Nach dem Abgang von Jauch – Die ARD baut um

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Download (verlinkte Audio-Quelle: rbb, radioeins)

Was: Telefoninterview über Programmveränderungen 2016 im Ersten
Wer: Volker Herres, ARD-Programmdirektor
Wann: rec.: 27.06.2015, 12:00 Uhr; veröffentlicht am 27.06.2015, 18:50 Uhr im radioeins-Medienmagazin (rbb) und in einer gekürzten Fassung im rbb Inforadio, 28.06.2015, 10:44, 15:24 Uhr

Vgl.:
* „Anne Will“ ab 2016 wieder sonntags im Ersten, NDR, 09.06.2015, 16:46 Uhr
* „Menschen bei Maischberger“ ab 2016 am Mittwoch im Ersten, DasErste, 22.06.2015, 12:40 Uhr
* ARD und der Dokumentarfilm: Versprechen zahlt sich nicht aus, AG DOK
* „Gerade einmal 0,2 Prozent des Senderbudgets“ – AG DOK antwortet auf ARD-Programmchef Herres

(…)

(03:44)
Jörg Wagner:
Nun wird der Dienstag frei und die Dokumentarfilmer der AG Dok hatten hohe Erwartungen, dass Sie vielleicht, Herr Herres, das Verhältnis Fiktion – Dokumentation etwas ins Gleichgewicht bringen. Die Dokumentarfilmer rechnen Ihnen vor: 43 zu 10. Also, 43 Prozent fiktional, 10 Prozent Dokumentation in der ARD. Sie machen nun genau das Gegenteil und stärken die fiktionalen Produktionen, warum?

Volker Herres:
Da ist ja eine merkwürdige Rechnung. So als müsste jedes Genre mit gleicher Prozentzahl im Programm vertreten sein. Das ist Unsinn. Wir haben sehr viel weniger Sport als Information. Etwa 6 Prozent im Jahr ist Sport. Information ist über 40 Prozent. Die großen Säulen eines Vollprogrammes sind immer bei uns als informationsgeprägtes Programm die Information an erster Stelle und dann kommt die Fiction. Die hatte schon immer den höchsten Anteil und das ist auch richtig so. Wir haben aber – das an alle Dokumentarfilmer dieser Welt einmal deutlich ausgesprochen – das Vollprogramm mit dem höchsten Dokumentations- und Reportagenanteil, das es überhaupt in Deutschland gibt, liegen weit vor allen anderen. Allein im Ersten wurden im letzten Jahr 867 neu produzierte Dokumentationen und Reportagen ausgestrahlt. Das sind zwei täglich. Das macht kein anderes Programm. Insofern kann man hier nicht von einem Ungleichgewicht sprechen. Und wir werden dieses Genre, dafür stehe ich, weiter pflegen. Wir haben die Zahl nie verringert. Auch da sind von der AG Dok falsche Zahlen in Umlauf gebracht worden, sondern die Anzahl der Dokumentationen im Ersten Deutschen Fernsehen ist seit Jahren stabil und ich persönlich – ich komme aus dem politischen Journalismus – habe mich immer dafür stark gemacht, dass etwa insbesondere im Bereich der Dokudramen auch herausragende Stücke auf ganz, ganz prominenten Sendeplätzen, etwa nach dem tatort, das ist der beste Sendeplatz im Deutschen Fernsehen, den es überhaupt gibt, ausgestrahlt werden, wie der Dokumentarfilm über Otto Weidt oder im Anschluss an herausragende Filme „Bornholmer Straße“, danach eine Dokumentation oder in diesem Jahr „Anne Frank“ 20:15 Uhr mit über 3 Millionen Zuschauern. Also, das Dokumentarische ist bei mir in besten Händen.

(…)

(wörtliches Transkript – Auszug)

(Foto: © ARD/WDR/Herby Sachs)


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