{"id":54239,"date":"2024-10-19T10:00:36","date_gmt":"2024-10-19T08:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=54239"},"modified":"2024-10-21T14:22:30","modified_gmt":"2024-10-21T12:22:30","slug":"juliane-leopold-online-nachrichten-der-tagesschau-werden-langsamer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wwwagner.tv\/?p=54239","title":{"rendered":"Juliane Leopold: Online-Nachrichten der tagesschau werden langsamer"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_54247\" aria-describedby=\"caption-attachment-54247\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2024_leopold_juliane_mS_1100\u00d7546-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"546\" class=\"size-full wp-image-54247\" srcset=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2024_leopold_juliane_mS_1100\u00d7546-1.jpg 1100w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2024_leopold_juliane_mS_1100\u00d7546-1-300x149.jpg 300w, https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/uploads\/2024_leopold_juliane_mS_1100\u00d7546-1-768x381.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-54247\" class=\"wp-caption-text\">Juliane Leopold | Foto: \u00a9 NDR\/Thorsten Jander (M)<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p>Die Rundfunkkommission der L\u00e4nder erarbeitete eine Vorlage f\u00fcr einen <a href=\"https:\/\/rundfunkkommission.rlp.de\/rundfunkkommission-der-laender\/reformstaatsvertrag\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Reform<\/a>-Medienstaatsvertrag, der deutliche Ver\u00e4nderungen in der Struktur und im Programm bei ARD und ZDF vorsieht, sowie Ver\u00e4nderungen beim \u00d6RR im Netz. Seit 2009 ist es ARD\/ZDF\/Deutschlandradio untersagt, presse\u00e4hnliche Onlineartikel anzubieten. Zeitungsverleger hatten in der Vergangenheit immer wieder mutma\u00dfliche Verst\u00f6\u00dfe von Gerichten kl\u00e4ren lassen. Die Medienpolitik will den Charakter der textlichen Onlineangebote im \u00d6RR versch\u00e4rfen. Was w\u00fcrden die geplanten Ver\u00e4nderungen in der Praxis bedeuten? Was kann eine Selbstverpflichtung erm\u00f6glichen?<\/p>\n<div style=\"height:10px;\"><\/div>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n <audio   controls > <source src=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20241019_leopold_juliane_wagner_joerg_192.mp3\" type='audio\/mpeg' \/> <object   type=\"application\/x-shockwave-flash\"  data=\"https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf\"  width=\"400\"  height=\"30\"> <param name=\"movie\" value='https:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wphtml5player\/inc\/flowplayer.swf' \/><param name=\"allowfullscreen\" value='false' \/><param name=\"cachebusting\" value='true' \/><param name=\"bgcolor\" value='#000000' \/><param name=\"flashvars\" value='config={\"plugins\":{\"controls\":{\"height\":30,\"autoHide\":false,\"fullscreen\":false}},\"clip\":{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20241019_leopold_juliane_wagner_joerg_192.mp3\"},\"playlist\":[{\"autoPlay\":false,\"url\":\"http:\\\/\\\/www.wwwagner.tv\\\/audio\\\/20241019_leopold_juliane_wagner_joerg_192.mp3\"}],\"play\":{\"opacity\":0}}' \/>  No audio playback capabilities, please download the audio below<br \/><strong>Download Audio:<\/strong> Closed Format: <a href=\"http:\/\/www.wwwagner.tv\/audio\/20241019_leopold_juliane_wagner_joerg_192.mp3\">MP3<\/a> <\/object> <!-- Generated by HTML5 Multimedia Framework (http:\/\/code.google.com\/p\/html5videoplayer) --> <\/audio>  \n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;\"><\/p>\n<div style=\"height: 10px;\"><\/div>\n<p><b>Was<\/b>: Schaltgespr\u00e4ch zur geplanten Ver\u00e4nderung im Netz #presse\u00e4hnlich<br \/>\n<b>Wer<\/b>:<br \/>\n* Juliane Leopold, Chefredakteurin Digitales ARD-aktuell<br \/>\n* J\u00f6rg Wagner, freier Medienjournalist (u. a. rbb-Medienmagazin)<br \/>\n<b>Wann<\/b>: rec.: 19.10.2024, 10:00 Uhr<br \/>\nVer\u00f6ffentlicht im rbb-Medienmagazin bei radioeins (<a href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/episode\/medienmagazin\/reformstaatsvertrag-und-presseaehnlichkeit-der-onlineangebote-im-oerr\/radioeins\/13811571\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">19.10.2024<\/a>, 18:05 Uhr, 2 Teile) und in einer 9-Minuten-Fassung im rbb24 Inforadio (20.10.2024, 09:20+13:20 Uhr)<\/p>\n<div style=\"height:20px;\"><\/div>\n<div id='stb-container-4652' class='stb-container-css stb-custom-container stb-no-caption stb-image-none stb-ltr stb-border stb-side'><aside class='stb-icon'><img src='http:\/\/www.wwwagner.tv\/wp-content\/plugins\/wp-special-textboxes\/themes\/stb-dark\/heart.png'><\/aside><div id='stb-box-4652' class='stb-custom_box stb-box' ><\/p>\n<p>(w\u00f6rtliches Transkript, H\u00f6rverst\u00e4ndnisfehler vorbehalten)<\/p>\n<div style=\"height: 20px;\"><\/div>\n<blockquote><p>\n<strong>Martin Stadelmaier<\/strong> [00:00:00] <em>Zun\u00e4chst mal ist der Begriff &#8222;presse\u00e4hnlich&#8220; der Versuch, Schutzbereiche zu definieren. Das hei\u00dft, zu sagen: Was soll der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk nicht machen? Und er soll nicht ein presse\u00e4hnliches, zeitungs\u00e4hnliches Angebot im Netz unterbreiten. Dies wird dann, wie viele andere Rechtsbegriffe auch in der Bundesrepublik durch konkrete Ansehung und durch konkrete Rechtsprechung auch ausgef\u00fcllt. Und vielleicht finden wir zwischen den \u00f6ffentlich-rechtlichen und den Verlegern auch noch einen Weg, der erlaubt, die Dinge g\u00fctlich voneinander zu trennen und zu besprechen. Wir haben solche Vorbilder in der Vergangenheit. Beim Bildschirmtext gab es zum Beispiel einen gemeinsamen Ausschuss zwischen den \u00f6ffentlich-rechtlichen und den Verlegern. Und ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass man auf \u00e4hnliche Regularien, Regelungsmechanismen auch hier zur\u00fcckgreift, um die Situation zu befrieden. Und ich glaube, nach wenigen Jahren wird sich das so sortiert haben, dass niemand mehr dar\u00fcber reden wird.<\/em> <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:01:02] Wir m\u00fcssen aber weiterhin dar\u00fcber reden. Das war Martin Stadelmaier, der Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz im Jahre 2008 im Medienmagazin. Es gab immer wieder Versuche, tats\u00e4chlich sich g\u00fctlich zu einigen. Das wird jetzt noch mal versch\u00e4rft werden im neuen Reformmedienstaatsvertrag. Und das will ich alles besprechen mit Juliane Leopold. Sie ist Chefredakteurin Digitales, ARD-aktuell verantwortlich f\u00fcr alles, was mit der Marke tagesschau unter anderem im Netz geschieht. Was sind denn, Juliane, heute schon die Regelungen? Was m\u00fcssen Sie beim Gestalten der App bzw. bei tagesschau.de beachten?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:01:34] Zun\u00e4chst mal ist es so, dass uns eben sehr wohl bewusst ist, dass wir besondere Spielregeln haben, weil wir in einem regulierten Markt unterwegs sind, im Unterschied zu unseren Mitbewerbern. Ein gro\u00dfes Thema ist f\u00fcr uns, dass Bild und Ton sehr stark in den Vordergrund ger\u00fcckt werden. Das kann man gut daran erkennen, wenn man die tagesschau-App \u00f6ffnet. In der ersten Ansicht sieht man immer Kurz-Videos, die dann eben auch Nachrichten erz\u00e4hlen, aber erst mal eben ein Video sind. Und erst auf der zweiten Ebene kann man sich dann vertiefen, indem man auch zu Artikeln vordringt. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:02:04] Nun gab es gerade, was die tagesschau-App anbelangt, in den letzten Jahren gerichtliche Auseinandersetzungen. Da hat man zum Beispiel vor Gericht die tagesschau-App ausgedruckt, also dutzende Seiten und hat dem Richter \u00fcberzeugend darlegen k\u00f6nnen: Sehen Sie doch, das ist doch Zeitung! Nun ist das ja nicht der normale Weg, dass man die tagesschau-App ausdruckt, auch nicht tagesschau.de. Ist das nicht tats\u00e4chlich so, dass der Begriff &#8222;Presse\u00e4hnlichkeit&#8220; \u00fcberhaupt nicht mehr taugt in so einer Auseinandersetzung, weil selbst die Presse im Netz nicht mehr presse\u00e4hnlich ist? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:02:41] Also, das ist exakt so, wie ich es sehe. Ich glaube, wir haben es mit einem sehr antiquierten Begriff und einen sehr schwierigen Begriff zu tun. Meiner Auffassung nach ist das, was Nachrichten im Netz sind, ist nicht &#8222;presse\u00e4hnlich&#8220;, sondern es ist in der Regel &#8222;internetad\u00e4quat&#8220;. Also es findet statt in einer Mischung aus Formaten. Das sind Texte. Das sind T\u00f6ne. Das sind Bilder. Das sind Infografiken. Weil das eben die ad\u00e4quate Form ist, Information und Nachrichten im Web r\u00fcberzubringen. Es ist eben nicht eine Zeitung, die als PDF irgendwo hochgeladen wird. Und es ist eben aber auch nicht nur ein Video, was sozusagen hochgeladen wird. Was wir wissen aus vielen Befragungen, aus Nutzungsforschungen &#8211; jetzt zuletzt gab es eine <a href=\"https:\/\/www.ard-media.de\/media-perspektiven\/studien\/ard\/zdf-medienstudie\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">ARD\/ZDF-Onlinestudie<\/a> noch mal dazu &#8211; ist, dass dann aber auch Text &#8211; und das ist wirklich relevant in dieser Debatte &#8211; eine wichtige Rolle spielt f\u00fcr Informationsvermittlung online. Also wir wissen das auch, dass uns Nutzerinnen und Nutzer immer wieder sagen: F\u00fcr mich ist qualitativ gute Nachrichten-Nutzung im Web eine, bei der ich mir zum Beispiel schnell einen \u00dcberblick verschaffen kann. Und das passiert in der Regel \u00fcber das Lesen. Es passiert nicht \u00fcber das Anschauen von Videos oder das H\u00f6ren von Audios. Das sind Mischformen, die dann auch stattfinden. Aber gerade dieser Kern der Information, der schnelle \u00dcberblick vielleicht gerade am Morgen, der findet \u00fcbers Lesen statt. Und was mich sehr besorgt ist, dass wir \u00fcber dieses Verbei\u00dfen in diesen Begriff der &#8222;Presse\u00e4hnlichkeit&#8220; in eine Situation kommen, die den Blick verstellt auf die Nutzungsbed\u00fcrfnisse, die sich eben auch \u00fcber Text abspielen. Und aus meiner Sicht ist es so: Wir haben Auftrag, Leute gut zu informieren, ad\u00e4quat zu informieren. Und das hei\u00dft, wir m\u00fcssen sie auch mit Text informieren. Der Begriff &#8222;presse\u00e4hnlich&#8220; ist auch so absurd, weil es ja kein \u00c4quivalent &#8222;rundfunk\u00e4hnlich&#8220; gibt. Also es gibt einen gro\u00dfen Verlag in Deutschland, der sei au\u00dferordentlich erfolgreich mit Podcasts. G\u00f6nn&#8216; ich den Kolleginnen und Kollegen auch herzlich. Nur es w\u00fcrde niemand auf die Idee kommen, diesen Verlag als Rundfunkanstalt zu bezeichnen, als rundfunk\u00e4hnlich zu bezeichnen. Es kommt \u00fcbrigens auch niemand auf die Idee, die Mitbewerber aus dem privaten Umfeld, die zum Beispiel t-online hei\u00dfen, als &#8222;presse\u00e4hnlich&#8220; zu bezeichnen, obwohl sie ja auch in diesen Mischformen agieren. Dieser Begriff ist ein, ich sag jetzt mal zugespitzt, ein Kampfbegriff in der Auseinandersetzung zwischen einigen Verlagen und den \u00d6ffentlich-rechtlichen. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:05:10] Wenn ich die Verleger richtig verstanden habe in den letzten Jahren, geht es auch gar nicht darum, dass die tagesschau zum Beispiel nicht Text machen darf, sondern dass sie monieren, dass das Zeilen ohne Ende sind. Das hat die Medienpolitik zu Recht nicht definiert. Damals h\u00e4tte man ja sagen k\u00f6nnen: Alles, was \u00fcber 30 Zeichen ist, ist &#8222;presse\u00e4hnlich&#8220;. Das fanden die damals schon Quatsch. Es ist die Anmutung, die kritisiert wird, dass man eben tats\u00e4chlich im Internet ein vergleichbares Konkurrenzangebot macht, was auf der einen Seite beitragsfinanziert ist und auf der anderen Seite, sich am Markt refinanzieren muss. Und das scheint mir plausibel, dass man da Regelungen finden muss, um ein friedliches Nebeneinanderexistieren zu gew\u00e4hrleisten. In jedem Zweifel. Aber was w\u00fcrden sich denn nun f\u00fcr Bedingungen herausstellen, wenn der neue Reformstaatsvertrag in Kraft treten w\u00fcrde, so wie es im Entwurf vorgesehen ist? Was m\u00fcssten Sie neu beachten?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:06:06] Also zun\u00e4chst mal ist mir wichtig zu sagen: Ich kann jetzt nur f\u00fcr mein Angebot sprechen. Wir haben uns diesen Entwurf angeguckt und wir haben geschaut, was er bedeuten w\u00fcrde f\u00fcr unser tagesschau.de-Angebot, sowohl im Web, in der App als auch im Social Media Bereich. Also ich spreche heute nicht &#8211; das w\u00e4re es total vermessen &#8211; f\u00fcr die gesamten ARD- und ihre Telemedienangebote. Was f\u00fcr uns momentan sehr wichtig ist, ist, dass wir bei dem Thema &#8222;Sendungsbezug&#8220; und das ist ein Punkt, der uns eben unterscheidet als regulierten Anbieter von Verlagen. Wir m\u00fcssen diese Sendungsbez\u00fcge herstellen &#8230; <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:06:38] Aber das gilt ja bisher schon, glaube ich, dass man nachweisen muss, dass das, was man quasi im Netz &#8222;abgedruckt&#8220; hat, auch in den Sendungen vorkam. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:06:47] Richtig. Ich war ja auch noch nicht fertig mit meinem Punkt. Wir sind eine Gemeinschaftseinrichtung der ARD und wir d\u00fcrfen deswegen Sendungsbez\u00fcge auch landesrundfunkanstalt\u00fcbergreifend herstellen. Ich kann das gerne erl\u00e4utern. Also, es ist f\u00fcr uns zum Beispiel sehr wichtig, wenn wir in den in Morgen kommen, in den Nachrichtenmorgen kommen und wir haben eine Entwicklung gehabt \u00fcber Nacht in den USA, die ja dann Tag hat, also nehmen wir mal, wir haben eine Pr\u00e4sidentschaftsdebatte dort und es gibt ein, sagen wir mal in Begleitung diese &#8230; dieser Debatte durch H\u00f6rfunker , die dann in den fr\u00fchen H\u00f6rfunkwellen der ARD laufen, dass wir auf diese H\u00f6rfunkskripte zum Beispiel auch zugreifen k\u00f6nnen und sie auch auswerten k\u00f6nnen f\u00fcr die Morgenversorgung von Nachrichten von Nutzenden. Das geht momentan, weil wir eben einen \u00fcbergreifenden Sendungsbezug herstellen k\u00f6nnen. Es wird nicht mehr gehen in dem Entwurf, weil wir dort beschr\u00e4nkt sind auf eigene Sendungen. Und die tagesschau hat eigene Sendungen in der Nacht. Im Unterschied zu manch&#8216; anderen Landesrundfunkanstalten oder zu manch&#8216; anderen Websites von Rundfunkanstalten. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:07:48] Aber sie speist sich nicht aus den Korrespondentenberichten der H\u00f6rfunker.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:07:52] So ist es. Sie speist sich dann aus sozusagen kurzen T\u00f6nen, kurzen, kurzen Wortbeitr\u00e4gen. Wir haben das mal ausgemessen. Also wir kriegen \u00fcber diese Beschr\u00e4nkung auf den eigenen Bereich von Sendungen in der strengsten Auslegung, also wenn man&#8217;s ganz streng auslegt, nur auf eigene tagesschauen, eine Reduzierung unseres Angebots von bis zu zwei Dritteln am Morgen. Das hei\u00dft, in der jetzigen Entwurfsfassung dieses Vertrags werden wir ein Nachrichtenangebot sein, was langsamer ist, was flacher ist und was einfach schlechter ist am Morgen. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:08:28] Gerade in der Primetime, wo man also eigentlich nach dem Aufwachen wissen will, ist die Welt noch die alte? Ja.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:08:34] Steht die Welt noch? Genau. Steht die Welt noch? Wie lief&#8217;s? Wer hat sich wie geschlagen? Und bei allem Verst\u00e4ndnis, J\u00f6rg, die Punkte, die Sie erw\u00e4hnt haben, mit dem Thema der sozusagen Chancengleichheit oder der Fairness, wir kommen in eine Situation, wo gerade eine Primetime am Morgen davon gepr\u00e4gt sein wird, dass diejenigen, die ihre 18,36 \u20ac bezahlen, ein flacheres Angebot vorfinden, ein langsameres Angebot vorfinden und ein schlechteres Angebot vorfinden und das nicht verstehen werden. Und sie werden es auch nicht diesem Vertrag zuschreiben. Sie werden es erst mal, uns zu schreiben. Und das ist keine gute Situation. Ich f\u00fcr meinen Teil m\u00f6chte nicht in eine Welt kommen, wo wir eine Zweiklassengesellschaft haben von Information und von Nachrichten. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:09:16] Nun bin ich auch jemand, der in einer Krise auch Chancen sieht. Ist es da nicht m\u00f6glich, dass der H\u00f6rfunk-Korrespondent, der bisher tats\u00e4chlich nur Radio machte und bei NDR Info oder sonst wo auftauchte, beim Inforadio hier im rbb, dass der gleichzeitig eine Kamera laufen l\u00e4sst und dass man dann in der tagesschau, also solche Berichte dann in der Nacht, ich sage mal, unkonventionell, wie es ja auch in der Corona-Zeit war, dann auch pl\u00f6tzlich mit der Handykamera zeigt und dass sich auch das Publikum daran gew\u00f6hnen wird, dass nicht immer gleich ein ganzer \u00dc-Wagen irgendwo steht?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:09:50] Das ist ja eine Welt, in der wir schon lange unterwegs sind, auch gut unterwegs sind grunds\u00e4tzlich, dass Korrespondentinnen, Korrespondenten unglaublich flexibel sind, unglaublich auch dynamisch reagieren k\u00f6nnen auf Situationen. Gleichzeitig muss man sich klar machen, wir haben unglaublich viel lineare Fl\u00e4che auch zu bespielen in der ARD und &#8211; ich kann jetzt wieder nur als tagesschau sprechen &#8211; wir sind nicht immer Herren dieser linearen Fl\u00e4che. Also die Nachtsendungen zum Beispiel der tagesschau laufen im Ersten und was im Ersten l\u00e4uft, wie das Sendeschema dort aussieht, das bestimmt ja nicht die tagesschau. Und wenn es darum geht &#8211; und das ist das Versprechen einer linearen tagesschau &#8211; schnell im \u00dcberblick, dir das Wichtigste in diesem Moment zu nennen, ist es vielleicht nicht der ausf\u00fchrliche Korrespondententext und die Analyse oder der Korrespondentenaufsager und die Analyse vom Parteitag. Und wenn man in dem Beispiel auch bleibt, ist nat\u00fcrlich ein Aufsager im Fernsehen immer k\u00fcrzer als zum Beispiel ein Radiotranskript, was einfach ein bisschen ausf\u00fchrlicher sein darf. Und ich bin auch optimistisch, dass wir Wege finden werden m\u00fcssen, um Qualit\u00e4t zu halten. Aber zun\u00e4chst mal l\u00e4sst es mich ziemlich ratlos zur\u00fcck, wie wir in die neue Situation kommen und wie wir sie meistern werden, denn wir sind ja in einer Zangenbewegung. Also wir haben einerseits diese Reduzierung der M\u00f6glichkeiten, Sendungsbez\u00fcge herzustellen, auch f\u00fcr die Gemeinschaftseinrichtungen wie uns, was ziemlich irre ist, weil wir leben auch von diesen Bez\u00fcgen. Also wir sind die Plattform der ARD, was Information angeht, auch im Linearen. Und wir kriegen Einschr\u00e4nkungen der Linearit\u00e4t, denn wir wissen ja noch nicht, wie es weitergeht mit den Spartenkan\u00e4len. Also tagesschau24 ist ja auch vielleicht bekannt im Vertrag zumindest oder im Entwurf nicht fraglich gestellt, aber zumindest ist es so, dass es in einem Bouquet kommt mit anderen linearen Spartenkan\u00e4len, die &#8230; <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:11:38] Also wie Phoenix und ZDFinfo.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:11:40] Ganz genau. Von denen einfach nicht klar ist, was davon bleiben kann und bleiben soll, auch im Linearen. Und das nimmt so ein bisschen den Handlungsspielraum. Also wenn ich nicht mehr Herr bin meiner eigenen linearen Sendungsfl\u00e4che, weil es sie vielleicht gar nicht mehr habe &#8211; und ich muss aber lineare Sendungsfl\u00e4che haben, um \u00fcberhaupt digital handeln zu k\u00f6nnen &#8211; dann kriege ich Probleme. Ich will das auch noch an einem anderen Beispiel ausf\u00fchren. Weil vorhin die Frage war: Was ist denn jetzt das Neue? Das Neue ist auch das erst mal Social Media und Drittplattformen mit betrachtet werden. Wir sind auf Social Media nicht das Gleiche, wie wir linear sind als tagesschau. Aus guten Gr\u00fcnden. Wir erreichen v\u00f6llig andere Zielgruppen. Wir m\u00f6chten auch v\u00f6llig andere Zielgruppen dort erreichen. Wir finden, das ist auch unsere Verantwortung, die dort zu erreichen. Denn wir wissen alle, Social Media sehr sicher der Hort der perfekten Informationswelt, sondern da tummeln sich auch ganz sch\u00f6n viele Desinformationsquellen und wir sind ziemlich stolz darauf, dass wir die Fahne hochhalten als diejenigen, die dagegen auch was tun und die dagegen ank\u00e4mpfen. Indem wir aber die tagesschau dort auch anders pr\u00e4sentieren oder unsere Marke anders pr\u00e4sentieren. Es ist f\u00fcr uns recht relevant. Wollte ein Beispiel erw\u00e4hnen, an dem klar wird, wie irre eben dieser strenge lineare Sendungsbezug ist, wenn man erfolgreich auf Drittplattformen unterwegs sein will. Und wenn die Politik auch m\u00f6chte, dass es seri\u00f6se \u00f6ffentlich-rechtliche Anbieter gibt, die auf Drittplattformen Desinformation was entgegensetzen. Wir haben dort ein Format, das hei\u00dft &#8222;Die Community Frage&#8220;. &#8222;Die Community-Frage&#8220; ist genau das. Sie ist eine Antwort auf Fragen, die uns die Community stellt mit unseren journalistischen Mitteln. Und es ist nicht ein Format, was wir im Linearen abspielen, weil der klassische tagesschau-Zuschauer einer &#8222;20:00 Uhr&#8220; \u00fcberhaupt nicht w\u00fcsste, was er mit einer &#8222;Community-Frage&#8220; anfangen soll. Und das ist auch okay so, ja? Also wir brauchen diese Mehrf\u00fc\u00dfigkeit und wir brauchen diese Flexibilit\u00e4t, um ad\u00e4quat &#8211; das ist wirklich meine tiefe \u00dcberzeugung &#8211; auf das wachsende Desinformationszeitalter reagieren zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:13:36] Es gab jetzt &#8230; kurz &#8230; wenn ich unterbrechen darf, damit wir es nicht einfach vergessen, am 17. Oktober die Meldung, dass die tagesschau jetzt mit der Marke &#8222;tagesschau&#8220; auch auf Twitch sein wird. Was ist denn da die Idee dahinter? Das ist ja eher so eine Gamerplattform. Der rbb hat zwar dort auch ein Talk-Format, aber das ist &#8230; Talk ist schon noch mal was anderes als tagesschau, oder?<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:13:58] Absolut. Also f\u00fcr uns ist es so, dass wir  &#8230; ja immer wieder experimentieren, auch mit neuen Plattformen. Wir beobachten sehr genau, was sich wie entwickelt. Und wir beobachten sehr genau, wo sich junge Menschen gerade informieren, wo sie Nachrichten konsumieren. Und was wir momentan beobachten ist, dass zum einen das nat\u00fcrlich &#8230; das normale &#8230; ich sag mal, Suchverhalten zunimmt, also Suchen von Informationen \u00fcber Suchmaschinen. Aber was auch zunimmt, ist das Suchen \u00fcber SearchGPT und \u00fcber Social Search. Und dann kommen eben Drittplattformen auch wie Twitch ins Spiel oder Streamingplattformen wie Twitch ins Spiel, wo sich sozusagen Nachrichten nicht in die erste Reihe stellen, aber eben auch en passant konsumiert werden. Also es hat auch was damit zu tun, wie sich parasoziale Interaktion dort abbildet, wie Menschen interagieren mit Influencern, mit Streamern, auf die sie vertrauen. Und wir w\u00e4ren eben gerne auch Teil dieses Orchesters. Wir w\u00e4ren einfach gerne da mit der Marke, um denjenigen, die sich f\u00fcr uns interessieren, auch ein Angebot machen zu k\u00f6nnen. Und zwar dort, wo sie sind. Wir glauben nicht mehr, dass junge Menschen sozusagen aufwachsen, um in eine 20:00-Uhr-Sozialisierung zu kommen. Es w\u00e4re toll, wenn das passiert, aber wir sehen es nicht. Wir sehen nicht, dass diese jungen Zielgruppen sich dann gezielt der Linearit\u00e4t zuwenden, sondern sie bleiben im Digitalen. Sie bleiben im Internet. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:15:21] Kommen wir mal wieder zur\u00fcck auf die sogenannte &#8222;Presse\u00e4hnlichkeit&#8220; oder die &#8222;Textlastigkeit&#8220;, wie auch Verleger jetzt argumentieren. Die \u00d6ffentlich-rechtlichen: ARD, ZDF, Deutschlandradio hatten in dieser Woche eine Initiative platziert, n\u00e4mlich die Selbstverpflichtung bei textlichen Angeboten. Da waren Sie mit dabei bei der Erarbeitung dieser Selbstverpflichtung. Was genau w\u00e4re denn leistbar und machbar? Denn ich nehme an, dass in dieser Selbstverpflichtung jetzt nicht das Unmachbare aufgegriffen wurde, sondern es ist ein Angebot an die Verleger, au\u00dferhalb des Reformstaatsvertrags vielleicht doch eine g\u00fctliche Einigung zu finden &#8230;<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:15:59] Ganz genau. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:16:00] &#8230; eine Woche bevor die Ministerpr\u00e4sidentinnen und -pr\u00e4sidenten dort vielleicht zur Entscheidung kommen. Was beinhaltet diese Selbstverpflichtung? <\/p>\n<p><\/strong><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:16:08] Ich kann gerne darauf eingehen, was uns oder was mich umgetrieben hat, die Gedanken, die mich umgetrieben haben bei meiner Mitarbeit. Das war, sicht gut zu \u00fcberlegen, was sind denn diese Dinge, die ich auch kenne aus den Ges pr\u00e4chen, die man f\u00fchrt auch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Verlagswelt, die wir unter Schmerzen auch aufgeben k\u00f6nnen, aber die uns nicht im Kern des Auftrags ber\u00fchren, was zum Beispiel die Breaking-News-F\u00e4higkeit angeht. Also ein Albtraum ist f\u00fcr uns zumindest eine Situation, wie sie sich jetzt auch m\u00f6glicherweise darstellt, dass wir in einer Breaking-News-Lage zwar noch eine Eilmeldung absetzen k\u00f6nnen digital, aber dann warten m\u00fcssen, bis linear gesendet wird, bevor wir zum Beispiel ein Liveblog aufsetzen. Dann kommen wir wirklich ins &#8222;linear first&#8220; zur\u00fcck. Und dann kommen wir in eine Welt, die uns abschneidet von sozusagen moderner, ad\u00e4quater Nachrichtennutzung. Aber was k\u00f6nnen wir tun, um zu zeigen, dass wir einen guten Willen haben, auch diese Fairness herzustellen? Wir k\u00f6nnen zum Beispiel auf Teaser-Texte verzichten. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:17:04] Das muss man erkl\u00e4ren, was das genau ist. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:17:06] Ja, das kann ich gerne erkl\u00e4ren. Also, Teaser-Texte sind diese drei, vier, f\u00fcnf Zeilen, die einen Artikel zusammenfassen und die auf der ersten Ebene zum Beispiel einer Homepage zu sehen sind, die Nutzerinnen und Nutzer neugierig machen sollen auf das, was sich hinter einem Klick sozusagen verbirgt. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:17:24] Nicht nur neugierig, sondern auch, damit man schneller aussortieren kann. Ist das etwas, was mich interessiert oder kann das weg? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:17:31] Das ist &#8230; das ist die andere Seite von Neugierde, sozusagen das Aussortieren. Die Teaser sind deswegen so relevant, weil sie auch f\u00fcr Google relevant sind. Sie werden auch durchcrawlt. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:17:42] Die sogenannten &#8222;Snippets&#8220;, hei\u00dfen die da &#8230;<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:17:45] Ja genau. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:17:46] Wo die Verleger auch noch mal zus\u00e4tzlich Geld wollen, was auch verst\u00e4ndlich ist, weil das ja urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material ist. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:17:52] Genau. Aber das ist zum Beispiel ein Punkt, das ist ein Markt, aus dem man sich entfernen k\u00f6nnte.  Aus meiner Sicht. Wo man sagen kann, das \u00fcberlassen wir den anderen, das \u00fcberlassen wir den Mitbewerbern, weil sie es auch monetarisieren k\u00f6nnen und sollen. Ein weiteres Angebot, was es schon gibt, aber was wir einfach noch mal erneuert haben und was wir auch verst\u00e4rkt haben, ist die Zusammenarbeit bei der Verlinkung auch auf Paid Content. Hier ist es ja so, dass der Gesetzgeber da lange aus guten Gr\u00fcnden gesagt hat, das ist nicht der Job von \u00d6ffentlich-rechtlichen, auf Paid Content sozusagen Traffic zu vermitteln. In der Selbstverpflichtung wird es anders aussehen. Da gibt es dann sozusagen ein richtiges Mitwirkungsgebot, auch auf Paid Content zu verlinken, auch auf Verlagswebseite zu verlinken, und zwar auch, wenn es nicht unmittelbar mit der eigenen Recherche-Leistung zu tun hat. Also wenn es den Rechercheverbund gibt, dann liegt es ja sowieso nah, dass man auch auf den Mitbewerber verlinkt, der einfach im Verbund mit  steckt. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:18:48] Wie zum Beispiel in der Vergangenheit mit der S\u00fcddeutschen Zeitung.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:18:51] Ganz genau. Aber eben in der Selbstverpflichtung w\u00fcrde das auch noch weitergehen. Und wir haben ja verstanden &#8230; oder ich meine, ich glaube verstanden zu haben, dass das Erl\u00f6smodell vieler Verlage sich gewandelt hat von der reinen Reichweite hin zu digitalen Abos. Das ist ein Punkt, wo wir nat\u00fcrlich unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Ich will aber auch eins klar machen, weil das auch eine Erz\u00e4hlung ist, die dann manchmal im Raum steht von der anderen Seite. Es ist jetzt nicht so, dass die \u00f6ffentlich-rechtliche publizistische Leistung dort oder der Traffic, der dort ist, zum F\u00fcllhorn wird von Traffic f\u00fcr die Verlage, weil wir nicht marktbeherrschend sind an der Stelle. Der gr\u00f6\u00dfte Mitbewerber im Nachrichtenumfeld ist bild.de. T-online.de spielt eine sehr, sehr gro\u00dfe Rolle, ist sehr, sehr stark gewachsen und der erste \u00f6ffentlich-rechtliche Anbieter in diesem News-Segment, das sind wir. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:19:42] Wir wollen spiegel.de nicht vergessen.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:19:44] Genau, die sind auch sehr stark dabei in den Top drei bzw. Top vier, je nach Betrachtung. ntv.de ist dabei, \u00fcbrigens auch ein Fernsehanbieter. Und nur mal so am Rande kein klassisches Verlagsangebot. Und wir kommen dann so je nach Monat vielleicht an der f\u00fcnf, an der sechs, an der sieben. Aber das ist keine Marktdominanz an der Stelle. Das ist mir auch wichtig zu betonen, weil das in den Debatten manchmal untergeht. Es wird so einen Popanz aufgebaut, der dann einfach nicht, also zumindest nicht meiner Kenntnis der Realit\u00e4t entspricht. <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:20:14] Wie sind denn die Reaktionen der Verleger? Es gibt zwar schon <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/ard-chef-gniffke-schlaegt-selbstverpflichtung-fuer-onlinetexte-vor-110051410.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Presseberichte<\/a>, dass man das sehr skeptisch sieht, aber was wird Ihnen direkt gespiegelt? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:20:22] Also mir direkt wurde noch nichts gespiegelt. Ich verfolge auch nur die Pressediskussion. Ich kann vielleicht mal einen Moment meinen Hut absetzen in der aktuellen Rolle und ein bisschen da raustreten. Ich begleite diesen Punkt oder diese Debatte ja schon sehr lange, auch akademisch. Also, ich habe Publizistik mal studiert und wir haben am Anfang auch diesen Ton gespielt, der noch ein paar J\u00e4hrchen auf dem Buckel hat. Dieses Thema ist sehr, sehr alt und meine private Einsch\u00e4tzung dazu ist, dass es f\u00fcr viele Verlage sich gar nicht lohnt, eine Einigung zu finden, weil sie vom Antagonismus leben. Der Antagonismus ist wichtig, denn der Antagonismus ist aufl\u00f6sbar, in dem man eben ja versucht, Gesetze &#8230; gesetzgeberische Wege zu finden, um die eigene Position zu st\u00e4rken. Das ist in anderen Bereichen eben schwieriger. Also das ist vielleicht auch ein Punkt, der auch schon erw\u00e4hnt wurde an anderer Stelle. Das eigentliche Problem f\u00fcr viele Verlage in Deutschland ist meiner Auffassung nach nicht die \u00f6ffentlich-rechtliche Publizistik. Es ist die Marktmacht amerikanischer Plattformen. Es ist die Marktmacht von Google. Es ist die Marktmacht von KI, die jetzt rauf dr\u00e4ngt f\u00fcr Auffindbarkeit von Informationen, von Nachrichten. Es ist die v\u00f6llig ungekl\u00e4rte Situation, was ist, h\u00e4ngt mit Absenderkennung. Was ist mit Urheberrechten, wenn KI auf einmal sozusagen zum Search Agent wird f\u00fcr wertvolle Nachrichten und Informationen. Und das sind alles Punkte, wo ich mir gew\u00fcnscht h\u00e4tte, dass Politik die aufgreift, weil sie wirklich in die Zukunft weisen und wo es auch Sinn ergibt, in eine starke Allianz miteinander zu treten als Contentlieferanten f\u00fcr f\u00fcr Plattformen. Und das ist nicht passiert, sondern man hat im Grunde den alten Begriff aufgegriffen. Man hat den alten Konflikt aufgegriffen. Ich kann nur sagen, ich hoffe sehr, dass man ihn l\u00f6st. Aber ich &#8230; mir fehlt ein bisschen auch die Hoffnung, muss ich sagen. Momentan. Also ich bin &#8230; ich bin sehr besorgt in der aktuellen Situation und ja, ich habe auch noch keine &#8230; keine Glaskugel, wie das wohl ausgehen wird? <\/p>\n<p><strong>J\u00f6rg Wagner [00:22:20] Da m\u00fcssen wir tats\u00e4chlich warten bis n\u00e4chste Woche. 24.\/25. Oktober ist die Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz in Leipzig und man will sich da dann zum Reformstaatsvertrag zumindest insofern festlegen, dass man Unterschriften drunter setzt. Das muss noch durch die L\u00e4nderparlamente und dann werden wir Gewissheit haben, ob &#8211; so ist der Plan &#8211; im Sommer 2025 Neuregelungen zum Beispiel auf die tagesschau zu kommen, was die Pr\u00e4senz im Internet betrifft. Ich bedanke mich erst mal f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch bei Juliane Leopold. Sie ist ARD-aktuell Chefredakteurin Digitales und war, das muss man dazu sagen, vorher &#8222;auf der anderen Seite der Macht&#8220;, zum Beispiel bei Buzzfeed und kennt also beide Seiten. Das wollen wir hier nicht unber\u00fccksichtigt lassen und wei\u00df also genau, wie in dem Fall das Netz privatkommerziell und \u00f6ffentlich-rechtlich tickt. Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Juliane Leopold<\/strong> [00:23:15] Sehr gerne. Vielen Dank f\u00fcr die Einladung. <\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/div><\/div>\n<hr \/>\n<div style=\"height: 5px;\"><\/div>\n<p><html><br \/>\n     <head><\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n       body {\n                     background: #DADADA;\n       }\n      <\/style>\n<p>     <\/head><br \/>\n     <body><br \/>\n<\/body><br \/>\n    <\/html><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rundfunkkommission der L\u00e4nder erarbeitete eine Vorlage f\u00fcr einen Reform-Medienstaatsvertrag, der deutliche Ver\u00e4nderungen in der Struktur und im Programm bei ARD und ZDF vorsieht, sowie Ver\u00e4nderungen beim \u00d6RR im Netz. Seit 2009 ist es ARD\/ZDF\/Deutschlandradio untersagt, presse\u00e4hnliche Onlineartikel anzubieten. Zeitungsverleger hatten in der Vergangenheit immer wieder mutma\u00dfliche Verst\u00f6\u00dfe von Gerichten kl\u00e4ren lassen. 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