Neustart des griechischen Rundfunks

„NERIT – nach Vorbild der BBC“

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Rund drei Monate nach der plötzlichen Schließung von ERT durch die Regierung ist das Gebäude noch immer von ehemaligen Mitarbeitern besetzt. Täglich wird eine Nachrichtensendung von einem anderen Gebäude aus gesendet. Die Polizei will das Weitersenden nicht unterbinden. Parallel gibt es den Entstehungsprozess eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der bisher „Dimosia Tileorash“, also „Öffentliches Fernsehen“ genannt wird. Der neue Rundfunk soll schlanker und effizienter werden und mit ungefähr einem Drittel der Mitarbeiter auskommen. Diese werden nach und nach eingestellt. Anders als bei der ERT soll die Regierung nicht mehr direkt eingreifen dürfen. Eine Art Rundfunkrat nach dem Modell der BBC soll für Unabhängigkeit sorgen – programmlich und personell. So lautet die Theorie.

INTRO

Download (verlinkte Audio-Quelle: rbb, radioeins)


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Eleni Klotsikas im radioeins-Studio
Eleni Klotsikas im radioeins-Studio

Wer: Eleni Klotsikas, Medienjournalistin
Was: Studiogespräch mit O-Tönen:
* Sendestart von EDT
* Pantleis Kapsis, Minister für das öffentliche Fernsehen
* Christos Xanthakis, Medienjournalist bei der „Elefterotipia“
Wo: radioeins-Sendestudio, Medienstadt, Potsdam-Babelsberg
Wann: im rbb-Medienmagazin am 28.09.2013/18:21 auf radioeins und in gekürzter Fassung am 29.09.2013 im Inforadio

Vgl.:
* Staatliche Hörfunksendungen in Griechenland – Kai Ludwig
* ERTopen

* Sendestart von EDT

(Logo: NERIT; Foto: © Jörg Wagner)


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One thought on “Neustart des griechischen Rundfunks

  1. Das wurde inzwischen als Primärquelle in Griechenland zitiert; speziell Pantelis Kapsis, zu dem dortige Branchendienste keinen Zugang zu haben scheinen:
    http://www.radiofono.gr/node/3852

    Auch an dieser Stelle: Ein Rundfunkveteran in Thessaloniki mußte die Erfahrung machen, daß ihn seine ehemaligen Kollegen auf einmal nicht mehr kennen.
    http://www.radiofono.gr/node/3853

    An anderer Stelle gibt es eine Meldung vom 1.10., laut der die momentan befristet auf zwei Monate eingestellten Mitarbeiter den Status von Aushilfen (vergleichbar Erntehelfern u.dgl.) haben, die nicht versichert sind:
    http://www.esiea.gr/gr/2arxeio/2013/10/03.htm

    Und hier ein Artikel über eine Mitarbeiterin von ERT 3 (also wieder Thessaloniki), die vor ihrem Selbstmord angekündigt haben soll, sie wäre in der Lage gewesen, über ihre Probleme hinwegzukommen, aber nicht über die Schließung des Rundfunks:
    http://www.enet.gr/?i=news.el.article&id=391280

    Ansonsten passen hier die jüngsten auf Griechenland bezogenen Anmerkungen in einem englischen Bandscheibenvorfall: „Greece, the wellspring of western culture, is revoking its civilisation.“ vs. „Greece is screwed up so much that it is almost impossible to decipher what is going in it from outside.“ – Letzteres scheint mir auch die primäre Erklärung dafür zu sein, daß diese Entwicklungen hierzulande so weitgehend unbeachtet bleiben. Gutes erwarten läßt das trotzdem nicht.
    http://www.artsjournal.com/slippeddisc/2013/09/just-in-athens-university-shuts-down.html

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