Medienmagazin vom 19.11.2011

Gesamt-PodCast

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INTRO: Henry Kissinger wird von Zeitschriftenverlegern mit der Goldenen Victoria geehrt

„Das Internet liefert Informationen, aber nicht notwendigerweise den Kontext.“

O-Ton: Ausschnitt Dankesrede, 17.11.2011

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Vgl.:
* Rede Henry Kissinger zur Verleihung der Goldenen Victoria
bzw. Laudatio Christian Wulff, Bundespräsident

1. Verfassungsschutz nutzt Journalisten ohne Wissen als Quellen in rechtsradikaler Szene

„Das ist eine echte Bananenrepublik!“

Wie jetzt bekannt wurde, soll der Thüringer Verfassungsschutzes verdeckt Firmen gegründet haben über die dann Aufträge an Fernsehjournalisten vergeben wurden mit dem Ziel, darüber an Bild- und Tonmaterial von Rechtsradikalen zu kommen: „Das ist ein vollkommen inakzeptabler Missbrauch journalistischer Arbeit. Darüber hinaus werden alle in diesem Umfeld arbeitenden Kolleginnen und Kollegen durch eine solche Praxis in Gefahr gebracht, ins Visier von Rechtsradikalen zu geraten.“, kritisierte die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di (dju). Studiogespräch mit dem rbb-Journalisten und Dok-Filmer Jo Goll, der selbst in der rechtsradikalen Szene recherchiert. (Foto: rbb-Doku: „Kampf um die Straße, Kampf um die Köpfe“)

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Vgl.:
* „Eine furchtbare teure Fahndung“ in: sueddeutsche.de, 17.11.2011

2. Zeitschriftentage des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) – Dauerbrenner Leistungsschutzrecht

„vergleichbar mit der Erfindung des Buchdrucks.“

O-Ton:
* Redeausschnitte 2009/2011 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin
* Dr. Günter Krings, CDU
Interviews mit:
* Christoph Keese, Axel Springer AG
* Wolfgang Fürstner, Vorsitzender des VDZ

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PodCast-Bonus:
* VDZ-Vortrag Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach

Vgl.:
* VDZ-Zeitschriftentage 2011
* Rede Angela Merkel, Bundeskanzlerin zu den Zeitschriftentagen
* VDZ Zeitschriftentage: Politisches Handeln im Medienwandel – gestalten oder zusehen?

3. Südsudan: Die schwierige Geburt der Pressefreiheit im jüngsten Land der Welt

„Nach zwei Stunden Gespräch wurde uns ein Brief überreicht, der die Einstellung der Zeitung verfügte, und dann wurde der Chefredakteur festgenommen.“

Nicht einmal ein halbes Jahr ist es her, dass der Südsudan sich unabhängig erklärte – mit Beteuerungen, demokratisch zu werden und die Meinungsfreiheit zu achten. Doch schon jetzt sind die Medien dramatisch in Gefahr. Seit Anfang des Monats sitzen zwei Journalisten der südsudanischen Tageszeitung „The Destiny“ in Haft im Gebäude des Geheimdienstes, der bekannt ist für Folter. Die beiden Journalisten haben keinen Zugang zu Rechtsanwälten und kennen ihre Anklage nicht. Die könnte auch nur auf Majestätsbeleidigung lauten. Das Foto zeigt Destiny-Verleger Dhieu Mathok mit dem Artikel, der den ganzen Skandal ausgelöst hat.
Schaltgespräch mit O-Tönen:
Autor: Pierre-Christian Fink in Juba, Südsudan

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4. Rückschläge in der Meinungsfreiheit – es fröstelt im arabischen Frühling

„Wir sind für die Meinungsfreiheit.“

Mutig haben sie sich gegen alte Herrschaftsstrukturen aufgelehnt – Ägyptens Zivilisten, Oppositionelle und Friedensaktivisten. Doch auch in der Post-Mubarak-Ära dürfen sie nicht alles sagen und schreiben – und schon gar nicht im Internet veröffentlichen. So wurden seit dem Sturz des alten Diktators mehrere Blogger wegen kritischer Berichterstattung, die sich diesmal gegen die Militär-Übergangsregierung richtete, inhaftiert und Journalisten in ihrer Arbeit behindert. Dabei stehen die Zeichen auf Freiheit, denn am 28.11.2011 finden die ersten freien Wahlen im Land statt. Doch bedeuten freie Wahlen auch gleich Meinungs- und Pressefreiheit? Und welche Rolle spielt die Deutsche Welle in der neuen arabischen Talkshow-Demokratie?
Studiogespräch mit O-Tönen:
* Anja Viohl, Reporter ohne Grenzen
* Dr. Mohamed Elbeltagy, Generalsekretär der Partei der Freiheit und Gerechtigkeit, Muslimbrüderschaft
* Mustafa Isaid, Redaktionsleiter der Arabischen Redaktion DW-TV
Autorin: Eleni Klotsikas

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Vgl.:
* DW-TV „In arabischen Talkshows geht es hart zu“


(Fotos: © Jörg Wagner [2], Vera Linß, rbb, Pierre-Christian Fink, DW-TV )







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One thought on “Medienmagazin vom 19.11.2011

  1. Was die Frage angeht, wie man DW-TV Arabia empfangen kann, so hätte ich da bislang wie aus der Schieße gepistolt „13 Grad Ost“ geantwortet. Dort scheint es nun aber abgeschaltet worden zu sein…?

    Da wäre nunmehr also zunächst einmal der Internetstream (kann ich von hier aus nicht überprüfen).

    Über Satellit geht’s auch noch, dazu muß man dann aber die Antenne mit empfohlener Größe 1,20 Meter (bei kleineren Schüsseln hat man keine Reserven mehr) auf 26° Ost drehen. Hier eine Aufstellung, was man dort insgesamt empfangen kann, was sich allerdings auf die Signale beschränkt, bei denen in der vorletzten Spalte „BSS“ vermerkt ist:
    http://www.lyngsat.com/badr4.html

    Was den angegebenen Marktanteil von 14 Prozent für jene Jugendsendung auf DW-TV Arabia in Ägypten angeht, so ist das bemerkenswert, nachdem es im Februar DW-TV dort in einer Telefonbefragung des International Broadcasting Bureau (USA) nicht auf ausreichende Fallzahlen brachte, um konkret beziffert zu werden. Wer nun allerdings denkt, Al Jazeera sei der Platzhirsch bei den ägyptischen Fernsehzuschauern gewesen: Da kam die Medienforschung des IBB zu ganz anderen Feststellungen.
    http://media.voanews.com/documents/Flashfinal.doc

    Falls sich nun nach der Kenntnisnahme dieses Papiers überhaupt noch jemand fragt, wo man die arabischen Radiosendungen der DW empfangen kann: Schon seit zwei Jahren nicht mehr über eigene Ausstrahlungen, sondern nur noch auf (mir auch nicht aktuell bekannten) Sendeplätzen bei Monte-Carlo Doualiya aus Paris, zu hören auch auf 19,2° Ost, also dem, was man hierzulande pauschal als „Astra“ kennt (dort auf 11,568 GHz vertikal, wo auch viele andere französische Radios aufgeschaltet sind, wenn auch m.W. in der Regel totkomprimiert).

    Allerdings: Ich kann nicht sagen, ob es diese arabischen Hörfunksendungen überhaupt noch gibt. Dazu nun noch der Verweis zum Bonner General-Anzeiger:
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Trauer-ueber-das-Ende-der-Radiozeit-article565561.html

    Die dort angesprochene „Entwarnung“ hat schon einen recht schalen Geschmack. Wie dem auch sei: Das mit „Ratlosigkeit und tiefem Frust“ kann ich nur nachdrücklich bestätigen. Und der Leitartikler und Chefredakteur des „Radio-Kuriers“ schrieb dazu gerade in Bezug auf die Kommunikation der DW vom „schönfärberischen Geplänkel versierter Werbetexter“.

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