{"id":52248,"date":"2022-09-22T20:00:40","date_gmt":"2022-09-22T18:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=52248"},"modified":"2022-11-15T13:19:22","modified_gmt":"2022-11-15T11:19:22","slug":"neuer-rbb-rundfunkratsvorsitzender-ralf-roggenbuck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=52248","title":{"rendered":"Neuer rbb-Rundfunkratsvorsitzender: Ralf Roggenbuck"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_52379\" aria-describedby=\"caption-attachment-52379\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20220922_roggenbuck_ralf_mSk_1100\u00d7546.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"508\" class=\"size-full wp-image-52379\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20220922_roggenbuck_ralf_mSk_1100\u00d7546.jpg 1024w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20220922_roggenbuck_ralf_mSk_1100\u00d7546-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/20220922_roggenbuck_ralf_mSk_1100\u00d7546-768x381.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-52379\" class=\"wp-caption-text\">Ralf Roggenbuck | Foto: \u00a9 J\u00f6rg Wagner<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<div style=\"height:30px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20220922_2000_roggenbuck_ralf_128.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20220922_2000_roggenbuck_ralf_128.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20220922_2000_roggenbuck_ralf_128.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20220922_2000_roggenbuck_ralf_128.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n<u>Wer<\/u>:<br \/>\n* Ralf Roggenbuck, rbb-Rundfunkratsvorsitzender<br \/>\n* J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist<br \/>\n<u>Was<\/u>: Interview nach der Wahl zum Rundfunkratsvorsitzenden<br \/>\n<u>Wann<\/u>: rec.: 22.09.2022, 20:00 Uhr, ver\u00f6ffentlicht im radioeins-Medienmagazin am <a href=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=52118\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">24.09.2022<\/a> um 18:28 Uhr<br \/>\nund in einer gek\u00fcrzten Fassung im rbb Inforadio, 25.09.2022, 10:43 Uhr\/17:43 Uhr<\/p>\n<p>Korrekturhinweis: In einer ersten Fassung hie\u00df es irrt\u00fcmlicherweise &#8222;Dr. Ralf Roggenbuck&#8220;.<\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-1754' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-1754' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:00:00] Mein Name ist Ralf Roggenbuck. Ich fange immer damit an, dass ich vier Kinder habe, verheiratet bin mit derselben Frau, diese vier Kinder habe. Und von Beruf bin ich Staatsanwalt und hab&#8216; verschiedene Funktionen auch in der Justiz innegehabt und bin jetzt als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Potsdam t\u00e4tig. Das bin ich seit 30 Jahren. Jetzt im September sind es 30 Jahre. Dar\u00fcber hinaus bin ich seit \u00fcber zehn Jahren, zehneinhalb Jahren Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, Landesverband Brandenburg. Das ist eine Spitzen-Organisation des \u00f6ffentlichen Dienstes. Das bedeutet, es sind 28 Einzelgewerkschaften, die einen Verband bilden. Das ist sozusagen &#8230; ich bin der Vorsitzende des Ober-Verbandes. Da sind ganz unterschiedliche Berufsgruppen des \u00f6ffentlichen Dienstes vertreten. Wir sind, kann man sagen, der gr\u00f6\u00dfte Verband des \u00f6ffentlichen Dienstes im Land Brandenburg. \u00dcber diese Funktion bin ich vom Hauptvorstand des dbb in den Rundfunkrat gew\u00e4hlt worden. Der Rundfunkrat hat f\u00fcr den Deutschen Beamtenbund Berlin und Brandenburg einen Sitz, der sozusagen wechselt. Die Berliner sind jetzt wieder dran. Das hei\u00dft also, ich bin seit 2019 im Februar im Rundfunkrat und werde diesen im Februar 2023 wieder verlassen. Dann wird mein Berliner Kollege oder meine Kollegin, das werden wir noch sehen, wieder den Sitz \u00fcbernehmen. Das ist eine missliche Situation. Dar\u00fcber haben wir heute auch gesprochen. Man fragt sich, der eine hat Berliner Interessen, der andere Brandenburger Interessen, ob man nicht vielleicht den Rundfunkrat vergr\u00f6\u00dfern sollte. Da haben wir heute dar\u00fcber beraten und sind zum Ergebnis gekommen &#8211; ich glaube, das ist auch Konsens &#8211; wir k\u00f6nnen jetzt einfach nicht in diesen Zeiten, wo auch Geld gespart werden muss, ein Gremium wieder aufbl\u00e4hen. Ich meine, es wird Aufwandsentsch\u00e4digung gezahlt. Es m\u00fcssten gr\u00f6\u00dfere R\u00e4ume daf\u00fcr verwendet werden. Das ist nicht zeitgem\u00e4\u00df. Also das ist sozusagen zu meiner Person: Staatsanwalt, seit 30 Jahren, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes und ja gl\u00fccklicher Vater von vier Kindern. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:01:57] Da sind Sie ja als Staatsanwalt sicherlich angeschlossen an die Untersuchung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Oder tauscht man sich da nicht aus? <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:02:03] Nein, ich bin bei der Staatsanwaltschaft Potsdam, das ist keine &#8230;  es gibt keine l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Gespr\u00e4che. Das ist auch nicht vorgesehen. Und ich w\u00fcrde auch in dem Fall, mich von den Ermittlungen abziehen lassen, weil ich denke, das muss dann unabh\u00e4ngig geschehen. Muss aber sagen, dass ich viele Jahre als Staatsanwalt im Wirtschaftsstrafrecht t\u00e4tig gewesen bin und mir &#8230; dachte ich bis vor wenigen Monaten eigentlich &#8230; auch m\u00f6glich ist, Unterlagen zu werten, auch 500 seitige Abschl\u00fcsse mir anzugucken und da festzustellen, was da nicht dran stimmt oder was vielleicht ungew\u00f6hnlich ist. Und das ist das Faszinierende bei der ganzen Sache. Ich bin als Staatsanwalt auch im Wirtschafts-  und Finanzausschuss und all das, was ich aus der Zeitung jetzt erfahren habe, habe ich aus den Unterlagen, obwohl ich als Staatsanwalt wirklich geschult bin, nicht ersehen k\u00f6nnen. Das bedeutet, es ist nicht offengelegt worden. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:02:58] Sind Sie auch get\u00e4uscht worden? <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:03:00] Get\u00e4uscht ist immer so eine &#8230; es ist &#8230; <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:03:02] Na, das ist ein aktiver Vorgang, dass man etwas verschleiert, um den Rundfunkrat milde zu stimmen. Oder sind Sie da auch vielleicht m\u00f6glicherweise in eine Kommunikationsfalle getappt? <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:03:13] Ich w\u00fcrde es noch anders formulieren. Also Sie m\u00fcssen mal sehen, dass man, wenn man ein Amt innehat und sozusagen Vorgaben bekommt, wie das Ganze ablaufen soll und das muss man wirklich sagen, das ist hier sehr starr gewesen. Hier wurde immer gesagt, das haben wir immer schon so gemacht und das ist eben &#8230; es ist kein Vorwurf, aber es war eben eine Vorsitzende und ein Stellvertreter, die seit vielen Jahren diese &#8230; diese Abl\u00e4ufe immer gleich gemacht haben und immer mit dem Hinweis: Das haben wir immer schon so gemacht &#8230; das Ganze haben ablaufen lassen. Und bevor man \u00fcberhaupt sich mit den ganzen Sachen auseinandergesetzt hat, ist schon eine ganze Zeit vergangen. Und ich muss wirklich sagen, es wird die Aufgabe des n\u00e4chsten Rundfunkrats sein, sich am Anfang ganz intensiv mit zu besch\u00e4ftigen, was machen wir eigentlich hier? Eine Fortbildung zu machen. Wir schlagen jetzt zwei Tage vor, es kann auch l\u00e4nger sein. Es ist wirklich so, man kommt v\u00f6llig bar jeder Ahnung an. Man liest ein bisschen sich ein, aber es vergeht so lange Zeit, bis man \u00fcberhaupt wei\u00df, was dieses Gremium \u00fcberhaupt bedeutet. Und jetzt, um hier auf Ihre Frage zur\u00fcckzukommen. Auch wenn ich jetzt viel rede, f\u00fchle ich mich get\u00e4uscht oder bin ich get\u00e4uscht worden? W\u00e4re ich get\u00e4uscht worden, h\u00e4tte ich sicherlich dar\u00fcber nachgedacht, das strafrechtlich aufzuarbeiten. So wie ich das jetzt geh\u00f6rt habe &#8230; aber das ist jetzt sozusagen hier nur &#8230; ist get\u00e4uscht worden. Das ist allerdings eher im Bereich des Verwaltungsrats geschehen, und da muss dann das Ganze auch, ich denke, meine Berliner Kolleginnen und Kollegen werden sich das eine oder andere noch angucken m\u00fcssen. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:04:53]  Es gab ja \u00f6ffentliche Rundfunkratssitzungen in der Coronazeit, die per Teams und online \u00fcbertragen wurden. Und da ist mir eine sehr starke N\u00e4he aufgefallen zwischen der Intendanz, zwischen der Gesch\u00e4ftsleitung und dem Rundfunkrat, was aich schon dokumentierte in so einer Art Duz-Kumpanei. M\u00fcsste man nicht als Rundfunkrat grunds\u00e4tzlich sehen, wie man mehr Distanz bekommt? <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:05:17] Das ist eine interessante Frage. Nat\u00fcrlich ist mir das hinter den Kulissen auch aufgefallen. Sie sprechen jetzt das Duz-Verh\u00e4ltnis zwischen den beiden Vorsitzenden, Stellvertretern und der Intendantin und auch insgesamt ein sehr vertrautes Miteinander. Ich kann das nicht bewerten. Also mir ist das &#8230; <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:05:34] Es soll sogar Nebenabsprachen gegeben haben vor so einer Sitzung. <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:05:37] Also das habe ich alles, ich habe alles aus &#8230; was Sie jetzt alles erz\u00e4hlen, habe ich alles aus der Presse entnommen. Dar\u00fcber ist auch nie sp\u00e4ter gesprochen worden. Es ist mir aufgefallen und es ist mir teilweise eben auch f\u00fcr mein pers\u00f6nliches Verst\u00e4ndnis negativ aufgefallen, dass man hier teilweise das Gef\u00fchl hat, dass man nur erwartet, dass man Dinge abnickt, also dass gar keine eigene Meinung gefragt worden ist, sondern auch Vorgaben gegeben worden sind. Man gesagt hat, das machen wir jetzt mal so und das ist aber dann auch sehr schnell &#8230; das hat schnell dazu gef\u00fchrt, dass so eine Abwehrhaltung auch bei dem Rundfunkrat gr\u00f6\u00dfer geworden ist, sich genau anzugucken, was f\u00fcr Vorlagen man bekommt. Also in diesem internen Verh\u00e4ltnis hat das schon begonnen, dass man sich so gefragt hat, warum kommt eine Presseerkl\u00e4rung, wird kurz vorgelesen und dann soll man sagen, das haben wir jetzt alle abgestimmt. Das kennen wir aus unserer Arbeit nicht so! Wenn ich mit meinem Gremium zusammen Pressearbeit mache, dann will ich auch die Meinung einfangen. Und dann kann es auch sein, dass ich die Pressearbeit dann beende, wenn ich feststelle, die haben eine andere Meinung als ich. Also das ist schon, ist mir sehr aufgefallen, diese N\u00e4he. Jetzt kommen wir auf die N\u00e4he wieder zur\u00fcck. Gut, ich meine, aus der Presse habe ich dann auch das eine oder andere entnommen. Ich glaube, der Gedanke des neuen Rundfunkstaatsvertrages, dass es bestimmten Zeiten &#8230; Zeitbegrenzung geben muss. Mir f\u00e4llt das in allen Bereichen auf, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt ein Wechsel stattfinden muss. Also wenn man zu lange Dinge tut, nimmt man die Dinge auch nicht mehr als problematisch war, sondern nimmt das alles so hin. Ich glaube, es gibt viele, die sagen, es ist doof, dass immer wieder ein Wechsel stattfindet im Rundfunkrat. Ich finde es sogar gut so, das sage ich mal, weil immer Neue, so wie ich reinkommen und sich das dann angucken und mich ja jetzt auch zu Verf\u00fcgung gestellt habe, zu sagen, da m\u00fcssen wir was \u00e4ndern, das ist so nicht richtig gelaufen. Und es muss immer wieder Wechsel stattfinden, denn sonst ist passiert das, was Sie da zurecht beschreiben, dass diese N\u00e4he dann m\u00f6glicherweise auch zu gro\u00df wird. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:07:41] Der n\u00e4chste Wechsel ist ja schon geplant. In f\u00fcnf Monaten, im Februar gibt&#8217;s einen neuen Rundfunkrat, weil es turnusm\u00e4\u00dfig so vorgesehen ist. Aber Sie haben eben verdammt wenig Zeit, f\u00fcnf Monate, um die eigene Rolle aufzuarbeiten als Gremium und dann noch den rbb zu kontrollieren. Wo setzen Sie denn jetzt die Schwerpunkte bei der rbb-Kontrolle? <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:08:01] Gut, ich meine, wir werden noch mehr Sitzungen durchf\u00fchren. Das ist zwar teilweise eben auch kostenintensiv, aber notwendig. Sie sehen, dass wir sogar einen ganzen Tag jetzt am 20. Oktober sitzen werden und wir werden auch nicht, das ist glaube ich, das, was viele auch nicht verstanden haben, wir auch im Dezember nicht aufh\u00f6ren. Es ist ja so, das &#8230; das ist ja schon das Komische an der ganzen Sache, dass im Januar und Februar, bevor der neue Rundfunkrat anf\u00e4ngt, gar keine Sitzungen mehr sind, also sozusagen zwei Monate unkontrolliert ins Land gehen. Und Sie k\u00f6nnen davon ausgehen, das haben Sie heute hier in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung wirklich gesehen, dass alle bereit sind, mitzuarbeiten, alle Mitglieder dieses Gef\u00fchl, was ich Ihnen jetzt mitgeteilt habe, mit mir teilen und auch bereit sind, der Intendantin zu helfen, \u00c4nderungen durchzuf\u00fchren, \u00c4nderungen, auch wirklich fundamentale \u00c4nderungen. Jetzt ein Beispiel: Der Verwaltungsrat, das kann ich jetzt vielleicht ja mal im Radio sagen, hat uns vorgeschlagen, nur noch eine Intendantin und einen Stellvertreter zu installieren. Heute wurde dieser Vorschlag \u00f6ffentlich nicht mehr wiederholt. Das wundert einen dann in dem Moment. Das ist &#8230; sind so diese Fragen. Ich bin der festen \u00dcberzeugung und ich habe das jetzt auch immer wieder im Fernsehen gesagt, ich bin der festen \u00dcberzeugung, hier sind zu viele Leute zu gut bezahlt und das m\u00fcssen wir \u00e4ndern. Die, die unten arbeiten, die brauchen mehr Unterst\u00fctzung. Hier oben hat sich ein Wasserkopf entwickelt, der einfach nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist und der im Zeitraum der vollen Kassen vielleicht noch irgendwo wachsen konnte. Es wird schwierig werden, den abzubauen, aber auch da wird die Intendantin gut beraten sein, das zu machen. Denn wenn sie es nicht tut, werden wir in einem Jahr dann wieder auf die n\u00e4chste Suche gehen m\u00fcssen. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:09:54] Sie haben gesagt, Sie sind hauptberuflich Staatsanwalt, also Anwalt des Staates. Nun ist ja der Rundfunk staatsfern. Wie kriegen Sie das pers\u00f6nlich hin? <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck <\/strong>[00:10:04] Sehen Sie, ich bin ja hier nicht als Staatsanwalt, sondern ich bin als Landesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes. Ich finde, das ist zum Beispiel &#8230; jetzt habe ich gestern gesagt, und da stehe ich auch dazu, dass ich der Meinung bin, dass wir die Besoldung oder die Bezahlung im \u00f6ffentlichen Rundfunk, dem \u00f6ffentlichen Dienst anpassen sollen. Ich vertrete, das m\u00fcssen Sie mal so sehen. der \u00f6ffentliche Dienst hat ungef\u00e4hr 5 Millionen Besch\u00e4ftigte in der Bundesrepublik. Ich bin sozusagen ein gesellschaftlicher Vertreter dieses &#8230;  ja Berufsstandes ist vielleicht, das sind ja ganz unterschiedliche Berufe &#8230; dieses, dieses gesellschaftlichen Teils dieser Gesellschaft, der ein riesengro\u00dfer ist und daf\u00fcr stehe ich, ich bin &#8230; als Staatsanwalt arbeite ich, und wenn ich meine staatsanwaltschaftliche T\u00e4tigkeit beende, dann sitze ich im Rundfunkrat als Vertreter des Deutschen Beamtenbundes und kann nat\u00fcrlich &#8230;<\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:10:54] &#8230; auch als Nutzer des rbb? Also gucken Sie mit Interesse mehr als andere und h\u00f6ren mehr als andere die Programme des rbb? <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:11:01] Also ich kann Ihnen sagen, ich habe vier Kinder, der j\u00fcngste hat gerade Abitur gemacht, die gucken alle gar kein Fernsehen. Also das ist &#8230; die Zeiten sind vorbei. Ich muss mich outen, ich geh\u00f6re noch zu der Generation &#8230; meine Eltern haben jeden Abend die Abendschau gesehen, das &#8222;Macht&#8217;s gut Nachbarn!&#8220; war sozusagen dann Zeit f\u00fcr mich, ins Bett zu gehen, f\u00fcr mich.<br \/>\n<strong><br \/>\nJ\u00f6rg Wagner<\/strong> [00:11:24] Hans-Werner Kock. <\/p>\n<p><strong>Ralf Roggenbruck<\/strong> [00:11:25] &#8230; von Hans-Werner Kock. Das war f\u00fcr mich sozusagen Gesetz, das hat man gemacht. Man wollte wissen, was in Berlin los ist. Und meine Eltern, beide sind leider tot, haben sich wirklich das als sozusagen als ihre Zeiten &#8230; ich bin sozusagen ein gro\u00dfer Fan und gewachsener Zuschauer. Nein, ich sage Ihnen das ganz ehrlich: Ich schaue den rbb im Fernsehen gar nicht. Ich h\u00f6re Radio und das gerne. Und so oft ich auch im Auto unterwegs bin. Also bei mir l\u00e4uft immer das Radio und ich bin sogar, obwohl ich schon \u00e4lteren Kalibers bin, auch h\u00f6re gerne Fritz. Also ich glaube auch, dass das ein Teil der Zukunft des rbb sein wird. Im Radio gibt es ja \u00fcberhaupt gar keine Probleme. Das ist hier sehr, sehr gut aufgestellt. Wir werden, glaube ich, erkennen k\u00f6nnen, dass das lineare Fernsehen irgendwann mal auslaufen wird. Also das ist zwar jetzt sozusagen der Hauptkostenfaktor, aber ich glaube, dass trotzdem ein \u00f6ffentlich-rechtlicher Rundfunk, der ja immer noch als Rundfunk bezeichnet wird, ganz, ganz essenziell wichtig ist und gerade in der heutigen Zeit essenziell wichtig ist. Und das ist auch \u00fcbrigens einer meiner Motivationen, warum ich mich bereit erkl\u00e4rt habe. Ich will nicht Sendezeit haben und alle sagen: Haste toll gemacht und hab&#8216; ich jetzt im Fernsehen gesehen. F\u00fcr mich ist &#8230; meine, meine Arbeit und das als Staatsanwalt, auch als Gewerkschaftler ist immer so, meine \u00dcberzeugung &#8230; ich muss von Dingen \u00fcberzeugt sein und ich bin fest \u00fcberzeugt, dass das, was wir hier machen, ganz, ganz wichtig ist. Und wir m\u00fcssen auf Teufel komm raus versuchen, das hier zu sichern, denn ich glaube, dass wir, wenn wir weiter so machen, wie ich das jetzt hier so sehe, irgendwann Existenzprobleme bekommen werden. Der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk wird irgendwann mal hinterfragt werden. Und ich sage das auch mal klar. Ich habe das vorhin im Fernsehen nicht gesagt, ich h\u00e4tte es aber gesagt. Ich &#8230; meine 18,36 Euro &#8211; das sage ich ganz klar &#8211; will ich nicht, dass davon Boni gezahlt werden. Ich halte das f\u00fcr v\u00f6llig falsch. Und ich glaube, dass der Ansatz, dass man glaubt, dass es hier ein Wirtschaftsunternehmen, dass der total falsche ist. Das ist ein wichtiger Faktor. Aber wir, der rbb, wir leben von den Beitragszahlungen und denen sind wir gegen\u00fcber verpflichtet. Und die k\u00f6nnen nicht verstehen, dass man 40.000 \u20ac Bonus an irgendjemand zahlt. Wof\u00fcr denn? Und das zweite bei diesen &#8230; bei diesem Boni-Wesen, was wirklich auch in der Wirtschaft genutzt wird. Das ist ja auch ein Druckmittel. Der, der Ihnen am Ende des Jahres sagt, ob Sie die Boni bekommen oder nicht, der ist der oder die ist diejenige, die auch ein gewisses Druckmittel in der Hand haben. Das ist in der \u00f6ffentlichen Wirtschaft klar, dass das auch als Druckmittel verwendet wird. Das ist falsch, das muss abgeschafft werden. Und ich bin ehrlich gesagt, aber das ist die Aufgabe der Intendantin, sich damit auseinanderzusetzen. Ich frage mich, wie &#8230; dass eben die Leute, die jetzt trotzdem noch darauf bestehen, finde ich schon etwas merkw\u00fcrdig und ich denke, das &#8230; das wird &#8230; man wird sich die merken, die das trotzdem noch mitnehmen, obwohl wir jetzt gesagt haben, das gibt es nicht mehr. Also ich glaube, irgendwann muss man auch den Schuss geh\u00f6rt haben. Aber vielleicht ist es auch so, dass man glaubt, dass einem das zusteht. Ich halte das f\u00fcr einen ganz gro\u00dfen Fehler und ich glaube auch, das bricht m\u00f6glicherweise dann auch dem Gesamten das Genick, wenn das weiter so geht, dass man der Bev\u00f6lkerung nicht erkl\u00e4ren kann, dass das kein Selbstbedienungsladen ist. Und das ist f\u00fcr mich ein Zeichen von Selbstbedienung. <\/p>\n<p><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No audio playback capabilities, please download the audio belowDownload Audio: Closed Format: MP3 Wer: * Ralf Roggenbuck, rbb-Rundfunkratsvorsitzender * J\u00f6rg Wagner, Freier Medienjournalist Was: Interview nach der Wahl zum Rundfunkratsvorsitzenden Wann: rec.: 22.09.2022, 20:00 Uhr, ver\u00f6ffentlicht im radioeins-Medienmagazin am 24.09.2022 um 18:28 Uhr und in einer gek\u00fcrzten Fassung im rbb Inforadio, 25.09.2022, 10:43 Uhr\/17:43 Uhr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[88,1052],"class_list":["post-52248","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","tag-rbb","tag-rundfunkrat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=52248"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52381,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/52248\/revisions\/52381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=52248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=52248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=52248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}