2006: 50 Jahre Fernsehwerbung

„Halt, mein Freund. Wer wird denn gleich in die Luft gehen …“

Der erste deutsche TV-Werbe-Spot lief am 03.11.1956 im Bayerischen Fernsehen: „Dafür gib’s doch Gottseidank Persil!“ mit Liesl Karlstadt und Beppo Brem

Nur einen Monat später zog der SFB nach. Und der DFF sendete seine erste DDR-Werbung 1959. Neben der ariel-Klementine haben noch andere Werbe-Figuren Kultstatus erlangt. Darunter zweifelsohne auch das HB-Männchen. Eines der letzten Geheimnisse der Werbebranche lüftete das Medienmagazin: was flucht das HB-Männchen eigentlich genau?


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Was: 50 Jahre Fernsehwerbung im Deutschen Fernsehen
Wann: veröffentlicht im radioeins-Medienmagazin am: 04.11.2006


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Was: 50 Jahre Fernsehwerbung im Deutschen Fernsehen – auch DDR-Fernsehen
Wann: Fassung im radioeins-Medienmagazin im Inforadio am 05.11.2006, zusätzlich ab Minute 11:28 zum DDR-Fernsehen


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Was: 50 Jahre Fernsehwerbung im Deutschen Fernsehen – Auflösung HB-Männchen
Wann: veröffentlicht im radioeins-Medienmagazin am 30.12.2006


Sabine Rittner, Historisches Archiv des Bayerischen Rundfunks:

„Es war ja so, dass 1954 der Bayerische Rundfunk mit der Firma Henkel einen Pachtvertrag über ein Grundstück auf dem Wendelstein abschloss. Da sollten Sendeanlagen gebaut werden. Und bereits in diesem Pachtvertrag wurde festgelegt, falls es Werbung im Fernsehen geben würde, dann hätte die Firma Henkel den Vorrang. Also, man sieht daran schon, dass die Wirtschaft sehr interessiert war an dieser Möglichkeit. Also, die Wirtschaft drängte auf Werbung im Fernsehen.“

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Hans-Bodo von Dincklage, ehemaliger Geschäftsführer der Berliner Werbefunk GmbH, 1956 als Leiter vom Dienst beim SFB für die Werbung verantwortlich:

„Eine Besonderheit, wir haben ja in Berlin immer eine Woche zeitversetzt die Programme und die Werbung des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt. Das wurde seinerzeit, da es ja noch keine Möghlichkeit war, dass per Leitung nach Berlin zu geben, wurde per Flugzeug hergebracht und in Berlin gab es noch kein Radar. Also, manchmal landeten die Maschinen nicht, wie wir es erwarteten. Es war eine aufregende Sache. Es kam manchmal in letzter Minute. So z. B. Ein Werbespot, den wir hätten herausnehmen müssen. Der nur in Bayern laufen sollte. Der aber von den Bayern nicht rausgeschnitten war. Und in letzter Minute kam die Filmrolle an. Wir haben sie sofort gesendet. Und nun lief in Berlin Sechsämtertropfen, den es in Berlin gar nicht gab. Wir haben bis nachts um elf Anrufe gehabt, wo es den diesen Sechsämtertropfen gibt. Das war also ein durchschlagender Erfolg. Ich habe nächsten Tag gleich in Bayer beim Sechsämtertropfen angerufen und gesagt, die müssen unbedingt eine Filiale machen. So ein Erfolg, wie sie gestern hatten. Das war für die natürlich auch neu. Es wurde daraufhin auch in Berlin eine Niederlassung für Sechsämtertropfen eingeführt.“

Simone Tippach-Schneider, Wissenschaftlerin:

Dazu muss man sagen, die Leute, die Werbung der DDR gemacht haben und Werbefernsehen, das waren wirklich Verrückte. Und die haben sich natürlich irgendwann auch geärgert, dass es immer weniger Produkte gab, für die sie werben sollte. Wie soll man noch für Rotkohl werben in irgendeiner Form? Da gab es ja keinen Hersteller, einen besonderen. Also haben sich die Werbereimer und da gab es einige, die im Prinzip tolle Ideen hatten den, sagen wir mal, den Mut gehabt und sich auch den Gag gemacht und haben so richtig losgelegt bei der Rotkohlwerbung.








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