KenFM – Ausfall am 06.11.2011

Am 06.11.2011 wurde die wöchentliche Sendung KenFM der rbb-Jugendwelle Fritz kurzfristig nicht ausgestrahlt. Seitdem gibt es eine kontroverse Diskussion über Zensur, Antisemitismus und Qualitätsstandards im Journalismus. Um den Vorgang transparenter zu machen, gab es im radioeins-Medienmagazin vom 12.11.2011 folgende drei Interviews:



Download

„Zensur weise ich weit von mir.“

Interview mit Claudia Nothelle, rbb-Programmdirektorin
Vgl.: Wörtliches Transkript




Download

„Wenn sich da Menschen gekränkt fühlen, ganz besonders die Jüdische Gemeinde, tut mir das sehr leid.“

Interview mit Ken Jebsen, Fritz-Moderator
Vgl.: Wörtliches Transkript




Download

„Das wollte ich möglich machen: die Öffentlichkeit herstellen für einen unglaublichen Vorgang.“

Telefoninterview mit Henryk M. Broder, Publizist/Journalist
Vgl.: Wörtliches Transkript


Vgl.:
* Henryk M. Broder bei „Die Achse des Guten“
* Ken Jebsen in einem Statement vom 06.11.2011
* fritz.de
* rbb-Presseinformation
* radioforen.de
* „In meinen Augen ist das Antisemitismus“, Telefoninterview mit Tobias Gabrys, dem „YouTube-eMail-Partner“ von Ken Jebsen, im Gespräch mit DLF-Moderator Burkhard Müller-Ullrich; verlinkte Audioquelle: Deutschlandfunk, 13.11.2011, 17:38 Uhr in Kultur heute


(Update: das Audio wurde offenbar vom DLF inzwischen depubliziert)

* PodCast: „Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?“ – Original Podcast Series von Studio Bummens, NDR, rbb (nicht Episode 2) und K2H, Serienstart: 13.06.2021


(Fotos: © KenFM; rbb/Steffen Jänicke; rbb/Stefan Wieland; ZDF )







Print Friendly, PDF & Email

10 thoughts on “KenFM – Ausfall am 06.11.2011

  1. @lol: Was „Zensur“ bedeutet, lässt sich ansatzweise, in freundlicher Schilderung, z.B. hier nachlesen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67282829.html
    Was Herr Jebsen veranstaltete, auch in seinem Kommunikationsverhalten über die Sendung hinaus, hatte leider mit „journalistischen Grundsätzen“ absolut nichts zu tun. Es verbietet sich daher, hier von „Zensur“ zu sprechen. Auch seine aktuelle Reaktion lässt nur erahnen, dass jeder Ansatz von Selbstreflexion oder gar Selbskritik nicht vorhanden zu sein scheint. Schade und bedenklich.

  2. die Programmdirektorin ist lustig… also Zensur machen wir hier nicht, er darf nur nix politisches mehr sagen 😛

  3. @Leo: Das kann Broder wohl schon unterscheiden, kritisiert er doch auch bspw. die Siedlungspolitik in Israel. Auch beinhaltet ihr Satz implizit die Behauptung, Israelkritik und Antisemitismus wären gegensätzlich, dabei kann eine Äußerung beides sein. Gerade in der Israelkritik versteckt sich häufig doch nur ein struktureller oder sekundärer Antisemitsimus.

  4. ich finds super, dass hier dem broder mal einer paroli geboten hat. das ist dringend nötig, wo dieser broder vom politischen und medialen mainstream totale immunität und ritterschlagung erhalten hat und nach wie vor ungestraft dreiste lügen und unverschämte falschmeldungen verbreiten darf. vielen dank!

  5. Mir haben die Interviews, im Kontext zueinander, weniger gut gefallen. Bei Herrn Jebsen wirkte Jörg Wagner kumpelhaft, lasch und wenig auf Widersprüche (oder Unsinniges) bei Herrn Jebsen eingehend. Herr Broder wurde dagegen sehr kritisch und mit „einiger“ Parteinahme pro Jebsen befragt, na ja…(das Interview an sich ginge sogar in Ordnung, wenn nicht vorher der „Schmusekurs“ gewesen wäre).
    Dass Herr Jebsen Herrn Broder in seine Sendung einlädt, auch in diesem leicht überheblichen Tonfall, halte ich für eine Peinlichkeit angesichts der Situation. Allerdings, hier hätte m.E. der RBB anders reagieren können oder müssen, z.B. mit Organisation eines Zwiegespräches Jebsen/Broder an neutraler, von einem unabhängigen Dritten moderierter Stelle, auch um Hr. Jebsen ein wenig vor sich selbst zu schützen. Die ganze Sache – übrigens für mich ein trauriger Beweis für eine immer mangelhaftere Kommunikationsfähigkeit innerhalb dieser Gesellschaft – ist doch bereits aus dem Ruder gelaufen, so dass der RBB, insbesondere Frau Nothelle (schwache Äußerungen für eine Programmdirektorin) eigentlich langsam mit einer Schadensbegrenzung beginnen sollte.

  6. Als Journalist sollte Herr Broder eigentlich wissen, wie man Begriffe trennscharf verwendet und seine Behauptungen ausreichen untermauert. Er tut es jedoch nicht (weil dann seine Provokation nicht mehr funktioniert) Antisemitismus und Isrealkritik sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, die Broder einfach nicht trennen möchte. Eine solche Weigerung sehe ich mit journalistischer Sorgfalt nicht vereinbar und wenn der RBB das von Ken verlangt, könnte er das doch von den anderen Kontributoren (zB Herr Broder) auch verlangen. Wäre nur gerechtfertigt. Aber nein, der RBB lässt sich von einem (selbstsüchtigen wie ich finde) Provokateur und Islamhasser auf der Nase rumtanzen. Peinlich, so etwas.
    Ach ja: Danke Herr Wagner, dass wenigstens Sie versucht aben, Broders Methode und sein Vorgehen zu hinterfragen. Schön kritisches Interview!

Comments are closed.