Hassliebe: Von der Politiker-Verachtung zum Journalisten-Bashing

Was: MedienDisput Berlin, „Hassliebe: Von der Politiker-Verachtung zum Journalisten-Bashing“
Wo: Berlin, Ministergärten, Landesvertretung Rheinland-Pfalz
Wann: 16.11.2010, 19:00 Uhr
Wer: (von links nach rechts)
* Harald Christ, Schattenwirtschaftsminister der SPD im Bundestagswahlkampf 2009
* Bettina Schausten, Leiterin ZDF-Hauptstadtstudio
* Prof. Dr. Thomas Leif, SWR-Chefreporter, Vorsitzender netzwerk recherche
* Bernd Ulrich, Leiter Politikressort Die Zeit
* Dr. Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Linken
* Dr. Christoph Steegmans, stellvertretender Regierungssprecher


„Das Vertrauen in die Leistungs- und Problemlösungsfähigkeit von Politikern schwindet. Auch der Ruf der Journalisten wird bei Bürgern und Politikern zunehmend schlechter. Der Vorwurf: Die Medien drehen die Aktualitätsspirale immer schneller, Journalisten sind heute ahnungs- und haltungsloser als je zuvor. Auch die Nähe zwischen Hauptstadtjournalisten und Politikern wird kritisiert.

Nicht nur bei Großereignissen lassen sich Medien von Interessengruppen und Informanten für eine bestimmt Sichtweise der Ereignisse einspannen oder gar instrumentalisieren. Sie sehen sich zunehmend in der Rolle politischer Akteure, die mit Schlagzeilen und Kampagnen Themen steuern wollen. Das hat sich nicht zuletzt bei der Bundespräsidentenwahl gezeigt: Viele Medien ließen keinen Zweifel daran, dass sie Joachim Gauck für den besseren Kandidaten halten. Vehement forderten die Kommentatoren, dass der Fraktionszwang für die Mitglieder der Bundesversammlung aufgehoben wird. Als Christian Wulff dann tatsächlich erst im dritten Wahlgang gewählt wurde, erkannten die gleichen Kommentatoren darin kein Gewinn für die Demokratie, sondern eine Durchsetzungsschwäche der Kanzlerin.

Wie verändern solche Trends das Verhältnis zwischen Medien und Politik? Werden Rundfunk und Presse ihrer Rolle als Vierter Gewalt im Staate noch gerecht? Welche Balance von Nähe und Distanz ist sinnvoll zwischen Politikern und Journalisten?“ (Quelle: netzwerk recherche)


Gespräche im Foyer der Landesvertretung Rheinland-Pfalz nach der Diskussion

(Fotos: © Jörg Wagner)

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