Was man vom C64 noch lernen kann

„Programmieren eine Art von Respektlosigkeit“

Commodore 64 (1982); Foto: Bill Bertram, CC Attribution-Share Alike 2.5 Generic
Commodore 64 (1982); Foto: Bill Bertram, CC Attribution-Share Alike 2.5 Generic



Download (verlinkte Audio-Quelle: rbb, radioeins)

Wer: Johannes Fischer, Autor, Journalist (Foto)
Was: Gespräch mit O-Tönen über den C64
Wann: gesendet am 20.04.2013 im radioeins-Medienmagazin, rbb
Wo: Berlin – Potsdam
Vgl.: Veranstaltung am 14.05.2013 in der Humboldt-Uni

O-Ton 1
Anatol Locker:
„Der C64 war allerdings der erste [Computer], bei dem man sagen konnte, hey, hier passiert etwas. Und zwar wurde da einfach ein neues Medium quasi neu entdeckt, ich mein, da wurden Spielgenres festgelegt, die heute einfach noch in Ehren gemauert sind. Also, was muss in einem Strategiepunktspiel passieren, wie sieht ein Plattformspiel aus? Und es war die Maschine, die Du Dir als Jugendlicher gerade noch leisten konntest.“

O-Ton 2
Michael Steil:
„Wieso hängt man am C64, wieso bleibt man da hängen? Na, es hat wahrscheinlich sehr mit Langlebigkeit zu tun. Es geht schon, ja, um die sportliche Herausforderung, dass man mit Hardware, die eigentlich aus ner ganz anderen Generation stammt, eigentlich immer noch sinnvoll sein kann, und dass dieses Wettrüsten von Hardware, immer schnellere Computer, immer schnellere Tablets, dass das für viele Anwendungen gar nicht notwendig ist. Auch wenn’s jetzt schon 30 Jahre sind, man findet immer noch neue Sachen, wo man sich letztes Jahr vielleicht noch nicht gedacht hätte, dass das möglich wär auf der Hardware.“

O-Ton 3
Stefan Höltgen:
„Die Tatsache, dass das dort gemacht wird, beim Chaos Computer Club und auch bei einigen anderen Initiativen zeigt schon, dass es um mehr geht als nur um die historische Aufarbeitung, sondern dass man sich diesen Medien gegenüber anders verhalten kann und dass man am C64 etwas lernt, das man auch auf andere Geräte übertragen soll. Also, dass Programmieren eine Art von Respektlosigkeit ist, eine Respektlosigkeit gegenüber Medien, die wir auch auf alle anderen Medien anwenden müssen. Weil die Grenzen, die uns die Moral, die uns die Juristik, die uns die Wirtschaftswissenschaften, die Ökonomen setzen, im Prinzip auch Beschränkungen des Wissens darstellen.“

(Fotos: Bill Bertram, CC Attribution-Share Alike 2.5 Generic, © Jörg Wagner)


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