri\u00f6se Art zu machen, auch ohne jetzt auf Effekte zu setzen und ohne da jetzt irgendwie vordergr\u00fcndig Gewaltfantasien anzusprechen, sondern das seri\u00f6s nachzuerz\u00e4hlen, wie so ein Fall passiert ist und wie die Polizei ihn kl\u00e4ren konnte. Und das wird von den H\u00f6rern auch so honoriert. Das ist die Reaktionen, die ich erfahre. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:09:48] <strong>F\u00fcr mich ist das ein Ph\u00e4nomen, weil einerseits seit Jahrzehnten gef\u00fchlt der fiktionale Kriminalfall sehr stark Aufmerksamkeit erf\u00e4hrt, dann diese realen Kriminalf\u00e4lle. Ist das ein Zeichen daf\u00fcr, dass sich unser normales Leben eher langweilig anf\u00fchlt? Also das &#8230; das dieses Gef\u00e4lle: Da ist viel Kriminalit\u00e4t &#8211; hier ist eigentlich Langeweile, die Ursache ist f\u00fcr die Beliebtheit? Oder woher kommt diese Attraktivit\u00e4t, beim Verbrechen zuzuschauen bzw. bei der Aufkl\u00e4rung?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:10:18] Ich glaube am Ende ist es eine Frage der Emotionen, weil wir Menschen, wir lieben Emotionen. In der Liebe sind es die positiven, die guten Emotionen, die uns ansprechen. Und im Crime-Bereich jetzt nat\u00fcrlich eher negative Emotionen: Angst, Unsicherheit, aber auch das Gef\u00fchl der Erleichterung, wenn etwas gut ausging am Ende. Und ich glaube, diese Emotionen rufen Menschen gern ab und sie finden diese auch im Crime-Bereich. Und ich merke auch so ein bisschen &#8211; das ist eher ein Gef\u00fchl, es ist jetzt nicht untersetzt medienwissenschaftlich, aber gerade jetzt in der heutigen Zeit der Ukrainekrise und der gro\u00dfen Krisen haben es so True-Crime-Formate eher schwerer mittlerweile auch ein bisschen, weil die Leute sagen, wir haben so viel Gewalt um uns herum, wir haben so viel Unsicherheit um uns herum, wir brauchen das nicht auch noch. Da suchen wir eher den guten Ausgleich, die guten Gef\u00fchle. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:11:04] <strong>Dann machen wir aber trotzdem neugierig auf die Sendung. Sonntagabend, 19 Uhr. Was wird thematisch von Dir diesmal abgebildet?<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:11:12] Also wir haben eine Reihe von spannenden F\u00e4llen. Mich hat sehr fasziniert die Fahndung nach einem Serienr\u00e4uber, der 28 Superm\u00e4rkte \u00fcberfallen hat in Berlin und Brandenburg und das \u00fcber sechs Jahre hinweg, \u00fcber 60.000 \u20ac erbeutet und dann pl\u00f6tzlich Schluss machte. Und alle fragen sich: Was ist da passiert? Warum hat er Schluss gemacht? Und wir haben gemeinsam mit der Polizei jetzt noch mal so ein Fahndungstableau aufgelegt. Es werden Originalsachen von ihm gezeigt bei uns in der Sendung, die er getragen hat bei einem \u00dcberfall. Es gibt auch eine Videoaufnahme, die zum ersten Mal gezeigt wird von dem T\u00e4ter und die Ermittler hoffen jetzt, dass dieser Mann doch noch gefunden werden kann. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:11:47] <strong>Ja dann toi, toi, toi. Also das ist ja sozusagen dann Alltagskriminalit\u00e4t, damit will man wirklich nichts zu tun haben. Einkaufen muss jeder. Vielen Dank Uwe Madel! Und ich wei\u00df nicht, ob ich sagen soll: f\u00fcr die n\u00e4chsten 30 Jahre! Ich kann mir auch vorstellen, dass Du mal Lust hast, was anders zu machen. Oder wird es das bis zum Lebensende geben? <\/strong><\/p>\n<p>Uwe Madel [00:12:04] Na, die n\u00e4chsten 30 Jahre werde ich wahrscheinlich nicht mehr durchhalten, aber mir macht das ehrlicherweise &#8211;  das klingt bei dem Format nat\u00fcrlich ein bisschen komisch &#8211; mir macht das Spa\u00df, weil es hat eine gewisse Relevanz, was wir tun. Wir k\u00f6nnen etwas bewegen, etwas erreichen. Und wenn du einmal erlebt hast, wie du mit deiner Arbeit hast helfen k\u00f6nnen, wie du Opfern oder Angeh\u00f6rigen von Opfern hast helfen k\u00f6nnen, Gewissheit zu haben. Was ist mit dem Menschen passiert, der da vielleicht umgebracht worden ist, der da vermisst wurde, dann geht das so tief rein. Das ist etwas, was bleibt. <\/p>\n<p>J\u00f6rg Wagner [00:12:31] <strong>Was auch die Polizei zu sch\u00e4tzen wei\u00df. Als Ehren-Kommissar hat man Dich ja inzwischen aufgenommen. Ja gut, dann m\u00f6glichst viele Kriminalf\u00e4lle einerseits und andererseits aber viele, die gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Mit Deiner Hilfe. Danke sch\u00f6n.<\/strong> <\/p>\n<p>Uwe Madel [00:12:43] Danke. Einen Tipp habe ich noch. Bitte achte auf Dein Handgep\u00e4ck! <\/p>\n<p><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Wer: * Uwe Madel, Pr\u00e4sentator von &#8222;T\u00e4ter &#8211; Opfer &#8211; Polizei&#8220; * J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist Was: Interview zum 30. 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