60 Jahre BDZV – Dr. Mathias Döpfner

Dr. Mathias Döpfner | Foto: © Jörg Wagner
Dr. Mathias Döpfner | Foto: © Jörg Wagner

Nur das Beste zu tun, reicht nicht aus.

Wer: Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer SE
Was: Impulsreferat zu 60 Jahre BDZV
Wo: Berlin, Grand Hyatt, Marlene-Dietrich-Platz 2, 10785 Berlin
Wann: 29.09.2014, 15:50 Uhr


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(Auszug – wörtliches Protokoll)

Ich freue mich, dass ich hier zum 60. Geburtstag des BDZV eingeladen bin, um über die digitale Zukunft des Journalismus zu sprechen. Das sind ja bewegte Zeiten und es ändert sich viel. Und in Zeiten, in denen sich viel ändert, fragt man sich mit Recht nicht nur, was muss ich anders machen als früher, sondern man fragt sich natürlich auch, was bleibt? Und man fragt sich auch, was kann ich am besten.

Und immer wieder, wenn ich über diese Frage nachdenke, fällt mir die Geschichte von dem Violinenvirtuosen ein, der im afrikanischen Dschungel eine Tour macht und sich plötzlich von einem Rudel Löwen umringt sieht. Und ihm ist sofort klar, er hat keine Chance zu wegzulaufen. Also überlegt er sich, was tue ich jetzt? Ich tue am besten das, was ich am allerbesten kann. Vielleicht kann ich damit die Löwen beruhigen. Also, er packt seinen Geigenkasten aus und spielt auf seiner Violine die schönsten Mozart-Sonaten und tatsächlich der Effekt verfängt. Die Löwen beruhigen sich, betten sich um ihn herum, bilden einen Kreis und hören ihm andächtig zu. Nach etwa einer Stunde kommt plötzlich ein, völlig unvermittelt und tonlos, ein großer Löwe in den Kreis reingesprungen und frisst den Violinisten auf. Daraufhin sagt ein anderer Löwe im Kreis zum nächsten: ich wusste doch, sobald der Taubstumme kommt, ist das Konzert vorbei.

Meine Damen und Herren, wir sehen daran, dass nur das zu tun, was man am besten kann, in Zeiten großer Not nicht alleine ausreichend ist. Auf der anderen Seite, aus lauter Veränderungslust und aus lauter Angst, alles anders zu machen und das nicht mehr gut zu machen, was man besten kann, wäre auch ein großer Fehler.

Ich bin damit, Sie merken es, schon beim Journalismus und bei der Frage, wie es weitergeht. (…)








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