Opdenhövel, Matthias


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Was: Interview über die neue ARD-Quizshow „Opdenhövels Countdown“
Wer: Matthias Opdenhövel, Moderator; Fragen: Sylke Blume
Wo: Köln
Wann: veröffentlicht im radioeins-Medienmagazin vom 07.04.2012


(wörtliches Transkript)

Sylke Blume: Gibt es schon jetzt so sentimentale Dinge, Unterschiede, Arbeit für den Privatsender mit Werbeunterbrechungen oder hier? Vielleicht ist es ja auch nur der Cappuccino, den es bei ProSieben einmal gab?

Matthias Opdenhövel: Nee, im Prinzip ist es relativ vergleichbar. Also, Fernsehen macht man ja mit Menschen und Menschen, die begeisterungsfähig sind und engagiert bei der Sache, die findet man … oder hab‘ ich beim WDR und der ARD genauso gefunden wie bei ProSieben. Und das freut mich natürlich sehr. Und zusammen auch mit der Produktionsfirma sind wir hier ein kreativer Haufen von positiv Verrückten, die sich immer mal wieder etwas ausdenken und insofern habe ich da keine Phantomschmerzen. Also, es gibt ja diverse Vorurteile in der Schublade, aber ich konnte da keine von wirklich in der Praxis erleben. Und das hat mich doch sehr gefreut und hatte da aber von Anfang an auch ein gutes Gefühl, dass man diese Vorurteile eigentlich auch gar nicht antrifft, weil die Gespräche vorher, die waren so positiv aufgeladen und entspannt, dass mir schon klar war, auf was man sich da einlässt. Und das ist, wie gesagt, alles bisher sehr rund und sehr positiv gelaufen. Und jetzt hoffen wir, dass wir jetzt ein neues Baby in die Umlaufbahn schicken mit der Sendung, das hoffentlich schön aussieht

Sylke Blume: Was kann man denn schon verraten? Was für ein Baby ist denn das? Was ist denn Opdenhövels Countdown? Warum soll jemand einschalten?

Matthias Opdenhövel: Weil die Abwechslung, glaube ich, da sein wird. Und der Zuschauer zu Hause, also nicht nur Menschen sieht, die er vielleicht im Zweifel gar nicht kennt, die sich bei irgendetwas anstrengen, sondern der Zuschauer zu Hause kann die ganze Zeit auch mitraten und die Aufgaben vom Sofa aus lösen. Also, die Kandidaten müssen da zwar ein bisschen schwitzen dabei, weil es natürlich auch sportive Leistungen sind, die hier abverlangt werden, aber es ist immer noch eine zweite Ebene drin, dass der Zuschauer zu Hause nicht gelangweilt davor sitzt und sagt, naja wann komm ich denn mal dran. Sondern man kann bei allen Spielen im Prinzip mitfiebern und mitraten und das ist, glaube ich, eine schöne Mischung. Und was wirklich komplett neu ist bei der Sendung, dass die vier Kandidaten abwechselnd immer miteinander und gegeneinander spielen. Das heißt, es gibt sogenannte Teamspiele, wo sie das Geld gewinnen, was in den Jackpot für’s Finale wandert. Und nach einigen Teamspielen gibt es dann so genannte KO-Runden, wo man sich sukzessive dann immer von einem Kandidaten verabschiedet, so dass am Ende nur noch einer übrig bleibt, der das gesamte Geld mit nach Hause nehmen kann.

Sylke Blume: Klingt jetzt nicht so, wie eine reine Quizshow.

Matthias Opdenhövel: Nee, ist es nicht. Also, wir haben die KO-Runden, die sind dann schon ein bisschen auf Grips angelegt an sogenannten Pultspielen, aber die Aktionsspiele, die werde ich natürlich hier an dieser Stelle nicht komplett vortanzen können, weil man soll ja auch einschalten – ja da wird die ganze Palette abverlangt, ob Schnelligkeit, Geschicklichkeit, kreatives Denken, Sportlichkeit, also man sollte schon ein Handtuch dabei haben als Kandidat, weil es könnte sein, dass der eine oder andere Schweißtropfen läuft.

Sylke Blume: Ich habe gehört: keine Promis, kein Show-Act. Was sind denn da für Leute? Wer kann denn kommen?

Matthias Opdenhövel: Es kann im Prinzip jeder kommen, der zu Hause schon mal ein paar Joggingschuhe angehabt hat und ein Schwimmbad auch mal von innen gesehen hat. Also Leute, die sich gern auch in ihrer Freizeit bewegen. Die müssen aber keine Triathleten sein, die schon 20 mal den Ironman auf Hawaii gefineshed haben. Wir suchen keine Super-Helden, sondern wirklich Leute, die grundsportlich sind, die auch schon mal ein bisschen was gelesen haben. Also, eine gute Allgemeinbildung sollte da sein. Aber sonst kann von 16 bis 96 jeder mitmachen, der Lust hat. Also, wir machen schon so einen sogenannten Eignungstest mit den Kandidaten. Das heißt, die sollen schon natürlich beweisen, dass sie nicht nach 20 m Sprint sofort unters Sauerstoffzelt müssen, sondern wir checken schon ab, ob die eine oder andere Aufgabe auch mit diesen Kandidaten möglich ist. Und da gibt es sicherlich auch im Vorfeld einige Tests, die sie erfolgreich absolvieren müssen.

Sylke Blume: Sind da auch Ballspiele bei? Denkt sich auch Herr Opdenhövel das eine oder andere Spiel aus oder kriegt er die serviert?

Matthias Opdenhövel: Nein, auf jeden Fall bin ich im kreativen Prozess immer dabei. Das hat aber auch bei den Sendungen, die ich davor gemacht habe schon seit Jahren im Prinzip so einen festen Baustein, dass ich nie hinkomme und mich wie eine Marionette da ins on schieben lasse, sondern, das ist mir sehr wichtig, dass ich so in dem kreativen Input auch dabei bin, dass man sich zusammen neue Sportarten überlegt, also im Prinzip von mir aus zwei oder dreien was zusammen würfelt und dann neue Spiele konzipiert. Also, das mache ich auf jeden Fall. Und es sind in der Tat Bälle dabei, die allerdings anders angewandt werden, als man es vielleicht gemeinhin kennt.

Sylke Blume: Was ist denn so das geilste? Buntes neues Bühnenbild? Da bewegt sich alles? Die Kandidaten sind cool? Was erwartet sich der Herr Spielleiter?

Matthias Opdenhövel: Es ist ja so ein Potpourri aus allem. Also, ich finde es sehr amüsant auf einmal meinen Namen zu lesen, in dem Logo. Wenn ich mich daran erinnere, als ich angefangen habe vor 20 Jahren mit Fernsehen, hat’s nicht lange gedauert, bis mich irgendeiner zur Seite nahm von den ganz Wichtigen und gesagt hat, hör mal, Du musst dir irgendwie einen Künstlernamen überlegen. Opdenhövel – das ist … also, wer soll denn das aussprechen? Und da habe ich gesagt, jaja so weit kommt es noch. Und wahrscheinlich noch die Brille ab und Kontaktlinsen? – Jaja, genau! Da habe ich gesagt, alles klar, vielen Dank. Dann sucht euch einfach jemand anderen. Also, an mir wird nicht rumgedoktert, weder am Namen, noch an meinen Augen. Und das ist jetzt sehr lustig zu sehen, dass auf einmal Opdenhövel Teil des Titels ist. Das war auch ehrlich gesagt nicht meine Idee. Mir ist das auch völlig egal. Die Sendung hätte auch Countdown heißen können. Wäre genauso super gewesen. Aber, das war halt ein Vorschlag der Produktionsfirma, die mir dann das Logo gezeigt hat, wo mein Ö eine Stoppuhr ist und das fand ich dann irgendwie so niedlich. Habe ich gesagt okay, das ist ein ganz guter Gag. Da nehmen wir das halt rein.

Sylke Blume: Wohin führt denn eigentlich der Countdown? Um die Sendung noch einmal zu verstehen. Es geht um einen Jackpot, der innerhalb der Sendung gefüllt wird, aber vielleicht auch nicht erreicht wird. Habe ich das richtig verstanden? Welcher Countdown? Oder sind die Spiele alle auf Zeit?

Matthias Opdenhövel: Genau. Die Spiele sind alle auf Zeit. Also, die Teamspiele haben ein bestimmtes Zeitkorsett. In der Zeit müssen die Kandidaten diese Aufgaben absolvieren und versuchen zu lösen. Schaffen Sie das, dann gibt es einen bestimmten Geldbetrag, der in den Jackpot wandert für’s Finale und schaffen sie es nicht, dann ist diese Summe weg. Also, genau diese Summe nur für das Spiel. Und wenn man alle Teamspiele schaffen sollte, dann ist der Jackpot bis zur Oberkante gefüllt und dann spielt derjenige, der es bis in das Finale schafft, um 100.000 €. Und logischerweise sind auch die KO-Spiele und auch das Finale auf Zeit. Das heißt, der Zeitdruck ist 90 Minuten lang präsent.


(Fotos: WDR/Thomas Leidig [M])







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