Broder, Henryk M.



„Ich bin kein Therapeut!“


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Was: Telefoninterview anlässlich des Ausfalls von KenFM am 06.11.2011 auf Fritz/rbb
Wer: Henryk M. Broder, Publizist/Journalist + Jörg Wagner
Wo: Potsdam/Berlin, Live-Telefonat
Wann: 12.11.2011 im radioeins-Medienmagazin, rbb

Vgl.:
* Reaktionen von Claudia Nothelle, rbb-Programmdirektorin und Ken Jebsen, Fritz-Moderator

Jörg Wagner:
So, jetzt begrüße ich am Telefon Henryk M. Broder, der den Stein des Anstoßes für die Aussetzung der Sendung KenFM ins Wasser warf. Herr Broder, Sie sind ja ein meinungsstarker und polarisierender Mann, auch dem radioeins-Publikum bekannt durch Ihre Morgenkommentare. Helfen Sie uns bitte mit Ihrer Sicht auf die Dinge. Kennen Sie die Sendung KenFM? Kennen Sie den Moderator?

Henryk M. Broder:
Nein, ich kenne ihn nicht. Ich habe ihn persönlich nie getroffen. Und ich habe auch bis vor zwei, drei Wochen den Namen noch nie gehört, obwohl ich relativ viel Radio höre. Er war für mich ein Noname.

Jörg Wagner:
Wie haben Sie von dem kritikwürdigen Umstand gehört, dass aus Ihrer Sicht Antisemitismus verbreitet würde?

Henryk M. Broder:
Die Geschichte ist ganz einfach. Und um woanders anzusetzen, ich war sehr überrascht, als aus dem Kreise der rbb-Hörer unglaubliche verschwörungstheoretische Geschichten aufgebracht wurden und zwar aus dem Kreise der Ken-Fans. Die Geschichte ist so gelaufen: vor etwa drei Wochen habe ich eine Mail bekommen von einem Leser unseres Blogs „Die Achse des Guten“. Und dieser Leser schickte mir diese Mail, die Ken Jebsen ihm geschrieben hatte und schilderte mir den Zusammenhang. Dieser Leser hatte sich bei Jebsen über eine seiner Sendungen beschwert. Es gab daraus eine kleine Korrespondenz. Und in dieser Korrespondenz bekam der Leser oder der Hörer vom rbb diese Mail, die er mir dann schickte. Diese Mail habe ich dann an den rbb weitergeschickt, an meinen Redakteur Jochen Wittig, der die Sendung betreut, an der ich gelegentlich mitarbeite, nämlich den „Schönen Morgen“. Und hab‘ Jochen Wittig gebeten, sich mal drum zu kümmern. Ich hab‘ dann eine Weile nichts gehört und dann kam eine Mail an mich vom rbb mit der Bitte, dem rbb doch noch eine Chance zu geben. Und darauf hin hab ich erstmal gar nichts gemacht, hab mir aber im Internet die Auftritte von Ken angeguckt. Und das ist alles ein ziemlich horrendes Zeug. Es ist nicht wirr, es ist rechtsradikales, verschwörungstheoretisches Zeug. Es ist ein horrender Unsinn, mal ganz davon abgesehen, dass er der einzige ist, der offenbar Nachrichten dekodieren kann und ganz genau weiß, was von Afghanistan bis Bitburg in dieser Welt los ist. Und dann hab ich immer noch nichts vom rbb gehört. Und dann habe ich diese Mail online gestellt. Und dann ging der Zirkus los. Das ist alles, was passiert ist.

Jörg Wagner:
Was war das Ziel? Sie hätten ja auch … es gibt ja das Mittel der Programmbeschwerde beim Rundfunkrat. Wollten Sie …

Henryk M. Broder:
Ich wollte mich ja gar nicht beschweren. Ich wollte einfach nur zeigen, was heute in einem öffentlich-rechtlichen Sender läuft. Es ist kein Mittel, kein Zweck, keine Absicht. Einfach Transparenz schaffen. Und ich fand es auch ungeheuerlich, dass ein Hörer des rbb sich an den rbb wendet, sich beschwert, keine Antwort bekommt. Und natürlich springt der Laden dann erst ein, wenn so etwas öffentlich wird. Und das wollte ich möglich machen: die Öffentlichkeit herstellen bei einem unglaublichen Vorgang, der besonders unglaublich ist, weil er von einem öffentlich-rechtlichen Sender kommt.

Jörg Wagner:
Also, Sie wollten also einen Stein reinwerfen – ich kürze hier mal ab – und sehen, was dann für Wellen draus schlagen?

Henryk M. Broder:
Genau.

Jörg Wagner:
Ich spiele Ihnen nochmal ganz kurz Ken Jebsen ein.

O-Ton: „Den Holocaust habe ich in zahlreichen Beiträgen thematisiert und als das schlimmste Verbrechen der Menschheit verurteilt. Seit 545 Sendungen wird bei KenFM für mehr Menschlichkeit und Gleichberechtigung geworben.“

Jörg Wagner:
Ja, das ist die Aussage von Ken Jebsen.

Henryk M. Broder:
Ich hab’s gehört. Der hat das auf Youtube gestellt. Das Statement ist 1,20 Minuten lang.

Jörg Wagner:
Und wäre es dann nicht vielleicht auch möglich gewesen – Sie sind ja Journalist, Sie interessieren sich auch für Geschichten – die Geschichte hinter Ken Jebsen, warum redet er so? Warum macht er das? Ist er nicht vielleicht doch ein Aktionskünstler, der provozieren will, so wie Sie?

Henryk M. Broder:
Entschuldigen Sie, ich bin kein Therapeut! Ich bin kein Sozialarbeiter!

Jörg Wagner:
Sie Sind Journalist.

Henryk M. Broder:
Nein, ja. Genau. Ich beschäftige mich mit dem Produkt. Und ich habe z. B. ein Statement gelesen – ich glaube von der Programmdirektorin des rbb, Frau Nothelle, ist sie Programmdirektorin?

Jörg Wagner:
Ja.

Henryk M. Broder:
Oder bringe ich etwas durcheinander ?

Jörg Wagner:
Nein. Nein.

Henryk M. Broder:
Sie hat gesagt, Ken Jebsen hat diese Mail, die den ganzen Vorgang ausgelöst hat, offenbar unter Druck geschrieben. Was heisst das ‚unter Druck geschrieben‘? Hatte er gerade Redaktionsschluss? Musste er schnell auf´s Klo oder war er auf dem Weg zum Zug? In dieser Mail stehen ungeheure Sachen drin.

Jörg Wagner:
Ja, aber Sie hätten doch als Journalist jetzt recherchieren können. Sie recherchieren doch öfter mal „ungeheuerliche Dinge“.

Henryk M. Broder:
Ja, aber was soll ich recherchieren? Seinen Psychozustand? Seine Notlage, warum er so etwas schreiben muss?

Jörg Wagner:
Die Geschichte hinter der Geschichte. Mich interessiert, warum Sie mehr oder weniger so ein bisschen abseits da stehen, etwas hineinplumpsen lassen und dann sehen, was dann passiert. Kann es sein …

Henryk M. Broder:
Die Geschichte hinter der Geschichte? Dieser Mann hat zehn Jahre lang seinen rechtsradikalen Schwachsinn live über den öffentlich-rechtlichen Sender verbreitet.

Jörg Wagner:
Das ist Ihre Interpretation.

Henryk M. Broder:
Nein, das ist das Ergebnis dessen, was er gemacht hat. Das ist nicht meine Interpretation. Wenn er stundenlang Geschichten darüber macht, dass der 9/11 ein Insiderjob macht, wenn er sich darüber auslässt, dass er hofft, es werde demnächst in Palästina ein Yad Vashem geben, wo die Verbrechen der Israelis an den Palästinensern dokumentiert werden, wenn er diese Gleichsetzung macht von Israel und Drittem Reich, dann brauche ich da nicht viel zu interpretieren. Und dann ist die Geschichte hinter der Geschichte, das, was er macht. Und genau das hab ich transparent gemacht. Und deswegen hat es diesen Skandal gegeben. Es ist nicht mein Job, auch nicht mein Job als Journalist, mich darum zu kümmern, aus welcher Notlage heraus oder aus welcher psychologischen Situation heraus, er so etwas macht.

Jörg Wagner:
Also, ich hab Journalismus immer so verstanden, dass man auch die Quellen genau recherchiert. Woher kommt das? Was sind da für Motive dahinter?

Henryk M. Broder:
Die Quelle habe ich, die Quelle ist eindeutig. Übrigens hat Ken Jebsen mit keinem einzigen Wort, er hat sich nur gedrückt, er hat nicht dementiert, dass die Mail nicht von ihm ist. Er hat sich nur dazu nicht geäußert.

Jörg Wagner:
Doch, doch. Gerade eben. Sie haben das eben nicht …

Henryk M. Broder:
Die durchgeknallten Fans haben mir geschrieben, ich hätte diese Mail erfunden, um ihm zu schaden.

Jörg Wagner:
Nein, nein. Das hat er gerade – das können wir wirklich abkürzen – gerade, bevor wir hier angefangen haben zu telefonieren, in diesem kleinen Interview zugegeben, dass das unter sehr großem …

Henryk M. Broder:
Jetzt hat er das zugegeben, nachdem die Geschichte seit über einer Woche gärt, hat er es die ganze Zeit offenen gelassen …

Jörg Wagner:
Ja, die Sendung ist jetzt nun mal so … also Sie können …

Henryk M. Broder:
In dem Statement, was sie gerade eingespielt haben, sagte er nur, er habe sich gegen den Holocaust ausgesprochen. Ich meine, wenn das schon ein Nachweis von Anstand ist. Jeder anständige Nazi spricht sich heute gegen den Holocaust aus, weil das das Entrebillet ist, die erste Station, um hinterher antisemitische Propaganda zu betreiben. Das ist einfach eine Selbstverständlichkeit. Ich rechne es keinem hoch an, dass er sich gegen Holocaust ausspricht. Ich rechne es auch keinem hoch an, dass er vielleicht seine Frau und seine Kinder NICHT prügelt. Das sind Selbstverständlichkeiten. Er geht mit etwas hausieren … er hat übrigens auch gesagt, aufgrund seiner Biographie kann er so etwas schon mal nicht gemacht haben. Ich meine, der Vater ist Perser, die Mutter ist Deutsche, was soll das heißen aufgrund seiner Biografie?

Jörg Wagner:
Fragen Sie ihn, fragen Sie ihn selbst! Er hat …

Henryk M. Broder:
Nein. Ich hab keine Lust mit ihm zu reden.

Jörg Wagner:
Er hat die …

Henryk M. Broder:
Warum sollte ich mit ihm reden? Entschuldigen Sie bitte!

Jörg Wagner:
Er hat Ihnen die Hand ausgestreckt.

Henryk M. Broder:
Ich rede auch mit Horst Mahler nicht. Warum sollte ich mit ihm reden? Es reichen mir seine Produkte. Ich gehe doch auch nicht zur irgendeiner Neonazi-Gruppe und rede mit denen. Ich schaue mir an, was sie in die Welt setzen, genauso wie ich das bei Ken Jebsen gemacht habe. Warum wollen Sie aus mir einen Therapeuten machen, der mit ihm reden soll?

Jörg Wagner:
Nein das nicht. Aber hören Sie doch … hören Sie doch einfach mal zu!

Henryk M. Broder:
Der Mann hat kein privates Problem …

O-Ton: „Ich lade Sie recht herzlich ein mit mir in meiner Sendung KenFM über Rassismus und Antisemitismus zu diskutieren! Ich freu mich drauf. Ihr Ken Jebsen.“

Jörg Wagner:
Das kennen Sie? Also, diese Einladung kennen Sie?

Henryk M. Broder:
Ja.

Jörg Wagner:
Sie nehmen die nicht an?

Henryk M. Broder:
Nein, ich nehme die natürlich nicht an. Verstehen Sie, er will sich einfach mit mir schmücken und ich werde nicht einen durchgeknallten Irren, der entweder ein linksradikaler oder ein rechtsradikaler Antisemit ist, auch noch mit meiner Anwesenheit ehren. Es ist mir auch völlig egal, warum er das macht. Übrigens ist mir auch völlig egal, ob er weiter im Sender bleibt oder nicht. Das ist das Problem, mit dem sich der Sender herumschlagen muss, aber dass er mich … wissen Sie, es gibt auch so Selbsterfahrungsgruppen von Frauen, die sich mit Vergewaltigern unterhalten. Michel Friedman hat sich mal mit Horst Mahler unterhalten. Das muss alles nicht sein. Ich bin kein Masochist! Ich bin auch kein Sozialarbeiter. Ich bin auch nicht jemand, der Leute aus ihren persönlichen Nöten hilft. Ich habe gesehen, was er macht. Ich habe mir das Programm angesehen, das wirklich ein Drecksplatz für einen öffentlich-rechtlichen Sender ist, wenn es so etwas im öffentlich-rechtlichen Sender gibt, dann muss sich der Sender dafür rechtfertigen. Aber ich bin nicht aufgefordert, mit dem Produzenten mich an einen Tisch zu setzen.

Jörg Wagner:
… meint Henryk M. Broder, er ist Publizist und der streitbare Initiator der ganzen Wellen jetzt um KenFM. Ich bedanke mich, dass Sie mir wenigstens zugehört haben und Antwort und Rede standen.

Henryk M. Broder:
Das mache ich doch gerne.

Jörg Wagner:
Dankeschön. Tschüss.

Henryk M. Broder:
Danke Ihnen. Tschüss.


(Foto: © ZDF )


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25 thoughts on “Broder, Henryk M.

  1. Also wenn kenFM dazu auffordert kritisches Denken anzuregen, dann sollte diese Art kritischen Denkens mal ganz schnell in der Schublade der Infantilität verschwinden.
    Zusammenhänge, die man nicht versteht mit solchem Müll aufzufüllen wie er auf kenFM verbreitet wurde ist nicht weit entfernt von dem Vorgang Blitz und Donner auf einen Wettergott zurückzuführen. Und die Reaktion von vielen seiner Anhänger bei Facebook oder youtube ist nicht die Reaktion kritischer Geister, es ist die Reaktion von Jüngern, von Ge- (oder Ver-/?) -führten. Wir waren alle mal jung und hatten Fragen an eine Welt deren antworten zu klein waren, für die Dimensionen die wir wahrnahmen. Einige fangen an sich zu belesen, sich zu bilden, sich von ihrem Unwissen zu emanzipieren. Andere perpetuieren ihren Schrott für die nächste Generation.
    Wenn überhaupt hat KenFM einer Bildung kritischen Denkens in den Köpfen junger Menschen entgegengewirkt.

    Beste Grüße

  2. Also so einen Stuß wie dieser Ken quatscht sonst nur noch Florian Rötzer von Telepolis zusammen. Da kommt nicht mal Broder gegen an…

  3. @mehrdad Sie sind leider einer Satire auf den Leim gegangen. Der Autor dieser Zeilen steht nicht nur über dem „Brief“, sondern sogar in der URL, die Sie hier reinkopiert haben: siegstyle.

    Warum Sie hier mit Ihrem Eintrag gerade Herrn Broder sehr augenfällig wiederlegen, können Sie nur selbst beantworten. Er ist jedenfalls am 09.11.2011 der Meinung:

    „Für jeden Leser, der nicht nur “Fritz” hört, eindeutig als Satire erkennbar.“

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ken_laesst_loeschen_wir_nicht/

  4. habt ihr noch alle murmel im sack? wie könnt ihr brodcer angreifen und den rotbraunen ken verteidigen, der so etwas geschrieben hat, was auch ohne weiteres bei der NPD hätte stehen können:

    seh gehrte herr broder,

    wegen inen wurde am sonnatg meine Sendung kenfm auf radio friz abgesetzt. ich vermute dahinter nicht mehr und nicht wenger als eine jüdische weltverschwörung. ich sag es gans offen herr broder: sie gehörn in den jewrassic parc. und nehmn sie ihren judendinofreund maxim biller* gleich mit. sie tyranno saurus rex gildo.

    ich habe niemals gegen juden auf gehetzt auf kenfm. auch wenn ich die angriffe isreals auf friedliebenden palästinenser, die an silvester mal ein paar raketen im gazastreifen steigen lassen ein bisschen daneben finde,. daneben auch im sinne: die treffen ja noch nicht mal aus 5 metern ein scheunentor. der nahost-konflikt ist viel zu kompliziert für einfache erklärungen – außer meinen natürlich.

    zu meinen wichtigsten informationquellen gehörn: nostradmaus, illuminati (lief übrigens sonnatgs auf pro7, aber hatte keine laune zu schaun) und rtl 2 news. wenn man sich da unabhängig informiert weisst man bescheid. justin biba hat 14 milllionen follower auf twitter – 8 millionen mehr als angeblich beim so genannten holocaus umgekomm sind.

    ich erklär ihnen jetz gerne noch mal die welt: die 20% auf tiernahrung bei praktiker haben sich die amerikaner ausgedacht. sie wolln damit spannungen zwischen mensch und tier erhöhn. vielleicht steckt aber auch der jude dahinter, man weiss es nicht. was denken sie, warum das fbi am liebsten bei parktiker einkauft und hornbach links liegen lässt? wir junge generation wissn das. so is es.

    wussten sie übrigens,dass das cia am 11. september 2 worldtrade center gegen flugzeuge gesteuert hat? das ist tatsahce. an bord des worlt trade centers 1 sass ein us-amerikanischer kampfpilot aus dem vietnamkrieg. der hatte nichts mehr zu verlierieren. also rein ins wtc und dan gegen die passagiermaschine gesteuert, DAS is die wahrheit.

    biite stellen sie das jetz mal richtig. ansonsten ab in den jewrassic parc! und ich lass mich nich von inen as holokauz bezeichnen.

    http://www.freitag.de/community/blogs/siegstyle/ken-jebsen-antwortet-broder

    antisemitismus ist in deutschland nicht gefährlich, sondern eine chance, ganz nach oben zu kommen, weil es sehr viele schwachmaten gibt, die antisemiten als opfer darstellen.

  5. Das Licht der Öffentlichkeit und den heiligen Zorn der Massen fürchten Diktaturen, totalitäre Systeme und hierarchische Strukturen gleichermaßen. Und das seit Menschengedenken. Dass es möglich ist, selbsternannte Duodezfürsten und -fürstinnen vom Thron zu stürzen, durfte ich in meiner mehr als 20jährigen Laufbahn als Journalist mehrfach hautnah erleben. Jetzt bin ich mal optimistisch und gehe davon aus, dass die Programmdirektorin des RBB, Dr. Claudia Nothelle, aus freien Stücken den ihren verlässt. Anderenfalls müssen eben wieder Öffentlichkeit und heiliger Zorn an die Front …

  6. Ich trete hiermit öffentlich für die dauerhafte Suspendierung von RBB-Programmdirektorin Dr. Claudia Nothelle ein. Die streng gläubige Katholikin scheint mit ihrer Aufgabe nicht nur grundsätzlich überfordert zu sein, nein, sie will den auf „Fritz“ über zehn Jahre verbreiteten Antisemitismus noch nicht einmal erkannt haben. Ob das wohl mit dem klerikalen Antisemitismus innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft korrespondiert? Ich jedenfalls möchte nicht länger, dass meine Rundfunkgebühren zur Finanzierung dieser Programmdirektorin und der durch sie vertretenen Inhalte missbraucht werden!

  7. puhh… zum Glück hat Jebsen nicht das Wort „Autobahn“ erwähnt.

    Interessant ist dieser Satz:

    „Und hab’ Jochen Wittig gebeten, sich mal drum zu kümmern. Ich hab’ dann eine Weile nichts gehört und dann kam eine Mail an mich vom rbb mit der Bitte, dem rbb doch noch eine Chance zu geben“

    Was hat das mit Journalismus zu tun? Ist Broder nun zum Redakteur aufgestiegen?

  8. @ teiler:

    Nochmal, wo kritisiert Jebsen da die Politik von Israel (ich nehme an die Regierung meinst du)? Du phantasierst! Und Antisemitismus bedeutet nicht, dass man alle Juden hasst. Es reicht völlig, wenn man wie Jebsen einigen Juden eine führende Rolle in einer die Weltgeschichte durchziehenden Verschwörung andichtet.

    Und die „unpopulären Tatsachen“, die er da deiner Ansicht nach aufzählt, sind allenfalls Viertelwahrheiten wenn nicht komplett gelogen. Wozu zählt er die bitte auf? Meines Erachtens, um seinen Glauben an die jüdische Weltverschwörung zu untermauern oder doch zumindest die Schuld am Holocaust den Juden und Amis zuzuschieben. Keine Holocaustleugnung, aber doch Holocaustrelativierung. Das hab ich hier näher erläutert:

    http://www.radioforen.de/showthread.php?49804-Ken-Jebsen-Demagogie-und-Antisemitismus-auf-GEZ-Kosten&p=585508&viewfull=1#post585508

  9. dann bring doch mal broder dazu das er den gesamten email verkehr offenlegt oder alle emails die er von kenfmhörern bekommen hat. ich lass mich von keinem verleumden also antisemit rechtsradikaler oder spinner. broder tut das aber genau wie auch einige hier. begreift ihr den kontext? den darum geht es ken regt zum denken an und verbreitet keine meinungen!

  10. Ja, das ist schon ein Unterschied ob man die aggressive, kriegerische Politik einer Regierung kritisiert oder pauschal Anhänger einer Religion hasst. Findest du nicht?

    Und auf welche Verschwörungstheorie (Deutungen auf Basis unbeweisbarer Vermutungen) stützt sich Ken in seiner Mail? Ich lese da eine große Aufzählung von wenig populären Tatsachen, die allerhöchstens ein bisschen prahlerisch und rechthaberisch ist. Dazu die Behauptung, das Problem aller Völker der Welt inklusive der Juden seien ihre Anführer.
    Diese Meinung mögen du und Henryk M. Broder vielleicht nicht teilen, aber Ken deswegen als Antisemiten zu bezeichnen ist lächerlich.

  11. Jaja, immer dieselbe Leier. Nur kritisiert Jebsen in der von Broder veröffentlichten Nachricht überhaupt nicht die Politik Israels oder der USA sondert erklärt dem erstaunten Publikum wie es eigentlich zum Holocaust kommen konnte. Und zwar wie ich finde mit Hilfe antisemitischer Verschwörungstheorien. Was Jepsen so zu Israel und der Hamas mitzuteilen hat, mag man mit Ignoranz erklären. Was er hier ablässt, ist aber schlicht Ausdruck antisemitischen Wahns. Lies es doch wenigstens mal, bevor du ihn verteidigst!

  12. Heiko, Leute wie du und Broder weichen den Begriff des Antisemitismus auf, weil sie sofort „Antisemitismus!!!!“ kreischen wenn jemand es wagt die Politik Israels oder gar Amerikas zu kritisieren.

  13. „Palästina ein Yad Vashem geben, wo die Verbrechen der Israelis an den Palästinensern dokumentiert werden, wenn er diese Gleichsetzung macht von Israel und Drittem Reich, dann brauche ich da nicht viel zu interpretieren.“ Es ist schön zu hören. Diese Aussage belegt doch dass er selber die Verbrechen der Israelies leugnet. Beispiel Phosphorangriff,.
    Er ist kein echter Journalist!!!

  14. Jepsen ist „leicht verschwörungstheoretisch“ – muhaha! Das ist ja wohl eine ebenso leichte Untertreibung.

    Zum Rest: Shooting the Messenger. Es ist völlig egal, was Broder für eine üble Gestalt ist. Die Äusserungen von Ken Jebsen sprechen für sich und zeigen ihn als überzeugten Antisemit. Hast du das mal gelesen oder regst du dich nur präventiv über den bösen Broder auf? Hier steht es:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ich_weis_wer_den_holocaust_als_pr_erfunden_hat/

    Falls du wie viele Jepsen-Fans Probleme haben solltest nachzuvollziehen, wo hier der Antisemitismus ist, erkläre ich das auch gerne noch mal. Aber nur wenn du mir zuerst mitteilst, was deines Erachtens die Aussage dieses Textes von Jepsen ist.

  15. tut mir leid, aber der broder ist schlicht krank im kopf. er projiziert seinen eignen mist auf ken jebsen. beispiele:

    „Und das ist alles ein ziemlich horrendes Zeug. Es ist nicht wirr, es ist rechtsradikales, verschwörungstheoretisches Zeug. Es ist ein horrender Unsinn, mal ganz davon abgesehen, dass er der einzige ist, der offenbar Nachrichten dekodieren kann und ganz genau weiß, was von Afghanistan bis Bitburg in dieser Welt los ist.“

    „In dem Statement, was sie gerade eingespielt haben, sagte er nur, er habe sich gegen den Holocaust ausgesprochen. Ich meine, wenn das schon ein Nachweis von Anstand ist. Jeder anständige Nazi spricht sich heute gegen den Holocaust aus, weil das das Eintrittsbilet ist, die erste Station um hinterher antisemitische Propaganda zu betreiben. Das ist einfach eine Selbstverständlichkeit. Ich rechne es keinem hoch an, dass er sich gegen Holocaust ausspricht. Ich rechne es auch keinem hoch an, dass er vielleicht seine Frau und seine Kinder NICHT prügelt. Das sind Selbstverständlichkeiten. Er geht mit etwas hausieren … er hat übrigens auch gesagt, aufgrund seiner Biographie kann er so etwas schon mal nicht gemacht haben. Ich meine der Vater ist Perser, die Mutter ist Deutsche, was soll das heißen aufgrund seiner Biografie?“

    …. etc.pp. könnte noch weitere anführen, wo er großteils sich selbst beschreibt, aber dies auf ken jebsen projiziert.

    und allein dieser auszug ist eine verdrehung der tatsachen sondergleichen (im übrigen durch die dokumentierten und veröffentlichten email-asustausche mit dem oberbürgermeister von tübingen oder dem „austausch“ über „arschlöcher, doppelarschlöcher …“ mit besuchern seiner veranstaltung ua. gut nachvollziehbar auch für nicht-psychologen mit blick für menschen, daß der typ ein problem hat und dies an anderen ausläßt.
    broder ist ein übler manipulateur. er ist KEIN seriöser journalist mehr. er setzt auch antizionistische tendenzen mit antisemitismus gleich etc.pp. das alles ist krankhaft, höchst krankhaft.

    ich bin kein antisemit, bin auch mit juden befreundet, genauso wie mit moslems, polen, ungarn oder wem auch immer. die herkunft ist mir nicht wichtig. (selbst wenn sie auch manchmal gesprächsthema ist) und ich bin stolz auf diese vielfältigen freundschaften. weil sie mir einblick geben in vielerlei denken. was sehr fruchtbar ist.

    aber ich bin grundsätzlich der meinung, daß es auch möglich sein muß, juden zu kritisieren, ohne gleich am pranger zu stehen. es kann nicht sein, daß die herkunft jude zu sein, vor kritik oder sogar vor sehr kritischer kritik schützt. das ist eine umkehr der verhältnismäßigkeiten.

    und tut mir leid, dieser broder ist einfach krank. was er von sich gibt ist pathologisch und er gehört für meine begriffe grundsätzlich auf die therapeutencouch, nicht vor ein mikrofon. denn dort richtet er schaden an.

    zu guter letzt zu ken selbst: er polarisiert sicherlich. er hat seine schwächen. sicherlich. und auch der hang zum leicht verschwörungstheoretischen ist unverkennbar.
    aber hey, er ist äußerst anregend. jede seiner sendungen hat mich selbst zum nachrecherchieren angeregt. das ist mein gutes recht. er hat mich auf themen gebracht, die ich bisher nicht kannte, über die ich mir bisher nie gedanken machte. er hat das talent, komplexe zusammenhänge verständlich darzustellen…
    beide polarisieren, broder wie jebsen, wurde hier schon gesagt. ist auch gut so, daß es so was gibt. aber einen gewaltigen unterschied gibt es zwischen den beiden: jebsen regt an, und macht produktiv. broder zieht runter, und ist äußerst destruktiv, mithin kontraproduktiv.

    allein der unterschied, nur die anderen beiseite gelassen, ist für mich zur beurteilung der beiden, sehr wesentlich. und dies völlig unabahängig von allen anderen herkunfts- oder zugehörigkeitsgeschichten.

    vielen dank übrigens, herr wagner, für dieses tolle interview. und daß sie ihren job als jourmalist noch ernst nehmen und ihn so ausfüllen, wie es sein sollte. so etwas muß es viel mehr geben, gerade heute wieder. verbreiten sie doch dies berufs-ethos mal in ihrem sender. radioeins bspw. höre ich seit einigen monaten nicht mehr. weil ich das auch dort zunehmende gedudel und das ablenken von den wirklich wichtigen dingen, die heute immer drängender werden, nicht mehr ertragen kann.

  16. Also wenn man diese Interview mit dem mit Jebsen vergleicht, dann sind die Sympathien des Interviewers wohl eindeutig verteilt.

    Keine kritische Frage an Jebsen zu seinem antisemitischen Ausfall, sondern nur Reden um den heissen Brei. Was hat das arme Opfer Jebsen gelernt? Ja das es da draussen böse Leute wie den Broder gibt die Aussagen aus dem Zusammenhang reissen und falsch zu interpretieren. Dabei hat Broder die komplette Mail ins Netz gestellt ohne eine eigene Interpretation dafür anzubieten, weil er meinte sie spräche für sich. Jörg Wagner schluckt das ohne jede kritische Nachfrage, weil er eh schon derselben Meinung wie Jebsen ist.

    Und dann kommt Broder dran und der Interviewer wird auf einmal pampig. Fragt gar nicht erst, wie Broder den Antisemitismusvorwurf begründet, sondern bohrt ganz in der üblichen Wiese von Verschwörungstheoretikern nach dem Motiv von Broder als würde das am Schwachsinn von Jebsen irgendwas ändern. Wirft ihm dann schlampigen Journalismus vor, obwohl er anders als Jebsen in dem Text (z.B. schon das erfundene Kissingerzitat) seine Quelle angegeben hat und bei der Wahrheit geblieben ist. Diese eine Frage muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

    „Also ich hab Journalismus immer so verstanden, dass man auch die Quellen genau recherchiert. Woher kommt das? Was sind da für Motive dahinter?“

    Nein Herr Wagner, darum geht es eben nicht! Eine Quelle ist nicht dann gut, wenn man sie persönlich für integer und sympathisch hält und ihr die besten Absichten unterstellt. Sondern eine Quelle ist dann gut, wenn sie nachweislich eng an der Wahrheit bleibt. Und hier tut das Broder (bei anderen Anlässen gab es da auch Anlass zu Kritik) und Jebsen tut das nicht. Und das kann jeder kritische Leser recht schnell nachprüfen, ohne nach Sympathiepunkten gehen zu müssen.

  17. broder polarisiert, jebsen polarisiert. und beide sind personalities mit ihren standpunkten. beide haben gute argumente, aber fakt ist: jebsen hat über die strenge geschlagen, in dem er anfing, scheisse als DIE wahrheit zu verkaufen. damit muss die demokratie inkl. feier meinungsäusserung leben und damit will sie auch leben. keiner will jebsen von der antenne haben – nur fragen sich viele, ob man ihn vom öffentlichen geld bezahlen sollte. und broder – bei aller sympathie oder antipathie – hat recht, wenn er sagt, dass er jebsens sendungen nicht kennen muss, um antisemitische oder neofaschistische thesen und sprüche zu kritisieren.

  18. transparenz sollte vllt auch mal herr broder üben und vllt auch nochmal wie man quellen recherchiert bzw wie man generell recherchiert. er kennt ken ja nichtmal und ich wette, er hat nicht mal eine sendung gehört. genau wie die leute die hier was von rechtsradikal schreiben. hörts euch doch mal an und dann lösen sich diese absurden vorwürfe in wohlgefallen auf.
    herr broder sollte sich viel mehr fragen wie es sein kann das jemand der so arbeitet wie er überhaupt noch als journalist bezeichnet werden kann???

  19. Broder hat mit seinen Argumenten recht . Und warum sollte er in Kens Sendung sitzen? Um über die pro&contra von Antisemitismus und Verschwörungstheorien zu quasseln? Mit einem Menschen, der keine drei sinnvollen Sätze bringen kann, dafür aber Absurditäten in staccato rausknallt – und diese als Journalismus verkauft?!
    Hier wurde zum Glück Öffentlichkeit hergestellt über einen politisch fragwürdigen Medienmacher, der auf Kosten der Öffentlichkeit ebendiese radikalisiert. Und genau da liegt die Wurzel des Problems. Der öffentlich-rechtliche Rundunk ist ein Sammelsurium von linken und rechten Funktionären, die vergessen haben, wozu sie da sind: zum Berichten und kritischen Nachfragen und nicht zum agitieren. Dafür sind politische Parteien und private Medien zuständig. Ken Jebsen kann selbstverständlich seine Thesen verbreiten, aber bitte auf eigene Kosten. Ein Werbepartner liesse sich sicher schnell finden … die Neonazi-Modefirma Thor Steinar hat ja schon mal Reklame im Hörfunk geschaltet 😉

  20. Was für eine Chuzpe. Ausgerechnet jemand der mit den Machern von Politically Incorrect in Kontakt steht und regelmäßig gegen den Islam agitiert, bezeichnet Ken als rechtsradikal. Und er weiß nicht anders zu rauszureden als Ken als Geisteskranken zu verunglimpfen, für den er sich zu fein ist. Arme Sau.

  21. Broder ist gefährlich, dass weiß man nicht erst seit Breivik.
    Wie kann man so viel Hass in sich haben?
    Das schlimmste ist doch, dass die ARD dem sogar Sendeplatz schenkt … ganz ehrlich, DAS ist kriminell.
    Noch dazu zieht er jeden Journalisten in den Dreck mit der Art und Weise wie er arbeitet und das als Journalismus verkauft.
    Leute wie er schaffen Hass und beseitigen ihn nicht.
    Auch sehr beängstigend sind die Verbindungen die er anscheinend hat. War ja auch schon bei Boris Palmer so, dem der Broder das Wort im Mund umgedreht hat und Herr Palmer auf einmal eine Berg an „Hassmails“ bekommen hat, ohne das die Story öffentlich war. Broder hat seine Sicht der Dinge damals einfach an eine Mailliste verteilt … Manche nennen das Interessensgruppe, andere Lobby …ich nenne die Art der Einflussnahme und des Rufmords kriminell.

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