Medienmagazin vom 03.02.2018

Gesamt-PodCast:


Download (verlinkte Audio-Quelle bis zum 03.02.2019: rbb, radioeins)

[00:00] INTRO: Machtfrage | [03:01] Rücktritt: BILD-Chefredakteurin Tanit Koch verlässt Springer | [11:37] ProQuote FILM gegründet | [21:45] Verfassungsbeschwerde gegen BND-Gesetz | [34:39] VPRT wird VAUNET | [48:52] Bonus: Gründungspressekonferenz ProQuote FILM


INTRO: Hat die BILD Macht?
O-Ton: Tanit Koch, BILD-Chefredakteurin, Material zu „Nervöse Republik“ von Stephan Lamby

1. BILD-Chefin Koch zurückgetreten
In einer eMail vom 02.02.2018, die die BILD-Chefin Tanit Koch kurz vor Ihrem Rücktritt an ihr Team schrieb, heißt es: “Wenn zwei Menschen professionell nicht harmonieren, lässt sich das eine Zeitlang durch Kompromisse ausgleichen. 2017 war davon geprägt, bis meine Kompromissbereitschaft an ihre Grenzen gelangte. Hinzu kam die Gewissheit, dass sich BILD nicht durch Kompromisse auszeichnet, sondern durch Klarheit. Deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen.” (Quelle: kress.de)
Julian Reichelt, Vorsitzender der BILD-Chefredaktion übernimmt jetzt auch die Print-BILD.
Telefoninterview mit Ulrike Simon, Medienjournalistin, Spiegel Daily, Horizont, radioeins-Kommentatorin (live)

2. PRO QUOTE REGIE ist jetzt PRO QUOTE FILM – Forderung Quote: 50%
„Wir gehen davon aus, dass das Talent unter Frauen und Männer gleichmäßig verteilt ist.“ Daher Forderung einer 50%-Quote.
Nach drei Jahren dehnen ProQuote-Regie-Frauen Ihren Kampf gegen Geschlechtergerechtigkeit aus und öffnen sich beim Kampf für die Gleichstellung von filmschaffenden Frauen in den Gewerken Regie, Kamera, Ton, Filmkomposition, Produktion, Drehbuch/Dramaturgie, Montage, Szenenbild, Kostüm sowie Schauspiel bzw. Sprecherinnen. Immer noch dominieren Männer bei Beschäftigung und Bezahlung die Filmbranche. Frauen haben für Filmprojekte in der Regel nur die Hälfte des Budgets ihrer männlichen Kollegen. Frauen verschwinden Mitte 30 vom Bildschirm oder der Leinwand.
Zur #metoo Debatte: Pro Quote Film nimmt am runden Tisch teil zur Einrichtung einer überbetrieblichen Beschwerdestelle, der vom Schauspielerverband BFFS initiiert wurde.
Mit O-Tönen:
* Barbara Teufel, ProQuote Vorstand
* Jasmin Tabatabai, Schauspielerin

3. BND-Gesetz verfassungsfeindlich?
Reporter ohne Grenzen (ROG) hat gemeinsam mit fünf zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Verfassungsbeschwerde gegen das BND-Gesetz eingereicht, das in seiner letzten Änderung am 25.05.2018 in Kraft treten soll. Darin wird bei der nachrichtendienstlichen Aufklärung unterschieden zwischen deutschen Journalisten, EU-Ausländern und Ausländern. Das Gesetz erlaube es dem BND, Journalisten im Ausland praktisch schrankenlos und ohne Anfangsverdacht zu überwachen, sowie die Informationen mit anderen Geheimdiensten zu teilen. Durch die immer stärkere Zusammenarbeit der Journalisten weltweit (Panamapaters, Paradiesapfels usw.) sei es naiv anzunehmen, dass man bei der Überwachung deutsche Journalisten ausblenden könne. Das Gesetz bewirke eine Zweiklassen-Pressefreiheit und sei ein weiterer Schritt zu einer massenhaften Überwachung der Gesellschaft.
Mit O-Tönen von:
* Christian Mihr, ROG-Geschäftsführer Deutschland
* Frank Überall, DJV-Vorsitzender
* Dr. Ulf Buermeyer, Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte

4. VPRT heißt bald VAUNET – sonst ändert sich nichts
Die selbstkritische Reflexion der Privatfunker im VPRT hat nach über zweieinhalb Jahren ergeben, dass der Verbandsname (seit Oktober 1990) VPRT in “VAUNET – Verband privater Medien” am 21.05.2018 geändert wird. VPRT sei ohne Vokale schwer auszusprechen. Die Kritik an den öffentlich-rechtlichen Mitwettbewerbern ARD, ZDF, Deutschland bleibt wie gewohnt hart. Das Gleichgewicht im Dualen System sei in Gefahr und man fordere die Medienpolitik auf, den Telemedienauftrag nicht zu verändern. Die Privatfunker bräuchten den Schutzraum bei den Mediatheken. Daher sei die dringlichste Aufgabe, den Auftrag der öffentlich-rechtlichen innerhalb der Strukturreformdebatte neu zu definieren, und nicht die Mediathekennutzung auszudehnen.
Mit O-Tönen von:
* Hans Demmel, n-tv-Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzender VPRT (VAUNET)
* Annette Kümmel, Senior Vice President Govermental Relations & Regulatory Affairs, Fachbereich Fernsehen und Multimedia VPRT

PodCast-Bonus:
Gründungspressekonferenz ProQuote FILM
31.01.2018, 10:00 Uhr, Berlin, Kino International








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